Symbolbild: Eine Schülerin mit Kopftuch schreibt im Klassenzimmer an die Tafel. (Quelle: dpa/Kalaene Jens)
Video: Abendschau | 02.12.2017 | Florian Eckardt | Bild: dpa/Kalaene Jens

Parteitag in Berlin - Grüne wollen auch Lehrerinnen mit Kopftuch

Eine leichtere Anerkennung der Qualifikationen von Zuwanderern und bessere Integrationskurse haben die Berliner Grünen auf ihrem Parteitag beschlossen. Es ging auch um das umstrittene Neutralitätsgesetz - und die Integration in der Partei.

Die Berliner Grünen wollen die Integration von Zuwanderern verbessern. Demnach soll etwa die Anerkennung von Qualifikationen verbessert, Integrationskurse überarbeitet und Kinder schneller in Kitas und Regelklassen aufgenommen werden. Es sei wichtig, "dass wir das auf Senatsebene in ein Gesamtkonzept einfließen lassen", sagte Werner Graf, einer der beiden Landeschefs, auf dem Berliner Parteitag am Samstag in Kreuzberg. "Die gelebte Willkommenskultur der Berlinerinnen und Berliner muss endlich auch von staatlicher Seite umgesetzt werden", erklärte Graf laut einer Mitteilung.

Neutralität statt Kleidervorschriften

Auch die Unterstützung von Sportvereinen und die bessere Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen stehen in dem Antrag, der von den Delegierten einstimmig angenommen wurde. Darin greifen die Grünen auch das Neutralitätsgesetz an, das Lehrern das Tragen religiöser Symbole verbietet. "Ich möchte, dass es Lehrerinnen mit Kopftuch an Berliner Schulen gibt", erklärte die frühere Landeschefin Bettina Jarasch. "Was wir brauchen, sind Regelungen, die religiöse Manipulation wirksam ahnden, anstatt einen Kulturkampf um das Kopftuch zu führen."

Zuletzt hatten mehrere muslimische Kopftuchträgerinnen, die als Lehrer abgelehnt worden waren, auf dem Klageweg Entschädigungen erstritten. Die Bildung müsse neutral sein, das lasse sich jedoch nicht an Kleidungsvorschriften festmachen, hatte der Grünen-Landesvorstand vor der Entscheidung über den Antrag argumentiert. Die Frage ist in der Partei jedoch umstritten.

Mehr Diversität in der Partei

Die Partei zog auf dem Parteitag auch eine positive Bilanz ihrer Politik im Senat nach einem Jahr in der Regierungsverantwortung - trotz mancher Haken. Das erste Jahr habe die Grundlage für die weiteren vier Jahre der Regierungsperiode gelegt, sagte Nina Stahr, die mit Werner Graf die Landesspitze der Partei bildet. Man habe etwa Investitionen angestoßen, mit der Sanierung von Schulen und der Modernisierung der Verwaltung begonnen und den Klimaschutz vorangebracht. 

Graf plädierte für ein klares Profil der Partei als "links-liberale progressive Kraft". Die Grünen müssten die an die Linkspartei verlorenen Wähler zurückholen. "Die Linke hat gerade in unseren Hochburgen deutlich zugelegt".

Die Grünen beschlossen zudem ein Maßnahmenpaket für mehr Diversität in der Partei. "Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe oder Namens, ihrer Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, ihres Alters oder ihrer sexuellen Identität benachteiligt oder diskriminiert werden", sagte Graf laut einer Mitteilung. Um feste Strukturen für mehr Diversität in der Partei zu schaffen, würden etwa ein Diversitätsrat und eine Antidiskriminierungsstelle ins Leben gerufen.  

Kommentar

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51 Kommentare

  1. 51.

    Die Grünen sollen es bloß endlich lassen uns ihre
    Vorstellungen von dem mit oder wie wir leben zu verordnen.
    Sie müssen sich nach der Mehrzahl der Bevölkerung richten.
    Sie haben zu wenig Stimmen bekommen und das nicht ohne Grund.

