Blick auf einen der Wachtürme der Justizvollzugsanstalt Tegel in Berlin-Reinickendorf (Quelle: imago/Jürgen Ritter)
Bild: imago/Jürgen Ritter

Ausbrüche aus Berliner Gefängnissen - Behrendt holt externen Berater für Überprüfung der JVA Tegel

Zehn Häftlinge sind seit Ende 2017 aus Berliner Haftanstalten entwichen. Justizsenator Dirk Behrendt wollte von Rücktritt nichts wissen und versprach Aufklärung. Diese wird nun in die Hand eines Strafvollzugsexperten aus Rheinland-Pfalz gelegt.

Nach der jüngsten Flucht eines Strafgefangenen aus dem Berliner Justizvollzugsanstalt (JVA) Tegel soll jetzt ein externer Fachmann nach Sicherheitslücken suchen. Gerhard Meiborg, Justizexperte aus Rheinland-Pfalz, werde die Abläufe in der Haftanstalt analysieren, teilte Justizsenator Dirk Behrendt (Bündnis90/Die Grünen) am Dienstag mit.

Gerhard Meiborg am Mittwoch (15.05.2012) in Erfurt (Quelle: dpa/ Martin Schutt)
Gerhard Meiborg | Bild: dpa/Martin Schutt

Vor allem Abläufe an den Pforten sollen überprüft werden

Meiborg werde in der kommenden Sitzung des Rechtsausschusses des Abgeordnetenhauses vorgestellt; seinen Bericht solle er bis Mitte März vorlegen, so Behrendt.

Ein Vorfall wie in der vergangenen Woche, als ein 24-Jähriger aus der JVA Tegel floh, solle sich nicht wiederholen, sagte der Senator. Meiborg solle unter anderem klären, "an welchen Stellen Lücken in den Sicherheitsabläufen, insbesondere an den Pforten, bestehen und wie diese geschlossen werden können". Laut Behrendt war Meiborg bis zu seinem Ruhestand Leiter der Abteilungen Strafvollzug und Strafrecht im Justizministerium von Rheinland-Pfalz.

2004 habe er der Expertenkommission "Besonders gefährliche Gefangene in Schleswig-Holstein" angehört. Außerdem sei er 2011 Mitglied der "Schäferkommission" in Thüringen, die die Beziehungen des sogenannten "Zwickauer Trios" zu staatlichen Institutionen untersucht hat.

Nach wie vor offen ist auch die Frage, wie es zu den neun "Entweichungen" kurz nach Weihnachten kommen konnte. Aus dem geschlossenen Teil der JVA Plötzensee waren vier Gefangene ausgebrochen. Sie sind inzwischen wieder hinter Schloss und Riegel. Außerdem waren fünf Männer aus dem offenen Teil des Gefängnisses entwichen. Sie verbüßten dort eine Ersatzfreiheitsstrafe. Von dieser Gruppe fehlt noch einer.

24-Jähriger befindet sich weiter auf der Flucht

Der 24-Jährige, der am Mittwoch aus der JVA Tegel geflüchtet war, ist bislang nicht wieder gefasst. Nach ihm wird bundesweit gefahndet. Er war laut Justizverwaltung vermutlich auf am Unterboden eines Lastwagens aus der Anstalt entkommen.

Wie aus einem Zwischenbericht der Justiverwaltung hervorgeht, haben Kameras erfasst, wie sich eine "dunkel gekleidete Person" auf den LKW zubewegte. Zuvor muss der Ausbrecher dafür einen "Ordnungszaun" überwunden haben, der das Gelände umzäunt, auf dem sich die Gefangenen zu bestimmten Zeiten im Freien aufhalten dürfen. Wie ihm das gelingen konnte, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Sendung: Inforadio, 13.02.2018, 15.30 Uhr

Kommentar

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9 Kommentare

  1. 8.

    Würde mich mal Interessieren in welchen Verhältnis dieser Berater zu Behrend steht und was der Steuerzahler für diesen berappen muß, vielleicht kann rbb da ja mal nachhaken , hoffentlich stößt rbb da nicht in ein Wespennest ??

  2. 6.

    Noch so ein unqualifizierter Beitrag. "Einfach mehr Vollzugsbeamte einstellen,..."

    Vollzugsbeamte wachsen nicht auf Bäumen oder wollen sie dafür private Wachleute einstellen?

  3. 5.

    Lassen Sie es sich bitte noch ein mal beim 'Lautlesen' auf der Zunge zergehen: Meiborg solle unter anderem klären, "an welchen Stellen Lücken in den Sicherheitsabläufen, insbesondere an den Pforten, bestehen und wie diese geschlossen werden können". Dies ist eine Blamage ohne Ende, zum wegschämen und Sie relativieren. Da kenn ich Sie hier anders.

  4. 4.

    In ihren schon wahnhaften RRG Hass übersehen sie dass Hr. Behrendt im Gegensatz zur Hr. Kandt keine Angst hat externe Experten anzustellen.

    Ich weiß nicht über was sie noch meckern. Hr. Behrendt hat ein kaputt gespartes Ressort übernommen. Jahrzehntelange Versäumnisse und Mißstände gilt es jetzt abzustellen.

  5. 3.

    Wieder ein Experte, wieder ein Gutachten und immer schön Steuergelder verprassen. Einfach mehr Vollzugsbeamte einstellen, dann müssen die jetzigen keine Überstunden schieben und dadurch nachlässig werden. Aber die Toilette in der Mitte ist ja wichtiger.

  6. 2.

    Na dann wird ja alles gut. Dann hat Herr Behrendt endlich wieder Zeit sich um seine geliebten Genderwahntoiletten zu kümmern, statt um seine lästigen Hauptaufgaben. Außerdem kann er dann weiter gegen Hühner und Schweineställe klagen, die Berlin nicht hat und weiter Steuergelder verpulvern. Solche Politiker braucht das Land!

  7. 1.

    Herrn Behrendt steht das Wasser bis zum Halse. Wer arm dran ist, sucht und freut sich auf Hilfe die ihn eventuell rettet. Kennen wir vom BER, da sollte ein Herr Amann auch retten, nur der ist schon längst über alle Berge und auch der damals zu rettende ist weg.

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