Verkehr auf der Frankfurter Allee (Quelle: dpa/Thomas Uhlemann)
Bild: dpa/Thomas Uhlemann

Stand der Umbauten in Berlin - Hier werden aus Autospuren Radwege

Der Berliner Senat hat nach Regierungsantritt angekündigt, Autospuren zugunsten von Radfahrern umzubauen. Mittlerweile gibt es die ersten Baustellen. Bis Radfahrer und auch Fußgänger mehr Platz bekommen, wird es aber noch mindestens einige Monate dauern.

Der rot-rot-grüne Senat hat im vergangenen Jahr angekündigt, Autospuren auf einigen Berliner Straßen in Radwege umzuwandeln: in der Danziger Straße im Prenzlauer Berg sowie in der Frankfurter Allee, die durch Mitte, Friedrichshain und Lichtenberg führt. Unter den Linden in Mitte soll zudem ganz für den Autoverkehr gesperrt werden. Wie die Verkehrsverwaltung rbb|24 mitteilte, laufen bereits Planungen - an einigen Stellen werde auch schon gebaut.

Am weitesten gediehen ist das Projekt Danziger Straße: Hier laufen demnach bereits die Bauarbeiten zwischen Landsberger Allee und Bötzowstraße. Die Markierung der Radfahrstreifen bei diesem südöstlichen Abschnitt soll im Sommer erfolgen. Über den nordöstlichen Abschnitt (Bötzowstraße - Prenzlauer Allee) müsse sich der Senat noch mit dem Bezirk abstimmen, hieß es.

Danziger str. Berlin (Quelle: bing/rbb)
Bild: bing/rbb

In der Frankfurter Allee soll zwischen der Niederbarnim- und der Jessnerstraße eine Autospur an Radfahrer gehen. Wie die Senatsverkehrsverwaltung am Mittwoch rbb|24 mitteilte, sind die "Planunterlagen für die Radverkehrsanlage nach diversen Abstimmungen fertiggestellt worden". Nun warte man auf die Stellungnahmen der Bezirke und Behörden, zum Beispiel der Straßen- und Grünflächenämter und der Straßenverkehrsbehörde.

Ein ähnliches Ziel wie bei der Frankfurter Allee verfolgt der Senat mit der Umwandlung einer Autospur in eine Radspur in der : 
Karte: Frankfurter Allee Abschnitt zwischen Niederbarnimstraße und Jessnerstraße (Karte: BingMaps, Grafik: rbb)
Bild: Karte: BingMaps, Grafik: rbb

Unter den Linden soll zwischen Stadtschloss und Brandenburger Tor zur Fußgängerzone werden. Hier arbeite man derzeit an einem Gesamtkonzept für den Durchgangsverkehr, hieß es. Es soll Ausnahmen geben - so dass zum Beispiel Anlieger weiterhin durch Unter den Linden fahren sollen können. Für 2018 ist eine Untersuchung geplant, wie der Verkehr im betroffenen Bereich umgestaltet werden könnte. Ergebnisse werden für 2019 erwartet. Gleichzeitig arbeitet die Verkehrsverwaltung an einem "Maßnahmenprogramm" für Unter den Linden.

Hintergrund für die Umgestaltung ist auch die geplante Eröffnung des Stadtschlosses. Weil sich danach der Besucherstrom auf dem Boulevard verdoppeln könnte, so die Voraussage, sollen in Zukunft nur noch Fußgänger, Radfahrer, Busse, Taxen und diplomatischer Verkehr dort unterwegs sein. Wenn es nach Plan läuft, wird Unter den Linden zur Fußgängerzone, bevor das Stadtschloss 2019 eröffnet wird.

Kommentar

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48 Kommentare

  1. 48.

    Vielleicht läutet das dieTrendwende einund die Leute kommen auf den Geschmack: Menschen statt Abgase, Lärm, Blech, Gefahr. Hurrah! Danke Volksentscheid Fahrrad

  2. 47.

    Manch ein Autonarr beginnt mies zu reimen

    um damit die Kommentarseiten zuzukeimen! :-P

    Frei nach W. Busch oder so :-D

  3. 46.

