Archivbild: Zentrale Auslaenderbehörde und BAMF-Aussenstelle in Eisenhuettenstadt. (Quelle: imago/Ditsch)
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Zahlen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge - In Brandenburg werden besonders wenige Asylanträge anerkannt

Während im Saarland fast 73 Prozent der Asylanträge anerkannt werden, sind es in Brandenburg nur 24,5 Prozent. Das liege an "wahrgenommenen Befindlichkeiten" der Entscheider, sagt ein Politikwissenschaftler. Stimmt nicht, kontert das Bamf.

Wie hoch die Chance eines Flüchtlings auf Anerkennung ist, hängt nach einem Zeitungsbericht stark davon auf, wo ein Asylantrag gestellt wird. Nach einem Bericht der "Rheinischen Post" vom Montag war die Anerkennungsquote in Brandenburg im vergangenen Jahr mit 24,5 Prozent besonders niedrig. Im Saarland habe sie bei fast 73 Prozent gelegen. Die Zeitung beruft sich auf Zahlen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf).

Alle Bundesländer gewähren tendenziell weniger Flüchtlingen Schutz

In allen Bundesländern zeige sich die Tendenz, immer weniger Flüchtlingen einen Schutzstatus zu gewähren. In Bayern sank demnach die Schutzquote von 64,7 Prozent im Jahr 2016 auf 31,8 Prozent im vergangenen Jahr. In Brandenburg ging die Quote im gleichen Zeitraum von 59,4 auf die genannten 24,5 Prozent zurück.

Während 2017 einige Länder wie Bayern (31,8 Prozent), Baden-Württemberg (37,7 Prozent) und die meisten ostdeutschen Länder unter dem Bundesdurchschnitt von 43,4 Prozent lagen, wurde außer im Saarland, in Bremen mit 59,7 Prozent, in Hessen (53,2 Prozent), Schleswig-Holstein (52,4 Prozent) und Niedersachsen (52,4 Prozent) mehrheitlich positiv über die Asylanträge entschieden. Im Mittelfeld bei der Schutzquote lagen Nordrhein-Westfalen mit 45,3 Prozent, Rheinland-Pfalz (44,6 Prozent), Thüringen (44,1 Prozent) sowie die Stadtstaaten Hamburg (47,9 Prozent) und Berlin (44,3 Prozent).

Wo mehr Syrer Anträge stellen, gibt es mehr Anerkennungen

Der Politikwissenschaftler Gerald Schneider aus Konstanz erklärt den Rückgang der Schutzquote mit "wahrgenommenen Befindlichkeiten", die bei den Entscheidungen der Außenstellen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge eine Rolle spielten. "Die Sachbearbeiter werden offenbar durch die soziale und politische Umgebung beeinflusst, in der sie arbeiten", so Schneider. So gebe es auch einen Zusammenhang zwischen einer hohen Arbeitslosenquote und einer geringen Schutzquote. Der gleiche Sachverhalt gelte für eine wachsende Anzahl fremdenfeindlicher Angriffe.

Nach Angaben der Linken zeigte die Antwort der Regierung auf ihre Anfrage vom Oktober allerdings, dass Differenzen bei der Anerkennungsquote teils auch dann sichtbar seien, wenn nur die Anträge aus bestimmten Ländern betrachtet würden. So sei die Schutzquote für Asylsuchende aus dem Irak, dem Iran sowie Afghanistan in Brandenburg, Bayern und Sachsen niedriger als im bundesweiten Schnitt. Die Partei hatte von sachlich nicht erklärbaren Ergebnissen gesprochen und damals auch den Verdacht geäußert, dass sich "das regionale gesellschaftliche Klima auch auf der Ebene der Entscheider abbilden könnte".

