Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sitzt am 20.12.2017 in Potsdam (Brandenburg) in seinem Amtszimmer. (Quelle: dpa/Maurizio Gambarini)
Audio: Antenne Brandenburg | 13.02.2018 | O-Ton Dietmar Woidke | Bild: dpa/Maurizio Gambarini

Parteien wollen für Weltoffenheit demonstrieren - Woidke wehrt sich gegen Vorwürfe aus Cottbus

Am Donnerstag soll in Cottbus für Weltoffenheit demonstriert werden. Auch Ministerpräsident Woidke wird dabei sein. Im Vorfeld wehrt er sich gegen Vorwürfe, das Land habe die Stadt mit seiner Flüchtlingsproblematik allein gelassen.  

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat Vorwürfe aus Cottbus zurückgewiesen, das Land Brandenburg habe zu spät auf Bedürfnisse und Hilferufe der Stadt reagiert.

Bezogen auf Übergriffe durch und auf Flüchtlinge sagte er am Montag dem rbb, es sei "de facto unmöglich" im Vorfeld alles zu sehen, alles zu erahnen und alles zu verhindern. Solche Vorfälle würden aber nicht toleriert, die Taten würden geahndet. "Daneben ist es notwendig zu zeigen, dass wir uns von diesen Straftaten nicht davon abbringen lassen, dass wir in einer modernen, freiheitlichen und offenen Gesellschaft leben wollen und, dass wir uns von Rechtsextremisten nicht einschüchtern lassen", so Woidke.

Sternmarsch für Weltoffenheit

Anlässlich des 73. Jahrestags des alliierten Luftangriffs auf Cottbus soll am Donnerstag erneut für Weltoffenheit und gegen Rassismus demonstriert werden. Zu einem Sternmarsch unter dem Motto "Cottbus bekannt Farbe" haben unter anderem die Landesverbände von SPD, CDU, Linke, FDP und Grünen aufgerufen. In der Vergangenheit war der Jahrestag des Bombenhagels auf Cottbus von rechten Gruppen wiederholt für Aufmärsche missbraucht worden.

Startpunkte für den Sternmarsch sind die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, das Staatstheater, die Lutherkirche und der Jaques-Duclos-Platz, kündigte die Initiative "Cottbuser Aufbruch" am Montag an. Zum Abschluss finde eine gemeinsame Kundgebung mit Ministerpräsident Woidke an der Oberkirche statt.

Seit Monaten Konflikte in Cottbus

Cottbus war in den vergangenen Monaten mit mehreren Gewaltvorfällen zwischen Flüchtlingen und Einheimischen in die Schlagzeilen geraten. Daraufhin hatte Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) mehr Unterstützung vom Land und vom Bund gefordert.  

Zuletzt waren am 3. Februar rund 1.000 Menschen für ein friedliches Zusammenleben zwischen Einheimischen und Flüchtlingen auf die Straße gegangen. Rund 3.000 Demonstranten kamen zu einer Kundgebung des rechtsgerichteten Vereins "Zukunft Heimat".

Cottbus hat derzeit gut 100.000 Einwohner, nach Angaben der Stadtverwaltung sind davon rund 4.300 Flüchtlinge, die allermeisten stammen aus Syrien.

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15 Kommentare

  1. 15.

    Stimmt. "In Berlin geht es vielen Anwohnern genau so."

    "Besorgte Bürger" die rechten Rattenfängern hinterherlaufen und sich von diffusen Ängsten leiten lassen statt von Tatsachen.

    Mit einem Unterschied. Berlin ist kein Hotspot der Rechten und Rechtsextremen wie Cottbus und Südbrandenburg.

    Hier ist nicht eine Stadt, eine ganze Gegend von rechten Netzwerken durchsetzt.

  2. 14.

    Ich finde es ehrlich gesagt eine Unterstellung,dass Cottbus immer dafür herhalten muss rechts zu sein .
    Nur weil die Menschen da Angst haben vor bestimmten Gruppen oder
    Teilen der Stadt.
    In Berlin geht es vielen Anwohnern genau so.

  3. 13.

