Auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz werden am 22.12.2016 in Berli Betonsperren installiert. (Quelle: dpa/Michael Kappeler)
Bild: dpa

Sicherheit auf Weihnachtsmärkten - Geisel weist Forderung von Schaustellern zurück

Zwei Wochen vor Eröffnung der Berliner Weihnachtsmärkte hat Innensenator Geisel Forderungen der Schausteller nach finanziellen Hilfen für höhere Sicherheitskosten zurückgewiesen. Die Märkte seien Privatveranstaltungen, sagte der SPD-Politiker.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat Forderungen des Schaustellerverbandes zurückgewiesen, nach denen sich das Land Berlin an den Mehrkosten für schärfere Sicherheitsmaßnahmen auf den Weihnachtsmärkten beteiligen sollte.

Die Schausteller hatten argumentiert, wenn von staatlicher Seite zusätzliche Maßnahmen gefordert würden, müssten sie auch von allen getragen werden. Am 19. Dezember jährt sich der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche, bei dem zwölf Menschen gestorben waren.

Eine Frau geht am 23.05.2017 in Berlin zwischen Betonbarrieren durch, die rund um den Breitscheidplatz stehen. (Quelle: dpa/Lino Mirgeler)
Seit dem Anschlag schützen Poller den Breitscheidplatz. | Bild: dpa/Lino Mirgeler

Allgemeinheit könne nicht für private Kosten aufkommen

Ein Weihnachtsmarkt sei eine kommerzielle Veranstaltung. Da könne man nicht die Einnahmen privatisieren und die Kosten der Allgemeinheit überlassen, sagte Geisel am Mittwoch im rbb. Zudem würde auch das Land Berlin höhere Kosten haben, unter anderem für den verstärkten Polizeieinsatz. Für die Sicherheit auf dem Markt müsse der Betreiber selbst aufkommen.

Die aufgestellten Betonpoller am Breitscheidplatz bezeichnete der Innensenator als relativ sicher. Sie seien ein guter Schutz gegen Autos und kleinere Lastwagen. Sie stellten aber keinen Schutz vor größeren Fahrzeugen, wie zum Beispiel LKW, dar. Vor allem würden sie zur Abschreckung dienen und das subjektive Sicherheitsgefühl der Besucher erhöhen, sagte Geisel weiter.

Es sei bereits viel getan worden, jedoch könne es keine 100-prozentige Sicherheit vor Terroranschlägen geben, so der SPD-Politiker. Geisel rief dazu auf, wachsam zu sein, aber in größtmöglichem Maße auch unbeeindruckt zu bleiben.

Geisel will mehr Lehrkräfte für die Polizeiakademie

Angesichts der Vorwürfe zu Missständen an der Berliner Polizeiakademie erwägt der Innensenator nun offenbar mehr Lehrkräfte einzustellen.

Bei der Betreuung könne man nachsteuern, sagte Geisel in dem Interview. Zugleich wies er Vorwürfe gegen Polizeischüler zurück. Behauptungen wie die, es fehle Schülern an Sprachkenntnissen, seien abwegig. Es gebe immer schwierige Fälle, aber nicht jeder, der an der Akademie ausgebildet werde, werde auch Polizist.

Sendung: Abendschau, 15.11.2017, 19:30 Uhr

Kommentar

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11 Kommentare

  1. 11.

    Dein Kommentar war noch nicht freigeschaltet,als ich meinen geschrieben habe. Bezüglich deiner Frage,die haben nichts miteinander zu tun. Ich habe nur auf eine Behauptung geantwortet,was eigentlich klar ersichtlich ist.

    Bei meiner Einschätzung zu den Kommentaren bleibe ich,gezieltes Antworten darauf ist sinnlos.

  2. 10.

