Standbild: Einige joggende Mensche, von denen zwei ein T-Shirts mit der Aufschrift 'Polizei' auf dem Rücken tragen (Quelle: rbb Aktuell)
Bild: rbb Aktuell

Zustände an Berliner Polizeiakademie - "Wir nehmen hier nicht jeden von der Straße"

Die Berliner Polizei soll Missstände an der Polizeiakademie gekannt haben. Der Bund deutscher Kriminalbeamter will die Probleme nicht am Migrationshintergrund festmachen. Die Polizei auch nicht - sie übt aber Druck auf Auszubildene aus, die sich nicht benehmen können.

Die Berliner Polizeiführung soll schon seit längerer Zeit über die angeblichen Missstände an der Polizeiakademie in Berlin-Spandau Bescheid wissen. Das geht aus einem internen Papier einer Führungsbesprechung hervor, das vom August dieses Jahres datiert sein soll. Zuerst berichtete die Zeitung "Die Welt". Demnach beklagt die Polizeiakademie Probleme, "welche sich im Zuge der Einstellungen von Beamten/innen mit Migrationshintergrund entwickelt haben". Beklagt wurden demnach ein "herablassender Umgang mit weiblichen Angestellten wie Putzfrauen" und Defizite im Berufsethos. Manche Bewerber könnten nicht schwimmen, obwohl das Voraussetzung für die Einstellung sei.

"Standards in der Ausbildung wurden gesenkt"

Auch der Berliner Landesvorsitzende des Bundes deutscher Kriminalbeamter, Michael Böhl, bestätigte dem rbb, dass sich an der Akademie nach Berichten von Kollegen Missstände entwickelt hätten, allerdings mache er das nicht an Kollegen und Kolleginnen mit Migrationshintergrund fest. Die Standards bei der Ausbildung seien aber gesenkt worden. Seitdem gebe es Defizite bei einzelnen Auszubildenden. Doch an der Akademie solle Polizeiarbeit und nicht erst einmal soziale Kompetenzen gelehrt werden. "Wir müssen diese Leute ja bewaffnet nach draußen schicken, die dann auf der Einhaltung von Verhaltensweisen bestehen - wenn sie das selber nie gelernt haben, dann haben wir ein Problem". Lieber sollte man sich für weniger, als nicht ordnungsgemäß ausgebildete Beamte, die hinterher keinen Ärger bereiten, entscheiden.

Berliner Polizei bekennt sich zu Schülern mit Migrationshintergrund

Der Sprecher der Berliner Polizei, Thomas Neuendorf, bestritt gegenüber dem rbb, dass die Anforderungen an der Akademie aus Mangel an Bewerbern gesenkt würden: "Wir nehmen hier nicht jeden von der Straße, nur weil wir welche brauchen." Allerdings hätten wohl noch nicht alle Schüler, die vor 14 Tagen an der Polizeiakademie angefangen haben, kapiert, was an der Schule los sei. Disziplin gehöre dazu, wer das nicht berücksichtige, müsse die Polizei wieder verlassen. Neuendorf bekannte sich ausdrücklich zu Anwärtern mit ausländischen Wurzeln. Die Klasse bestünde zu 40 Prozent aus Schülern mit Migrationshintergrund.

"Das finden wir sehr gut, weil auch die Polizei die Bevölkerung Berlin widerspiegeln solle." Es werde keine Strichliste geführt, wer sich wie benehme. "Wir betrachten den einzelnen Menschen, egal ob er Migrationshintergrund hat oder nicht." Wenn sie die Ausbildung und Prüfungen bestanden hätten, seien sie "sehr gute Nachwuchspolizisten".

Anonymer Beamter erhebt schwere Vorwürfe

Der rbb-Abendschau liegt außerdem ein offener Brief eines "besorgten Polizeibeamten des Landes Berlin" vor, der anonym bleiben will. Der Beamte schreibt, er habe Angst, "Denn was wir nun in der Zukunft als neue Kollegen zu erwarten haben, sprengt alles jenseits der Vorstellungskraft!". In dem Schreiben wirft er der Polizeiführung vor, nicht mit Ausbildern zu kommunizieren und Vorfälle wie Schlägereien, zu verharmlosen. Die Lehrabteilung sei auf Menschen angewiesen, die Regeln des sozialen Miteinanders ebenso wie die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Amtssprache "Deutsch" bereits beherrschen. Wenn Frauen als Vorgesetzte nicht mehr akzeptiert würden, höre die Toleranz auf. "Solche Leute gehören nach alter preussischer Sitte auf dem Exerzierplatz der LAbt ausgezogen und zum Tor begleitet, denn sie haben die Grundregeln unserer Demokratie nicht verstanden".

Anlass für die Diskussion um die Zustände an der Polizeiakademie ist eine anonyme Sprach-Mail, in der ein Ausbilder unhaltbare Zustände an der Akademie beklagt. An der Echtheit besteht kein Zweifel. In der Aufnahme, die der "Welt" vorliegt, beklagt sich der Ausbilder über Hass, Lernverweigerung und Gewalt in einer Klasse mit vielen Polizeischülern mit Migrationshintergrund.

