Neue S-Bahnzüge in Berlin werden montiert (Quelle: rbb/Miriam Keuter)
Bild: rbb/Miriam Keuter

Für Modellwechsel 2025/26 - Günther will neue S-Bahn-Wagen bestellen

Wer in Berlin S-Bahn fährt, steigt in Züge, die zum Teil über 30 Jahre alt und entsprechend anfällig sind. Nach und nach müssen die Wagen ersetzt werden - mit entsprechendem Vorlauf. Daher plant Verkehrssenatorin Regine Günther bereits jetzt für 2025/26.

Die Berliner Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos) will noch in diesem Jahr neue S-Bahn-Wagen bestellen. Im Abgeordnetenhaus sagte Günther am Donnerstag, viele der alten Züge seien an der Verschleißgrenze. Es sei absehbar, wann die S-Bahn sie nicht mehr sicher einsetzen könne. 

Produktion dauert sieben Jahre

Ab 2025/26 müssten rund 500 alte Wagen durch neue ersetzt werden, kündigte Günther an. Außerdem sollen zusätzlich bis zu 170 Viertelzüge angeschafft werden. Die Verkehrssenatorin kündigte eine Ausschreibung für den Herbst an, denn die Produktion werde sieben Jahre in Anspruch nehmen.

Ob das Land Berlin künftig selbst einen Fuhrpark aufbauen werde oder ob wie bisher ein Unternehmen die Züge anschaffe, ließ Günther offen. Zuletzt hatte nach den Linken und den Grünen auch die SPD über einen landeseigenen Fuhrpark nachgedacht.

Knapp 400 Wagen sind bereits in Bau

Eine größere Zahl neuer Wagen ist bereits in Arbeit und soll ab 2021 einsatzbereit sein. Wie S-Bahn-Chef Peter Buchner im November vergangenen Jahres sagte, sollen insgesamt 382 Wagen der neuen und stark modernisierten Baureihe auf der Berliner Ringbahn und der Zulaufstrecke in Richtung Südosten zum Einsatz kommen. "Am 1. Januar 2021 fährt der erste Zug ab Südkreuz Richtung Spindlersfeld mit Fahrgästen", sagte Buchner damals dem rbb.

Die Wagen werden eine Klimaanlage haben und wie die jüngeren U-Bahn-Züge durchgehend begehbar sein. An jeder Wagenseite sollen Flachbild-Anzeigen über Fahrstrecke und Umsteigemöglichkeiten informieren. Wie bisher werden die Züge in Rot und Gelb lackiert.

Alte Züge werden wieder fitgemacht

Bereits seit Jahren kämpft die Berliner S-Bahn mit Mängeln an der alten Baureihe 480. Diese sind mehr als 30 Jahre alt. Damit sie weiter rollen können, zumindest, bis neue Züge aufs Gleis kommen, werden die S-Bahn-Wagen im S-Bahnwerk Schöneweide nach und nach instandgesetzt. Insgesamt rund eine Million Euro pro Wagen investiert die S-Bahn in ihre alten Züge. Dabei geht es vor allem um die Kompletterneuerung des Antriebs.

Sendung: Inforadio, 25.01.2018, 18.20 Uhr

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Vielleicht etwas schizophren:
    Ich würde da zwischen Bahnhöfen und Zügen unterscheiden.
    Den Hauptbahnhof finde ich nicht misslungen, aber im Vergleich zu seinen älteren Geschwistern fällt er klar ab. Das liegt am Selbstverständnis der jeweiligen Auftraggeber, an den Auszeichnenden und den Architekten, die allesamt kaum das Verkehrsmittel benutzen, für das sie entworfen und gebaut haben.

    Von daher sehen auch große Bahnhöfe nicht wie Bahnhöfe aus, sondern eher wie Messehallen oder Einkaufszentren von McMöbel. Die Erhabenheit bedeutender Bahnhöfe geht dem Berliner Hauptbahnhof völlig ab, vom Bahnhofs-EKZ in Potsdam ganz zu schweigen.

    Züge können m. E. schon modern sein und sollten darum auch so aussehen. Dazu passen nach meiner Empfindung die Lackierung und die Farben grundsätzlich nicht. Nicht jede Farbe ist für jede Form verwendbar, deshalb sprach ich vom "gewaltsamen" ästhetischen Überhelfen. Wer die 1920er Farben haben will, sollte auch 1920er Züge bauen.

  2. 4.

    Dringender wäre etwas, was bei der Regionalbahn selbstverständlich ist: Ein ERSTE-KLASSE-Bereich, der ausnahmsweise nicht nach Exkrementen riecht und in dem man sich halbwegs gerne aufhält.
    Bei diesem Senat muss man aber schon froh sein, wenn wenigstens Kameras bei der Aufklärung helfen können, wer einen ausgeraubt hat.

  3. 3.

    Also ich find den 1920er-Jahre Look super. Wenns nach mir ginge würde genau das gleiche Design wieder verwendet. Aber das Aussehen ist nicht so wichtig, Hauptsache die haben Wifi. Und wenn wir schon dabei sind, die heutige Architektur der Bahnhöfe ist zum Ko* (zB Hauptbahnhof) von daher finde ich sollte man wieder Bahnhöfe im Stile des alten Anhalter Bahnhofes bauen.

  4. 2.

    Es ist keine Katastrofe, daß die S-Bahn-Wagen 30 Jahre alt sind. Die Vorgänger-Baureighen fuhren 70 Jare von ca. 1929 bis 20000 im stabilen betrieb. Eine Katastrofe ist, daß diese Zuge schon nach 20 jahren Tiotalausfälle zeigten und fast die gesamte Flotte mehrmals still stand.@1 hat völlig Recht.

  5. 1.

    Was aus meiner Sicht zu wünschen wäre, angesichts dieser langfristigen Ankündigung. Drei Wünsche:

    1. Züge, die mit weit weniger "überzüchteter" und darum störanfälliger Technik daherkommen, sondern mit der gebotenen, die dem Alltagsbetrieb standhält.
    2. Züge, die nicht in 25 oder 30 Jahre zum alten Eisen zählen, sondern erst in 50 Jahren, weil die Materialien robust und darum nachhaltig gewählt sind.
    3. Züge, die mit frischerer Gestaltung daherkommen und keine, denen die 1920er-Jahre-Gestaltung mehr oder minder ästhetisch "gewaltsam" übergeholfen werden.

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