    Auf meinen Kommentar beziehe ich keinen Sinn Ihrer Antwort.
    Bitte antworten Sie doch den "Nicht-Nachdenkern" gezielt und treten nicht alle Kommentare pauschal in den Dreck.
    Das macht mit Ihnen auch keiner. Was haben übrigens Polizeischüler mit Barrikaden am Breidscheidplatz zu tun ?
    Die Abriegelung oder das Verbarrikadieren ist imho sinnlos - Kosten hin oder her. Es kommt der Suche der berühmten Nadel im Heuhaufen oder Lotto nahe. Also verdient nur einer, der Hersteller der Barrikaden und schädigt die Bevölkerung letzen Endes doch.

  3. 9.

    Die bisherigen Kommentare beweisen,dass das Nachdenken heutzutage viel zu vernachlässigt wird. Antworten braucht man darauf auch nicht,denn die Äusserungen fallen eher unter die Kategorie "Dampf ablassen" als unter "Kommentare".

    Damit ich mich da nicht einreihe,gehe ich wenigstens auf eine Behauptung ein. Zitat: "Geisel mach Deine Hausaufgaben und stelle mehr Polizisten mit vernünftiger Bezahlung ein."
    Im Interview bestätigt er,dass in dieser Richtung schon einiges unternommen wurde,zum Beispiel wurde die Anzahl der Polizeischüler mehr als verdoppelt. Der Laden mit straßenfertigen Polizisten hat leider nicht sehr oft auf.

    Außerdem ist es richtig,nicht die Kosten zu übernehmen. Das Land beteiligt sich ja durch eine höhere Polizeipräsenz.

  4. 8.

    Man wird sich diesen Markt sowieso nicht mehr herauspicken, purer Aktionismus.

  5. 7.

    Profi-Fußballspiele sind kommerzielle Veranstaltungen. Da könne man nicht die Einnahmen privatisieren und die Kosten der Allgemeinheit überlassen, sagte Weihnachtsmarktmann am Donnerstag im rbb-Kommentar.

  6. 6.

    Nun sollen uns die "Merkel-Poller" schützen, damit wir eine besinnliche Weihnacht feiern können.

  7. 5.

    Wenn ich Sicherheitsbedenken habe gehe ich einfach nicht hin. Ich steige ja auch nicht in ein Flugzeug ein wo keine Türen drin sind.

  8. 4.

    Dann stampft eben die Weihnachtsmärkte ein, ebenso die anderen Volksfeste, Berlin braucht sowas nicht!

  9. 3.

    Achso Herr Geisel, dass sind also alles Privatveranstaltungen. Bei ca. 1 Mio. Besuchern der Märkte, will das Land also keinen Schutz gewähren. Der Staat ist für unseren Schutz zuständig, nicht irgendwelche Sicherheitsfirmen. Immerhin kassieren Sie ja Millionen an Steuereinnahmen durch die Weihnachtsmärkte. Wer trägt denn die Verantwortung, wenn jemand mit 12 Identitäten und einem gestohlenen LKW , von einer öffentlichen Straße, in einen privaten Weihnachtsmarkt rast? Sicher nicht die Schausteller! Geisel mach Deine Hausaufgaben und stelle mehr Polizisten mit vernünftiger Bezahlung ein.

  10. 2.

    Ich bin ja immer dafür, nicht an den Symptomen herumzufuschen, sondern die URSACHEN abzustellen. Da stellt sich freilich die Frage, wozu man nun auf einmal überhaupt solche Betonsperren braucht, und wie es sein kann, daß jemand mit 14 Identitäten in unserem Land herumlungert.

    Nach Tests weiß man übrigens längst: diese Betonsperren halten keinen LKW auf. Selbst ein kleiner 7,5-Tonner rauscht da locker durch.

  11. 1.

    Typisch Politiker, erst große Trauer-Reden halten und dann alle im Stich lassen.
    ....Behauptungen wie die, es fehle Schüler an Sprachkenntnissen, seien Abwegig....Was für ein unverschämter Sarkastiker . Glauben unsere Politiker noch selber an ihre Lügen?

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