Die Opfer der Prügelattacke in Cottbus (Quelle: rbb/Brandenburg aktuell)
Audio: Antenne Brandenburg | 21.01.2018 | Sebastian Schiller | Bild: rbb/Brandenburg aktuell

Konflikte zwischen Deutschen und Ausländern - Erneut Auseinandersetzungen in Cottbus

Am Freitag hatte Innenminister Schröter für Cottbus einen vorläufigen Aufnahmestopp für Flüchtlinge verkündet. Am Samstag ist es in der Brandenburger Stadt wieder zu Auseinandersetzungen gekommen - die Gewalt ging laut Polizei von Deutschen aus.

Ungeachtet hoher Polizeipräsenz bleibt die Lage in Cottbus im Südosten Brandenburgs angespannt. In der Nacht zum Sonntag kam es erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Ausländern.

Auf einer Geburtstagsfeier gerieten eine 18-jährige Deutsche und ein 18 Jahre alter Syrer aneinander, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Die Beamten erteilten Platzverweise und nahmen zwei Personen in Gewahrsam, weil sie dem nicht folgten. Die 18-Jährige griff daraufhin die Polizisten an.

Wenige Stunden später kam es in der Innenstadt zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen fünf Deutschen und zwei laut Polizei unbekannten, ausländisch aussehenden Personen. Ein Deutscher habe dann einen der Ausländer geschubst, einer der Ausländer sprühte Reizgas. Anschließend ergriffen die beiden Ausländer die Flucht.

Cottbus war zuletzt mehrfach wegen Auseinandersetzungen zwischen deutschen und syrischen Jugendlichen in die Schlagzeilen geraten. Am Freitag hatte das brandenburgische Innenministerium angeordnet, zunächst keine weiteren Flüchtlinge aus der zentralen Aufnahmeeinrichtung des Landes nach Cottbus zu schicken.

Am Samstag hatten rund 700 Menschen an einer Demonstration gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung teilgenommen. Zu der Demonstration hatte der Verein "Zukunft Heimat" aufgerufen.

An der Demonstration beteiligten sich auch Anhänger der rechtspopulistischen AfD. Als Rednerin trat die Vize-AfD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Birgit Bessin, auf. Sie sprach laut einer Mitteilung "von einer unerträglichen Belastung" durch Flüchtlinge. "Es geht um Gewalt, die derzeit vor allem von syrischen Jugendlichen ausgeht", sagte sie.

Angriffe gegen Journalisten

Bei der Demonstration waren auch zwei Journalisten angegriffen worden. Wie die Polizei mitteilte, schubste ein 44 Jahre alter Mann eine auf einer Bank stehende Journalistin, die gerade Fotos machte. Die Frau konnte sich abfangen und blieb unverletzt. Fast zeitgleich rempelte ein 25-Jähriger einen Journalisten an. Dadurch fiel das Handy des Journalisten zu Boden und wurde beschädigt. Die Polizei konnte beide Tatverdächtige in unmittelbarer Nähe stellen. Sie ermittelt nun wegen Sachbeschädigung und versuchter Körperverletzung.

Gegen den rbb wurden Beleidigungen skandiert und Drohungen gegen anwesende Reporter ausgesprochen.

Anmerkung der Redaktion: Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag wurde geschlossen.

13 Kommentare

  1. 13.

    Cottbus verwahrlost. Ludwigsfelde auch. Teltow. Industrie weg, Perspektive weg, Angst, dass die wenigen Fremden ihnen das wegnehmen, was sie noch haben (Alk? Drogen? Hartz?).

    Das Schlimme ist, dass es JUNGE Leute sind, die Zukunft des (Bundes-)landes... die sich faktisch älter benehmen als jeder wirklich alte Suffkopp im Westen des Landes.

    Wir haben ihnen blühende Landschaften versprochen. Bedauerlicherweise hat niemand gesagt, wann und wo...

    Ich habe keine Ahnung, wie man das je wieder richten will, wieder gut machen. Damit keiner mehr in der Innenstadt abhängen muss, perspektivlos. Das wird endlos dauern, dann werden die Syrer längst wieder weg sein. Und es wird eine abgehängte Generation zurückbleiben.

    Eine schreckliche Vorstellung. Trostlos.

  2. 12.

    Der Aufnahmestopp von Migranten bedeutet für Cottbus gewiß eine Entlastung, verlagert jedoch die Probleme in anderen Regionen. In Salzgitter und Wilhelmshafen wurde ebenfalls vom niedersächsischen Innenminister Pistorius (SPD) ein Aufnahmestopp verhängt. Dennoch fordern die Genossen bei den Sondierungen weitere Einwanderung sowie zusätzlich Familiennachzug.
    Dann hat man einen wunderbaren Multiplikatoreffekt - insbesondere in den Städten und Kommunen, für die der Aufnahmestopp verspätet eingeführt wird.

  3. 11.

    Hat die 18 jährige etwa vergessen das Armband mit dem Aufdruck >respect< zu tragen,
    oder hat sie sich nicht an die >Armlänge Abstand< Regel gehalten,
    oder war kein >Security Point< in der Nähe?

    Oder war sie einfach nur störrisch und hat sich nicht einer der vielen >frauenfreundlichen< Suren unterwerfen wollen?

    .
    @ IchMeinJaNur
    >Nein, das waren die rechten Bürger, nicht die aufrechten.<

    Rechte Bürger, so wie die SPD links ist?
    Also nicht rechtsextrem, oder rechtsradikal, sondern konservativ, bürgerlich rechts?
    Das ist ja durchaus beruhigend.

  4. 10.

    Angenommen man würde alle Flüchtlinge egal ob gut oder böse ausweisen, die "besorgten" Bürger würden sich im nu neue Sündenböcke und Feindbilder suchen, dass Problem sind nicht nur kriminelle Migranten.

  5. 9.

    Wenn von Brandstiftern immer wieder die Professionalität der Presse in Frage gestellt wird, entlädt sich dieses Feindbild auch bei 'der folgenden Menge'.

    Wenn die Sonne wieder ordentlich scheint, werden die Gemüter nicht nur in Cottbus auch wieder toleranter.

  6. 8.

    Darum sind Sie auch nie dabei, wenn die, aus Ihrer Sicht, "aufrechten" Bürger demonstrieren. Ihre Aufrichtigkeit besteht eher darin, besorgte Bürger zu diffamieren.
    Letztlich ist es traurig, was in Cottbus passiert. In jeder Hinsicht!
    Es muss ein Ende haben!

  7. 7.

    Aber nein, das waren die rechten Bürger. Rechte und aufrechte Bürger verwechseln Madleen und ihresgleichen gerne mal.

  8. 5.

    Statistisch ist die Kriminalität nicht gestiegen!
    Ihr schafft das schon...

  9. 4.

    Ich würde schreiben:
    "Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag wurde geschlossen." :-P

  10. 3.

    Genau,meines Erachtens sind gestern über 2000 aufrechte Bürger auf die Straße gegangen.
    Da hat Madleen Recht.

  11. 2.

    Die Demonstration fand doch gestern statt.

  12. 1.

    Wo bleiben da die Demonstrationen der aufrechten Cottbuser Bürger?

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