Haus der Statistik in Berlin (Quelle: rbb / Thomas Blecha)
Audio: Inforadio | 29.01.2018 | Nina Amin | Bild: rbb / Thomas Blecha

Kooperationsvereinbarung unterzeichnet - Marodes "Haus der Statistik": Wiederbelebung läuft jetzt an

Seit über zehn Jahren steht der Skelettbau aus DDR-Zeiten in Berlins Mitte leer. Doch künftig sollen hier Menschen wohnen, sich bilden oder die Berliner Verwaltung nutzen. Eine Kooperationsvereinbarung dafür wurde jetzt unterzeichnet, und bald soll's losgehen.

Das ehemalige "Haus der Statistik" am Berliner Alexanderplatz soll mithilfe eines neuen Nutzungskonzepts wiederbelebt werden. Wie dies genau aussehen soll, wollen der Bezirk  Mitte und der Senat gemeinsam mit einer Genossenschaft im nächsten halben Jahr erarbeiten. Eine entsprechende Vereinbarung wurde am Montag unterzeichnet.

Es sei eine Mischung aus Verwaltung, Kultur und Wohnen geplant, sagte Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke). Momentan sei allerdings noch "Phase Null". "In einem halben Jahr sehen wir klarer – ob es schnell gehen kann oder ob man mit längeren Planungsphasen doch noch mehr Zeit braucht". Aber der Startschuss am Montag, so Lompscher weiter, der sei "enorm wichtig".

Haus der Statistik in Berlin - Spherical Image - RICOH THETA


Wiederinbetriebnahme so bald wie möglich

Der Sprecher der Genossenschaft "Zusammenkunft", Christian Schöningh, sagte, es sei zwar ein Großteil der Fläche des Elfgeschossers für die Berliner Verwaltung vorgesehen, aber man werde gemeinsam mit Senat und Bezirk erarbeiten, wie dies mit dem Nutzungskonzept der Genossenschaft unter ein Dach zu bekommen sei. Die Initiative will in dem seit zehn Jahren leer stehenden Haus bezahlbaren Wohnraum sowie Flächen für Bildung und Kultur schaffen. Das marode Gebäude in Berlins Mitte solle so schnell wie möglich wiederbelebt werden, so Schöningh. Da seien sich alle Teilnehmer der am Montag unterschriebenen Kooperationsvereinbarung einig.

"Wir wollen uns nicht gegenseitig behindern, sondern zügig beginnen. Und das fängt hoffentlich im Frühjahr mit der Inbetriebnahme eines kleinen Info-Pavillons an – damit wir eine Vorort-Präsenz haben", sagte Schöningh. Der Gebäudekomplex könne innerhalb der nächsten fünf Jahre wieder genutzt werden. Der Zeitpunkt hänge davon ab, wer mit welchen Maßnahmen für die Instantsetzung verantwortlich sei.

Im Oktober hat Berlin das Haus gekauft

Im Oktober hatte das Land Berlin das ehemalige "Haus der Statistik" von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gekauft. Das Gebäude in der Otto-Braun-Straße in Mitte wurde an den Senat übergeben.

Das riesige Gebäude wurde 1970 fertiggestellt. Neben der Statistik-Zentralverwaltung der DDR arbeiteten hier auch einige Stasi-Mitarbeiter. Nach der Wende nutzte die Stasi-Unterlagenbehörde die Räume bis 2008. Seitdem wurde das Gebäude von Obdachlosen genutzt.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen.

3 Kommentare

  1. 3.

    Abreißen - alles andere ist reine Ostalgie und typische RRG Geldverschwendung.
    Dieser Bau war, ist und wird immer ein hässliches etwas in der Stadtmitte bleiben.

  2. 1.

    Kann das Haus denn überhaupt wiederbelebt werden, so wie es jetzt ist?
    Da fehlen seit längerer Zeit sämtliche Fenster. Es hat jahrelang heftig reingeregnet, der Frost erledigt das Übrige.
    Haustechnik, Leitungen, Elektro wird auch alles unbrauchbar sein.

    Da macht es doch eher Sinn, die jetzige Ruine abzureißen und dann komplett neu zu bauen ...

Das könnte Sie auch interessieren