    Radwege, besser noch Radspuren, sind nicht teuer wenn auch die blöden Autofahrer durchaus hinderlich sein können. :-P

    Im Ernst, freuen sie sich doch! Jeder Radfahrer ist ein Auto weniger vor ihnen im Dauerstau.

  4. 45.

    Also ich bin nicht mehr der Jüngste und sehe das trotzdem (oder gerade deswegen) so.

    Der Verbrennungsmotor ist ein Dinosaurier, der Individualverkehr mit einer Person in der Blechschleuder ein Auslaufmodell. Wer sich gegen diese Erkenntnis wehrt verdient damit Geld oder dem fehlt die Einsicht in diese Notwendigkeit.

    Erstere haben es verpennt die Industrie umzustellen, den letzteren sollte man zu der Einsicht verhelfen. Entweder indem man an den Verstand appeliert und wo das wider besseren Wissens nichts nutzt mit Vorschriften und Verboten.

  5. 44.

    Ich hoffe doch stark sie fahren nicht so wie sie hier schreiben, sonst müßten wir tatsächlich auf unsere Pakete warten.

    Und falls es sich noch nicht bis zu ihnen herumgesprochen hat alle großen Anbieter arbeiten an alternativen Zustellmöglichkeiten, z.B. mit Lastenrädern.

    Pakete und andere sperrige Sachen hole ich mir, je nach Größe und Gewicht, entweder mit dem ein- oder dem zweispurigen (Fahrrad-) Transportanhänger ab.

    Wir können ja mal eine Wette abschließen wer damit tagsüber zwischen 9-12 Uhr schneller von z.B. Wilmersdorf in Spandau ist. Die Parkplatzsuche schenke ich ihnen noch dazu. Selbstredend MIT Einhaltung der StVO.

    Btw. bin ich zu Westberliner Zeiten 7,5t gefahren, würde ich heute nicht für viel Geld und gute Worte mehr machen wollen.

  6. 42.

    Mit meinem grossen Hobel,
    Park ich auf dem Radweg nobel!

  7. 41.

    Auch wenn ich Ihnen zustimme, sind nicht gleich „alle“ Damen und Herren Fahrradnutzer Bürgersteiggefährder, wie Ihr Kommentar vermuten läßt. Aber es sind immer wieder vereinzelte Rowdies, welche ohne Licht insbesonders in der Dunkelheit über rote Ampelphasen rasen und dabei auch Fußwege benutzen. Dabei ein sehr aggressives Verhalten aufweisen.Diese Idioten sorgen für den schlechten Ruf im allgemeinen.

  8. 40.

    Sie könnte sich ja auch mal die Mühe machen und Stellen aufsuchen, an denen es vernünftige Radwege gibt. Dort werden Sie feststellen, dass Radfahrer durchaus bevorzugt ordentliche Radwege nutzen, so denn welche vorzufinden sind. Leider sind solche Strecken in Berlin sehr dünn gesät, aber beispielsweise am Columbiadamm gibt es die Möglichkeit Radfahrer auf dem Radweg zu bewundern.

  9. 38.

    Mal sehen, ob die Damen und Herren Radfahrer die teuren Radwege überhaupt nutzen, wo es doch die Bürgersteige gibt, die viel praktischer sind, wenn auch die blöden Fußgänger durchaus hinderlich sein können.

  10. 37.

    Sie haben schon mitbekommen das größtenteils der Individualverkehr das Problem ist? Von den Paketdiensten mal abgesehen die die total wichtigen Internetkäufe bringen.
    Ich bin auch täglich mir einem Kundendienstwagen unterwegs und bin dennoch der Meinung das viele für den Weg zur Arbeit häufig den öpnv nutzen könnten.
    Hat meine Frau auch immer gemacht und war schneller als es mit dem Auto möglich wäre. Aber mit dem Suv kann man besser protzen als in der U Bahn

  11. 35.

    Schonmal was von Bau- und Planungsrecht gehört? Schonmal daran gedacht, wie bürokratisch und langwierig es ist, "komplette Strecken" zu entwerfen? Schonmal was von dem gerade erst verabschiedeten Mobilitätskonzept gehört?

