Hektisches Treiben auf der Treppe einer Grundschule (Quelle: imago/imagebroker)
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Fehlender Fluchtweg - Wie eine Siebenjährige ihre Berliner Schule verklagt

Es klingt spektakulär: Eine Siebenjährige klagt gegen die Schulbehörde. Weil trotz fehlender Fluchtwege ein nötiger Umbau nicht erfolgt, zieht sie mit ihren Eltern vor Gericht. Offizielle Klägerin ist die Tochter.

Eine Siebenjährige und ihre Eltern klagen wegen fehlenden Brandschutzes an der Weddinger Schule des Mädchens vor dem Berliner Verwaltungsgericht. Mit dem Eilantrag solle der Bau eines zweiten Rettungswegs erreicht werden, teilte Gerichtssprecher Stephan Groscurth am Mittwoch mit.

Vor Beginn der Verhandlung müsse nun zunächst das Bezirksamt Mitte eine Stellungnahme zu der Klage abgeben, hieß es. Wann dann die Entscheidung getroffen wird, sei noch unklar. Juristisch sei das Mädchen die Klägerin und werde vor Gericht durch seine Eltern vertreten.

Seit 2003 fordern Brandschutz-Sachverständige Abhilfe

Der zweite Fluchtweg sei für die Schule in der Bauordnung vorgeschrieben, berichtet die Berliner Morgenpost. Laut Zeitung könnte eine Entscheidung in dem Verfahren Signalwirkung für die Berliner Bildungsverwaltung haben, denn an vielen Schulen gebe es erhebliche Brandschutzmängel. Der Leiter der Anna-Lindh-Grundschule habe die Mängel im Bezirksamt immer wieder zur Sprache gebracht, passiert sei aber nichts.

Bereits im Jahr 2003 sei demnach der fehlende Fluchtweg von den Brandschutz-Sachverständigen des Bezirks erkannt worden, genauso wie bei der Begehung 2008 und dann erneut 2013. In allen Fällen hätten die Gutachter sofortige Maßnahmen innerhalb von zwei Monaten angemahnt, schreibt die Berliner Morgenpost.

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11 Kommentare

  1. 11.

    @ #9: Hr RA, vielen Dank fuer die sachlichen Infos und auch fuer die angemessene Unsachlichkeit.
    Aber haben Sie neben den offiziellen Zustaendigkeiten auch einen Einblick darin, welche Abteilung des BA hier tatsaechlich das Problem aussitzt? Bekommt der jeweilige Bezirksstadtrat solch ein (eigentlich wohl sehr einfach loesbares) Problem normalerweise ueberhaupt auf den Tisch? Oder haengt das womoeglich auf einem Schreibtisch bzw in einer Akte weiter unten in der Hierarchie fest?

  2. 9.

    Zuständig als Träger der Grundschule ist das Land Berlin, vertreten durch das Bezirksamt Mitte von Berlin, dieses vertreten durch den Bezirksstadtrat für Schule und Gebäudemanagement, derzeit: Carsten Spallek.
    Bei Brandschauen der Berliner Feuerwehr gemeinsam mit Vertretern des Bezirksamtes in den Jahren 2003, 2008, 2013 und zuletzt im Dezember 2016 wurde das Fehlen eines zweiten (gesetzlich vorgeschriebenen) Rettungswegs festgestellt und Abhilfe innerhalb von zwei Monaten angemahnt. Der Umbau eines Fensters zur Tür und der Anbau einer stählernen Wendeltreppe (aus dem Baumarkt) wäre für schätzungsweise 3.000 EUR zu haben. Demgegenüber ganz unsachlich: Es wird auch weiterhin schon gutgehen mit 70 Schulkindern, Lehrern und Erziehern, es wird doch wohl nicht plötzlich brennen.

  3. 8.

    Die AfD hat damit genau so viel zu tun, wie der fehlende Konsum in Kleinkleckersdorf-nämlich NICHTS.
    Allerdings glauben einige, statt selbst tätig zu werden, wie nämlich die Familie der siebenjährigen, dass die AfD hilft.
    Das war meine Assoziation. Sonst nix weiter. War halt ein Kommentar mit "um die Ecke denken".

  4. 6.

    Sachlich wurde das Thema bereits von Brandschützern (wie berichtet!) und vom Schulleiter angegangen.
    Das Problem ist tatsächlich die Schulbehörde, die dafür zuständig ist, aber nicht handelt.
    Und wenn seit etlichen Jahren niemand von offizieller Seite reagiert, dann ist so etwas , wie die betroffene Familie es tut immerhin noch besser, als die AfD zu wählen!
    Man kann aber auch, wie in einer Pankower Grundschule geschehen, androhen, die Schule zu schließen um dann prompt eine Lösung mit der Schulbehörde zu erreichen.
    Viele Wege führen nach Rom, nur nicht der sachliche!

  5. 5.

    Unter einem "Medienrummel"verstehe ich mehr als nur wie hier geschehen den Regionalsender mit einzubeziehen. Zum anderen ist schon zur genüge u.mit Recht allzu häufig auf die baulichen Misstände an vielen Berliner Schulen hingewiesen worden.Es ist somit höchste Eile geboten dagegen vorzugehen.Gelder sind vorhanden,Poliker sind in die Pflicht zu nehmen.

  6. 4.

    Sachlich läuft es seit 13 Jahren und es würde nochmal 13 Jahre sachlich laufen. Wenn in irgendwelchen Dritte Welt Ländern Kinder bei einem Schulbrand sterben schüttelt man hier nur den Kopf, denn es kann bei uns nicht passieren. Doch auch in Deutschland werden die wichtigen Vorgaben nicht eingehalten.

  7. 3.

    Natürlich wird gleich geklagt, Hr. und Fr. Wichtig sollten vielleicht einmal den Kopf einschalten und nicht an den Medienrummel denken. Man kann sowas auch sachlich angehen.

  8. 2.

    Herrn Krebs' Kommentar (#1) weist vermutlich in die richtige Richtung. Interessant waere aber, wieviel Verantwortung(slosigkeit) beim Bezirksamt Mitte liegt. - Werte rbb-Journalisten, koennen Sie uns zumindest hinsichtlich der Zustaendigkeiten aufklaeren? Welche Stelle konkret hat hier ueber 14 Jahre versaeumt zu handeln? Und war es tatsaechlich Geldmangel und/oder fehlende Kompetenz oder...?
    Jedenfalls eine gute Aktion der Familie, die, so wie die Dinge scheinen, volle Unterstuetzung verdient.

  9. 1.

    Wie sagte doch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit? "Sparen bis es quietscht".
    Der Finanzsenator, der solches bereitwillig durchsetzte und dann anschl. in zwei Buchern (höchst gewinnbringend) die Zustände in Berlin (und anderswo) geisselte, hieß T.Sarrazin - ein interessantes Geschäftsmodell! Wer wundert sich da noch über die Wahlergebnisse vom 24.9.17?

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