Gaststätte in Lindenau (Quelle: rbb)
Video: Brandenburg aktuell | 28.11.2017 | Peter Huth | Bild: rbb

Rechter Versandhandel in Lindenau - Wie ein Ort von Rechtsextremen unterwandert wird

Lindenau ist eine beschauliche Gemeinde im Süden Brandenburgs. Die hat sich der Neonazi Sebastian Raack ausgesucht, um sich mit seinem Online Musik- und Kleidervertrieb niederzulassen. Der Verfassungsschutz zeigt sich alarmiert. Von Peter Huth

Lindenau ist eine beschauliche Gemeinde im Süden Brandenburgs, 750 Menschen wohnen hier. Ein Neonazi ist mit seinem Musik- und Kleider-Vertrieb "OPOS" aus Dresden in den Ort gezogen. Für den Verfassungsschutz ist das ein Alarmsignal.

"OPOS Records ist sicherlich einer der Big Player in der rechtsextremistischen Vertriebsszene", sagt Michael Hüllen vom Verfassungsschutz Brandenburg. "Die beiden größten Vertriebe OPOS Records und PC Records in Deutschland kommen auf einen Umsatz von mehreren hundertausend Euro."

Fußballtrainer warnt vor Verharmlosung

Seit 2014 versuchte OPOS-Eigentümer Sebastian Raack im Amtsbereich von Ortrand Häuser zu kaufen. Nach zwei Fehlversuchen ersteigerte er das "Deutsche Haus" in Ortrand, im Nachbarort Lindenau zudem die Parkgaststätte. Er ließ die Gaststätte zu einem Eventcenter umbauen und organisiert gemeinsam mit dem örtlichen Jugendclub zahlreiche Partys.

"Man spürt erstaunlicherweise nur Positives", sagt Michael Raack, Fußballtrainer SV Eintracht Ortrand, der zufällig den gleichen Nachnamen trägt. "Er sponsert bei Sportfesten, organisiert den Herbstball mit, ist im Oktoberfest aktiv. Man hört eigentlich nur Gutes. Die Pizzaria wird ins Leben gerufen. Aber ich fürchte, dass dahinter ein leicht perfider Plan steckt, das Ganze vielleicht ein bisschen zu unterwandern oder zu infiltrieren." Er sehe die Gefahr, dass Raack und seine Leute gesellschaftsfähig würden: "Dass die Leute sagen: Das ist doch alles gar nicht schlimm und die machen doch viele gute Sachen'."

Niemand will vor der Kamera reden

Sebastian Raack ist an der Zapfanlage auf der Facebook-Seite der Gemeinde zu sehen. Er trägt ein "Europas Front steht"-Shirt beim Aufstellen des 650-Jahre-Gemeindeschildes. Auch der Fußballverein zeigt nicht nur Tor und Torjubel, sondern zeigt zum Schluss auf ihn und seine Modemarke Greifvogel.

Brandenburg aktuell will mit Sebastian Raack über sein Engagement in Lindenau sprechen. Der will die Fragen weder mündlich noch schriftlich beantworten. Er schickt stattdessen einen Kameraden zum Filmen vor. Auch Gemeindevertreter und Bürgermeister wollen nicht vor der Kamera reden. Von seinen rechtsextremen Aktivitäten wollen sie lieber nichts wissen.

Michael Hüllen vom Verfassungsschutz erklärt, seine Behörde kenne Raack als langjährigen Aktivisten der rechtsextremistischen Szene: "Er ist sehr tief in die Szene eingetaucht. Er ist ein ehemaliges "Blood and Honour"-Mitglied. Das geben unsere Daten her. Er ist einer der Finanziers der rechtsextremistischen Szene."

Brandbrief des Verfassungsschutzes

Sebastian Raack baut weiter aus: Neben dem Vertrieb könnte ein Laden entstehen oder wie in Dresden ein Tattoo-Studio. Dann würden vermehrt Neonazis im Ort auftauchen. Gemeindevertreter und Bürger müssen sich klar werden, ob sie das wollen.

Markus Klein ist Geschäftsführer bei Demos, einem Institut für Gemeinwesenberatung. Er meint, es sei wichtig, da mal genauer hinzuschauen: "Wo kommt denn eigentlich das Geld her und was sind mit großer Wahrscheinlichkeit Strategien, die dahinterliegen, die Sebastian Raack da vor Ort verfolgt?"

