Vietnamesische Botschaft in Berlin (Quelle: imago/Steinach)
Bild: imago/Steinach

Aus Berlin verschleppter Geschäftsmann - Vietnamesischer Geheimdienst soll hinter Entführung stecken

Der vietnamesische Geheimdienst und die Botschaft in Berlin sind offenbar direkt an der Entführung eines Geschäftsmanns beteiligt, der im August im Tiergarten verschleppt wurde. Das geht aus Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung hervor.  

Die Entführung des vietnamesischen Top-Managers Trinh Xuan Thanh aus Berlin in sein Heimatland soll vom vietnamesischen Geheimdienst und der Botschaft in Berlin organisiert worden sein. Das berichtet "tagesschau.de" unter Berufung auf Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung".

Trinh war am 23. Juli in der Nähe der Siegessäule in einen Transporter gezerrt und entführt worden. Zehn Tage später wurde er im vietnamesischen Staatsfernsehen vorgeführt - angeblich sei er freiwillig zurückgekehrt, um sich der Justiz zu stellen.

Per Krankentransport über Moskau nach Vietnam

In Deutschland  - wo Trinh Asyl beantragt hat - gehen die Behörden dagegen von einer gezielten Entführung aus. Darauf deuten nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" auch zahlreiche Spuren hin, die die Kidnapper hinterlassen haben.

So habe sich der Vize-Chef der vietnamesischen Staatssicherheit eine Woche vor der Entführung in einem Berliner Hotel einquartiert. Für die Tat hätten vietnamesische Geheimdienstmitarbeiter in Prag einen VW-Multivan und einen BMW X5 angemietet, mit denen sie nach Berlin gefahren seien. Als Lockvogel habe die 26-jährige Geliebte Trinhs fungiert, die vom Geheimdienst beschattet wurde. Als sie mit Trinh einen Spaziergang im Tiergarten unternahm, schlugen die Agenten zu.

Wie die Auswertung eines GPS-Senders ergab, fuhr der Transporter direkt nach der Entführung zur vietnamesischen Botschaft in Berlin-Treptow. Trinh sei dann offenbar mit einem Krankentransport über Moskau nach Vietnam geschafft worden - zugedeckt auf einer Trage liegend.

Todesstrafe durch Giftspritze droht

Dem 51-Jährigen wird vorgeworfen, als Chef einer Tochterfirma des staatlichen Öl- und Gaskonzerns PetroVietnam für Verluste von umgerechnet etwa 125 Millionen Euro verantwortlich zu sein. In seiner Heimat droht Trinh die Todesstrafe durch die Giftspritze.

Der Fall hat bereits zu einer diplomatischen Krise zwischen Deutschland und Vietnam geführt. Das Auswärtige Amt sprach von einem "eklatanten Verstoß gegen deutsches Recht und das Völkerrecht". Der oberste Statthalter des vietnamesischen Geheimdienstes wurde aus Deutschland ausgewiesen.

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Mit "ein vietnamesischer Top-Manager beantragt in Deutschland Asyl"
    ist für die Bevölkerung schon alles gesagt.
    "Verantwortlich für 120 Mio Ölverluste" kann freilich schon die Bandbreite bis hin zur Giftspritze sein,denn
    eine "Freiheit" seinem Volk schier ohne Ende Gift zu spritzen gibt`s nicht.
    Kann schon sein,dass das Volk da böse wird.
    Das vietnamesischen Volk ist da
    - bei schlappen 125 Mio Euro gleich Giftspritze -
    allerdings sehr "pingelig".
    Die europ. "Top-Manager" haben den Volkswirtschaften der europ.Länder
    im Rahmen eines sog. europ."Einigungs"-Prozesses"
    schon weit über 1 Billiarde Euro Arbeitskapital entzogen
    und
    die europ. Völker werden sogar noch angehalten
    denen trotzdem weiterhin Kränze umzuhängen.
    Man könnte ja glattweg neidisch auf die Vietnamesen werden.

  2. 1.

    Offensichtlich ein Krimineller, der aus politischen Gründen geduldet wird. Da hilft sich der vietnamesische Geheimdienst selbst, machen doch NATO Staaten genauso.

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