Solidaritätskundgebung vor dem Brandenburger Tor in Berlin anlässlich der Proteste gegen die Regierung im Iran (Quelle: Imago/ K.M.Krause)
Video: Abendschau | 06.01.2018 | Victoria Kleber | Bild: imago stock&people

Kundgebung in Berlin - Hunderte demonstrieren Solidarität mit den Protesten im Iran

Seit Tagen gehen Menschen im Iran auf die Straße, um gegen das Regime zu demonstrieren. Hunderte haben sich nun in Berlin solidarisch gezeigt. Bei einer Kundgebung auf dem Pariser Platz richtete der Veranstalter Forderungen an die Bundesregierung.

Bei einer Kundgebung auf dem Pariser Platz in Berlin-Mitte haben am Samstag mehrere hundert Menschen ihre Solidarität mit den Protesten im Iran zum Ausdruck gebracht. Der Veranstalter der Demonstration, Javad Dabiran vom Nationalen Widerstandsrat Iran, sprach von etwa 1.300 Teilnehmern. Zahlen der Polizei liegen bislang nicht vor. In 23 Reisebussen seien auch Teilnehmer aus Hannover, Hamburg, Köln und anderen Regionen Deutschlands angereist, sagte Dabiran. Auch in Hamburg gab es am Samstag eine Demonstration gegen das iranische Regierungssystem.  

Während der Kundgebung in Berlin hielten einige der Teilnehmer Bilder von Menschen hoch, die bei den Demonstrationen im Iran getötet worden sein sollen. Ihr Protest richtete sich gleichermaßen gegen den als reformorientiert geltenden Staatspräsidenten Hassan Ruhani und den religiösen Führer des Landes, Ajatollah Chamenei. Auf den Transparenten standen Slogans wie "Nieder mit Ruhani, nieder mit Chamenei" oder "Es lebe die Freiheit".  Der Protestzug zog vom Pariser Platz vor das Kanzleramt. Nach Angaben der Polizei verlief alles friedlich.

Veranstalter fordert Bundesregierung und EU zum Handeln auf

Wie Organisator Dabiran sagte, fordern die Menschen einen "Regimewechsel und das Ende der religiösen Diktatur". Bundesregierung und EU hätten bisher nicht entschieden genug auf die Vorfälle im Iran reagiert, kritisierte Dabiran. "Die Bundesregierung muss die Gewalt an den wehrlosen Demonstranten klar verurteilen", so seine Forderung.

Im Iran protestieren seit Tagen Tausende gegen hohe Lebensmittelpreise, Korruption und die autoritäre Staatsführung. Mehr als 1.000 Menschen sollen dabei verhaftet worden sein, mindesten 19 Menschen wurden getötet. In Berlin hatte es schon mehrere Solidaritätskundgebungen gegeben.

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