Teilnehmer einer Kundgebung der AfD stehen am 09.09.2017 in Potsdam (Brandenburg) vor dem Filmmuseum (Quelle: dpa/ Ralf Hirschberger)
Bild: dpa-Zentralbild

Ehemaliges Vorstandsmitglied Arthur Wagner - Brandenburger AfD-Politiker konvertiert zum Islam

"Der Islam gehört nicht zu Deutschland", heißt es im Programm der AfD - zur Partei selbst gehört die Religion aber offenbar schon: Arthur Wagner, führendes Parteimitglied aus Brandenburg, ist zum Islam konvertiert. Der Landesvorsitzende sieht darin kein Problem.

Der Brandenburger AfD-Politiker Arthur Wagner, im Kreisverband Havelland stellvertretender Vorsitzender, ist vor kurzem Moslem geworden. Das bestätigte der Landesvorsitzende Andreas Kalbitz auf Anfrage von rbb|24. Zuerst hatte der "Tagesspiegel" berichtet. Wagner selbst war am Dienstag für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Auf der Website der Brandenburger AfD wird der Politiker aus Falkensee nach wie vor als Vorstandsmitglied aufgeführt, laut Kalbitz legte Wagner dieses Amt jedoch am 11. Januar "aus persönlichen Gründen" nieder. Im April 2017 war Wagner auf dem Parteitag als Beisitzer wiedergewählt worden, laut "Tagesspiegel" zuständig für Kirchen und Religionsgemeinschaften.

Landesvorsitzender Kalbitz: "Überhaupt kein Widerspruch"

Die neue Religionszugehörigkeit seines Parteikollegen hält Kalbitz für unproblematisch: "Das ist überhaupt kein Widerspruch, dass jemand zum Islam konvertiert und Mitglied der AfD ist. Es gibt in Deutschland ja auch sehr viele gut integrierte Muslime", sagte er am Dienstag zu rbb|24. "Aber der Islam per se gehört nicht zu Deutschland."

Die Partei kommt immer wieder wegen islamfeindlicher Äußerungen in die Schlagzeilen. Im Programm der AfD heißt es: "Ein Islam, der unsere Rechtsordnung nicht respektiert oder sogar bekämpft und einen Herrschaftsanspruch als alleingültige Religion erhebt, ist mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung Deutschlands nicht vereinbar." Auch bei Veranstaltungen spricht sich die Partei explizit gegen eine vermeintliche "Islamisierung" Deutschlands aus.

In Brandenburg hat die AfD nach eigenen Angaben etwa 1.300 Mitglieder.

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23 Kommentare

  1. 23.

    @ 21: Stimmt, Hr Bert, ich habe Verstaendnisprobleme mit Ihren Posts; weiss aber nicht, ob das an mir liegt:
    Tatsaechlich kapiere ich nicht, warum ich unter einem Bericht ueber das mir absurd scheinende Verhalten zweier Brandenburgischer AfD-Politiker mit Ihnen ueber die Qualifikation von Bundes- oder Europa-Politikern spekulieren soll.
    - Also: Falls Sie mir erklaeren koennen, warum die Mitarbeit von Moslems in einer nationalkonservativen Partei, die den Islam als nicht zu Deutschland gehoerig betrachtet, unproblematisch ist, wuerde ich das gerne lesen.

  2. 21.

    Sie haben Verständnisprobleme mit meinen Posts.
    Und natürlich traut sich niemand an die Vermögensfrage von Schulz heran. Wie Sie den mit realen Führungskräften in der Wirtschaft vergleichen wollen, ist mir schleierhaft. An seinen Äußerungee merkt man immer wieder, dass er in Bezug auf ein Land keine Vorstellungskraft zur Wertschöpfung und zum Hauslhalten hat.

  3. 20.

