Die Leiterin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Barbara John mit Mitarbeitern von "work for refugees" (Quelle: dpa/Gregor Fischer)
Audio: Radio Berlin | 13.10.2017 | Nina Amin | Bild: dpa/Gregor Fischer

Zwei Jahre nach Start der Plattform - "Work for Refugees" hat 170 Flüchtlinge vermittelt

Das Projekt "Work for Refugees" vermittelt seit zwei Jahren Geflüchtete an Berliner Unternehmen. Die Quote ist noch nicht sehr hoch. Aber der Paritätische Wohlfahrtsverband als Mitinitiator ist optmistisch.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband in Berlin hat eine positive Bilanz seines Projekts "Work for Refugees" - "Arbeit für Flüchtlinge" gezogen. Zusammen mit der Stiftung Zukunft Berlin hatte der Verband das Projekt vor zwei Jahren gestartet. Damit sollen Geflüchtete an Berliner Unternehmen vermittelt werden.

Für Geflüchtete sei Arbeit die beste Chance auf Integration, sagte die Vorstandsvorsitzende vom Partitätischen Wohlfahrtsverband und Berlins frühere Ausländerbeauftragte Barbara John am Freitag. Schwierig sei es nach wie vor für die Menschen, an die Unternehmen heranzutreten.  

Arabisch sprechende Mitarbeiter helfen

Dabei helfe das Projekt "Work for Refugees", das inszwischen Kontakt zu 340 Arbeitgebern hat. Darunter große Hotelketten und Sicherheitsunternehmen sowie kleine start up-Firmen. Die arabisch sprechenden Mitarbeiter in der Beratungsstelle helfen auch, wenn es nach der Jobvermittlung Probleme gibt. Mehr als 170 von 900 registrierten Geflüchteten konnten bislang vermittelt werden.

Schwer Fuß fassen im Arbeitsmarkt

"Work for Refugees" war vor zwei Jahren gestartet, weil viele syrische Flüchtlinge zwar eine Arbeitserlaubnis mitgebracht hatten, aber nur wenige von ihnen im Arbeitsmarkt Fuß fassen konnten. Wie der Paritätische Wohlfahrtsverbandes Berlin auf seiner Homepage schreibt, ist dies auch in anderen Ländern der Fall. In der Schweiz etwa seien 95 Prozent der dortigen Asylberechtigten nach fünf Jahren immer noch arbeitslos.

In Deutschland läuft dem Paritätischen zufolge die Vermittlung von Flüchtlingen in den Arbeitsagenturen und Jobcentern darauf hinaus, Geflüchtete zunächst in Maßnahmen zu vermitteln, beispielsweise Deutschkurse oder Vorstellungstrainings. Oft müssen sie sich danach selbst um Betriebe kümmern, in denen sie Praktika absolvieren können.

Künftige Arbeitgeber und Arbeitnehmer registrieren sich

"Work for Refugees" hat deshalb eine Website eingerichtet, damit Flüchtlinge schneller Arbeit finden können. Auf diese Seite gibt es eine einfache Menüführung in arabischer, englischer, französischer und deutscher Sprache, die auch für Smartphones optimiert ist.

Darin werden die persönlichen Daten der Bewerber eingeben und in der Beratungsstelle "Work for Refugees" vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin gesichtet, bearbeitet und an potentielle Arbeitgeber weitergeleitet, die sich mit ihren Jobangeboten registriert haben. Vorher werden die Geflüchteten den Angaben zufolge zum persönlichen Gespräch in die Beratungsstelle eingeladen, um die Deutsch- und Fachkenntnisse zu überprüfen. Somit entlaste das Projekt die Arbeitgeber und erleichtert die Vermittlung.

Kommentar

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6 Kommentare

  1. 6.

    Das ist also die Realität: "In der Schweiz etwa seien 95 Prozent der dortigen Asylberechtigten nach fünf Jahren immer noch arbeitslos." Wer hat uns da eigentlich vor 2 Jahren dann so gewaltig belogen, dass hier "dringend benötigte Fachkräfte" kämen? Das war Flüchtlingsmythos #1. Die anderen 99 Mythen kann sich jeder selber aus der Presse und den Medien mittlerweile herauslesen. Oder live auf unseren Strassen und Plätzen begutachten. Deutschland - Du bringst mich mittlerweile um den Schlaf.

  2. 5.

    Selbstverständlich ist Integration unheimlich wichtig. Das Engagement der Plattform in allen Ehren. Ich will nur hoffen, dass es sich ausschließlich um Flüchtlinge mit einwandfrei geklärter Identität handelt (keine selbsternannten "Syrer" oder gar verkappten Terroristen), deren Status anerkannt ist. Es darf auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine große Anzahl dieser Menschen nicht oder sehr schwer integrierbar sind.

  3. 3.

    Es sind Tausende dazugezogen und bei 170 Flüchtlingen soll das nun nennenswert sein?

    Ein Tropfen auf den heißen Stein.

    Leider nur billige Arbeitskräfte die vieles machen würden für wenig Geld.

  4. 2.

    Gute Arbeit, ist aber steigerungsfaehig. In allen Bereichen werden Mitarbeiter gesucht. 60000 offene Stellen in Berlin sprechen eine deutliche Sprache. Sie sollten mit dem Forum Berufsbildung, Charlottenstrasse. 2 in Kreuzberg zusammen arbeiten, dort wird in grosser Stiel integriert.Berufsbezogene Deutschkurs, Praktikum, Berufsausbildung wird vermittelt, Arbeitsplatz. Und alle sind zufrieden. Ich gehe dort immer mit Flüchtlinge zu Frau Judith Ranneberg, sie ist sehr kompetent und beraet die Flüchtlinge sehr gut. Alles gute für Ihre Arbeit.

  5. 1.

    Das ist die Kraft die in unserer Gesellschaft stärker mobilisiert gehört.
    Gratulation zu dieser vorbildlichen Aktion.
    170 mal geholfen ist ein sehr guter Anfang. Das wird mehr.

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