Sendung: Abendschau, 02.11.2018, 19:30 Uhr

Kommentar

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59 Kommentare

  1. 59.

    Einsicht kann man von ihnen und ihresgleichen nicht erwarten.

    Das setzt nämlich etwas voraus was sie nicht besitzen.

  2. 58.

    Der Realitätsverlust entsteht doch in ihrer Informationsblase.

    Ich habe u.a. an, wie sie es nennen, "Brennpunktschulen" gearbeitet. Im Gegensatz zu den meisten rechten Hetzern habe ich nämlich etwas für mein Land getan, für die Menschen die hier leben.

    Also kommen sie mir nicht mit dem blöden rechten Scheinargument "Genauso schlimm wie rechte Hetze sind Leute wie sie die der Realität nicht ins Auge blicken wollen."

    Sie wissen nichts über mich.

    Die Relativierung von rechter Hetze k*tzt mich an! Das ist verharmlosen! Es fängt immer mit Worten von geistigen Brandstiftern an, dann fühlt sich eine rechte Dumpfbacke ermüßigt etwas für "Volkes Wille" zu tun und wirft Molotowcocktails auf schlafende Menschen. Menschen die rechte Hetze verharmlosen sind Mittäter.

  3. 57.

    Sollten sich die Vorwürfe als wahr herausstellen, bleiben sie dann immer noch dabei , dass es alles rechte Hetze sind ?
    Oder wären Sie bereit der Realität ins Auge zu sehen
    Genauso schlimm wie rechte Hetze sind Leute wie sie die der Realität nicht ins Auge blicken wollen.
    Es gibt gut integrierte Menschen die hinter dem GG stehen , unsere Werte leben und zB Gleichberechtigung akzeptieren.
    Aber es gibt eben auch viele Menschen mit migrationshintergrund die dies nicht leben und akzeptieren, da sie anders erzogen wurden.
    Und wir können doch diese ganzen Dinge nur angehen, wenn sie beim Namen genannt werden und man anfängt Lösungen zu suchen.
    Die Probleme gibt es doch nicht nur bei der Polizei, fragen Sie doch mal in Krankenhäusern ( Notaufnahmen ) in bestimmten Bezirken nach, wie dort Mitarbeiterinnen behandelt werden, fragen Sie in Brennpunktschulen nach. Fragen Sie die Polizisten und Feuerwehrleute, die in bestimmten Bezirken Dienst tun, die angegriffen werden.

  4. 56.

    Ja ja Spandau mal wieder, Sorry aber gerade die Ausbilder sind doch sehr rechts, eine Freundin mit türkischen wurzeln hatte dort ein vorstellungsgespräch udn da wurde ihr gelich gesagt das kanaken weiber wie sie hier nicht zu suchen hat und das war noch nett gesgt.

    Also sollte man sehr vorsichtig sein mit sohnen sachen besonders da ja sehr viele Reichsbürger und AFD wähler bei der Polizei sitzen.

  5. 55.

    Sie sprechen mir aus der Seele....................und noch viel mehr!Es wird wie immer alles schön und paßend geredet!

  6. 54.

    Wenn Ihre Aussage zutrifft,kann und darf dies nicht einfach so hingenommen werden.Im Gegenteil,es gehört strafrechtlich verfolgt.

  7. 52.

    Heute Abend wurde gemeldet, dass auch an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Polizeianwärter mit Migrationshintergrund bei aufgedeckten Betrugsversuchen bei Prüfungen oder nicht bestandene Leistungstests die Studiensprecher mit Prügel bedrohen ... LIEBE POLIZEI! WAS IST DA LOS?

  8. 51.

    Das, was wir in Berlin erleben ist in weiten Teilen Staatsversagen! Es geht nicht nur um das personelle Niveau an der Polizeiakademie, sondern um eine Politik, die die Bürger sich selbst überläßt und die Polizei seit Jahrzehnten im Stich läßt, ja, diese sogar als Feind betrachtet? Was wollen wir alle von einer Polizei erwarten, die über Teile der Stadt keine Kontrolle mehr hat, angefangen beim Alexanderplatz? Die am Kotti Rotlichtverstöße vor ihrer Nase nicht ahndet, sondern selbst schon brav an der roten Ampel stehen bleibt? Die im Gesundbrunnen bei "kreuz und quer" auf der Fahrbahn abgestellten Fahrzeugen beide Augen zu machen, jedoch regelmäßig morgens um acht an Schulen Eltern drangsalieren, weil diese kurz im Halteverbot stehen, um ihre Kinder sicher über die Straße zu bringen? Sowohl in Politik als auch Polizeiführung fängt auch hier der Fisch am Kopf an zu stinken ... Und es gehört auch zur DNA Berlins, dass man sich dort Posten und Pöstchen gegenseitig zuschiebt (siehe Koppers)

  9. 50.

