Archivbild: Kinder in der Notaufnahme für Füchtlinge im Hangar des ehemaligen Flughafens Berlin Tempelhof (Quelle: imago/Cathrin Bach)
Bild: imago/Cathrin Bach

Trotz gesunkener Flüchtlingszahlen - Rund 5.500 Flüchtlinge in Berlin noch in Notunterkünften

Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, ist inzwischen deutlich gesunken. Fast alle Notunterkünfte, die während der großen Fluchtbewegung 2015 eingerichtet wurden, sind geschlossen. Eine Ausnahme bildet Berlin.

Notunterkünfte für Flüchtlinge, etwa in Sport- oder Traglufthallen, werden in fast keinem Bundesland mehr gebraucht. Das hat eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes in den Bundesländern ergeben. Ausnahme ist allerdings Berlin, wo unter anderem ein Hangar am ehemaligen Flughafen Tempelhof immer noch für die Unterbringung Asylsuchender genutzt wird.

6.600 Flüchtlingen lebten nach Angaben der Liga der Berliner Wohlfahrtsverbände Anfang November noch in Notunterkünften. Das Landesamt für Flüchtlinge sprach dagegen am Montag von 5.500 Flüchtlingen.

Ziel sei es, insbesondere "prekäre" Provisorien möglichst bald freizuziehen, hieß es aus der Berliner Senatsverwaltung für Integration. Dazu gehörten der Hangar in Tempelhof sowie das ehemalige Kaufhaus in der Karl-Marx-Straße. In Berliner Turnhallen sind seit Ende März keine Flüchtlinge mehr untergebracht.

Bundesweit in diesem Jahr 120.000 Geflüchtete

Die Zahl neu in Deutschland ankommender Flüchtlinge ist 2017 deutlich gegenüber den Vorjahren gesunken. Bis Ende Oktober wurden laut dem Berliner Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten bundesweit rund 120.000 Geflüchtete registriert, in Berlin knapp 6.800. Im Jahr 2015 waren es noch mehr als eine Million Geflüchtete, allein in Berlin kamen rund 55.000 an.

Die gesunkene Flüchtlingszahl entlastet auch Länder und Kommunen, die für die Versorgung und Unterbringung zuständig sind und mit den vielen Neuankömmlingen ab Sommer 2015 an ihre Belastungsgrenzen kamen. 

Dauer der Asylverfahren deutlich verkürzt

Auch die Dauer der Asylverfahren hat sich nach Auskunft der Ministerien und Behörden zumindest für Neuzugänge deutlich reduziert. Anträge, die ab Januar 2017 gestellt wurden, werden demnach im Schnitt nach anderthalb bis zwei Monaten entschieden. So ist etwa in Brandenburg nach Angaben des Innenministeriums die durchschnittliche Dauer von der Antragstellung bis zur Entscheidung von mehr als einem Jahr auf knapp anderthalb Monate gesunken. 

Sendung: radioBerlin 88,8, 18.11.2017, 10 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um eine Antwort zu verfassen.

Antwort auf [rbb|24] vom 21.11.2017 um 18:38
Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

31 Kommentare

  1. 31.

    Hallo "Bunter Rheinländer", die Auflösung des Rätsels, welche Kommentare auf unserer Seite stehen, kommt hier: https://www.rbb-online.de/hilfe/hilfe___kommentarfunktion.html

    Einen schönen Abend wünscht
    rbb|24

  2. 30.

    "weiß aber gerade nicht nach was hier Kommentare gefiltert werden" - das wird wohl das wohlbehütete Geheimnis der SED.... ähhhh, sorry: rbb-Zensoren bleiben.
    Dass die Stasi aber keine DDR-Bürger verfolgt habe und alle nur Wirtschaftsflüchtlinge in Hohenschönhausen oder Bautzen gewesen seien: DAS darf geschrieben werden und wird sogar veröffentlicht.
    Das sagt doch scon alles, oder?!

  3. 29.

    Solltest du alle ehemaligen DDR-Bürger meinen,die haben doch ihr eigenes Land mitgebracht und sind dem Westdeutschen somit nicht unter die Augen gekommen.
    Wenn nicht,ist es müßig darüber zu spekulieren,was passiert wäre,wenn die D-Mark nicht in Ostdeutschland eingeführt worden wäre. Die starke DM hat schließlich auch viele Firmen kaputt gemacht und somit viele Arbeitslose produziert. Mit eigener Währung hätte es wahrscheinlich einen ähnlichen Aufschwung gegeben wie in der damaligen BRD. Es hätte also nicht sofort alle "Westwaren" gegeben,aber mit der Zeit wären es deutlich mehr geworden. Es war schließlich die fehlende Marktwirtschaft,die die Wirtschaft in der DDR so gehemmt hat. Zwei währungen in einer Stadt sind allerdings wohl nicht so leicht zu bewältigen.
    Ich bin mir jedenfalls recht sicher,viel mehr hätten nicht "rübergemacht",solange es eine Perspektive gegeben hätte.

