Das Zirkuszelt Cabuwazi in Treptow steht auf dem ehemaligen Mauerstreifen (rbb/Anton Stanislawski)
Bild: rbb/Anton Stanislawski

Zirkeltag | Kinderzirkus Cabuwazi - Bei der Rückwärtsrolle sind alle gleich

Wo früher die Mauer die Berliner Bezirke Neukölln und Treptow-Köpenick voneinander trennte, steht heute ein Zirkuszelt. Kinder beider Stadtteile lernen hier Kunststücke. Das geht nur im Team. Von Anton Stanislawski

Bis 1989: Mauerstreifen mit Wachturm

Heute: Zelte des Kinder- und Jugenzirkus Cabuwazi

Das einziges Überbleibsel auf dem Gelände des Circus Cabuwazi, dass an die Grenze dort erinnert: eine metallene Abwehrvorrichtung (Bild: rbb/Anton Stanislawski)
Überbleisel aus DDR-Tagen: Metallene Abwehrvorrichtung | Bild: rbb/Anton Stanislawski

Eine geschlossene Häuserreihe in der Bouchéstraße in Berlin-Treptow, Mietshaus schließt an Mietshaus. Dann tut sich eine Lücke auf. Früher durchbrach der Mauerstreifen hier die Häuserzeile. Totes Niemandsland, ein Wachturm, Beton und Stacheldraht. Heute ist auf demselben Stück Land eine bunte Oase entstanden: der Kinderzirkus Cabuwazi.

Zwischen Bäumen, Gemüsebeeten und kleinen Kunstwerken stehen überall auf dem Gelände alte Zirkuswägen. Und mitten drin: Ein großes gelb-rotes Zirkuszelt. Mit Manege, Sternenhimmel und allem was dazu gehört. Drinnen dreht eine Gruppe Kinder gerade Pirouetten auf dem Einrad.

Das Zirkusgelände Cabuwazi hat beim Einbruch der Dunkelheit einen besonderen Flair (Bild: rbb/Anton Stanislawski)
| Bild: rbb/Anton Stanislawsky

Verschiedene Milieus treffen sich im Zirkuszelt

"Was den Ort für mich so besonders macht, sind die verschiedenen Lebenswelten, die sich hier treffen", sagt Britta Niehaus. Sie ist die Leiterin des Cabuwazi-Standorts Treptow. Ihr Büro hat sie in einem der alten Zirkuswägen, einem Relikt des DDR-Staatszirkus. "Das ist schon ein abgefahrener Ort hier. Man kann hier ein gemeinsames Miteinander der verschiedenen Kulturen erleben. Und das in einem Zirkuszelt, auf dem ehemaligen Mauerstreifen."

Hin und wieder kommen Touristen vorbei und machen Fotos, erzählt Niehaus. Nicht vom Zirkus, sondern von einem Stück Metall. Der letzte Rest der Mauer - früher sollte er Flüchtende daran hindern, über die Grenze zu kommen. Gäbe es die Touristen nicht, würde das heute kaum jemand mehr beachten.

"Dass wir hier auf ehemaligem Grenzgebiet sind, spürt man sonst nur noch daran, dass wir zwischen Treptow-Köpenick und Neukölln sind", erzählt Britta Niehaus. Auch heute merke man noch die Unterschiede zwischen diesen Bezirken. Verschiedene Milieus, verschiedene Strukturen, Religionen und Hintergründe. Und das alles trifft sich im Zirkuszelt. "Dem Artisten ist alles gleich. Der lernt eine Rolle rückwärts oder eine Rolle vorwärts, an welchen Gott er dabei glaubt, ist vollkommen egal." Damals ging es hier um Trennung, heute um Zusammenhalt.

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    Für junge Ruderer auf dem Griebnitzsse ist es schwer, sich vorzustellen, dass früher die Grenze quer über den See verlief. Früher mussten sich Sportler vor Schüssen fürchten, wenn sie vom Weg abkamen. Von Felix Edeha

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    Zwischen Prenzlauer Berg und Gesundbrunnen ragt eine Wand in die Höhe: die "Schwedter Nordwand". Ein Paradies für Kletterfans auf dem ehemaligen Berliner Mauersteifen. Von Anton Stanislawski

  • Zirkeltag | Kfz-Arcarden 

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    Mauer auf dem Prüfstand

    Das Konzept der Kfz-Arcarden ist einfach: alle Dienstleistungen am Auto auf einem Gelände. Los ging es im ehemaligen Grenzgebiet, wo es viel Platz für Werkstätten gab. Von Nico Schmolke

  • Zirkeltag | Baumhaus an der Mauer 

    Das Baumhaus in Kreuzberg (Quelle: rbb/ Laura Kingston)
    rbb/ Laura Kingston

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  • Zirkeltag | Wagenburg Lohmühle 

    1991 fanden sich auf dem ehemaligen Grenzstreifen am landwehrkanal Aussteiger zusammen (Quelle: rbb/ Laura Kingston)
    rbb/ Laura Kingston

    Holzhäuschen im Niemandsland

    Wo früher grauer Beton und Stacheldraht war, da stehen heute bunte Holzhäuschen auf Rädern. Die Wagenburg Lohmühle in Berlin-Treptow hat den Mauerstreifen zu einem Paradies für Aussteiger und Andersdenkende gemacht. Von Laura Kingston 

  • Zirkeltag | Holzmarkt 

    Der Holzmarkt von der gegenüberliegenden Spreeseite. Hier wurde ab 2012 ein buntes Dorf mit Kita, Kunstateliers und einem Restaurant gebaut. (Bild: rbb/Mona Ruzicka)
    rbb/Mona Ruzicka

    Utopie in der Sicherheitszone

    Auf dem Holzmarkt-Gelände wird getanzt, es gibt Kunst und Kultur, entstanden ist ein Freiraum mitten in der Stadt. Früher war das Gebiet mit Stacheldraht und Grenzpatrouillen gesichert – um Fluchtversuche über die Spree zu verhindern. Von Mona Ruzicka

Sendung: Radioeins, 05.02.2018, 10.00 Uhr

Beitrag von Anton Stanislawski

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