Es ist eine Aufgabe, der sich die Gemeindevertreter von Lindenau und die Amtsverwaltung in Ortrand stellen müssen. Ein Brandbrief des Verfassungsschutzes hat sie bereits erreicht.

Beitrag von Peter Huth

Kommentar

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23 Kommentare

  1. 23.

    Da ist es wieder; das Totschlagargument vom angehängten Lindenau/Bürger. Jetzt, nachdem man erkannt hat, das es sich bei den Spenden wohl eher um Schweigegeld gehandelt hat, hilft es, das Gewissen zu beruhigen. Niemand ist verpflichtet, Spenden anzunehmen. Niemand ist verpflichtet, dieses Lokal aufzusuchen. Liebe Lindenauer/Ortrander, Herr R. ist auf Euch nicht (mehr) angewiesen. Seht Euch doch nur einmal die Kennzeichen der Fahrzeuge an, die jetzt zu Hauf in Lindenau parken. Das Kind liegt tief im Brunnen.

  2. 22.

    Liebes RBB,

    ich finde es zunächst positiv das darüber berichtet wird, aber mal die Frage: Was sollten wir eurer Meinung dagegen tun? Die Gemeinde hatte keinen Einfluss auf den Erwerb der Gaststätte. Die Gaststätte wurde über die Bank versteigert. Das Geld dort in die örtlichen Vereine fliesst und die das nicht ablehnen sollte auch klar sein, da von anderer Seite kein Geld zu erwarten ist.

    Das Ortrand zudem schon seit ewigen Zeiten ein Zuhause für Rechtsradikale ist, ist auch bekannt und dies sollte vor allem ein Herr Senftleben wissen der aus der Stadt kommt. Auch wenn Gelder und Hilfe jetzt nach Ortrand laufen, kann man jetzt bereits absehen, dass davon nie etwas nach Lindenau kommt, da das Amt Ortrand sich auch in den letzten Jahren nie um Belange von Lindenau gekümmert hat (außer nach zunehmenden Druck). Es ist nicht so, dass jeder der in Lindenau wohnt Rechtsradikale gut heißt. Lindenau ist und ich hoffe das bleibt auch so, ein weltoffenes Dorf.

  3. 21.

    Das Gemeindevertreter keine Stellung nehmen, verwundert wenig. Wo finden denn die Sitzungen statt? Anschließend gibt's Pizza ...
    Wer in und um diesen Ort behauptet, er hätte nicht gewusst, welch' Geistes Kind da Einzug hält, lügt.
    Irgendwann werden alle, die hier verharmlosen, beschwichtigen und zuerst auf andere zeigen, böse erwachen.

  4. 19.

    Ich meinte "unterhaltsam" und habe bewusst nicht "unhaltbar" geschrieben. Das mit dem zweiten "m", scheint ja der wahre Aufregen zu sein.
    Komisch aber ist, dass es nicht um den Fakt geht, sondern um Rechtschreibfehler.
    Es geht hier um einen "Nazi", der wohl Andere nach sich zieht.
    Dem stellte ich Linksfaschisten gegenüber und fragte, ob der VS auch einen "Brandbrief" an die Gemeindeverwaltung geschrieben hätte, wenn es eben um eine Ansammlung von gewaltbereiten Linksradikalen in diesem Kaff handeln würde.
    In einem gebe ich Ihnen Recht: getretene Hunde heulen.
    Wie man deutlich hören kann.

  5. 18.

    Gerade in Orrtrand , dies beginnend am Bahnhof unter Verbot stehende NS Symbole in 2 Meter, am sogen. 'Kulturbahnhof' und niemand stört es....
    Im Ort selbst war es übersdät mit NS-Schmierereien und Aufklebern.
    Wen stört es dort ?
    Offensichtlich auch niemanden..,.

  6. 17.

    Und wieder einmal ein Versuch von ihnen und ihresgleichen Nazis und Rechtsextreme zu verharmlosen.

    Diesmal sogar ziemlich plump finde ich.

    Nennen sie doch ein einziges Beispiel wo Linksextremisten versucht haben ein ganzes Dorf zu unterwandern, Versuche von Rechtsextremen kann ich ihnen mehrere nennen. Jeweils in BB, MV, Sachsen und Thüringen.

  7. 16.