    @ 19: Hr Bert,
    1) Ich halte Ihr Mitleid mit Arthur Wagner fuer falsch:
    (Auch) die AfD hat Religion zu einer oeffentlichen Angelegenheit erklaert: Sie hat den Islam als nicht zu Deutschland gehoerig benannt und dies zu einem zentralen (!) Wahlkampfthema gemacht. Da ist es wohl voellig legitim zu berichten, wenn ein oertlicher Vorsitzender der AfD nun ausgerechnet Moslem wird - und ein regionaler Vorsitzender dies als ganz unproblematisch darstellt.
    2)Auch ist die Frage berechtigt, ob Martin Schulz sich unangemessen bereichert habe. Aber im Netz finden sich hierzu doch durchaus Aussagen: In 20 Jahren als MdEP erwarb er sich offenbar einen einstelligen Millionenbetrag. Offiziell, legal und ohne Hinweise auf illegale Geschaefte. Man kann nun - wie bei hunderttausenden Fuehrungsleuten - diskutieren, ob so ein Einkommen angemessen ist. Wer aber hindert Sie daran, diese Diskussion zu fuehren?? Warum behaupten Sie, niemand traue sich da ran?? (Ist allerdings kein regionales Thema.)

  4. 19.

    Scheinheilig ist, wenn man sich im Rahmen der PC immer nur bestimmte Leute aussucht, wo es easy ist, deren privatem Kram in der Öffentlichkeit breitzutreten. Soll wahrscheinlich "Niveau" sein? Oder Niwoh?
    Würde stattdessen gern mal lesen, wie Schulz zu seinem Reichtum gekommen ist. Da traut sich natürlich wieder niemand ran.

  5. 18.

    Ich verstehe was Sie meinen.Was diese Parteimitglieder machen geht mir echt am A......vorbei,da diese für mich genauso uninteressant sind wie ein "Schmutzigbraun".Der reine Farbton Braun ist sehr schön und sehr vielfältig anwendbar.Ein Blick i.d.Natur im Herbst genügt u.läßt mein Malerherz höher schlagen.Aber nun schweife i.ab.

  6. 17.

    "Es ist mir immer wieder ein Rätsel, warum Menschen sich das Recht zur Kritik an freiheitsfeindlichen Auspraegungen von Religionen nicht nur durch Populisten wegnehmen lassen - sondern es ihnen sogar noch freiwillig uebergeben."
    Genau DAS ist der Punkt. Solange eine Religion, und das schließt den Islam ausdrücklich ein, grundgesetzkonform ausgelebt wird, ist dies mit aller Kraft zu verteidigen. Wenn aber eine Religion politisch agiert, so muss man das kritisieren (dürfen). Damit spreche ich nicht nur vom Islam, auch die Katholische Kirche mischt immer wieder in der Politik mit (bestes Beispiel § 218) oder erhält sich Sonderrechte (geringere Arbeitnehmerrechte, sogar für Jobs, die staatlich finanziert werden, die Kirche also nur Träger ist). Ich möchte weder die Sharia noch Katholische Gesetze in diesem Land haben. Zuhause kann jeder tun, was er will, solange alle Betroffenen damit einverstanden sind.

  7. 16.

    Aber mal abgesehen von der aufgezeigten Widerspruechlichkeit der AfD finde ich den Artikel hier recht schwach - und Hrn Berts sinngemaessen Vorwurf des Mainstream-maessigen Gewohnheits-Bashings dann doch zutreffend: Der rbb-Journalist verwendet als 'Beleg' fuer die Islamfeindlichkeit der AfD eine Aussage zu "ein[em] Islam, der [...] einen Herrschaftsanspruch erhebt..."
    - Wohlgemerkt: 'EIN Islam' - nicht 'DER Islam'! Zumindest vom Wortlaut ist also nur eine bestimmte Richtung innerhalb dieser Religion gemeint. Und diesen Wortlaut kann ich als humanistische orientierter Demokrat voll unterschreiben - und kann nicht erkennen, was irgendein anderer, wie auch immer orientierter Demokrat dagegen haben sollte.
    Es ist mir immer wieder ein Raetsel, warum Menschen sich das Recht zur Kritik an freiheitsfeindlichen Auspraegungen von Religionen nicht nur durch Populisten wegnehmen lassen - sondern es ihnen sogar noch freiwillig uebergeben.

  8. 15.

    @7 / @5: Also, ich habe ja die Hoffnung, dass die Mehrheit der AfD-Anhaenger durch eine gewisse Skurrilitaet der zitierten Aussagen des Brandenburger AfD-Landesvorsitzenden (!) Kalbitz nachdenklich wird: "Der Islam an sich gehoert nicht zu Deutschland" - aber die Mitwirkung eines Muslimen in der 'Alternative fuer Deutschland (!)' ist dann "ueberhaupt kein Problem" ??
    Ich als Aussenstehender bin etwas verwirrt: Wenn offenbar die Religion eines Menschen nun doch gar keine Rolle spielt - wieso haelt die AfD ((wie auch so genannte christliche Parteien)) es dann in Wahlkaempfen fuer noetig, mit der ausdruecklichen Abgrenzung vom Islam Stimmen zu holen? Wurde da etwa das Volk belogen?
    Auch ich halte das jedenfalls fuer einen Widerspruch und kann die von P. Bert kritisierte Scheinheiligkeit im Aufzeigen desselben nicht erkennen.