  2. 50.

    Die Grünen stellen die Toleranz auf den Kopf! Religion hat in Schulen nichts zu suchen. Es gibt nämlich auch eine Freiheit VON der Religion. Und insbesondere Kinder dürfen auf keinen Fall indoktriniert werden. Von niemandem. Schule hat Wissen zu vermitteln und nicht Ideologien einzutrichtern. Der Normalfall ist für den vernunftbegabten Homo Sapiens der religionslose. Kinder sind zu schützen. Auch und gerade vor Leuten, die ihre Gesinnung so offen zur Schau stellen MÜSSEN.

  3. 49.

    Ein Beispiel für (typisch) linksgrüne Symbolpolitik gab die ehemalige Landeschefin Bettina Jarasch auch gleich an: „Ich möchte, dass es Lehrerinnen mit Kopftuch an Berliner Schulen gibt“. Dass damit die staatliche Neutralität untergraben wird, die sie im selben Atemzug vordergründig weiter beschwören, ist ihnen dabei nicht aufgefallen. Neben dieser Untergrabung der staatlichen Neutralität wird damit aber auch der (wohl grünlichst herbeigesehnten) Frühsexualisierung weiter Vorschub geleistet, der Markierung bereits sechsjähriger Mädchen, die durch das Kopftuch als geschlechtsreif ausgewiesen und angeboten werden. Islamisierung, Aushöhlung staatlicher Neutralität zugunsten des Islam, Kleinkinder als hübsch verpackte Sexgeschenke, Abrichtung und Unterdrückung von Mädchen und Frauen, so sehen die Zukunftsvisionen der Grünen und Roten in Berlin aus.

  4. 48.

    Warum fliegt Bettina Jarasch nicht einfach mal nach Saudi Arabien und stellt sich ohne Kopftuch mit einem Schild in die Einkaufsstraße, auf welchem auf arabisch steht: „Ich möchte, dass es Lehrerinnen ohne Kopftuch an saudi-arabischen Schulen gibt“?

    Die Dame würde eine Menge über Toleranz des Islam lernen ....

  5. 47.

    Die Friedrichshain-Kreuzberger Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann, skizzierte heute im FOCUS die Marschrichtung für die nächsten drei Jahre: „Ich sage euch, die Stadt wird auf dem Kopf stehen, wenn wir richtig damit anfangen – und das ist gut so.“
    Dass man auch mit Kleidung, mit Symbolen seine weltanschauliche Meinung zum Ausdruck bringen kann, und Schutzbefohlene beeinflusst, verstehen die Grünen nicht oder wollen es nicht verstehen. Vermutlich können sich Moslems sogar mit Schildern vor die Klasse stellen – Ich bin Muslima, sei du es auch – und Grüne würden es nicht als Manipulation werten.

  6. 46.

    " ...daß das Kopftuch nicht nur ein Fan-Artikel ist wie bei einem T-shirt, sondern eine bestimmte Aussage zu einer bestimmten Religion macht, die ich persönlich absolut nicht akzeptiere und auch nie akzeptieren werde. "

    Genau diese Aussage wollte ich bewusst so nicht treffen. Einfach deshalb, weil sie so pauschal auch gar nicht stimmt.
    In der Tat trägt ein Großteil der Frauen das Kopftoch aus der von Ihnen zitierten spezifischen Auslegung des Islam, ein anderer Teil wiederum aus anderen Gründen.

    Beiden gemeinsam ist hingegen dasjenige, was ich in Gemeinsamkeit mit Fanartikeln nannte:
    Ein bewusstes Nichtlösen-Wollen. Eine Einstellung, die partout allen offenbart werden muss. Es gibt für mich einen himmelweiten Unterschied, ob jemand ein Kreuz auf der Kleidung oder unterhalb der Kleidung trägt. Auch ist es ein Unterschied, ob ein Kreuz an der Stirnseite eines Klassenzimmers oder bspw. seitlich, ggf. im Verein mit anderen religiösen Symbolen hängt. Vgl. Kruzifix-Urteil.

