Ein Teilnehmer eines Neonazi-Aufmarsches in Frankfurt (Oder) (Quelle: Patrick Pleul / dpa)
Bild: dpa-Zentralbild

Zahlen des Innenministeriums - Deutlich mehr Straftaten gegen Flüchtlinge in Brandenburg

Spät kommen die Zahlen, sie sind trotzdem erschreckend: über 300 Straftaten gegen Flüchtlinge registrierte die Polizei in Brandenburg im Jahr 2016 – eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Auch Flüchtlingshelfer wurden von Neonazis attackiert.

Die Zahl der Straftaten gegen Flüchtlinge und ihre Unterkünfte in Brandenburg ist stark gestiegen. 2016 hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr nach Angaben des Innenministeriums mehr als verdoppelt: Wurden  2015 noch 141 Taten registriert, waren es im Jahr darauf 311.

Linken-Politikerin nennt Zahlen "unerträglich"

Das geht aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Landtagsabgeordneten Andrea Johlige (Linke) hervor. "Das ist unerträglich und zeigt, dass Flüchtlinge in Brandenburg noch immer nicht überall sicher und angstfrei leben können", sagte Johlige am Samstag.

Der Ermittlungsdruck dürfe bei diesen Straftaten nicht nachlassen, forderte Johlige.

Innenministerium hebt Angermünde und Cottbus hervor

Auch Flüchtlingshelfer geraten ins Visier von Neonazis. So wurden in diesem Jahr in Angermünde (Uckermark) dreimal Helfer attackiert und beleidigt. Die Ermittlungen zu diesen Vorfällen dauern noch an.

Auch Cottbus hat ein Problem mit rechtsradikalen Übergriffen. Im dritten Quartal dieses Jahres wurde die Polizei zwölfmal gerufen, weil Asylbeweber und Flüchtlinge bedroht, geschlagen oder ihre Unterkünfte attackiert wurden - trauriger Spitzenwert in Brandenburg.

Von Januar bis Ende September wurden in Brandenburg insgesamt 55 Flüchtlinge bzw. Unterstützer verletzt; insgesamt gab es 196 Delikte.

Sendung: Antenne Brandenburg, 25.11.2017, 15 Uhr

Kommentar

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8 Kommentare

  1. 8.

    ich freue mich immer über Kommentare die uns allen deutlich machen, das unsere Demokratie, unsere Gesellschaft, eine soziale, demokratische, rechtsstaatliche Haltung /Verfasstheit keineswegs selbstverständlich ist. Schon immer war die Kriminalstatistik ein dankbarer Acker für diejenigen, die nicht erfahren wollen was passiert. Nur bestätigt haben wollen, das sie es nicht sind. Die Kriminellen. Ist natürlich Quatsch. Keine Sorge. Die meisten Verbrechen aller Sparten werden immer noch vom Deutschen nach der Definition der von immer-schon-deutsch schwadronierenden Deutsch-Deutsch-Deutschen verübt. Meist an Deutschen. Keine Gefahr, dass uns der Ausländer da überholt, überfremdet, austauscht. Statistisch bleiben wir an der Spitze. Wir vergewaltigen unsere Kinder, Frauen selbst. Sind am meisten und Vielsten bei Steuerhinterziehung, Geldwäsche, Insolvenzbetrug, Raub, Mord, Überfall, Wirtshaus- und Oktoberfest-Sylvester-Karneval-Frauen-belästigen und bei der zünftigen Jahrmarktsschlägerei.

  2. 7.

    Die Anfrage sowie die dazugehörigen Anlagen finden Sie hier:
    http://andrea-johlige.com/wp-content/uploads/2017/11/KA_3077_Mz-Verfahren_AE_Endfassung.pdf
    http://andrea-johlige.com/wp-content/uploads/2017/11/Anlage_1_zur_KA_3077.pdf
    http://andrea-johlige.com/wp-content/uploads/2017/11/Anlage_2_zur_KA_3077.pdf
    http://andrea-johlige.com/wp-content/uploads/2017/11/Anlage_3_zur_KA_3077.pdf

  3. 6.

    Ich habe selten so dumme, plumpe Versuche gesehen Gewalt gegen Menschen zu relativieren oder gar gutzuheißen.

  4. 5.

    Guten Tag Peter, Ihr Vergleich hinkt tatsächlich, denn in der von Ihnen angeführten PKS wurden zwar ausländische Täter aufgeführt aber keine ausländischen Opfer. Damit sind die Zahlen des MIK betreffs Anfrage von Andrea Johlige nicht nachvollziehbar und haben ein Geschmäckle.
    Ich vermute vielmehr, dass es sich hier bei den Fallzahlen zu den Angriffen gegen Flüchtlinge etc. lediglich um Strafanzeigen zu Tatverdächtigen handelt. Eine Anzeige hat keinen Aussagewert, da faktisch jeder jeden anzeigen kann, bei Delikten der Massenkriminalität oft gegenseitige Strafanzeigen erfolgen.
    Es ist wie bei den Wohnungseinbrüchen, "Aufklärungsquote" 15%, Verurteilungsquote 2,6%!

    Sagen Sie mir bitte, wo die konkrete Antwort d. MIK auf die "kleine Anfrage" von Frau Johlige konkret nachzulesen ist? Sie ist bisher nirgends veröffentlicht. Es handelt sich bisher hier lediglich um willkürliche Interpretation von Zahlen, ohne konkreten Aussagewert.

    Danke für Ihre Antwort!

  5. 3.

    Manchmal fragt man sich, ob die Ersteller derartiger "Statistiken" nicht selbst über ihre Ergebnisse lachen müssen . Wie lange sollen die Menschen mit solchen " political correct " Taschenspielertricks noch veräppelt werden, angesichts nahezu täglicher Meldungen über "Schutzsuchende" die uns ( hier schon länger Lebenden ) unbedingt die Kultur ihrer Heimatländer vermitteln wollen.
    Mal ehrlich, gehts noch ??

  6. 2.

    Auch wenn es weder mit dieser Meldung in direktem Zusammenhang steht, noch einer Relativierung in jeglicher Form bedarf: eine differenzierte Auswertung aller Straftaten und den ermittelten Tatverdächtigen in Brandenburg im Jahr 2016 kann der frei verfügbaren Kriminalstatistik des Innenministeriums entnommen werden (siehe unten) - worüber wir im Übrigen ebenfalls berichtet haben. Dort gibt es auch Zahlen zu ausländischen Tatverdächtigen, ebenso im Vergleich zum Jahr 2015. Ein Punkt vorweg: Der Anteil der ermittelten ausländischen Tatverdächtigen an der Gesamtzahl aller Tatverdächtigen im Jahr 2016 betrug 21 %, im Vergleich zum Vorjahr war das eine Steigerung von 3,9 %. http://www.mik.brandenburg.de/media_fast/4055/PK_PKS_Land_BB_Auswertung_gesamt.pdf

  7. 1.

    Guten Tag,

    mich würden auch mal die Zahlen der regestrierten Flüchtlinge interessieren.
    Ist es nicht so, das auch dort die Zahlen von Körperlichen Übergriffen Drastisch gestiegen ist?

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