    Lieber RBB, was muss ich bitte tun, damit ich mit meinem Online Handel auch mal so gepuscht werde, wie dieser Betreiber? Reicht es wenn ich meine Homepage in braun gestalte oder möchtet ihr noch eine paar passende Bildchen wie Artikel dazu? Warum macht ihr soviel Werbung für soviel Schwachsinn?

  8. 15.

    Und der nächste der Nazis verharmlost...

    Warum habe ich von ihnen nichts anderes erwartet?

  9. 14.

    Ist das eigentlich Absicht oder merken sie nicht wieviel Faschismus sich hinter ihren verschwurbelten Beiträgen versteckt?

  10. 13.

    Ausländische Obdachlose diskriminieren, Nazis verharmlosen...

    Früher oder später reißt ihr euch die (Biedermann-) Maske ganz allein herunter.

  11. 12.

    Ich meinte "unterhaltsam" und habe bewusst nicht "unhaltbar" geschrieben. Das mit dem zweiten "m", scheint ja der wahre Aufregen zu sein.
    Komisch aber ist, dass es nicht um den Fakt geht, sondern um Rechtschreibfehler.
    Es geht hier um einen "Nazi", der wohl Andere nach sich zieht.
    Dem stellte ich Linksfaschisten gegenüber und fragte, ob der VS auch einen "Brandbrief" an die Gemeindeverwaltung geschrieben hätte, wenn es eben um eine Ansammlung von gewaltbereiten Linksradikalen in diesem Kaff handeln würde.
    In einem gebe ich Ihnen Recht: getretene Hunde heulen.
    Wie man deutlich hören kann.

  12. 11.

    In diesem konkreten Fall haben Sie recht. Zwischen zwei Hauptsätzen kommt jedoch sehr wohl ein Komma vor "und".

  13. 10.

    Eine Pizzaria also..... Interessant.....
    Aber der Verfassungsschutz ist ja nur alarmiert und vermutet.
    Glanzleistung. Offenkundig fachistoide Aktivitäten werden nicht der staatlichen Gewalt bekämpft?
    Egal, welche kriminelle, ideologischen oder religiösen Vollpfosten es sein mögen.
    Die zuständigen Behörden sind verantwortlich, wenn nichts unternommen wird. Was soll die Gesellschaft bitte bei solcher Blindheit nicht ausrichten können? Sich dem Gegner in den Weg stellen um nachher verlassen zu sein, eine prima Grundeinstellung von Beamten den Bürgern gegenüber, die für eine offene und pluralistische Welt eintreten.

  14. 7.

    "Indimedia" vertritt menschenverachtende Ansichten.
    > Z.B. Flüchtlinge "willkommen".
    Es dient sich auch den Völkerverbrechen der Globalisierungs-Wirtschaft an.
    > Z.B. Zuführung von Arbeitskulis für die deutschen Eliten per "Einwanderungs-Gesetz" auf legale Füße stellen.
    "Indimedia" wurde untersucht !
    Es handelt sich nicht um Bekloppte,die nur nicht merken instrumentalisiert zu werden
    sondern
    um wissentlich nicht unüppig bezahlte Kader des
    nordatlantischen Kommerz-Faschismus.

  15. 6.

    Von den Medien als den eigentliche Eloquenz-Profis erwarten wir,dass die den Mund aufkriegen.
    Bitte was sind Rechtsextreme ?
    Wenn ihr Faschisten meint,dann sagt das und auch dazu welche !
    Wenn ihr Sozialisten mein dann sagt das aber auch dazu ob
    das Soziale für alle,also das National-Soziale gemeint ist
    oder
    der Sozial-Egoismus mit dem Sozialen nur für einige wenige !
    > Offenkundig euch Medien eingeschlossen !

  16. 5.

    Erstens ist Indimedia kein gewinnorientiertes Unternehmen. Es ist lediglich eine Plattform. Zweitens sponsert Indimedia niemanden. Drittens vertritt Indimedia keine menschenverachtenden Ansichten. Und, nebenbei bemerkt, heißt es unhaltbar. Nicht unhaltsam oder gar unhaltsamm. Und der "what-about-ism" ist nicht zielführend. Auf andere zeigen und sagen: "die machen aber auch", hat noch nie zu einem Ergebnis geführt. Aber getroffene Hunde bellen eben gern laut.

  17. 4.

    Schon lustig. Kann kaum deutsch, gibt sich hier unter verschiedenen weiblichen Namen als Frau aus, und verteidigt echte Nazistrukturen. Da muss man schon ein Bisschen schmunzeln!

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