Senator Andreas Geisel im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses (Quelle: imago/Ditsch)
Audio: Inforadio | 08.01.2018 | Holger Hansen | Bild: imago/Ditsch

Innensenator zur Sicherheitslage am Alex - "Es ist nicht so, dass wir den Alexanderplatz verloren hätten"

Am Alexanderplatz herrscht deutlich mehr Sicherheit als öffentlich dargestellt - das meint zumindest Berlins Innensenator Geisel. Zahlen belegen, dass der Taschendiebstahl am Alex zurückgegangen ist. Die Gewaltkriminalität allerdings ist gestiegen.  

Der Berliner Alexanderplatz ist nach Angaben von Innensenator Andreas Geisel (SPD) sicherer als weithin angenommen. Zwar sei der Platz unzweifelhaft ein kriminalitätsbelasteter Ort, sagte er am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Allerdings sei die objektive Sicherheitslage wesentlich besser als sie in der öffentlichen Diskussion dargestellt werde.

Mehr Gewaltdelikte, weniger Taschendiebstahl

Laut Geisel wurden auf dem Alex im vergangenen Jahr 110 Fälle von Körperverletzung gezählt, nach 84 im Jahr 2016. Die Zahl der Raubtaten stieg um 10 auf 57. Dagegen habe sich die Zahl der Taschendiebstähle von etwa 1.700 auf 880 quasi halbiert.

Im abgelaufenen Jahr seien zudem 80 Delikte mit minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen gezählt worden, davon 9 Körperverletzungen und 8 Drogenstraftaten. Die Statistik im Hinblick auf diesen Personenkreis, der sich oft auf dem Alex aufhält, wird erst seit August 2016 geführt.

"Polizeipräsenz zahlt sich aus"

Es sei also nicht so, "dass wir den Alexanderplatz verloren hätten", schlussfolgerte Geisel. Die verstärkte Polizeipräsenz zahle sich aus. Ein weiterer wichtiger Schritt sei die Eröffnung der Alex-Wache Mitte Dezember gewesen. Um die Lage vor Ort nachhaltig zu verbessern, seien noch "ein bis zwei Jahre intensiver Arbeit" und ein "umfangreiches Maßnahmepaket mit repressiven und präventiven Anteilen" nötig.

Kommentar

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10 Kommentare

  1. 9.

    Auch hier koennten die Kommentare wieder ein Indiz sein, warum so viele Probleme nur schleppend geloest werden: Weil statt sachlicher Analyse und zielgerichteter Diskussion oft nur zwischen Extremen gependelt wird.
    - So manches vermeintliche bzw tatsaechliche Problem wird von jeweils einer temporaeren Fraktion in den uebelsten Farben gemalt, so als sei der Untergang nur noch eine Frage von Stunden.
    - Und von der anderen temporaeren Fraktion derweil komplett negiert.
    Interessant dabei, dass je nach Themenkomplex (bzw nur Themenaspekt) die Schwarzmaler und die Negierer gern mal fix die Jobs tauschen.
    Vllt sollten wir also alle, zumindest bei Sachthemen, uns etwas mehr der realistischen Malerei zuwenden. Geisel geht in diesem Fall m.E. mit recht gutem Beispiel voran.

  2. 8.

    Ich freue mich ja so, dass alles immer besser, sicherer wird, in einem Land, in dem wir gerne leben...

  3. 5.

    "Es ist nicht so, dass wir den Alexanderplatz verloren hätten"
    Das ist ja sehr beruhigend zu hören, stellt von staatlicher Seite trotzdem eine Bankrotterklärung dar.
    Solche Verhältnisse kommen nicht von ungefähr. Jahrelanges totschweigen von Einsparungen, ist hier das Ergebnis. Der alten Berliner Regierung hat es einen Furz interessiert, was aus dieser Stadt wird. Namen wie Wowereit, Sarrazin, Nußbaum zeichnen dafür verantwortlich. Ebenso Henkel ist nur im Fahrwasser des Berliner Senats mit geschwommen. ohne die Dinge beim Namen zu nennen.
    Bis heute hat sich keiner derjenigen dazu auch nur einmal geäußert. Der Pensionär Wowereit schwadroniert bis heute in den Talkshows wie ein Pfau und lässt sich seine Arbeit auch noch vom anwesenden Publikum beklatschen.
    Zu den Brennpunkten dieser Stadt gehört gewiss nicht nur der Alexanderplatz.

  4. 4.

    Einmal um Mitternacht betrat ich den Burger King am Alexanderplatz. In dem Schnellrestaurant hielten sich ausschließlich junge Männer aus dem vorderasiatischen + nordafrikanischen Raum auf. Sie starrten mich an, als ob ich aus einem exotischen Land käme. Die Bedienung, ein Schwarzafrikaner schien mir das Erschrockene anzusehen, denn er war sehr freundlich zu mir. All diese jungen Männer, die als "Flüchtlinge" zu uns kamen, sah ich die Langeweile an. Wer mit sich nichts anzufangen weiß, wird unzufrieden. Wer unzufrieden ist, kann schon mal auf dusselige Gedanken kommen. Ja, man kann sie in Phantasie haben, darf sie aber nicht in der Realität ausleben! Jetzt verstehe ich viel besser, warum der Alex immer wieder mit Negativschlagzeilen auffällt. Die einem Toilettenhäuschen ähnelnde neue Polizeiwache wird auch nicht viel ausrichten können. Es wäre schon ein Riesenerfolg, wenn den Polizisten,-innen der nötige Respekt entgegengebracht würde.

  5. 3.

    es ist schon erschreckend, mit welcher Dreistigkeit der Herr Geisel die Lage beschönigt und verharmlost ... er, der schön mit Chauffeur unterwegs ist und nicht mit Bus und Bahn und sich im öffentlichem Raum bewegen muss ...

  6. 2.

    Als Erfolg kann man das nun wirklich nicht verkaufen.
    So schlimm wie ein Taschendiebstahl ist.
    Aber Gewaltdelikte sind für die Betroffenen
    entschieden schlimmer.
    Fazit :Der Alex und nicht nur der, ist doch verloren.
    Alles nur Augenwischerei.

  7. 1.

    die öffentliche Diskussion speist sich ja nicht aus dem Nichts, Die Gewaltkriminalität allerdings ist gestiegen. was äußerst beunruhigend ist , bei den Taschendiebstählen gibt es zumindest kaum Schwerverletzte , hier wird einfach nur schöngeredet was schön sein soll

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