  7. 45.

    Man kann es drehen und wenden, wie man will: das Kopftuch steht für die Unterwerfung unter ein patriarchales Machtkonstrukt. Unter Islam-Gelehrten ist es umstritten, weil es gar keine klare Vorschrift dafür gibt. Frauen, die aus religiösen Gründen Kopftücher tragen (müssen), bedecken selbst im Sommer auch vollständig Arme, Beine und Hals. Davon geht eine Botschaft aus: wer weiblich ist, muss sich, anders als Männer, in der Öffentlichkeit verstecken. Das ist alles andere als harmlos. Eine solche Auffassung lässt sich mit demokratischen Grundwerten nicht vereinen, die eine Gleichstellung von Mann und Frau impliziert. Insofern muss man die Grünen-Vorlage wirklich eine Schapsidee nennen, die Dame, die hier so pseudo-fortschrittlich losprustet, sollte noch einmal in sich gehen und tiefer nachdenken. Die schwer erkämpften Frauenrechte müssen unangetastet bleiben, sie gehören zu unserer Menschenwürde. Punkt.

  8. 44.

    Ich gebe Ihnen weitestgehend recht, nur mit dem Unterschied, daß das Kopftuch nicht nur ein Fan-Artikel ist wie bei einem T-shirt, sondern eine bestimmte Aussage zu einer bestimmten Religion macht, die ich persönlich absolut nicht akzeptiere und auch nie akzeptieren werde.
    Sollten meine Enkel je mal eine Lehrerin mit Kopftuch bekommen, dann würde ich meinen Kindern solange im Ohr liegen, daß sie sich dagegen wehren.
    Ich habe häufig GRÜN gewählt, aber diese Partei ist inzwischen für mich erledigt, da sie es zulassen die Meinung einer Religion vertreten zu müssen, die auch nicht in der Tradition von Deutschland steht und in der Frauen nicht die gleichen Rechte haben wie die Männer und dies auch noch in einem säkularen Land.
    Da war die ehemalige CDU-Kultusministerin von Baden-Württ. A. Schavan richtig progressiv. Sie hat ein Kopftuchverbot seinerzeit an Schulen in Baden-Württ. ausgesprochen, weil dieses Problem schon damals auftauchte.

  9. 43.

    An alle "Heimatmenschen": Ein trauriges Land, in dem man sich vorsehen muss, eine Kippa, eine Burka, ein Kopftuch oder eine Kette mit Kreuz zu tragen: Für das Tragen von Symbolen wird man hierzulande verprügelt und muss seinen Beruf aufgeben. Danke an das "liberal-demokratische" Nazi-Deutschland!

  10. 42.

    Wenn Sie in ein Restaurant gehen und sich für ein Nudelgericht entscheiden: Haben Sie sich gleichzeitig dagegen entschieden, dass das Restaurant künftig auch Kartoffel- und Reisgerichte anbietet?

  11. 41.

    Völlig zu recht ist seinerzeit die Mala bei der Bhagwan-Sekte nicht für den Lehrerberuf zugelassen worden. Lehrende sollten offene Menschen sein, nicht aber schon äußerlich zeigen, dass sie vorfestgelegt sind. Die Frage geht deshalb gar nicht um das Kopftuch, sondern positiv um einen weiten Horizont. Auch Lehrende, die ständig mit einem Hertha-BSC- oder Union-T-Shirt rumrennen, würde ich als nicht geeignet gegenüber dem Lehrer-Beruf abweisen.

  12. 40.

    Geht ja kaum noch. Bei der Bundestagswahl haben über 91% der Wähler gezeigt, dass sie keine Grünen wollen.

  13. 39.

