Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner (Quelle: imago/Christian Ditsch)
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Audio: Interview mit Peter Steudtner | Inforadio | 13.01.2018 | Bild: imago/Christian Ditsch

Peter Steudtner sieht erste Fortschritte im Fall Yücel - "Jeder Brief ist ein Zeichen der Solidarität"

Seit 334 Tagen sitzt Deniz Yücel in einem türkischen Gefängnis - ohne Anklage. Der Berliner Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner war zeitweise im selben Gebäude inhaftiert, wie der Journalist. Am Samstag rief er dazu auf, Briefe der Unterstützung an Yücel zu schreiben.

Der monatelang in der Türkei inhaftierte Berliner Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner hat sich hoffnungsvoll zur Situation des Journalisten Deniz Yücel geäußert. Es sei "zumindest Bewegung in dem Fall", sagte Steudtner dem rbb-Inforadio am Samstag in einem Interview. Er verwies dabei auf die Freilassung zweier anderer türkischer Journalisten. Jede Bewegung mache Hoffnung auf eine Entscheidung nach mehr als 330 Tagen ohne Anklageschrift, sagte Steudtner. Er hoffe, dass bald der Prozess gegen Yücel eröffnet werde.

Briefe sind "extrem wichtig"

Auf die Frage, wie Yücel unterstützt werden könne, antwortete Steudtner mit Verweis auf seine persönlichen Erfahrungen: Es helfe, Briefe zu bekommen. "Jeder Brief, der an ihn geschrieben wird, ist ein Zeichen der Solidarität", sagte Steudtner.

Diese Schreiben machten auch deutlich, dass es internationale Aufmerksamkeit für den Fall gebe. Für ihn selbst sei das "extrem wichtig" gewesen, auch wenn er seinerzeit Briefe nur über seine Anwälte und nicht über die Gefängnisleitung erhalten habe.

Der Berliner Menschenrechtsaktivist saß zeitweise im gleichen Gefängnis wie Deniz Yücel. Der "Welt"-Korrespondent Yücel, der sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsangehörigkeit hat, sitzt seit Februar 2017 in der Türkei in Untersuchungshaft. Die türkischen Behörden werfen ihm Terrorpropaganda vor.

Prozess gegen Steudtner läuft weiter

Steudtner hatte im Sommer 2017 in der Türkei als Referent an einem Workshop für Menschenrechtsorganisationen teilgenommen. Am 5. Juli wurde er in Istanbul verhaftet und saß bis zum 25. Oktober gemeinsam mit weiteren Menschenrechtlern wegen des Verdachts der Terrorunterstützung in türkischer Untersuchungshaft. Nach seiner Freilassung kehrte Steudtner zurück zu Familie und Freunden nach Berlin. Der Prozess gegen ihn wird in seiner Abwesenheit in der Türkei fortgesetzt.

Die Regierung in Ankara bemüht sich seit kurzem wieder um eine Normalisierung der Beziehungen zu Berlin. Erdogan will nach der Bildung einer neuen Bundesregierung nach Angaben von Außenminister Mevlüt Cavusoglu persönlich mit Kanzlerin Angela Merkel zusammenkommen.

Kommentar

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9 Kommentare

  1. 9.

    Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie andere Menschen nicht als "Kreaturen" herabwürdigen würden. Egal, ob es sich um Herrn Yücel oder jeden anderen Menschen handelt.

  2. 8.

    ...und da gibts noch mehr:

    TAZ; 06.11.2012
    Zitat Anfang:
    "Thilo Sarrazin, eine lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarrikatur, dem man nur wünschen kann, der nächste Schlaganfall möge sein Werk gründlicher verrichten"
    Zitat Ende

    Ich denke, das sagt jedem zivilisierten Menschen, mit was für einer Kreatur man hier zu tun hat. Er wünscht also ganz unbefangen anderen Menschen den Tod ... ganz ehrlich....die angeblich verletzten Menschenrechte dieses Typen sind mir völlig egal !
    So, mal sehen, ob das durch die Zensur kommt !

  3. 5.

    ...genau wegen Euch brauchen wir Deniz zurueck.

  4. 4.

    Wird schon seine Richtigkeit haben

  5. 3.

    Wenn ein Türke in der Türkei wegen in der Türkei begangener (angeblicher) Verbrechen inhaftiert ist geht das die deutsche Regierung gar nichts an.

  6. 2.

    Zitat: " Der baldige Abgang der Deutschen,ist Völkersterben der schönsten Art "
    Zitat Ende.
    Das schrieb Yücel...... Mit dem sollen wir uns solidarisch erklären ???

  7. 1.

    Es ist schon erstaunlich, mit wie viel Hingabe und Engagement von deutscher Seite aus für die Freilassung eines in der Türkei eingesperrten Journalisten gekämpft wird, der in nahezu jedem seiner Machwerke nie Zweifel daran aufkommen ließ, was er von Deutschland im allgemeinen und dem deutschen Volk im besonderen hält. Auf Zitate verzichte ich an dieser Stelle ganz bewusst, schließlich soll man ja bei Kommentaren auf Hass und Verunglimpfungen verzichten.
    Ist vielleicht einmal jemandem der Gedanke gekommen, dass der "gute Mann" womöglich zu recht sitzt? Die einzigen Fragen dabei sollten lauten, warum sitzt er erst jetzt und warum nicht bei uns???

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