    Wo sie Recht hat, hat sie Recht.

    Aber, wie schon Ihr Bruder schrieb: "Auf dummes Geschwafel kann ich verzichten."

  10. 49.

    Mit Gott hat hat das nicht im geringsten zu tun.Woanders titulieren Sie@IchMeinJaNur sogar als Schmierfink.Mich stellen Sie einfach so als Lügnerin hin.Zeigt es doch welch Geistes Kind Sie doch sind.Einfach erbärmlich.

  11. 47.

    Wo schreibe ich dass ich das gut finde?

    Also wieder mal ein dummer Kommentar der nur denunzieren soll.

    Wenn sie diskutieren wollen, gerne. Auf dummes Geschwafel kann ich verzichten. Davon haben wir hier schon genug.

  12. 46.

    Der Erklärbär ist wieder am Start und versucht mal wieder Anderen die Welt zu erklären, natürlich mit Begriffen wie "rechter Mob", "Pöbel".
    Gott sei Dank, kann er sich wenigstens wehren. Wir hingegen können uns nicht vor seinen Pamphleten schützen.

  13. 45.

    Ich sehe, im Gegensatz zum rechten Mob, der Realität ins Auge. Ich hatte damit sogar beruflich, also jeden Tag zu tun!

    Wie ich bereits an anderer Stelle schrieb: Es gibt Menschen die sich nicht integrieren wollen und ich bin ebenso der Meinung dagegen müsse konsequenter vorgegangen werden. Das muß schon im Kindergarten beginnen.

    So bereiten sie dem rechten Mob hier nur mal wieder eine Projektionsfläche, war das gewollt?

    Und noch einmal, lieber sehe ich dass der rechte Mob gegen mich hetzt als gegen die Schwächsten der Gesellschaft*, wie es sonst hinterhältig und feige getan wird. Ich kann mich gegen den Pöbel wehren.

    Es vergeht hier inzwischen nicht ein einziger Tag wo der rechte Mob, egal bei welchen Thema, versucht hier die Deutungshoheit zu erringen.

    Mit allen Mitteln. Verdrehung von Tatsachen, bewußten Lügen bis hin zur Diffamierung.

    Beleidigungen bis hin zu unterschwelligen Drohungen.

    *Obdachlose etc.

  14. 44.

    Vor ein paar Jahren hätte ich diese Befürchtung noch verneint. Inzwischen sehe ich die Zutaten dafür (Spaltung der Gesellschaft, Abnahme der Mittelschicht, Zunahme des Prekariates und allgemeine Unzufriedenheit über die Zustände des Landes). Da hilft es auch nur bedingt, daß es den meisten hier verhältnismäßig gut geht (materiell, mir übrigens auch). Ich würde der nachfolgenden Generation auch gern was hinterlassen und wünschen, daß die im Schnitt nicht schlechter leben als ich und zwar nicht nur materiell sondern auch hinsichtlich der europäischen Werte der Aufklärung.

  15. 43.

    Hoffentlich können Sie denen dann auch erklären, warum Sie einen gesellschaftlichen Rückschritt (z,B. in Bezug auf Stellung der Frau, Wertung von Religion gegenüber Gesetzeslage, Einstellung zu Gewalt, Verfall der sozialen Sicherungssysteme, staatlichen Kontrollverlust, Spaltung der Gesellschaft) gut fanden.

  16. 42.

    Frage: Wird eine Zeit kommen, wo die Politik wieder auf der Straße entschieden wird? Ich denke da so etwa 85 Jahre zurück.

  17. 41.

    Polizeisprecher Neuendorf hat den Dozenten an der Polizeiakademie als "überfordert" bezeichnet. Anstatt das Problem mit moslemischen Migranten tatsächlich zu beschreiben, werden die eingeübten Reflexe hervorgeholt und mit Benzin gelöscht! Vermutlich wird nun wieder von Einzelfällen etc.die Rede sein! Probleme zu relativieren und bis zum "Gehtnichtmehr" totzuschweigen gehört leider zur DNA der Stadt!

  18. 40.

    Der einzige ÖR-Sender, dem das berichtenswert erscheint, ist offenbar mal wieder rbb. Drittweltzustände mit korrupter Polizei kenn ich aus eigener Anschauung, ja, hat manchmal Vorteile (wenn man sich aus Bagatelldelikten rauskaufen kann).
    Ansonsten würde ich eine rechtstaatliche Exekutive vorziehen, passt ja auch besser zum derzeit noch vorherrschenden Rechtsverständnis.
    Wie Leute wohl etwas gerichtsverwertbar zu Protokoll bringen können, die ser deutschen Sprache nicht mächtig sind, bleibt wohl auch das Geheimnis der Behörde, ich dachte, denen wäre ein Job als NDR-Redakteur vorbehalten.
    Hierzu http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_82627038/union-fordert-aufklaerung-im-skandal-an-berliner-polizeischule.html .
    Es wäre an der Zeit, Realitäten wahrzunehmen statt sie gutmenschlich umzudeuten.

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