    Diese "Flickenschusterei" ist als Anfang doch wohl allemal besser als Nichtstun! Völlig vernünftig, dass, parallel zu den Planungsprozessen für neue Radstrecken, begonnen wird, die vorhandene Infrastruktur dem Radverkehr anzupassen und den Modal Split umweltfreundlicher zu gestalten.

    Drehen Sie aus Spaß an der Freude doch an jeder roten Ampel den Motor ihres Kleinwagens auf und schalten sie die Klimaanlage auf Höchststufe - genießen Sie Ihr persönliches Dasein als "freier Mensch". Es interessiert keinen und wird RRG auch nicht davon abhalten, Ihre Fahrspuren weiterhin anzupassen.

  12. 34.

    Eine vergleichsweise extreme Ansicht eines sicherlich jahrzehntelang ausschließlich auf Autonutzung konditionierten Verkehrsteilnehmers, der in seinem Freiheits Wirrwarr automobiler Phantasie nie die Nachteile desselben hat sehen wollen

  13. 33.

    Anstatt nur Teilstücke durchzusetzen würde der Senat gut daran tun, komplette Strecken zu entwerfen und umzusetzen ohne das elende Gegeneinander auszuspielen - hier erklären sich die jeweiligen Verkehrsteilnehmer zum Kriegsgegner - es kotzt einen an, dass dank dieser Flickschusterei des Senats wieder Leute aufeinander losgehen anstatt mit dem WIllen zum Konsens miteinander anstatt gegen- und übereinander herzuziehen.
    Danke RRG übrigens, dass jetzt gesunde Straßenbäume zugunsten einer sogenannten gesunden Verkehrsart gopfert werden - tolle Sache.
    Solange das so weitergeht, werde ich definitiv nicht jeden Tag auf meinen Kleinwagen in der großen Stadt verzichten, an roten Ampeln den Motor ausschalten, die Klimaanlage NICHT benutzen und zusehen, dass der Verbrauch meines kleinen Benziners nicht ausufert.
    Ich bin und bleibe ein freier Mensch, lasse mich in keinster Weise von irgendwem auch immer zu irgendeinem Verkehrsmittel zwingen.

  14. 32.

    Die Berlinerin meinte mit "mindestens hohe Bordsteinkante" wohl zwecks Sicherheit und Schutz vor Falschparkern eine bauliche Trennung zwischen den Fahrbahnen für Radfahrer*innen und motorisiertem Verkehr. In Planung sind meines Wissens dafü bisher Poller; zumindest in der Hasenheide. @rbb ist auf den Strecken oben eine bauliche Trennung beabsichtigt?

  15. 31.

    Eine extrem einseitige Betrachtung eines sicherlich noch sehr jungen Menschen, der sich im Vorschreibung- und Bevormundung Wirrwarrs sozialistisch-grüner Phantasie Politik bewegt.

  16. 30.

    Klar, eine schöne hohe Bordsteinkante - und meine Oma, und alle anderen älteren MENSCHEN !! die auf einen Rollator angewiesen, ist dann zu Hause eingesperrt, weil sie eh noch kaum laufen kann und jeder Weg bis zur abgeflachten Straßenecke (die sowieso meistens von Fahrrädern zugestellt ist) ist für die nicht machbar - ebenso für Eltern mit Kinderwagen, Gehbehinderte oder Rollstuhlfahrer. Tolle Idee und sehr menschenfreundlich! Aber eben die politik der Grünen nur junge gleichgeschelchtliche Radfahrer in den Städten - auf gar keine Fall ältere Menschen oder Familien mit Kindern

  17. 29.

    Jetzt geht es endlich vorwärts. Die Grünen setzen jetzt um, wofür sie gewähltt wurden. Denen muß keiner vorwerfen, daß sie nicht regieren können. Berlin hat die richtigen gewählt. Schade, daß es im Bund nicht klappte. @23: Mir haben nicht die Grünen das Autofahren verboten. Ich entschied michselbst dagegen.

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