    Jetzt ist mal langsam Schluß! Was denn nun noch.Haben wir uns den Asylbewerbern egal woher diese kommen zu richten oder müssen diese Personen den Gepflogenheiten und Gesetzten sich uns anpassen?Es hat keiner gebeten,daß sie nach Deutschland kommen sollen.Irgendwann sollen diese ja wieder in die Heimat zurück.Denkt man,aber es wird ja anders kommen.Schon die Grünen fühlen sich nun dafür zuständig.Sollen sich um.Luft und Pflanzen kümmern.

  14. 38.

    Mit dieser Maßnahme haben die GRÜNEN einige Wähler verloren !

  15. 37.

    Das sollen noch Grüne sein? Gerade die, die sich so vehement für die Rechte der Frauen eingesetzt haben. Aber bestimmten fanatisch-religiösen Gruppen sollen Sonderrrechte entgegen des Neutralitätsgesetzes eingeräumt werden? Gehts noch? Das Unterdrückungssymbol für Frauen, par excellence, darf nirgendwo im öffentlichen Raum geduldet werden. Oder geht es den Grünen nur um künftig anvisierte Wählerstimmen von denen?

  16. 36.

    Klar, ausserdem brauchen wir mehr muslimische Feiertage, mehr muslimische "Flüchtlinge", mehr Moscheen, mehr islamisches Recht und mehr Scharia-Polizei. Und vor allem muss unser laizistischer Staat und unsere Christliche Geschichte ein für allemal begraben werden.

  17. 35.

    "bessere Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen" Klar, die Forderung nach Wahlrecht wurde defakto aufgegeben und 30% nicht wahlberechtigte Migranten sind für grüne Wahlerfolge hilfreich ;) Oder wie war das nochmal mit den Sondierungsgesprächen im Bund zum Bereich Migration? Daneben werden Wohnungen, Schulen und andere Bereiche der Daseinsvorsorge als "Tafelsilber" betrachtet - für deren Privatisierung - das Einverständnis der Wahlberechtigten eingeholt werden soll ... das war mal eine Partei, die sich für Menschenrechte eingesetzt hat. Traurig. Geht die Mehrheit ihrer Kinder vielleicht bereits auf (konfessionelle) "Privat"schulen?

  18. 34.

    Das scheint eine Verzweiflungsaktion der GRÜNEN zu sein, um mehr Stimmen zu bekommen. Aber ich glaube, diese Haltung treibt die Wähler direkt in die Arme der AfD.
    Sehr schade, dass die GRÜNEN so profillos (geworden) sind ... schade dass sie so charakterschwach geworden sind und ihre urprüngliche Ideologie scheinbar vergessen haben.

  19. 33.

    ich glaube nicht das eine Lehrerin mit Kopftuch die "sexuelle Orientierung" Freiheit die Schüler aufklärt! Oder da ist was schiff....

  20. 32.

    Schön, wie schnell man hier zum Rassisten gemacht wird (jetzt kann ich Sahra Wagenknecht verstehen!). Ich erwarte noch Ihren Beweis, dass das Kopftuch von allen muslimischen Mädchen freiwillig und freudig getragen wird!
    Es gibt in der muslimischen Community natürlich auch keine Integrationsprobleme (ich weiß, auch Nazis sind nicht integriert!!), die vollständige Anerkennung der Gleichberechtigung der Frau (ich weiß, auch unter "Biodeutschen" gibt es Machos!!), keine sog. Friedensrichter, die sich einen Dreck um unser Rechtssystem scheren, keine kriminellen Clans... Muslime und Flüchtlinge scheinen für Sie ja sowieso per se die besseren Menschen zu sein (dann wären Sie ja ein positiver Rassist!)! Ja, und es gibt 10000e gut integrierte Muslime!!!
    Übrigens: ich war vor 20 Jahren mental so ähnlich drauf, wie Sie!
    Das wurde mir aufgrund der gesellschaftlichen Realitäten gründlich ausgetrieben! Vielleicht kommen Sie ja auch noch von Ihrer alle Probleme negierenden Position weg! Ich wünsche es Ihnen von ganzem Herzen!!! Fröhliche Weihnachten!!!!

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