    Komplexes Thema für die paar Zeilen.

  4. 28.

    Ich würde dir gern richtig antworten,weiß aber gerade nicht nach was hier Kommentare gefiltert werden und habe auch keine Lust ewig Text für die Katz zu schreiben. Vielleicht schreib ich aber noch ein paar Zeilen.

  5. 27.

    Na so unsinnig ist der nicht. Es waren, streng genommen, reine Wirtschaftsflüchtlinge. Vor Verfolgung mußte keiner flüchten, vor Krieg aucht. Verhungert ist in der DDR auch keiner.

    Oder wie würden sie "Kommt die D-Mark, bleiben wir, kommt sie nicht, geh'n wir zu ihr!" interpretieren?

    Und da hier immer die gleichen Leute behaupten die Flüchtlinge aus u.a. Bürgerkriegsgebieten wären alles Wirtschaftsflüchtlinge, halte ich diesen Leuten gerne mal den Spiegel vor.

    Hätten wir damals nur an uns und an unseren Wohlstand gedacht wie sehe D, speziell Ostdeutschland heute aus?

  6. 26.

    Ja das ist richtig. Hat DIE LINKE in Regierungsverantwortung vor 10 Jahren gemacht. Den Verkauf von kommunalem Wohnraum zugestimmt. Schwerer Fehler wie sie seit Jahren sagt. Richtig hat der SPD-CDU Senat gemacht: Dubiose Firmen mit der Unterbringung von Flüchtlingen beauftragt. Stimmt, die Helden der Excel-Tabelle und des Outsourcings haben "Der Privatwirtschaft" geglaubt, so mache man einen Grossflughafen. Ja, ziemlich viel ziemlich teure (Hoch)Kultur für eher weniger Menschen und die besser Verdienenden - mit Oper etc etc. Hat glaube ich so richtig keiner der Verantwortlichen Selbstkritik geübt.
    Also. Mit wem verbünden wir uns? Wir haben nur die die wir haben. Womit wird man mehr? Das alle Scheisse sind doch sicher nicht.

  7. 24.

    Fairness?! Ich hab da wenig Hoffnung. Wer die kommunalen Wohnungen an Heuschrecken verkauft, weil sie sich nicht trauen Mieterhöhungen selbst durchzusetzen ... Wer dubiose Firmen mit der Unterbringung der Flüchtlinge betraut, die sich daran bereichern ... Wer Milliarden in Großprojekten versenkt, wie BER, Staatsoper, Kanzlerubahn, .... "folge dem Geld" oder "wer profitiert davon" sind immer noch gute Recherchefragen ;)

  8. 22.

    Und sie wissen genau was ein "richtiger" Flüchtling ist oder was?

    Also so wie '89 wo hier reine Wirtschaftsflüchtlinge eine Rundumversorgung bis heute bekommen, inkl. Taschen- und Brgrüßungsgeld?

  9. 20.

    Nanu - sind seit Erscheinen des Artikel 500 Menschen "untergekommen" oder ausgereist Bis gestern waren es laut diesem Artikel von 6.000

  10. 19.

    richtig, diese Anspruchshaltung der "Flüchtlinge" ist hinnehmbar. Es ist keiner gezwungen nach Deutschland zu "fliehen", aber rund um Versorgung, Taschengeld und die Aussicht, das sowieso niemand abgeschoben wird, spricht sic in der Welt herum und reizt eben viel Glücksritter.

    Echte Flüchtlinge sind dankbar und froh in Sicherheit zu sein, zu essen zu haben und gesundheitlich versorgt zu werden ....

  11. 18.

