Lehrerin mit Kopftuch in einer Schule (gestelltes Archivfoto, Quelle: imago/epd) )
Bild: imago/epd

Bericht der "Berliner Zeitung" - Berliner Berufsschulen wollen Kopftuch verbannen

Bislang nimmt das Berliner Neutralitätsgesetz Berufsschulen vom Kopftuchverbot aus. Doch die Leiter der Berufsschulen fordern jetzt in einer Resolution, dass auch ihre Lehrkräfte weder Kopftuch noch Kippa oder Kreuz tragen sollen. Das berichtet die "Berliner Zeitung".

Die Debatte um das Berliner Neutralitätsgesetz erfährt eine weitere Wendung. Die Regelung verbietet seit etwa zehn Jahren religiöse Symbole wie Kopftücher, Kreuze oder Kippas in Teilen des öffentlichen Dienst, auch an Schulen. Ausgenommen sind bislang Berufsschulen. Nach dem Willen der Leiter der beruflichen Schulen soll sich das ändern.

Die Berufsschul-Direktoren hätten sich am Freitag in einer Resolution einhellig dafür ausgesprochen, dass das Neutralitätsgesetz "an allen staatlichen Schulen gleichermaßen gelten" sollte. Das berichtet die "Berliner Zeitung" am Samstag.

Sind ältere Schüler schwerer religiös zu beeinflussen?

Bisher waren muslimische Lehrerinnen, die ihr Kopftuch im Dienst tragen wollten, oft auf Berufsschulen ausgewichen. Das Tragen religiöser Symbole wird dort bisher toleriert, weil die Schüler älter und damit weniger beeinflussbar seien als an staatlichen Grund- und Oberschulen, so die Begründung im Gesetz.

Die Leitungen berufsbildender Schulen kritisierten laut der Zeitung diese Argumentation als nicht nachvollziehbar. "Viele Schülerinnen und Schüler der berufsbildenden Schulen sind minderjährig und in einer Phase jugendlicher Sinnsuche", zitiert das Blatt aus der Resolution. Zudem seien zuletzt viele geflüchtete Schüler aufgenommen worden, die besonders beeinflussbar seien.

Weder Kopftuch, noch Kreuz oder Kippa

Das Berliner Neutralitätsgesetz verbietet Mitarbeitern in Teilen des öffentlichen Dienstes das Tragen sichtbarer religiöser Symbole wie Kopftuch, Kreuz oder Kippa etwa in der Justiz, bei der Polizei und an allgemeinbildenden Schulen. In den vergangenen Monaten hatten sich mehrere kopftuchtragende Lehramtsanwärterinnen und Lehrerinnen vor Arbeitsgerichten erfolgreich gegen das Gesetz gewehrt und eine Entschädigung wegen Diskriminierung erstritten.

Innerhalb der rot-rot-grünen Berliner Regierungskoalition wird auch vor dem Hintergrund von Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts seit Monaten über eine Neufassung diskutiert. Dafür hat sich unter anderem Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) ausgesprochen.

Kommentar

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20 Kommentare

  1. 20.

    In der Türkei sind alle Religionen erlaubt, tragen sie sichtbar als Lehrer ein Kreuz, wird die Toleranz vorbei sein !

  2. 19.

    In dem Fall lag es einfach daran, dass gestern unser letzter Spätdienst um 22.30 Uhr Feierabend hatte. Ihr Kommentar kam um 22.41 Uhr. Er ist jetzt freigeschaltet, war ja auch absolut nichts, was dagegen sprach. Beste Grüße und einen angenehmen Tag.

  3. 18.

    Wenn nicht weiterhin die tragische Verwechslung zwischen einem überkommenen und antiquierten autoritären Gestus und einer selbstverständlichen Autorität herrschen soll, dann sind Lehrende zweifellos Autoritäten. Sie sind dafür da, Schülern etwas beizubringen. Deshalb hat ihr Verhalten immer auch Vorbildfunktion.

    Es ist m. E. ein himmelweiter Unterschied, ob jemand ein Kreuz als persönliches Bekenntnis zur Religion unter dem Hemd oder aber sichtbar oben auf der Kleidung trägt. Das Erste ist persönilche Überzeugung, die mit der eigenen Person zu tun hat, das Zweite ist Mission. Analog gälte das bei allen Religionen.

    Gerade Lehrende sollten Freiheit verkörpern. Wenn jemand ausschließlich mit Motorrad-Lederklamotten vor die Klasse tritt, hat dies ebensowenig mit dieser wechselhaften Freiheit zu tun, wie wenn jemand Kreuz, Kippa oder Kopftuch vor aller Welt faktisch vorzeigen muss.

  4. 17.

    Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Leider werden meine Kommentare, die in dieselbe Richtung gehen schon wiederholt nicht veröffentlicht - oder erst viel spàter als andere!

  5. 16.

    Soll ich nun Mitleid mit diesen Frauen haben? Ich garantiert nie!!
    Diese Frauen müssen wissen, daß wir in einem säkularen Land leben und da darf es auch für Muslime keine Ausnahme geben, sich mit religiösen Symbolen im öffentlichen Raum zu schmücken. Da müssen sie sich eben einen anderen Beruf aussuchen oder zu Hause bleiben. Eine weitere Möglichkeit besteht auch darin, in ein Land auszuwandern, wo Kopftücher an Schulen erlaubt sind, aber nicht bei uns.

