Polizisten aus Berlin (Quelle Archivbild: imago/Marius Schwarz)
Video: Abendschau | 14.11.2017 | Sabrina Wendling | Bild: imago/Marius Schwarz

Kampagne gestartet - Berlin sagt Danke

Ob bei der Polizei, im Ordnungsamt oder in der Schule – mit einer Plakatkampagne will der Berliner Senat die tägliche Leistung der Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst würdigen. Die Kampagne soll auch ein Zeichen gegen zunehmende Gewalt und Respektlosigkeit setzen.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, den Mitarbeitern des Öffentlichen Dienstes den Rücken zu stärken. Das sei notwendig, denn das Klima in der Stadt werde rauer, sagte Geisel am Dienstag dem rbb. "Die verbale und physische Gewalt gegenüber Mitarbeitern des Öffentlichen Dienstes nimmt schon zu - und es ist jetzt Zeit, 'Stopp' zu sagen."

Geisel äußerte sich aus Anlass der Senatskampagne "Zeit, einfach mal Danke zu sagen", die am Dienstag anläuft. In acht verschiedenen Videos und auf tausenden Plakaten in der Stadt werden dabei Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes und deren Leistungen vorgestellt. Auf zwölf Plakatmotiven dankt der Senat etwa Polizisten dafür, dass sie das Nachtleben in Friedrichshain sicherer machen, Ordnungsamtmitarbeitern, dass sie Anwohnerparkplätze freihalten, oder Feuerwehrleuten, dass sie jeden Sommer brennende Mülltonnen löschen. Die Kosten der Kampagne belaufen sich laut Senatsinnenverwaltung auf rund 140.000 Euro.

Kampagne "Zeit, einfach mal Danke zu sagen": Polizei

Mehr Respektlosigkeiten gegen Polizisten

An manchen Stellen werde es schwieriger, sagte Geisel der rbb-Welle Radioeins. "Wir stellen fest, dass die Feuerwehr zu Silvester mit Raketen beschossen wird, und dass auch Ordnungsamtsmitarbeiter und Polizisten mit Respektlosigkeiten zu kämpfen haben."

Die Gesellschaft müsse überlegen, wie sie mit Polizisten umgehen wolle. "Einerseits erwarten wir, dass sie für uns den Kopf hinhalten, andererseits mokieren wir uns über sie. Wer  arbeitet schon gern im Öffentlichen Dienst, wenn er dann öffentlich so runtergeputzt wird", so Geisel weiter.

Kampagne "Zeit, einfach mal Danke zu sagen": Feuerwehr

Ab Frühjahr 2018 Besserung bei den Bezirksämtern

Die Belastungen der Mitarbeiter seien der Regierung durchaus bewusst, erklärte Geisel: "In der Analyse sind wir alle gut. Wir müssen mehr einstellen - und genau das tun wir." Anständige Arbeit müsse auch gut bezahlt werden: "Deshalb gleichen wir die Besoldung zum Ende der Legislaturperiode dem bundesdeutschen Durchschnitt an."

Derzeit müssten Bürger drei bis vier Wochen auf einen Termin beim Ordnungsamt warten, räumte Geisel ein. Das Ziel, diese Zeit auf 14 Tage zu verringern, werde für Frühjahr 2018 angepeilt:  "Aber da müssen alle mitziehen, wir sind dazu in den Gesprächen mit einzelnen Bezirksämtern, die diese Termine dann auch freischalten."

Geisel weist Vorwürfe der Unterwanderung zurück

Die jüngsten Vorwürfe, die Berliner Polizei werde von arabischen Clans unterwandert, wies Geisel zurück: "Es hat eine Bewerbung gegeben, die ist abgelehnt worden, mehr ist gegenwärtig nicht dran." Natürlich gebe es an der Polizeiakademie auch mal disziplinarische Probleme: "Wir haben früher 500 Polizisten pro Jahr ausgebildet, jetzt sind es 1.200. Weil wir mehr Personal brauchen. Dass darunter auch Leute sind, die erst ausgebildet werden müssen, ist doch ganz selbstverständlich."