    Ich weiß wirklich nicht, was diese Anspruchshaltung und Unzufriedenheit soll. Natürlich ist die Unterbringungssituation hier erwähnten 6.000 nicht optimal. Sie leben hier aber in Sicherheit, haben ein Dach überm Kopf und werden rundum versorgt. An einer Lösung ihrer "Wohnsituation" wird gearbeitet.
    Das ist mehr, als manch Berliner (Familien) in Berlin in Not selbst zugute kommt.
    Sozialsenatorin Breitenbach hat von ihrem Vörgänger Herrn Czaja ja nicht gerade ein bestelltes Haus übernommen. Und ich möchte bei der Schaffung von Unterkünften wie den Tempohomes etc. an die Standortproteste so mancher Mieter on dieser Stadt erinnern. Kein Mensch wird gezwungen nach Deutschland zu fliehen und sollte sich den Gegebenheiten anpassen, wenn er herkommt. Stadtstaaten wie Berlin hat bei dem Thema auch nehr Probleme als Flächenländer und speziell Berlin hat als Anziehungspunkt für Menschen aus aller Welt auch noch mehr Probleme zu bewältigen als die der Flüchtlinge. Alsio bitte etwas mehr Geduld.

  12. 17.

    Die reichsten Länder der Erde, wie Saudi Arabien oder die Emirate nehmen selbst aber kaum islamische Migranten auf - angeblich aus Sicherheitsgründen.
    Warum? Ist das Thema Sicherheit für Deutschland und insbesondere Berlin ein Luxusgut, dass sich nur wenige leisten können?

  13. 16.

    Ihr Kommentar ist dermaßen wiedersprüchlich,da stehen einem die Haare zu Berge.Niemand der unter den Kriegswirren Geflohenen wird bei Ihnen Schutz erhalten.Das beweisen Sie ersteinmal.Erst dann hat Ihr Kommentar an Glaubwürdigkeit dazugewonnen.Im Gegenteil,Sie sollten sich Schämen für solche Äußerungen.

  14. 15.

    Bei ihrer rechten Propaganda gibt es leider einen Schönheitsfehler:

    Nach '45 lag GANZ Europa in Trümmern, heute ist D eines der reichsten Länder der Erde.

    Aber seit wann interessiert sich der rechte Mob für sowas wie die Realität oder Wahrheit, nicht wahr?

  15. 14.

    Ich nehme mal ihren Kommentar exemplarisch für alle anderen Hetzbeiträge hier weil er so typisch ist.

    Sie schreiben "Würden die Abschiebungen derjenigen, die sich nach entsprechender Prüfung zu Unrecht in Deutschland aufhalten, endlich konsequent vom roten Berliner Senat umgesetzt werden, so würden genügend Unterkünfte für die tatsächlich verfolgten Flüchtlinge zur Verfügung stehen, darüberhinaus könnten die Berliner Schüler und Vereine auch endlich wieder den dringend benötigten Sportaktivitäten nachgehen - das Verhalten des roten Senats ist zutiefst unsozial der eigenen Bevölkerung gegenüber !"

    Tatsache ist und wird auch im Beitrag des rbb so erwähnt: " In Berliner Turnhallen sind seit Ende März keine Flüchtlinge mehr untergebracht."

    Was bleibt also von ihrer rechten und zutiefst menschenverachtenden Hetze übrig? NICHTS!

    Lügen, Hetze und Xenophobie. Hauptsache rechte Propaganda verbreiten, da stört die Wahrheit nur...

  16. 13.

    Bisschen Fairness wär fair. Und dann noch vielleicht...wie können wir uns im Grossen und Ganzen verbünden, statt im Grossen und Ganzen den Gegner benennen. Damit wir uns im Richtigen fühlen. Aber sonst passiert ist nichts. Berlin hat natürlich im Verhältnis viel zu viel zu bewältigen im Unterschied zu Flächenstaaten. Familie Reuter, später Ernst Bürgermeister von Berlin, Sohn Edzard von Mercedes, waren ja auch in Istanbul Geflüchtete. Nicht auf dem Dorf. Machte man selbst wahrscheinlich auch so. Blöd für Berlin. Ist eine Tatsache, wenn man der politisch Verantwortliche, der Senat ist: Es gibt die Wohnungen nicht und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch keinen Job, schwierige Existenzgründung etc. Und ja. Es ist egal ob einer Geflüchteter ist, oder hier geboren und ebenfalls mit ohne Wohnung im Land des 8,74 Mindestlohn. Ich denk ja mit Merkel: Wir schaffen das. Nur halt nicht, dass Andere es für mich machen. Wir müssen die Sache endlich mit guter Laune angehen. Mit gut gelaunten Ideen.

  17. 12.

    Liebe Leute habt ihr das noch nicht gemerkt:
    In Berlin ist eben alles anders.
    Hier hängt man doch in allen Belangen hinterher.

Das könnte Sie auch interessieren