Polizeibeamte nach einer Hausdurchsuchung (Symbolbild, Quelle: dpa)
Bild: dpa/Alexander Pohl

Polizei: Tatverdächtige aus rechter Szene - Hausdurchsuchungen nach Brandstiftungen in Neukölln

In Reaktion auf zwei mutmaßlich politisch motivierte Autobrände in Neukölln hat die Berliner Polizei Wohnungen durchsucht. Die Verdächtigen gehören der rechten Szene an. Vor dem Rathaus Neukölln protestierten mehrere hundert Menschen gegen rechte Gewalt.

Nach erneuten Brandstiftungen in Neukölln vor zwei Tagen haben in der Nacht zum Samstag Sonderermittler mehrere Berliner Wohnungen durchsucht. Bei den mutmaßlichen Anschlägen waren die Autos eines Linken-Politikers und eines Buchhändlers komplett ausgebrannt.

Wie die Berliner Polizei am Samstag mitteilte, waren Beamte in den Wohnungen von zwei Verdächtigen im Einsatz. Diese Maßnahmen habe ein Richter angeordnet.

Zuvor seien bereits am Freitagabend vier Durchsuchungsbeschlüsse in Neukölln vollsteckt worden, hieß es am Samstagmorgen. Dabei hätten sich die Ermittlungen gegen zwei namentlich bekannte Männer im Alter von 32 und 35 Jahren gerichtet. Diese seien der rechten Szene in Neukölln zuzuordnen. Bei den Durchsuchungen seien Laptops, Speicherkarten, eine Kamera, Handys sowie schriftliche Unterlagen beschlagnahmt worden. Die Polizei bezeichnete die Einsätze als Ermittlungserfolg.

Nach Darstellung der Sicherheitsbehörde waren insgesamt 60 Beamte beteiligt, neben Polizisten des Landeskriminalamtes auch Dienstkräfte der Polizeidirektion 5 und eine Einsatzeinheit der Bereitschaftspolizei. Nun werte man die Beweismittel aus.

Solidaritätskundgebung vor dem Rathaus Neukölln

Zudem fand am Samstagmittag vor dem Rathaus Neukölln eine Solidaritätskundgebung statt. Aufgerufen zu der Aktion unter dem Motto "Neukölln steht zusammen - Gegen rechte Gewalt und Intoleranz" haben verschiedene Aktionsbündnisse, Parteien und Gewerkschaften. 

Mehrere hundert Teilnehmer kamen zu der Kundgebung, darunter auch Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne), Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) und Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke).

Zuletzt zwei Fahrzeuge angezündet

In der Nacht zum Donnerstag waren in Britz und Rudow in der Karl-Elsasser-Straße und im Klettenweg zwei Fahrzeuge komplett ausgebrannt. Der polizeiliche Staatsschutz geht hier von Brandstiftung aus und hatte die weiteren Ermittlungen übernommen.

In den vergangenen Monaten hatte es in Neukölln immer wieder politisch motivierte Brandstiftungen durch - der Polizei zufolge - klar rechtsgerichtete Täter gegeben. Im Januar 2017 hatte die Polizei darum die Sonderkommission "RESIN - Rechtsextremistische Straftaten In Neukölln" gebildet.

Sendung: Inforadio, 03.02.2018, 13 Uhr

Kommentar

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24 Kommentare

  1. 24.

    Ist mit ein Herzensanliegen, mich bei den Ermittlern zu bedanken. Besonders in Zeiten, wo wir sehr irritierende Informationen zu den Tätigkeiten der an sich Zuständigen für terroristische Verbrechen erhalten, wie z.B. NSU und deren Umfeld und Unterstützer. Wenn es hier zu Ermittlungserfolgen und entsprechenden Strafen durch rechtskräftige Gerichtsurteile kommt, wächst dadurch bei mir wieder Vertrauen.

  2. 23.

    Und was soll uns jetzt dieser Beitrag sagen?

    Politisch Engagierte und Besitzer von Buchläden sollen nicht geschützt werden und/oder wenn diese diese Opfer von schweren Straftaten (versuchter Mord)werden, dann dürfen diese Straftaten nicht verfolgt werden?

  3. 21.

    Kurios wie sich der Staat für einige wenige ins Zeug legt. Mein Auto wurde auch angezündet aber kein Täter und keine demzufolge keine Festnahme. Ich bin auch nicht so wichtig weil uch mich nicht politisch engagiere und auch kein Buchladen führe .

