Polizeipräsident Klaus Kandt am 27.04.2016 in Berlin (Quelle: dpa/Sophia Kembowski)
Video: rbb aktuell | 07.12.2017 | Interview mit Klaus Kandt | Bild: dpa/Sophia Kembowski

Marode Schießstände - Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Polizeipräsident Kandt

"Körperverletzung im Amt": Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Polizeipräsident Klaus Kandt. Hintergrund ist die Auseinandersetzung um marode Schießstände. Kandt sieht allerdings keine persönliche Verantwortung.

Im Skandal um marode Schießstände bei der Berliner Polizei wird jetzt auch gegen Polizeipräsident Klaus Kandt ermittelt. Das hat die Staatsanwaltschaft dem rbb auf Nachfrage bestätigt. Der Vorwurf laute auf "Körperverletzung im Amt" und Verstoß gegen die Chemikalien-Verordnung.

"Es ist offensichtlich eine Strafanzeige gestellt worden", sagte Kandt dazu am Donnerstagabend in der Nachrichtensendung rbb aktuell. Dadurch sei das Verfahren auf ihn erweitert worden.

Bislang liefen Ermittlungen nur gegen Vize-Präsidentin Margarete Koppers, den ehemaligen Polizei-Präsidenten Dieter Glietsch sowie namentlich noch unbekannte Mitarbeiter.

Ein Polizeibeamter beim Schießtraining (Quelle: dpa/Fredrik von Erichsen)
Bild: dpa/Fredrik von Erichsen

Verdacht auf defekte Abluftanlagen

Recherchen des rbb hatten den Skandal 2015 ans Licht gebracht. Demnach besteht der Verdacht, dass Polizisten jahrelang toxischen und krebserregenden Pulverdämpfen ausgesetzt waren. Die Abluftanlagen in den Schießanlagen sollen nicht ordnungsgemäß funktioniert haben. Dieser Verstoß gegen den Arbeitschutz war in internen Gutachten von 2010 beschrieben, die der Behördenleitung bekannt waren. Die maroden Schießstände wurden erst 2013 und 2014 geschlossen.

Kandt betonte am Donnerstagabend in rbb aktuell, dass er seit Ende 2012 Polizeipräsident sei. "Ich habe mit meinem Dienstantritt begonnen - als die ganzen Gutachten auf meinen Tisch kamen - auch die Stände zu schließen." Es sei eine Taskforce eingerichtet worden, um die Vorwürfe aufzuklären. Der Schiessstand in Wannsee sei schon wieder hergerichtet, in Ruhleben würden neue gebaut. "Ich habe das getan, was ich wahrnehmen konnte und ein komplettes Krisenmanagement-Paket aufgelegt", so Kandt.

Kommentar

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13 Kommentare

  1. 12.

    Da muß ich sie leider enttäuschen, er hat ein schwarzes (cDU)Parteibuch und wurde von dem cDU "Law and Order" Innensenator Henkel zum Polizeipräsidenten von Berlin ernannt.

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/henkel-schlaegt-parteifreund-vor-klaus-kandt-soll-berlins-polizei-fuehren-/6013478.html

  2. 11.

    Das ist doch immer gleich. Bla, bla, glaubt doch sowieso keiner mehr.
    Der Eine schiebt die Verantwortung auf den Anderen.
    Eine einzige Katastrophe.

  3. 10.

    Na wer glaubt Herrn Kandt nun nicht, der Mann steht für die Wahrheit, man sehe sich seine Zahlen zur neusten Kriminalitätsentwicklung / Erhebung an, der Mann gehört in die Wüste geschickt, hier wird gelogen das sich die Balken biegen, was er wohl für ein Parteibuch hat, sicher ein ganz rotes.

  4. 7.

    Wann tritt der Mann endlich zurück? Und nimmt seine Vizepräsiedentin gleich mit?

  5. 6.

    Wer entlässt eigentlich einen Polizeipräsidenten, wenn es denn mal gar nicht anders geht?

  6. 5.

    Hier wird wieder gelogen,verwässert und kleingeredet....schlimm. Herr Kandt und Frau Koppers sind völlig unschuldig und fast schon heilige.

  7. 4.

    wo hat es das schon mal gegeben? die staatsanwaltschaft ermittelt gegen den polizeichef.

    fuer die berliner anscheinend voellig o.k.. das benehmen berliner polizeibeamter in der naehe von hamburg fand man ja auch lustig.

    anderswo wuerden maenner mit anstand zuruecktreten. nicht so in berlin. da wird einfach weitergemacht. flughafen, polizei, bildung, kriminalitaet ... raider heisst jetzt twix, sonst aendert sich nichts ...

  8. 3.

    Austausch gefällig.Bei solch Schlamperei auf Kosten der Polizei ist das Maß echt voll.

  9. 2.

    Hoffentlich müssen sie auch zur Vernehmung wie die Polizeibeamten zum LKA. Da gibt es dann auch hoffentlich keine Unterschiede.

  10. 1.

    Es ist zum Schießen, vieles läuft schief, steuergeldfinanzierte Berichte werden ohne das die Bürger Berlins erfahren was darin steht unter dem Ladentisch weitergereicht und wir lenken uns ab mit diesem alten Thema. Und Frau Koppers soll immer noch befördert statt entlassen werden damit die Grünen auch ein Amt in der Juristerei haben." Müller go fast home !!!"

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