Das Bundesamt weist die Interpretation zurück, dass die Außenstellen bei ihren Entscheidungen durch die Stimmung im Bundesland beeinflusst werden könnten. Die Außenstellen würden nicht gleichermaßen alle Herkunftsländer bearbeiten, heißt es laut "Rheinischer Post" in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion. Das Bundesamt wies darauf hin, dass in einigen Ländern mehr Syrer Anträge mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Anerkennung stellten.

Sendung:  Antenne Brandenburg, 12.03.2018, 10.00 Uhr

Kommentar

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18 Kommentare

  1. 18.

    Na darauf hab ich ja schon gewartet,dass ich als Rechter denunziert werde,nur weil ich nicht jeden Mist gut finde. Obwohl das jetzt auch nicht zum ersten Mal vorkommt. Ein Rechter ist nicht automatisch ein Rassist,darauf wollte ich hinaus.

    Willst du mit dem Link etwa andeuten,ich gehöre zu solch einem Netzwerk? Das hat wirklich etwas von Paranoia. Wirklich,du machst dich hier mitunter so lächerlich. Google mal nach daryl davis,vielleicht macht dich das was klüger.

    Das Gequake der meisten Rechten lese ich gar nicht wirklich,aber wenn die Linken das gleiche Niveau an den Tag legen,geht es wirklich bergab.

  2. 17.

    Es gehört zur "Masche" der Rechten hier Kritik als Paranoia abzutun. Oder die Kritiker der Rechten hier wären blind usw. usf.

    Die "Masche" hat Methode: "So soll nach außen hin der Eindruck einer Mehrheit erzeugt werden. Ziel ist es dabei nicht unbedingt, die „verbohrten“ Gegner mit Argumenten zu überzeugen, sondern zu provozieren, zu demütigen und auch – so das Gegenüber sich als resistent für derlei Taktiken erweist – zu beleidigen."

    https://de.wikipedia.org/wiki/Reconquista_Germanica

  3. 16.

    Dass deine Beiträge nicht ohne das Wort rassistisch auskommen,ist ja mittlerweile bekannt. Dass du aber andere einfach auf Verdacht hin als Rassisten abstempelst,könnte Zeichen einer Paranoia sein.

    Letztlich weiß doch keiner,welche Zahlen richtig sind und so findet man die Zahlen entweder zu hoch oder zu niedrig,abhängig von der politischen Einstellung.

  4. 15.

    Wenn auch reichlich wirr ist der Grund ihres Beitrages deutlich erkennbar. Warum wollen sie vom eigentlichen Thema ablenken?

  5. 13.

    Dem Bericht entnehme ich, dass nun auch die Grünen und Grüninnen sich für eine Asylquote, getrennt nach Herkunft, Hautfarbe und Religionszugehörigkeit einsetzen. Interessant. Geblieben ist jedenfalls der übliche Generalverdacht gegenüber Behörden. Ist Generalverdacht gegenüber Gruppen überhaupt erlaubt oder machen sich die Grünen und Grüninnen hier strafbar? Ist das vielleicht ein erster Verdachtsgrund, diese Partei vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen?

  6. 12.

    In absoluten Zahlen: Saarland 2262 Asylanten mit 73 %, Brandenburg 1.331 mit 24%, NRW mit mittelmäßigen 45 % aber 24.000 Menschen. Bevölkerungsdichte NRW Platz 3, Saarland Platz 4, Brandenburg Platz 14 von 16.... mit 1.331 aufgenommenen Asylanten hat Brandenburg die Bevölkerung vermutlich mind. verdoppelt. Dennoch wohnen nur in McPomm weniger Menschen.

    McPomm wird in dem Artikel übrigens nicht erwähnt. Vermutlich hat kein Asyl-Beantragender den Eingang gefunden, oder einen Menschen, dem er sein Anliegen schildern kann?

  7. 11.

