Eines der nun vorgestellten Projekte ist der Neubau der Grundschule Goltzstraße in Schöneberg
Video: rbb aktuell | 11.12.2017 | Bild: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

59 neue Häuser in zehn Jahren - So sollen Berlins neue Schulen mal aussehen

Die wachsende Stadt Berlin braucht neue Schulen - und das schnell. Die Senatorinnen für Bildung sowie für Stadtentwicklung haben deshalb eine zehnjährige Schulbauoffensive angekündigt. Dabei soll möglichst zügig geplant und gebaut werden.

Für die ersten zehn von insgesamt mehr als 50 Schulneubauprojekten hat der Senat am Montag seine Pläne vorgestellt.  

Nach Angaben von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) soll der Bau der ersten Schule im kommenden Jahr beginnen. Gemeinsam mit Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) präsentierte Scheeres die Gewinnermodelle aus sechs Architekturwettbewerben. Ziel eines Aktionsplans des Senats in Zusammenarbeit mit den Bezirken ist es, in den kommenden zehn Jahren die oft stark sanierungsbedürftigen Schulen zu erneuern, auszubauen und zu erweitern. "Wir müssen einfach schneller werden, sonst wird uns das nicht gelingen, mit den wachsenden Schülerzahlen zurecht zu kommen", sagte Scheeres.

Modellprojekte in Mahlsdorf und Lichtenberg

Die nun vorgestellten Schulentwürfe reichen vom Flachbau bis zum fünfgeschossigen Gebäude. Für Grundschulen sind unter anderem Mensen für das Mittagessen vorgesehen. Sekundarschulen würden nun neue Lernwerkstätten erhalten. Die neuen Schulen sehen zum Teil auch anders aus als früher. So haben viele zum Beispiel Teilungsräume - von den Zimmern geht dann ein kleinerer Raum ab, mit denen die Klasse geteilt und zum Beispiel Kindern mit größerem Förderbedarf geholfen werden kann.

Zu den zehn Modellprojekten zählen etwa eine integrierte Sekundarschule in Mahlsdorf (Bezirk Marzahn-Hellersdorf) und eine Grundschule in Lichtenberg, die aus Holz gebaut werden. Dort soll der erste Spatenstich 2018 sein, die Übergabe dann bereits 2019. Für manche andere Projekte sind vier Jahre Bauzeit vorgesehen.

So sollen die neuen Berliner Schulen aussehen

Lompscher und Scheeres betonten dabei, dass ihre beiden Häuser für dieses "Modellvorhaben zur Beschleunigung von Schulneubauten" intensiv kooperiert hätten. Man arbeite unter "hohem zeitlichem Druck": Der Ausbau der Schulinfrastruktur sei eines der obersten Ziele des Senats.  

Das Modellprojekt setzt etwa auf schnellere Architekturwettbewerbe, vorgefertigte Wandelemente und testet an einigen Schulen die Holzbauweise. Ein Generalplaner soll Genehmigungen für gleich sechs Schulgebäude einholen. Auch den Bau könnte ein Generalunternehmer übernehmen. "Ob einer für alle Standorte oder mehrere, das ist noch offen", sagte Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke).

Lompscher: Auch bei der neuen Infrastruktur der Baukultur verpflichtet

"Schneller Planen und Bauen ist möglich", sagte Scheeres bei der Vorstellung der Pläne. Dabei entstünden 51 neue Häuser mit 26.400 neuen Schulplätzen. Insgesamt spricht der Senat von 59 neuen Schulen, denn zusätzlich zu den neuen Schulen würden mit den Ergänzungs- und Erweiterungsbauen weitere 33.800 Schulplätze geschaffen. Nach Senatsangaben hat dieses Neubauprojekt ein Finanzvolumen von 5,5 Milliarden Euro.

Stadtentwicklungssenatorin Lompscher betonte, dass ihr Haus bei den Entwürfen für die neuen Schulen einen hohen Wert auf die Gestaltung gelegt habe, denn auch bei der Schaffung neuer Gebäude der sozialen Infrastruktur sehe man sich der Baukultur verpflichtet.

Die Wettbewerbe für die Schulen, die nun in Schnellbauweise errichtet werden, seien europaweit ausgeschrieben. "Die Vielzahl an kreativen Entwürfen hat uns in unserer Auffassung bestätigt, dass auch unter Zeitdruck städtebaulich und architektonisch qualitätsvolle Gebäude entstehen können", sagte Lompscher.

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Hauptsache es ist danach noch Geld für die Wartung eingeplant. Sonst sind die neuen Schulen bald genauso heruntergekommen, wie die derzeitigen.

  2. 2.

    Warum nutzt man keinen Typenbau?
    Müssen Schulen architektonische Blüten sein?

  3. 1.

    schöne Schulen--
    hätte ich mir 1944 bis 1956 auch gewünscht

    ABER : es wird ja jetzt "zügig" geplant-------------
    und gebaut--------------------------------------------------
    da steht : MÖGLICHST

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