Andererseits sei er aber auch nicht naiv, so Geisel: "Natürlich versucht die organisierte Kriminalität, in der Polizei Fuß zu fassen. Das ist schon immer so gewesen. Dem gehen wir  nach."

Kommentar

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14 Kommentare

  1. 14.

    Ja, erst wird dementiert es gäbe keine Unterwanderung durch Clanmitglieder, alles falsch und gelogen und im letzten Satz : "OK versucht Fuß zu fassen... Dem gehen wir nach ". EIGENARTIG DIESER WIDERSPRUCH

  2. 13.

    Wenn wir für jedes Danke für die tolle Arbeit (nach jedem Unwetter und sonstigen Lagen) und jede Kampagne Geld bekommen würden. Da wären wir Spitzenreiter bei der Bedoldung. Aber so kann ich wieder veraltete Ausrüstung mit zu wenig Personal zum Einsatz bringen und kann so die wahre Wertschätzung täglich am eigenen Laib spüren.
    Ein großes und tiefes Dankeschön dafür

  3. 12.

    140.000 € sind gewiss billiger als eine angemessene Bezahlung von Krankenhauspersonal, Feuerwehr, Lehrern und Polizisten. Motivation geht anders. Das haben wir bei der Polizei innerhalb eines mehrtägigen Seminars gelernt. Da geht es nämlich um Belohnung oder - besser gesagt - Entlohnung. Vielleicht sollte der Berliner Senat mal ein solches Seminarangebot nutzen.

  4. 11.

    Natürlich muss man der Polizei Anerkennung aussprechen, für den seit ein paar Jahren besonders anstrengenden Dienst.
    Aber sicher wären ein paar Euro mehr Gehalt und
    mehr gut ausgebildete Kollegen lieber, als das
    Steuergeld für so eine Kampagne auszugeben.
    Schuld daran ist der Senat selbst.

  5. 9.

    Das Geld für diverse Kampagnen vielleicht nutzen um Klopapier an Schulen bereitzustellen...oder einfach mal mit Sinn Personal einzustellen...es ist einfach schlimm und es wird noch schlimmer werden...

  6. 8.

    Ich finde es erstaunlich, dass die Politik unsere Polizei wiederentdeckt hat. In den letzten 20-30 Jahren hat sich kaum ein Politiker gewagt sich öffentlich zur Polizei zu bekennen. Welch ein Sinneswandel.

  7. 7.

    Inklusive Gehalt, Diät und Pauschale. Der neueste Text, den wir dazu gefunden haben: http://www.bz-berlin.de/artikel-archiv/sind-15-mehr-gehalt-fuer-senatoren-normal

  8. 4.

    Herr Geisel arbeitet für 20.000 Euro - die Berliner Polizisten für einen "Schönen Dank"!

  9. 3.

    Das klingt wie eine schallende Ohrfeige für die Beamten. Wie wäre es mit einer angemessenen Bezahlung der Polizisten. Die bekommen nicht mal den Bundesdurchschnitt. Von den vielen „Danke“ kann keiner seine Familie ernähren.

  10. 2.

    Danke und Stopp reichen nicht. Mehr Geld für die Leute. Dafür, dass sie ihren Kopf für uns hinhalten. Im übrigen widerspricht sich Geisel ständig! Jetzt doch Unterwanderungen durch Clans? Ich wünsche mir einen stärkeren Innensenator!

  11. 1.

    Danke, lieber Senat. Ein paar Euro mehr auf dem Konto wären den Mitarbeitern aber sicherlich lieber. Statt dessen gibt's wahrscheinlich nur ein paar putzige Kommentare der mittlerweile “Öffentlichen Dienst-geschädigten“ Bevölkerung.

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