    Der Unterschied zwischen Kriegsflüchtlingen und Flüchtlingen, die in ihrer Heimat keine ausreichende Existenzgrundlage besitzen, ist zwar mit dem ekelerregenden Begriff des "Wirtschaftsflüchtling" gezogen, doch muss die bedauerliche Tatsache von jedem anerkannt werden, dass Deutschland nicht unbegrenzt aufnahmefähig ist. "Wir schaffen das" war von Anbeginn zum Scheitern verurteilt.

  8. 10.

    Schon mal in einer Asyl-Anhörung als Begleiter gewesen? Ich glaube kaum. Sie würden hier sonst nicht schreiben, als habe Sie irgendwer dazu aufgerufen, in Asylverfahren Ihre jeweils aktuellen politischen Vorstellungen umzusetzen. Denn das machen Sie. Am Schicksal eines einzelnen Menschen. Der für Ihre "Grosse-Ganze-Vorstellung" den Preis bezahlen soll. Als irgendwie gleich gemachte Gruppe. Damit Sie hantieren können. Machen Sie sich ehrlich - wo waren Sie die letzten Jahrzehnte, welche Parteien und Parteiprogramme wählten Sie, oder liessen Sie gewähren durch nicht wählen? Sie klingen mir nicht wie einer der bedauert, das Parteien wie DIE LINKE, in Teilen auch die SPD und die Grünen zu wenig gesellschaftliche Unterstützung dafür bekamen das nur fairere Handelsbeziehungen, eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung, die Bereitschaft zu teilen Fluchtursachen bekämpfen können. Sie dachten doch das muss Sie nicht interessieren, ist weit weg und wenn sind die halt selber schuld.

  9. 9.

    Offenbar arbeiten die Kollegen in Brandenburg sehr verantwortungsbewusst.
    Die aus Berlin sollten mal alle zur Schulung nach Brandenburg.

  10. 8.

    Ich musste beim Lesen Ihres Kommentars beinahe (bitter) lachen: Beim Vergleich der Asylanerkennungsquoten fällt Ihnen natürlich nicht ein, nachzufragen, warum Brandenburg auffällig niedrig liegt, es sei vielmehr zu kritisieren, dass das Saarland positiv auffalle. Die Tatsache, dass brandenburgs Anerkkenungsrate so niedrig liegt ist ein starkes Indiz für die Auswirungen rassistischer Umtriebe von extrem Rechten bis "Ich wähl' ja keine AfD, aber".

    Ja wo kommen wir denn da hin? In einen Rechtsstaat, tatsächlich. Asyl ist ein Grund- und Menschenrecht. Dass Sie sogar die niedrige Quote in Brandenburg als zu hoch einschätzen, belegt, wie rassistisch und von Sozialneid erfüllt selbstbezogen Sie handeln.

    @Otto: Bei ca. 65 Mio Geflüchteten weltweit darf man auf die Idee kommen, dass es mehr als ein, zwei Krisenregionen mit Fluchtursachen gibt. Außerdem sind viele Maghrebstaaten politisch eben kein Paradies und Geflüchtete sind auch nicht pauschal kriminell.

  11. 7.

    Auch das ist noch nicht ganz richtig. Es wird zwar alles im Asylgesetz geregelt, allerdings fallen auch Kriegsflüchtlinge nicht unter den Schutz von Asyl. Dieser ist politisch verfolgten Personen vorbehalten. Kriegsflüchtlinge erhalten aus humanitären Gründen einen befristeten Schutz nach Genfer Flüchtlingskonvention. Das ist eine völkerrechtliche Vereinbarung, während Asyl im Grundgesetz festgeschrieben ist (deshalb auch keine Obergrenze).
    Politisch grundsätzlich zulässig ist die Frage darüber, bis wann ein Kriegsflüchtling ein Flüchtling nach Genfer Konvention ist. Da geht die Bandbreite ja von "alle aus einem Land in dem Krieg herrscht" (Linke, SPD, Grüne, z.T. CDU) bis "bei Erreichen des ersten sicheren Landes" (FDP, AfD, z.T. CDU/CSU). Da dies in der Konvention nicht eindeutig ausformuliert wurde, können sich Syrer erfolgreich auch in Deutschland auf diesen Schutzstatus beziehen, haben aber keinen Anspruch darauf (deshalb auch Aussetzung/Begrenzung Familiennachzug möglich).

