Polizisten untersuchen am 10.02.2014 in Berlin im Bezirk Kreuzberg Tütchen mit Drogen. (Quelle: dpa/von Jutrczenka)
Video: zibb | 05.02.2018 | Ben Muhs | Bild: dpa/von Jutrczenka

Cannabis-Verbot - Bund Deutscher Kriminalbeamter: Legalize it!

Über den Umgang mit Cannabis wird seit Jahren gestritten - auch und vor allem in Berlin. Nun fordert der Bund der Kriminalbeamten ein Ende des Cannabis-Verbots. Der Regierende Bürgermeister Müller reagiert eher verhalten.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) fordert ein Ende des Cannabis-Verbots in Deutschland. Das Verbot sei "historisch betrachtet willkürlich erfolgt und bis heute weder intelligent noch zielführend", sagte BDK-Chef André Schulz der "Bild"-Zeitung. [Paid Content]

Es habe in der Menschheitsgeschichte noch nie eine Gesellschaft ohne Drogenkonsum gegeben, das müsse man akzeptieren.

"Es gibt bessere Möglichkeiten als Repression"

Der BDK setze sich für eine komplette Entkriminalisierung von Cannabis-Konsumenten ein, sagte Schulz. Das derzeitige Rechtssystem stigmatisiere Menschen und lasse kriminelle Karrieren erst entstehen. In der Drogenpolitik gebe es bessere Möglichkeiten als Repression.

"Dazu gehört zu lernen, mit einem verantwortungsvollen Drogenkonsum umzugehen, Konsumenten und Suchtkranken unter Fürsorgeaspekten zu helfen und einen tatsächlich wirksamen Kinder- und Jugendschutz möglich zu machen", sagte der BDK-Chef. Für Autofahrer müsse das Kiffen aber tabu bleiben.

Bundesärztekammer: "Kiffen ist kein harmloses Freizeitvergnügen"

Die Bundesärztekammer sprach sich gegen den Vorstoß der Kriminalbeamten aus. "Kiffen ist kein harmloses Freizeitvergnügen", sagte Erik Bodendieck, Vorsitzender der Arbeitsgruppe "Sucht und Drogen" der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag). Das habe zuletzt auch eine aktuelle Studie der Ludwig-Maximilians-Universität in München im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums bestätigt.

Cannabis könne demnach negative psychische, organische und soziale Effekte haben. Besonders für junge Konsumenten sei das Risiko hoch. "Cannabis kann abhängig machen - gerade auch in Hinblick auf die in den letzten Jahren stark angestiegenen THC-Gehalte der verwendeten Pflanzen", warnte Bodendieck. "Es ist wichtig, die Bevölkerung besser über die negativen Auswirkungen der Droge zu informieren."

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) äußerte sich skeptisch zum Vorschlag einer Legalisierung von Cannabis. "Ich sehe das persönlich sehr kritisch", sagte Müller am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Er selbst habe in seinem Bekanntenkreis miterlebt, dass Hasch "eine Einstiegsdroge für härtere Drogen war". Müller räumte jedoch auch ein, dass es gute Argumente für eine Legalisierung gebe, wie die Entkriminalisierung der Konsumenten und eine Entlastung von Polizei und Justiz.

Auch Berlin setzt auf Entkriminalisierung

In Berlin wird seit Jahren über den Umgang mit der Droge gestritten. Der rot-rot-grüne Senat hatte im vergangenen März die "Null-Toleranz-Strategie" des Vorgängersenats für gescheitert erklärt. Unter Innensenator Frank Henkel (CDU) sollte der Drogenhandel im Görlitzer Park eingedämmt werden, indem dort auch der Besitz von weniger als 15 Gramm Cannabis strafrechtlich verfolgt werden konnte. SPD-Fraktionschef Raed Saleh sagte dazu: "Die Polizisten haben genug davon, ständig kiffenden Touristen hinterherzulaufen."

Knapp 70 Prozent der Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz in Berlin hängen mit Gras und Haschisch zusammen. Die meisten Konsumenten besitzen nur Mengen unter 15 Gramm, werden sie damit erwischt, beschäftigt das die Polizei und Staatsanwaltschaft zwar zunächst -  aber in fast allen Fällen werden die Verfahren eingestellt, weil dann "die Schuld des Täters als gering anzusehen wäre, kein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung besteht und der Täter die Betäubungsmittel lediglich zum Eigenverbrauch in geringer Menge" herstellt, kauft oder besitzt, heißt es im Betäubungsmittelgesetz.

Sendung: Inforadio, 05.02.2018, 06.30 Uhr

Kommentar

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82 Kommentare

  1. 82.