  4. 20.

    "Linksextremistische" Fahrzeugverbrennungen gab es kaum. Die meisten waren Trittbrettfahrer.
    Zb der hier (100 Autos):
    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-04/berlin-brandstifter-urteil
    oder der hier (Polenhasser):
    https://www.bz-berlin.de/tatort/menschen-vor-gericht/drei-jahre-haft-fuer-den-auto-zuendler-von-berlin-oberschoeneweide
    Die Boulevardpresse hat seinerzeit einfach jeden Brand Linken zugeschoben, weil das ihrer politischen Agenda dienlich war und mit "Zündelnden Linken" getitelt. Die Ermittlungen ergaben aber, dass die meisten kein linkes Motiv hatten. Rechtsgerichtete Täter gab es genau so.

  5. 19.

    " "klar rechtsgerichtete Täter" ?! wohl eher extrem rechts oder?? " "

    Korintenkackerei, man weiß wer gemeint ist, vorausgesetzt man will es wissen.

  6. 17.

    Ich wüsste nicht, dass es für eine Brandstiftung einer gesteigerten Intelligenz bedürfen würde. Ganz im Gegenteil. Ein planvolles Vorgehen spricht nicht zwingend für Intelligenz. Ein Krokodil handelt auch sehr planvoll, ist extrem gefährlich und bei der Jagd extrem effektiv. Dabei hat es ein Gehirn wie eine Erbse.

    Der Begriff "Schwachsinnige" passt daher durchaus auf diese Idioten.

  7. 16.

    Herzlichen Glückwunsch zu dem Fahndungserfolg. DANKE an alle Beteiligten des LKA, RESIN, REX, der Direktion 5 und der Bereitschaftspolizei. Weiterhin viel Erfolg bei den Ermittlungen. @rbb "klar rechtsgerichtete Täter" ?! wohl eher extrem rechts oder?? "Rechtsgerichtete Strömungen reichen von konservativen oder rechtspopulistischen Positionen innerhalb des demokratischen Spektrums bis hin zu verschiedenen Erscheinungsformen des antidemokratischen Rechtsextremismus, die ihre äußersten Extreme in Bewegungen wie Faschismus oder Nationalsozialismus finden." https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Rechte_(Politik)

  8. 15.

    Was macht Sie denn so sicher, dass andere Autos von Linken angezündet werden?
    Wieviele Fälle von verurteilten Autobrandstiftern gibt es denn, die eindeutig dem linken Spektrum zugeordnet werden können? Bitte um belastbare Quellen!
    Und warum heulen Sie auf, wenn es um rechtsgerichtete vermutliche Brandstifter geht?
    Ihr Whataboutism ist entlarvend ...

  9. 14.

    Nein, das waren keine "Schwachsinnige ", das war Kalkül. Das sind keine Hohlbirnen die ziellos Anschläge verüben. Dahinter steht System.

  10. 12.

    Da hat ja auch jeder auf sein Auto aufgepasst, wie auf einen Goldschatz. Nochmal 18 Jahre warten? ;-)

  11. 9.

    Soso hunderte brennende Autos, die sie einem linken Spektrum als Verursacher zurechnen.Könnten sie diese mal beispielhaft benennen?

  12. 8.

    Wenn Linksextremisten das gleiche machen, gibt es seltsamerweise keine Protestdemos und Lichterketten bis zur Chinesischen Mauer. Ich möchte einmal sehen, dass grüne und linke gegen Linksextremistische Gewalt demonstrieren. Darin sieht man die Verlogenheit dieser Parteien.

  13. 6.

    Nur Schwachsinnige ob links oder rechts zünden Autos an.
    Hier sollten, falls man der oder die Täter ausfindig macht drakonische Strafen verhängt werden.

  14. 5.

    Vorbildlich und einmalig, wenn hunderte Fahrzeuge verbrennen "schaut noch nicht mal einer hin" doch wenn da mal ein rechtes Motiv sein könnte machen sie einen Volksaufstand, Dieser Senat repräsentiert die linke ungestrafte Gewalt offensichtlicher als jeder zuvor.
    Alle Brandstifter sind Verbrecher und gehören bestraft wie es das Gesetzt vorsieht, auch gleich und nicht unterschiedlich wie in der Vergangenheit zahlreich hier berichtet.

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