Symbolbild: Sanierung eines asbestverseuchten Gebäudes im September 2006 in Espoo, Finnland. (Quelle: dpa/Lehtikuva)
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Regierungsfraktionen fordern Sanierung - Rot-Rot-Grün will Berliner Asbest-Altlasten beseitigen

Es soll etwa 100.000 Wohnungen in Berlin geben, in denen vor allem die Fußböden krebserregende Asbest-Fasern enthalten. SPD, Linke und Grüne fordern jetzt eine Liste der Gebäude, eine Beratungsstelle und einen Sanierungsplan.

Die rot-rot-grünen Regierungsparteien in Berlin wollen dem krebserregenden Asbest in vielen Wohngebäuden zu Leibe rücken. In einem gemeinsamen Antrag fordern die drei Fraktionen im Abgeordnetenhaus den Senat auf, ein Register aller asbestverseuchten Gebäude aufzubauen und Sanierungsstrategien zu entwickeln.

Außerdem soll eine zentrale Auskunfts- und Beratungsstelle geschaffen werden, an die sich Mieter ebenso wie Wohnungseigentümer wenden können. Sie soll auch Anzeigen zu unsachgemäßem Umgang mit asbestbelasteten Baustoffen im Zuge von Sanierungsarbeiten entgegennehmen.

Asbest seit 1993 verboten

Asbest wurde jahrzehntelang in Wohn- und Bürohäusern, Schulen und anderen Gebäuden verbaut. Wenn die Fasern freigesetzt werden, besteht die Gefahr des Einatmens durch Menschen und daraus resultierender Krebserkrankungen. Seit 1993 ist der Einsatz des Stoffes in Deutschland daher verboten.

Geschätzte 100.000 Wohnungen betroffen

In Berlin gibt es nach Angaben des Grünen-Bauexperten Andreas Otto schätzungsweise 100.000 Wohnungen mit asbesthaltigem Fußbodenbelag, obwohl in den vergangenen Jahren schon etliche Wohnungen saniert wurden. "Wir wollen die gefährlichen Altlasten beseitigen", sagte Otto am Dienstag. "Als ersten Schritt will Rot-Rot-Grün das Informations-Wirrwarr zwischen den Behörden beenden und errichtet dafür eine interdisziplinäre Beratungsstelle."

Der Antrag wird am Donnerstag im Plenum des Abgeordnetenhauses beraten. Zuerst hatte die "Berliner Zeitung" darüber berichtet.

Sendung:  Abendschau, 09.01.2018, 19:30 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    Sorry, aber die DUH ist ein reiner Lobby-Verein! Die haben meiner Meinung nach mit Umweltschutz oder dem Schutz Ihrer Gesundheit so viel zu tun, wie Hasenohren mit einem Besteckkasten. Würde es denen um Ihre Gesundheit gehen, müssten die sich ganz anderer Themen annehmen als dem Diesel-Bashing.
    Asbest ist im übrigen im gebundenen Zustand erst mal völlig ungefährlich. Erst wenn durch Witterung, Beanspruchung oder Bearbeitung Fasern freigesetzt werden, wird es gefährlich. Solange es also gut verpackt im Gebäude ist, entstehen erst mal keinerlei Risiken. In Deutschland gibt es hier eine absolute Hysterie und die wird gerne ausgenutzt, um unliebsame Gebäude abzureißen.

  2. 4.

    Gut, jetzt beschleunigt zu Sanieren. Leider verstärken sich die Wirkungen der vielfältigen Schadstoffe in Berlin. Bitte auch schnell NOx in der Luft reduzieren, siehe aktuelle Mitmach-Kampagne der DUH https://www.duh.de/projekte/e-mail-aktion-fuer-saubere-luft/
    In West-Berlin bin ich in den Siebzigern auf eine "Asbest-belastete" Grundschule gegangen. Später haben wir von den Ämtern Bescheinigungen über das für uns daraus resultierende Krebsrisiko erhalten, um ggf. später Ansprüche geltend zu machen.... Vorsorge ist schon besser - also Schadstoffe reduzieren!!!

  3. 3.

    Stimmt, der Nachrichtendienst war auch besser. Und wie erst die Bürgerrechte eingehalten wurden.
    Und das Bildungssystem hat nur Intelligenzbestien hervorgebracht

  4. 2.

    Beim Einzug wurde ich von hieriger WoBaG informiert dass in den Häusern noch Asbest, aber angeblich kein Grund zur Sorge. Und nun sitze ich hier in Wohnung ausserhalb des Rings mit Stadtautobahn vorm Fenster und Abgasen im Ausmass dass wenn man mal trotz Lärm Fenster aufmacht es ziemlich schnell eine Abgasschmutzstaubschicht gibt. Aber zum einen ist die Miethöhe anscheinend die gleiche wie in relativ ruhiger Lage im Zentrum. Und zum anderen hat man als Privatperson im Falle von Krebs die Beweislast dass z.B. von Asbest her, was insbesondere absurd wenn Gericht unter eventuell zumindest Angeklagtem steht, d.h. z.B. Berliner Gericht ist argumentativ im Interessenkonflikt da deren Arbeitgeber auch direkter Wohnungseigentümer.

    In dem Kontext ist es zwar toll dass mal endlich mehr Schwung bzg. Beseitigung, aber 3. Seite-beteiligung sehe ich als wünschenswert da viele Mieter wohl nicht mal wissen was Asbest ist geschweige denn in der Lage einschätzen zu können was "unsachgemäß" denn ist.

  5. 1.

    Ich bin ja erstaunt, dass der Senat jetzt erst erkannt hat, dass in Wohnungen die Fußböden mit asbesthaltigen Stoffen belastet sind. Da hat man schon vor Jahren darüber berichtet. Die Bewohner bewundere ich, denn sie mußten über Jahre verseuchten Wohnungen leben und ihre Gesundheit geopfert haben. Der Palast der Republick wurde ganz schnell abgerissen, weil er gesundheitsgefährdent war. Nein es es war ein Bau aus der DDR und dieser mußte schnell verschwinden. Heute zeigt man uns wie in Potsdam mit dem Hotel " Merkur" macht,. Dieser Bau sollte auch weichen wie der Palast in Berlin. Und jetzt wird saniert 40 Jahre DDR kann man nicht so schnell beseitigen das braucht noch einige Generationen. Ich möchte die DDR auch nicht wieder haben, aber man kann auch nicht alles verteufeln, denn es gab auch gute Seiten die uns heute fehlen. Innere Sicherheit, Bildungssystem ich noch andere Argumente anführen will es damit belassen.

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