    @rbb Mich würden mehr Informationen zu der vom Bezirk geplanten Einrichtung (Beratungszentrum oder so was für Suchtkranke / -gefährdete ?!) am Kottbusser Tor interessieren. Eine bessere Präventions- und soziale und räumliche Infrastruktur für Hilfsbedürftige ist auch vor der Legalisierung möglich. Dass die Drogenabhängigen (inklusive Handel und Konsum) mangels Alternativen vor allem in migrantisch geprägten Kiezen in den U-Bahnhöfen abhängen - ist eine schwer zu ertragende Politik. Zieht die bezirkliche Einrichtung unten ins NKZ? Die Dauer der Baustelle deutet auf einen öffentlichen Träger hin - im Vergleich zu den schnell realisierten privaten Vorhaben in Gewerbeimmobilien am Kotti ;)

  2. 81.

    Welche "Langzeitkiffer" kennen sie denn die "gerade in der Klinik" sitzen?

    Oder faseln sie mal wieder von Sachen von denen sie nicht die geringste Ahnung haben und denken sich wieder Sachen frei aus? Da sind sie bei ihresgleichen in bester Gesellschaft. Alternative Fakten und so...

  3. 80.

    Konfus sind allein Ihre Aussagen, weil Sie unten geschrieben haben, dass Sie das Zeug schon täglich zum Einschlafen benötigen. Das ist wie gesagt ein Thema für die Suchtberatung. Dass Sie die völlig ablehnen und da nicht mitarbeiten würden, ist mir klar, deswegen lässt sich Suchtverhalten trotzdem nicht beschönigen oder sogar idealisieren (gar "keine" negativen Effekte usw. - von wegen, deswegen sitzen die Langzeitkiffer dann gerade in der Klinik, weil das so "gut" getan hat^^).

  4. 79.

    Nützt alles nix, wenn die Gesetzgebung im Bund nicht mitspielt. In B sollte ja auch schon mal ein Coffeeshop eröffnet werden, soweit ich weiß. Ist auch nix geworden.

  5. 78.

    Hallo Futureduck,
    Kann mich jetzt zwar nicht mehr an das Datum der Abstimmung im letztem Jahr erinnern,aber die SPD in Berlin stimmte schon mal in Berlin zu diesem Thema ab und es gab fast eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen(48%).Zwar immer noch kein Durchbruch,doch immerhin ein Anfang.

  6. 76.

    " Können wir ihn nicht als EU-Kommissar nach Brüssel abschieben, stöhnt ein Genosse. Den Job kann er wenigstens - vermutlich, fügt er hinzu.

    Mitverhandler in den Koalitionsgesprächen berichten von erschreckenden Wissenslücken bei Schulz, selbst bei seinem Leib- und Magenthema Europa. "
    Zitat von heute, tagesschau.de. Herr Schulz lehnt die Legalisierung ja konsequent ab, ist übrigen Parteilinie der SPD. Verfügt offenbar auch über das gleiche Expertenwissen wie einige Kommentatoren hier. Viel Spaß dann auch noch mit Frau Mortler. Wir bekommen das GroKo.

  7. 75.

    Ihnen empfehle ich eine Auszeit mit Ihren völlig konfusen Aussagen.Aber etwas gebe ich noch kund.Ich konsumiere diese schöne Naturprodukt nicht täglich und schon gar nicht regelmäßig.Bin auch nicht abhängig.Aber mit Unterstellungen müssen Menschen wie ich schon immer durch sogenannte Spießer eben leben.LoL

  8. 74.

    "Ist sie in ihrer Fratzenbuchgruppe gerade nicht online? :-D"
    Keine Ahnung, ich war noch nie bei Fratzenbook und werde es auch niemals sein. :-P

  9. 73.

    Wieso werden denn immer gerade die fachspezifischen Sätze gelöscht?
    Kiffen macht die meisten regelmäßigen Konsumenten hochgradig psychisch abhängig und Punkt. Das IST so. Was gibt es an wiss. Erkenntnissen in einem Medium zu zensieren? Will sich der RBB mit so etwas pro Kiffen einsetzen??

  10. 72.

    Hallo, mein Beitrag betraf ja auch tatsächlich nur Jugendliche. :-)
    Nach vollständiger Ausbildung des Gehirns, was irgend wann um das 21. Lebensjahr herum ist, sinkt die Gefahr durch Cannabis nach bisherigen medizinischen Erkenntnissen auf ein akzeptables Minimum. Unterschätzen sollte man die Droge trotzdem nicht, insbesondere wenn man selbst oder nahe Verwandte an psychischen Erkrankungen leiden.

  11. 71.

    Danke für Ihren Beitrag zum Thema.Meine Erfahrung mit diesem Naturprodukt sind nur positiv.Niemals im Leben wäre ich im entferntesten durch den Konsum zu einer Straftat bereit.Bei Alkohol sehe ich das schon ganz anders.Hier habe ich schon ganz schlechte Erfahrungen gemacht und somit bin ich sehr konsequent beim Konsumieren von Alkohol.Überschreite nie meine Grenze.Ein Bier zum gutem Essen o.ein Glas Wein zuhause,das wars auch schon.

  12. 70.