  12. 6.

    Ich bin bei Gott nicht rechts, im Gegenteil. ich bin für die Einhaltung der Genfer Flüchtlingskonvention.
    Was mich aber stört, daß die angeblich vielen Minderjährigen, die ankommen als Minderjährige akzeptiert werden. Da denke ich mit Grauen an den Mord an der Studentin von dem angeblich 17-jährigen Afghanen in Freiburg i.Brsg., der bereits laut swr 33 Jahre alt sein soll und die allermeisten kommen auch noch aus sicheren Herkunftsländern wie z.B. dem Maghreb.
    Echte Bürgerkriegsflüchtlinge sind die, die aus Syrien, Teilen vom Irak und Eritrea kommen. Die anderen sehe ich fast ausschließlich als Wirschaftsflüchtlinge an.

  13. 5.

    Soll tatsächlich der Rechtsstaat in Brandenburg mehr funktioniert als im Saarland? Ich glaubs ja nicht.

  14. 4.

    Sie unterstellen mal wieder den Flüchtlingen sie kämem aus rein wirtschaftlichen Gründen.

    "Wo soll das bitte hin führen? Das sind vollkommen falsche Signale in Richtung der Fluchtländer, in denen man ganz genau schaut, wie die Chancen stehen."

    Das und der Rest ihres "Beitrages" lassen mal wieder ihre Gesinnung offen zu Tage treten.

  15. 3.

    Nach meinem politischen Verständnis haben nur einen Rechtsanspruch auf Asyl diejenigen, die zu uns kommen nach der Genfer Flüchtlingskonvention und politisch und religiös Verfolgte und das sind in der Hauptsache Syrer, alle anderen nicht. Und in Afrika sind es m.W. nur Bürger aus Eritrea, alle anderen auch nicht.
    Warum dann dieses Getue?

  16. 2.

    Liebe Leute im Saarland
    Wie kann es sein, dass Ihr 73% der Asylanträge anerkennt, wenn andere Bundesländer bei Ansatz gleicher Maßstäbe zu ganz anderen Resultaten kommen. Ich finde selbst die Quote von Brandenburg viel zu hoch, ganz abgesehen von all den anderen Ländern. Wo soll das bitte hin führen? Das sind vollkommen falsche Signale in Richtung der Fluchtländer, in denen man ganz genau schaut, wie die Chancen stehen. So bekommt man die Probleme nicht in den Griff, das ist schon mal sicher. Vielleicht können Entscheider aus Brandenburg in dieser Beziehung "Entwicklungshilfe" leisten, sich praktisch revanchieren für die "blühenden Landschaften" hier im Osten.

  17. 1.


    <<Der Politikwissenschaftler Gerald Schneider aus Konstanz erklärt den Rückgang der Schutzquote mit "wahrgenommenen Befindlichkeiten", die bei den Entscheidungen der Außenstellen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge eine Rolle spielten. "Die Sachbearbeiter werden offenbar durch die soziale und politische Umgebung beeinflusst, in der sie arbeiten">>
    Das gälte übrigens auch umgekehrt für die (zu?) vielen positiv entschiedenen Entscheidungen. Diese Richtung war aber politisch gewollt und wurde nie wirklich hinterfragt. Hierzu auch Berichte (z.B. Spiegel, nicht Breitbart TV) zu gefälschten syrischen Pässen oder auch interessant: https://www.welt.de/wirtschaft/article149354382/Die-gefaehrlich-grosse-Macht-der-Asyl-Dolmetscher.html
    Da rbb inzwischen auch im ÖR-Modus angekommen ist habe ich mit dem Kommentar wohl leider gegen deren Kommentarrichtlinien verstoßen.

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