  6. 15.

    Sorry aber das können die Berufsschulen nicht alleine bestimmen und der Berliner Senat wird ein Teufel tun aber das bestimmt nicht.

  7. 12.

    Für mich als Atheisten ist das Neutralitätsgesetz natürlich in Ordnung. Hier geht es aber konkret um die Verbannung der Kopftücher aus den Berufsschulen. Dazu kann ich nur kurz und trocken anmerken : Die Geister die ich rief, werd ich nicht mehr los. Es wird an Symptomen herumgedoktert. Für Frauen, die das Kopftuch wirklich nur aus Glaubensgründen tragen wird es nun noch zum Politikum.

  8. 11.

    Hier in Deutschland wird das Kopftuch als religiöses Symbol gesehen, auch wenn einige Frauen das dementiert .
    Religiöse Symbole haben heutzutage in STAATLICHEN Einrichtungen nichts zu suchen. Das betrifft dann auvh Berufsschulen und mir wsr bisher gar nicht bewusst, dass hier eine Ausnahme gemacht wird. Wieso denn.
    Bei religiösen Einrichtungen , egal welcher Glaubensrichtung ist das anders und darauf können sich ja auch alle einstellen.

  9. 10.

    Jegliche religiöse Symbole haben in Öffentlichen Einrichtungen etwas zu suchen. Als es nur die Kreuze und Kippas waren, ging es noch gut. Nur mit den Kopftüchern und anderer Frauen feindlicher Vermummungen, versuchen fanatische religiöse Aktivisten uns unsere Freizügigkeit ad absurdum zu führen. Das muss bereits im Ansatz unterbunden werden.

  10. 9.

    Wenn das Krankenhaus von einem kirchlichen Träger betrieben wird schon.
    siehe Marien-Krankenhaus in Lankwitz oder das Ev. Krankenhaus in Ludwigsfelde.

  11. 8.

    Jugendliche sind am einfachsten zu beeinflussen da total unerfahren und naiv. Sie denken sie wüssten alles dabei wissen sie nichts. Alkohol und Drogenkonsum macht sie gefügig. usw

  12. 7.

    Religiöse Symbole jedweder Art gehören nicht in die Öffentlichkeit, und schon gar nicht in öffentliche Einrichtungen, wie Schulen, Krankenhäuser etc.
    Bekomme jedes mal einen Schreck, wenn ich derartiges in Schule oder Krankenhaus entdecke!

  13. 6.

    In Berlin sind halt manche gleich und manche gleicher.

  14. 5.

    Klare Worte von mir: ich wurde streng nach kath.Maßstäben i.d.Schule erzogen.Damals gab es noch den Katechismusunterricht u.d.Prügelstrafe durch einen Kaplan.Dieser war so streng i.d.Auslegung der Bibel,das wir sogar Seitenweise daraus auswendig lernen mußten.
    Deshalb bin ich aber nicht Terroristin geworden.Wie schon hier erwähnt,lehne ich jegliche religiöse Ausrichtung an Schulen grundweg ab.

  15. 4.

    Alle Zeichen religiöser Ausrichtung bauen ein Druck auf andersgläubige und besonders Kinder aus moslemisch geprägten Elternhäuser auf,das ist der Boden auf den der Terrorismus wuchern kann,wenn man diese Kinder von Frühzeit indoktriniert,sie haben damit keine Möglichkeit sich ungehindert zu entfalten!

  16. 3.

    Falsche Argumentation.Hat rein gar nichts mit Lebensanpassung zu tun i.unserem Land.Was hätten Sie denn gerne?Ich kanns mir lebhaft vorstellen.Eines aber unterstreiche auch ich: Staat u.Religion sind getrennt voneinander zu halten.Ganz besonders an Schulen.Somit handeln hier meines Erachtens d.Direktoren richtig.

  17. 2.

    Wer in Deutschland lebt und auch noch an staatlichen Schulen unterrichten möchte, muß sich nach unserer Lebensweise richten und wir nicht nach irgendwelchen anderen religiösen Traditionen, in diesem Fall nach dem Islam.
    Für mich ist das Kopftuch eindeutig der Ausdruck für eine bestimmte religiöse Haltung, die an öffentlichen Schulen nichts zu suchen hat.
    Ich kann mich noch sehr gut an unsere ehemalige Kultusministerin Anette Schavan in Baden-Württ. in den 1990er Jahren erinnern, die seinerzeit strikt das Kopftuch an Schulen nicht genehmigte.
    Ich möchte jedenfalls nicht, daß meine Enkelkinder von kopftuchtragenden Muslimas unterrichtet werden. Ich erwarte eine eindeutige Neutralität an öffentlichen Schulen.

  18. 1.

    Vollkommen richtig, wer hier lebt, muss die sich übliche Lebensweise anpassen.
    In der Schuleund im Gericht sowie bei Behörden haben religiöse Zeichen nichts zu suchen.

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