    "Sie scheinen sich mit Ihrem beraubten Schlafvermögen durch die Einnahme von Mitteln arrangiert zu haben. " Umgekehrt wird ein Schuh draus: Cannabis verursacht bei den meisten regelmäßigen Konsumenten eine hohe psychische Abhängigkeit. Das Suchtverhalten ist offenbar so fortgeschritten, dass er ohne nicht mehr zur Ruhe kommen kann. Sie können nicht die typischen Entschuldigungsreden bei Suchtverhalten als Begründung für das Suchtverhalten interpretieren. Die Ursache für Suchtverhalten ist die gewünschte psychotrope Drogenwirkung, sonst würde man das nicht konsumieren. Das Entschuldigungsreden kommt dazu, wenn man damit nicht mehr aufhören kann.
    (Medizinische Verordnungen ausgeschlossen, diese Leute müssen sich eh nicht rechtfertigen.)

  13. 69.

    Ja, Beschimpfungen sind immer das letzte Mittel, wenn einem argumentativ nichts einfällt. Beliebtes Vokabular bei Kiffern ist auch, die anderen einfach als "Spießer" zu bezeichnen. Auch nicht gerade themenspezifisch aussagekräftig. Mich geht Ihre Sucht aber nichts an, das müssen Sie mit sich selbst ausmachen. Wenn Sie seit Jahren täglich konsumieren müssen, empfehle ich die nächste Drogenberatungsstelle.

  14. 68.

    Leider wieder nur „ein Verweis“über den Gebrauch von Cannabis.Sie geben hier der einseitigen Aussage von Schulmedizinern weiter.Richtig ist, daß Teenager und Jugendliche bis Vollendung des 21.Lebensjahr den Gebrauch tunlichst vermeiden sollten.Gehirn u.s.w.Alles bekannt und richtig.Aber ich verweise auf die sehr vielfältige Anwendung bei besonders Älteren Personen hin.Ich habe nicht die genaue Angaben,doch ein Blick nach Israel in einem Altenpflegeheim ( YouTube)öffnet auch Ihnen sicherlich die Augen.Demenzkranke,Parkinsonerkrankte Menschen u.v.a.mit chronischen Krankheiten erhalten Linderung.So wie ich auch.Ein Durchschlafen ist bei mir nur möglich mit Schlaftabletten welche ich ablehne o.teures Melatonin 5mg aus Biologischer Herstellung.Ich profitiere von Cannabis u.begrüße es sehr,wenn es zur Freigabe kommt.Besonders viele Alte Menschen können nicht Schlafen u.machen sich abhängig vom Arzt u.Apotheker.

  15. 67.

    Das ist mitnichten "aktueller Stand von Medizin und Forschung: ", zumal ein gefühlsduseliger Beitrag einer Journalistin kaum ein Beleg ist, noch weniger " aktueller Stand von Medizin und Forschung" sein kann.

    Solche Beiträge pro Cannabis kann ich ihnen massenhaft bringen, da würden 10.000 Zeilen nicht für die links reichen.

    Wahr hingegen ist dass der Konsum von Cannabisprodukten Psychosen verstärken oder auslösen KANN. DAS ist wissenschaftlich erwiesen.

    Es ging mir vielmehr um die absolut unbewiesene Behauptung "die damit zusammenhängenden Straftaten".

    Das ist völliger Quatsch, mir sind keine wissenschaftlich belegte Zusammenhänge zwischen Psychosen und "die damit zusammenhängenden Straftaten" bekannt.

    Aber schön dass ich "Skorpion" frage und sie antworten. Ist sie in ihrer Fratzenbuchgruppe gerade nicht online? :-D

  16. 66.

    Stimmt. Jedem das Seine. Jedoch gesundheitszerstörende, sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten gehören gewiss nicht dazu. Sie scheinen sich mit Ihrem beraubten Schlafvermögen durch die Einnahme von Mitteln arrangiert zu haben. Ich bin mir jedoch sicher, dass Ihnen echte fernöstlich gelehrte Mediation besser tun würde. Mir hilft sie jedenfalls, den Alltagswahnsinn (HartzIV) der kranken Unlogiken, fehlenden Sensibilität und Ignoranz staatlicher Entscheidungsträger zu überleben.

  17. 65.

    Das ist aktueller Stand von Medizin und Forschung:
    http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2013-12/marihuana-jugendliche-sucht
    Der Artikel ist zwar etwas älter, wurde aber nie widerlegt.

  18. 64.

    Ach Lotte/Lothar, da muss ich doch nicht träumen. Eine Legalisierung wird mit Sicherheit nicht automatisch zur Erlaubnis der Züchtung dieser Pflanzen führen. Sie sollten unseren Staat doch kennen. Dass der Selbstanbau schon lange stattfindet, wissen wir alle. Nur darf man sich halt nicht erwischen lassen. Genau so wenig wie beim Schwarzbrennen. Das soll der ein oder andere Bauer ja auch noch betreiben. ;-)

  19. 63.

    Haben sie für diese Behauptungen auch Belege/Quellen oder ist das nur mal wieder einer ihrer typischen Erfindungen?

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