Parkhaus in Köln (Quelle: imago/Christoph Hardt)
Bild: imago/Christoph Hardt

Private Investoren sollen zahlen - FDP will Berliner mit Tiefgaragen glücklich machen

Die Berliner FDP schlägt vor, mehr Tiefgaragen in der Stadt zu bauen. Die Liberalen versprechen sich so eine Entlastung für viele Menschen bei der Parkplatzsuche. "Die Berlinerinnen und Berliner suchen im Mittel 62 Stunden pro Jahr einen Parkplatz, gleichzeitig werden Flächen immer knapper", sagte der infrastrukturpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, Henner Schmidt, der Deutschen Presse-Agentur. "Die Bereitstellung von Tiefgaragenplätzen würde die Situation deutlich entschärfen." Parkraum würde unter die Erde verlagert, während oberirdisch zusätzliche Flächen für Rad- und Fußwege oder Ladezonen frei würden.

Die FDP will einen Antrag in das Abgeordnetenhaus einbringen, in dem der Senat aufgefordert wird, ein Tiefgaragenkonzept zu entwickeln. Dabei geht es um die Verlagerung bestehender Plätze in den Untergrund ebenso wie um zusätzliche Plätze. Als mögliche Standorte sieht die FDP den Olivaer Platz oder den Hardenbergplatz.

Bauen und Betreiben sollen die Tiefgaragen private Investoren. "Ziel muss dabei sein, eine vollständig private Finanzierung zu erreichen und das Land Berlin weder mit einem Investitionsrisiko noch einem Betriebsrisiko zu belasten", heißt es im Antrag. Andere europäische Großstädte wie Madrid, Barcelona oder Paris hätten gezeigt, dass auf diese Weise eine spürbare Entlastung des Straßenraums erreicht werden könne. Zudem würden durch Tiefgaragen die Emissionen des "Parksuchverkehrs" wie Abgase und Lärm deutlich reduziert.

Sendung: radio Berlin 88,8, 01.01.2017, 12.00 Uhr

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13 Kommentare

  1. 13.

    1/2 Auch wenn es in Berlin mehr als ca. ein Drittel der Einwohner wäre welche Auto hätten, und auch wenn ich verstehen kann dass man was bieten möchte damit es nicht zu Sachen kommt wie Hausabriss wo dann Garage auf Grundstück für verbleibende gebaut wird, falls man z.B. Bahnhof Zoo als ziemlich relevanten Knotenpunkt sieht, da macht es nicht Sinn sich für Jahrzehnte wegen ein paar Parkplätzen (zwischen den Gleisen der U9?) vertraglich zu blockieren, wo man dann eben kaum ausbauen kann. In anderen Worten, generell bin ich nicht gegen Tiefgaragen und sogar öff. Parkplätze, aber solches sollte im Rahmen eines Gesamtkonzeptes sein und nicht dass aller öffentlicher Raum für paar Autos blockiert wird wo man dann ohne Milliardenaufkauf gar nichts mehr bauen kann. (Carl August von Hardenberg war nebenbei gesagt übrigens gegen "deutschen Nationalstaat statt Preußentum", also war klarer Preuße, und von uns gab es sogar mehrheitlich keine Zustimmung zur Abschaffung Preuß. Bürgerschaft.)

  2. 12.

    2/2 Und in dem Gesamtkonzept kann man dann im kleineren z.B. darüber reden dass bei insbesondere U-Bahnhofbau gleich mit Tiefparkplätzen im Bauvorhaben gerechnet wird - und dabei sicherlich klar dass die Extrakosten dafür nicht durch Bahn-tickets bezahlt werden sollten, aber hätte man es mal in Betracht gezogen wenn man über Bau von Bahnhof Unter den Linden redete, dann hätte man dort und vielleicht sogar auf weiteren Streckenteilen schon locker zig Tiefparkplätze haben können.

    Und im größeren, wenn auch sicherlich nicht megalomanischen, kann man eben darüber reden dass wenn man sich auf weitere Generation von Schnellverkehr vorbereiten will, wo manche Technologie von Tunneln ausgeht, da hat die Festlegung der Transitstrecken zwar Priorität, aber wenn man schon mal dabei ist manche Teile von Berlin aufzureißen, da kann man auch gleich plannen Fundament für paar Hochhäuser zu schaffen inkl. U-Garagen einbezogen und solches vielleicht sogar mit auch paar U-Straßen.

  3. 11.