    Weil es hier mal wieder gerade so schön zu sehen ist:

    http://faktenfinder.tagesschau.de/inland/organisierte-trolle-101.html

  4. 12.

    Zitat: Zuletzt waren am 3. Februar rund 1.000 Menschen für ein friedliches Zusammenleben zwischen Einheimischen und Flüchtlingen auf die Straße gegangen. Rund 3.000 Demonstranten kamen zu einer Kundgebung des rechtsgerichteten Vereins "Zukunft Heimat"."

    Leider hat es der rbb bis heute nicht für nötig gehalten, die geschätzten Zahlen von vor 10 Tagen zu verifizieren.
    Auch die Beschreibung beider Demonstrationen spricht für sich.

    Unparteiischer sachlicher und glaubwürdiger Journalismus sieht anders aus.

  5. 10.

    In der WELT lese ich soeben:
    "Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und der evangelische Bischof Markus Dröge haben gemeinsam zur Teilnahme am Sternmarsch «Cottbus bekennt Farbe» am Donnerstag aufgerufen. «Dem offenkundigen Versuch von Rechtsextremisten und anderen Feinden eines friedlichen und demokratischen Miteinanders, die Stadt Cottbus zu einer weiteren Bühne für ihre menschenverachtenden Hetze zu machen, stellen wir uns gemeinsam mit den Cottbuserinnen und Cottbusern entschieden entgegen», erklärte Dröge am Dienstag nach einem Treffen mit der Landesregierung. Auf der Kundgebung wollen auch Woidke und Dröge sprechen."

    Wurden etwa die 5.000 unbotmäßigen Cottbusser von vor 10 Tagen schon ausgebürgert?
    Nicht etwa ein Konsenz wird angestrebt, sondern der weit aufgerissene Grabens zwischen besorgtem Volk und überheblicher Obrigkeit vertieft.
    Die Pfaffen, Woidke und Co haben es immer noch nicht begriffen. Wie tief muss die SPD noch sinken?

  6. 9.

    Also angesichts von 65 Mio. Geflüchteten weltweit sind 2 Mio in zwei Jahren nicht viele, in Anbetracht der Bevölkerungsgröße Deutschlands ja dann wohl nur 2,5% und ohne die Emigration zu berücksichtigen - stimmt, da muss man nach der Apokalypse schreien. Und dass die Menschen ausgerechnet in ein Land mit recht stabiler Demokratie und weitgehend geschützten Menschenrechten fliehen wollen, das ist aber auch schwer zu verstehen...

    Wenn es kein Arbeitsverbot gäbe, mit dem man Geflüchtete konstruiert und künstlich von gesellschaftlicher Teilbhabe in diesem Bereich zurückhält, würden sich dann die Rechten hier immer noch beschweren?

    Dass das Asylrecht von so manchem in Frage gestellt wird und Geflüchtete als "Glücksritter" bagatellisiert werden, zeigt nur, wie demokratiefern manche Einstellung ist.

    Für die teils bis heute überlastete Verwaltung, können Geflüchtete rein gar nichts. Das hat Deutschland, inkl. Brandenburg, sich selbst zuzuschreiben.

  7. 8.

    Die Gelegenheit Artikel 20 Absatz 4 anzuwenden denn jene dürfen beseitigt werden wenn diese die Freiheitlich Demokratische Grundordnung beseitigen. Selbst diese Anwendung des Grundgesetzes wird einen als Straftat ausgelegt.

    Quelle Wikipedia und Rechtsexperten.

  8. 7.

    Schlafen Sie weiter Herr Woidke, aufwachen werden Sie mit einem Alptraum denn die nächsten Landtagswahlen werden kommen, mal sehen wer dann wieder schuld hat das die Wähler weg gelaufen sind.

  9. 6.

    Wie arrogant ist das denn? Die Fachleute vor Ort warnen sachlich auf dem Dienstweg, die Verwaltung ignoriert und Herr Woidke behauptet, man kann nicht alles vorhersehen - unglaublich. Wahrscheinlich ist die interne SPD Situation wichtiger: Ist Herr Woidke, wie die anderen Landesverbände auch für eine Urwahl oder will er der Führung "nach dem Munde" reden? Was für ein Dilemma.