  9. 14.

    Vielleicht ist er so von der Scharia anstatt dem Grundgesetz überzeugt, daß er deswegen zum Islam konvertierte.

  10. 13.

    Nicht als Gleichsetzung gemeint, vielmehr als Analogie:
    In den Wohnzimmern führender NSDAP-Funktionäre hingen Bilder "entarteter Kunst", der Sonderermittler gegen Bill Clinton in der Clinton-Lewinski-Affäre war selbst in derlei Dingen verstrickt und - kein Generalangriff auf die Feuerwehr, nur eben eine SCHEINBARE Kuriosität - ein überproportionaler Anteil von Pyromanen stammt aus der Feuerwehr.

    Das alles ist auch nicht verwunderlich. Und kurios ist es eben nur auf den ersten Blick.

    Die Vehementesten im Sinne einer Ablehnung sind vergleichsweise am Nächsten dran. Das ist etwas "Energetisches": Die Faszination des Feuers, gleich, auf welcher Seite jemand steht, die Faszination von Springerstiefeln, wobei nur Schiebermütze oder Glatzkopf Auskunft darüber geben, was sich oberhalb der Kapuzenjacke befindet.

    Wäre der wirklich zum aufgeklärten Islam übergetreten, also aufgeklärter Muslim, wäre er 100 % ig nicht in der AfD.

  11. 12.

    Neenee - Frau Weidner ist doch eh schon mit einer Frau verheiratet und lebt in der Schweiz - als Gleichgewicht würde ich vorschlagen, dem Zionismus eine Chance zu geben - hätte gut Interesse an Diskussionen und Redebeiträgen solcher AfD´ler - also wenn Religionen dann bitte so viele wie möglich da rein damit die endlich lernen was es heisst ne bunte Republik zu sein.
    Braun ist so eine unschöne Farbe.....

  12. 11.

    Das passt ja zusammen, wie die Faust auf's Auge .

  13. 9.

    Der will doch nur trollen: Erst zum Islam übertreten, dann wieder zu einer "anständigen" Religion wechseln und genüßlich die zu erwartenden Morddrohungen der üblichen Fanatiker gegen den "Abtrünnigen" auskosten. Eine echte Fatwa wäre für die AfD unschätzbar wertvoll.

  14. 8.

    Nanu? Ein Artikel auf diesen Seiten in dem die AfD Thema ist und es finden sich keine 50+X Hasskommentare... pardon... Einwendungen besorgter Bürger darunter. Da bleibt denen wohl gerade das Kotelett im Hals stecken oder ist bei der AfD schon Ramadan?

  15. 7.

    Für ein paar Schlagzeilen schreckt die AfD vor nichts zurück. Und das Kalkül geht auf. Denn wer spielt freudig mit? Richtig: Die Medien. Selbst beim stellvertretenden Vorsitzenden eines Kreisverbandes, den bis dato niemand kannte. Ich wette, der schafft es noch in die bundesweiten Abendnachrichten. Ihr lernt es einfach nicht.

  16. 5.

    Bei der AfD wird ein enger Verhaltenskodex aufgestellt, was die alles nicht "dürfen", was bei anderen Parteien nie thematisiert würde. Also man darf angeblich weder homosexuell sein und noch zum Islam konvertieren. Nach der "Logik" darf der AfDler eigentlich auch nicht schwarz oder Deutschtürkisch oder sonstwas sein (es gibt Schwarze und Homosexuelle usw. in der AfD), nur das traut sich wiederum keiner zu thematisieren. Also man echauffiert sich selbstverständlich nur über das, was gemäß der Mainstream-PC schön unproblematisch geht. Das ist scheinheilig.

    Dass Herr Schulz Wasser predigt und Wein trinkt ("soziale Gerechtigkeit!!!), darf auch gern für Erregung sorgen.

  17. 4.

    Jetzt warte ich nur darauf das Fr.Weidel zum Islam konvertiert,mit Kopftuch im Parlament erscheint LOL:-)

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