Bundesparteitag der SPD am 07.12.2017 in Berlin. (Quelle: dpa/Michael Kappeler)
Bild: dpa/Michael Kappeler

Bundesparteitag in Berlin - Müller und Högl drängen in die SPD-Spitze

Bisher nominierte die Berliner SPD meist nur einen Kandidaten für den Bundesvorstand. Beim Bundesparteitag in Berlin treten nun aber überraschend zwei Hauptstadt-Sozialdemokraten an. Könnte es eng werden für einen von beiden?

Auf dem Bundesparteitag der SPD soll sich eine knifflige Berliner Personalie entscheiden: Die Berliner SPD-Bundestagsabgeordnete Eva Högl hatte zur Wochenmitte mit ihrer Kandidatur für den Parteivorstand überrascht.

Behält der erweiterte Führungszirkel der Partei seine derzeitige Größe, würde Högl damit in einer Kampfkandidatur gegen Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller um einen Platz in dem Gremium antreten. Bislang war Müller der einzige Hauptstadt-Kandidat. Es ist seine erste Bewerbung für diesen Posten.

Högl, die bei der Bundestagswahl das Direktmandat in Berlin-Mitte gewinnen konnte, sei zu diesem Schritt von der stellvertretenden Bundesvorsitzenden Manuela Schwesig ermuntert worden. Schwesig wünscht sich mehr Frauen aus Ostdeutschland in der Parteiführung.

Die Bundestagsabgeordnete Eva Högl steht neben Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller, beide SPD (Quelle: dpa/Maurizio Gambarini)
Eva Högl und Michael Müller bei der Vertreterversammlung in Berlin. | Bild: dpa

Kampfabstimmung könnte verhindert werden

Für Müller könnte Högls Bewerbung nicht nur überraschend kommen, sondern auch ungünstig verlaufen. Der vergleichsweise kleine Berliner Landesverband hat in der Vergangenheit meist nur einen Kandidaten in den SPD-Vorstand geschickt. Es könnte also heißen: Müller oder Högl.

Es sei denn, der Bundesvorstand der SPD wird, wie geplant, um zehn Plätze erweitert. Dann wäre Platz für Müller und Högl. Ob der Parteivorsitz erweitert wird, entscheiden die Delegierten ebenfalls auf dem Bundesparteitag, der am Donnerstagmorgen in Berlin startete und am Freitag fortgesetzt wird.

Am Freitagmorgen will die SPD zunächst ihnen Generalsekretär wählen. Lars Klingbeil soll die Nachfolge von Hubertus Heil antreten, der nicht erneut kandidiert. Am Donnerstag hatten die rund 600 Delegierten bereits Parteichef Martin Schulz im Amt bestätigt und die stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Zudem gab der Parteitag grünes Licht für die Aufnahme ergebnisoffener Gespräche mit der Union über eine Zusammenarbeit bei der Regierungsbildung. Der Parteitag endet am Samstag.

Mit Informationen von Jan Menzel

Sendung: Inforadio, 07.12.2017, 06.00 Uhr

Kommentar

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6 Kommentare

  1. 6.

    Hat Herr Müller nix zu tun dass er noch mehr Pöstchen haben muß??
    Füllt in seine Arbeit als "Regierender" nicht aus??

  2. 5.

    Nichts aus den Wahlen gelernt-die SPD schafft sich ab.
    Da hoffe ich mal auf Neuwahlen liebe Genossen.

  3. 4.

    Das Peterprinzip lässt in der SPD grüßen. Müller hat sich bereits als eine blassesten und der schlechtesten "Führungs"kräfte erwiesen, die im politschen Leben überhaupt vorstellbar sind. Er verdrückt sich z. B. sogar vor Problemgesprächen zum BER. Nichtsdestotrotz kann sichdamit sogar noch weiter behaupten. - Man hat hier das Gefühl, dass schon seit längerer Zeit immer gerade die Inkompetenten nach oben gespült und die Fähigen aus Konkurrenzgründen schon weiter unten abgesägt werden. Es ist ebenfalls sehr merkwürdig bzw. skurril, wenn ein Martin Schulz parteiintern noch bejubelt wird. Dieser Mann hat genauso keinen politischen Instinkt, ist profillos und inkonsequent, sieht die EU aus einer gestrigen Perspektive und kann sich nicht den aktuellen Anforderungen stellen. Was ist nur aus der SPD geworden?

  4. 3.

    Die Frau, die bei einer Pressekonferenz, am Tag des Anschlags in Barcelona, herum alberte und Faxen machte (https://m.youtube.com/watch?v=_fLsdeboLX0), ist ein würdiger Konkurrent für den bedeutungslos gewordenen und faden Müller.
    So was braucht Berlin und besonders die SPD.

  5. 2.

    Zitat:
    "Für Müller könnte Högls Bewerbung nicht nur überraschend kommen, sondern auch ungünstig verlaufen."

    Ich stelle fest:
    Wir sind da einer Meinung.

    Wie langweilig!

  6. 1.

    Mir wäre jedes Amt recht das der Regierende Bürgermeister nicht bekommt da er ohnehin bereits viel zu viele hat und seine Regierungsleistung der letzten zwölf Monate ihn für kein Amt der Welt qualifiziert hat. Wenn er zurücktreten würde wäre es super für Berlin und die SPD.

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