Jan-Christoph Rämer mit Franziska Giffey (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)
Bild: dpa/Bernd von Jutrczenka

SPD-Politiker betrunken am Steuer erwischt - Neuköllner Schulstadtrat tritt nach Alkoholfahrt zurück

Betrunken am Steuer eingeschlafen und dabei noch in der zweiten Reihe geparkt - die politische Karriere des Neuköllner Schulstadtrats Jan-Christopher Rämer ist vorerst beendet. Der Berliner SPD-Politiker hat am Freitag um seine Entlassung gebeten.

Der Neuköllner Bildungsstadtrat Jan-Christopher Rämer (SPD) hat seinen Job aufgegeben, nachdem er betrunken am Steuer seines Autos erwischt worden war. Rämer teilte am Freitag mit, er habe die Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) gebeten, ihn zu entlassen. Giffey werde der Bitte entsprechen, teilte eine Sprecherin des Bezirksamts mit.

Kontrolle in der Leinestraße

In der Nacht zum Dienstag gegen vier Uhr hatten Polizisten einen Mann schlafend am Steuer seines Wagens entdeckt. Das Auto stand laut der Polizei mit laufendem Motor und eingeschaltetem Licht in zweiter Reihe auf der Neuköllner Leinestraße. Ein Atemalkoholtest bei dem Fahrer ergab 1,44 Promille. Es war der 36-jährige Rämer, er bestätigte am Freitag entsprechende Medienberichte.

Nach diesem Verhalten sei eine weitere Ausübung seines Amtes "in bisheriger Stärke nicht möglich", erklärte Rämer am Freitag. Er ziehe deshalb die Konsequenzen und trete auch von allen Ämtern und Funktionen in der SPD zurück. Er werde sich aber "weiter in meiner politischen Heimat interessiert einbringen."

Stadtrat seit Frühling 2015

"Jan-Christopher Rämer übernimmt mit seiner Entscheidung die volle Verantwortung für sein Handeln. Für seinen Einsatz für Neukölln spreche ich ihm meinen aufrichtigen Dank aus – stellvertretend für das gesamte Bezirksamtskollegium", ließ sich Franziska Giffey am Freitag zitieren.

Rämer, der aus Neukölln stammt, amtierte seit April 2015 als Stadtrat für Bildung, Schule, Kultur und Sport. Der studierte Geograph folgte damals Giffey ins Amt. Außerdem war er bis Freitag stellvertretender Kreivorsitzender der SPD Neukölln und Vorsitzender der SPD Gropiusstadt.

Als Stadtrat warnte Rämer an Schulen vor den Gefahren des Alkohols, im Rahmen von Präventionsprojekten. Neben seinen politischen Ämtern ist er nun auch seinen Führerschein los: Ihn erwartet ein Strafverfahren wegen Führens eines Fahrzeuges im Verkehr mit absoluter Fahrunsicherheit - ohne eine erfolgreich bestandende MPU wird er seine Fahrerlaubnis nicht zurückbekommen.

Sendung: Inforadio, 24.11.2017, 15.10 Uhr  

Kommentar

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15 Kommentare

  1. 15.

    Lars Oberg bitte!

  2. 14.

    Herr Rämer hat mir als Schüler eine Urkunde überreicht, als ich das im Radio gehört habe musste ich lachen ;)

  3. 13.

    Herrn Rämer gebührt höchste Achtung und Respekt, für die Zukunft viel Glück und Alles Gute

  4. 11.

    Es ist für den Sport in Neukölln ein sehr großer Verlust. Er hatte immer ein offenes Ohr für unser Bedürfnisse.

  5. 10.

    Selbstverständlich Hochachtung.
    Und zwar genau deshalb, weil offenbar gut drei Viertel der Autofahrenden der Auffassung, ein bisschen Alkohol sei mit dem Führen eines Fahrzeugs von mehreren tausend Tonnen Schubkraft sehr wohl vereinbar. Und genau diese gut drei Viertel damit das Einfallstor offen halten wollen, wo die Grenze fließend bleibt.

    Hochachtung auch deshalb, weil es im Süden der Republik anders zugeht, was Sie offenbar überlesen haben. Also einfach nochmal lesen und dann auf sich wirken lassen.

    ;-

  6. 9.

    @ Helmut Krüger, wieso Hochachtung? Es ist der einzige normale Weg! Und dass der Herr Räber schreibt die Ausführung seines Amtes sei nicht mehr in der alten Stärke möglich ist schon lächerlich & trieft vor Selbstmitleid

  7. 8.

    Völliges Unverständnis!

    Kein Taxi ist so teuer, wie ein neuer Führerschein und die damit verbundenen Aufwendungen.

    Selbst Schuld und ich habe kein Mitleid.

  8. 7.

    Nicht die Tatsache, dass er betrunken war, ist das Schlimme, sondern die Selbstverständlichkeit, in nahezu jedwedem Zustand sich ins Auto zu setzen. Dennoch meine Hochachtung vor Rämer, dass er daraus Konsequenzen zieht.

    In südlicheren Landesteilen, wo das Bier als Grundnahrungsmittel deklariert wird und sich mit aller Macht gegen die 0,0 Promillegrenze gestemmt wird, braucht es da schon dreimaliges Erwischtwerden, bis der Betreffende von seinen Ämtern zurücktritt. Vorher ist das ein Kavaliersdelikt. Insofern gibt es klarere Verhältnisse in (Berlin-)Neukölln.

  9. 5.

    ....passt zur Gesamtsituation dieser Stadt.

  10. 4.

    Große Achtung vor diesem Mann der aus seinem Fehlverhalten die Konsequenzen zog.
    Könnte sich so mancher Politiker eine Scheibe abschneiden.
    In Berlin und im Bund.

  11. 3.

    Ist auch nur ein Mensch...... einmal hat er umsonst!!!

  12. 2.

    und dazu gehören die Pensionsansprüche gestrichen !!!!! wenigstens war er mutig genug zurück zutreten .. Frau Kässmann lässt grüßen

  13. 1.

    so ist das Leben eben
    #
    hart, aber grausam

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