  10. 5.

    @Ingolf: Genau das! Ich kann nur jedes Ihrer Worte unterstreichen. Alleine, Sie werden bei den üblichen Verdächtigen ungehört verhallen. Ich kann diese Floskel "Weltoffenheit" nicht mehr hören! Sind Kanada, die USA, Australien, Dänemark, Norwegen und auch Schweden nicht weltoffen, nur weil sie nicht mehr oder nicht mehr bereit sind, jeden Glücksritter dieser Welt aufzunehmen? Flüchtlingshilfe ist wichtig, da sind wir uns alle einig. Aber man muss sehr genau schauen, wem man wie und wo am besten helfen kann. Aber die werte Frau gBK meint, die Weisheit und Humanität mit Löffeln gefressen zu haben, belastet damit neben der inneren Sicherheit vor allem die Sozialkassen auf Jahrzehnte, obwohl dieses Geld für die Flüchtlinge heimatnah ein vielfaches an Wirkung zeigen würde. So hat man letztlich vor allem junge Männer angelockt, die Auswirkungen davon spürt nicht nur Cottbus. Die selben Probleme gibt es bundesweit.

  11. 4.

    "Woidke wehrt sich gegen Vorwürfe aus Cottbus."
    Na ja,
    wenn Vorwürfe dann an die richtige Adresse !
    Das wäre die europ. Globalisierungs-Wirtschaft.
    Bei uns personifiziert durch den Herrn Martin Schulz !

  12. 3.

    Alles gut und schön. Was mich aber immer wieder ärgert ist, dass die augenblickliche Situation, die derzeitige katastrophale Flüchtlingspolitik und der daraus zu Recht erwachsende Unmut mit allgemeiner "Fremdenfeindlichkeit", "Fremdenhass" oder "fehlender Weltoffenheit" tituliert wird, wobei das zwei vollkommen unterschiedliche Paar Schuhe sind. Selbst der aller größte Freund "Merkelscher Chaospolitik" muss doch zugeben, dass es jeglicher Notwendigkeit entbehrt, innerhalb von nur zwei Jahren über zwei Millionen überwiegend illegal eingereister "Geflüchteter" in unserem Land ein von der Allgemeinheit finanziertes Leben zu ermöglichen und damit erwiesenermaßen die innere Sicherheit, den inneren Frieden und die Toleranz der meisten Einheimischen zu zerstören. Wenn man das nicht mehr sagen darf, ohne fremdenfeindlich zu gelten... Dieses ganze Geschwätz von Weltoffenheit und Toleranz dient doch nur dazu, die Gutgläubigkeit einiger Unbelehrbar-Naiven zu missbrauchen...

  13. 2.

    1000 Teilnehmer für ein "weltoffenes" Cottbus? Warum berichtete die TAZ in ihrer ersten Versien von "hunderten"?

  14. 1.

    Dass es am 3. Febr. allenfalls ein Drittel waren, die für ein offeneres Cottbus demonstrierten als es jene waren, die für ein abgeschlossenes Cottbus demonstrierten, lag m. E. vor allem am Umstand, dass entgegen der beiden RBB-Schlußsätze die erstgenannte Demo eine Gegenkundgebung war.

    Deshalb ist es jetzt wichtig, FÜR etwas einzutreten. Nicht, dass die Zerstörung von Cottbus verdient gewesen wäre, wie es ein Teil des Spektrums gewiss meint, vielmehr so, wie es Altbundespräsident Richard von Weizsäcker 1985 sagte: Dass die von Nazi-Deutschland ausgehende Aggression und Zerstörung auf dieses Land zurückschlug.

    Das ist mehr als "Sowas kommt von sowas".
    Da ist die eigene Verantwortung drin, aber auch die von anderen. "Dem Bösen" auf´s Haupt zu schlagen ist parolenhaft immer zu einfältig. Der militärische Sieg gegen das NS-Regime war eine von Bitterkeit getragene Notwendigkeit. Nur das.

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