    Dieser Partei ist offenbar kein Schwein zu mager, um es durch das Dorf zu treiben. Und der RBB hilft mit seiner Berichterstattung auch noch dabei, diese Parteileiche am Leben zu erhalten.

  4. 9.

    Der Hinweis, wenn schon gebaut wird, und das ja leider im Augenblick nur hochpreisig, die Investoren zur Entspannung der Parkraumsituation herangezogen werden ,ist bezogen auf die Istsituation. Das die Stärkung des ÖPNV der einzige Weg ist, das Chaos in den Griff zu bekommen, ist unbestritten. Auf ihre Frage, ob ich der FDP angehöre, verweise ich auf meinen vorangegangen Kommentar, wohl auch meine Sicht auf kommunalen/ genossenschaftlichen Wohnungsbau ist dort für sie klar erkennbar

  5. 8.

    Den Begriff Parks ziehe ich gerne zurück, und nenne es mal unbebaute, zum Teil begrünte Freiflächen. :-).Aber das diese noch unbebauten Flächen zum Objekt der Begierde werden werden können, steht doch ausser Frage.

  6. 6.

    OMG, wenn Sie das sagen, werden also die ganzen "Parks" am Hardenbergplatz "zubetoniert". Oder am Olivaer Platz. Welche denn? Welche aus dem Märchenland?

  7. 5.

    Investitionen in Tiefgaragen/Garagen/Parkplätzen sind rückwärtsgewandt. Geld für Verkehrs muß in allererster, erster, zweiter und dritter Stelle für Busse und Bahnen fließen. Das Straßenbahnnetz hat durch falsche Westberliner Verklehrspolitik besonders gelitten, die Westberlin komplett straßenbahnfrei gemacht hat. Nur 2 Linien fahren nach Westberlin. Hier muß sehr viel getan werden. Aber das S-Bahn-Netz ist 28 Jahre nach dem Mauerfall immer noch nicht komplett. Einige Lückenschlüsse der U-Bahn würden auch nicht schaden. Aber soweit denkt die FDP nicht, weil sie eine Lobbypartei der Autoindustrie ist. Ich hoffe, daß diese FDP-Forderung niemand umsetzt. @3: Ist doch gut gelaufen. Kein Parkplatz = prima Sache + Denkanstoß zum Bahn+Bus fahren. @4: Warum wollen Sie die Wohnungasbauer zum Tiefgaragenbau verpflichten? Sind Sie FDP-Anhänger? Ich bin damit zufrieden, daß keine Tiefgarage/keine Parkplätze gebaut wurden. Aber statt teurer Eigentumswohnungen wären preiswerte Sozialwohnungen besser

  8. 4.

    Und genau da ist das Dilemma zu suchen.Hätte der Bauantrag eine Verpflichtung zur Parkraumbereitstellung mittels Tiefgarage bei den Eigentumswohnungen zur Voraussetzung gehabt ,sähe es vielleicht ein wenig entspannter aus. Aber bei den Bauämtern geht immer noch die Angst um, der Investor springt ab, wenn er mit Auflagen belegt wird. Keine Angst, wenn nicht er, dann ein Anderer. Der Bedarf in Betongold zu investiere ist, solange das Zinsniveau im Keller bleibt, ungebrochen. Aber schöner wäre es natürlich, der Staat oder Genossenschaften wären die Bauträger.

  9. 3.

    Eine Planung für den Olivarplatz mit Tiefgarage gibt es schon. Wurde aber nicht umgesetzt, da das private Fimanzmodel gescheitert ist.
    Jetzt soll der vorhandene Parkplatz ersatzlos wegfallen, obwohl in den letzten zwei Jahren massiv die Baulücken rund um den Platz mit teuren Eigentumswohnungen geschlossen wurden.

  10. 2.

    Wie selbstlos von den Herren. Auf diese Weise können Parkanlagen oder begrünte Plätze, hat man die Wiese erstmal betoniert, dann still und heimlich den Investitionen als Bauland weitergereicht werden, und wer da dann baut, und was, dürfte klar sein. Mit sozial verträglichen Mieten hat das dann wohl weniger zu tun. Denn es geht um Filetgrundstücke in der City. Ein wenig sehr durchsichtig, meine Damen und Herren von der FDP, aber der Versuch ist ja nicht strafbar-:)

  11. 1.

    Womit ein weiterer Raum geschaffen würde wo man ohne grosse Gefahr erwischt zu werden Straftaten begehen kann. Gute Idee FDP!

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