Feuerwehrleute und Einsatzfahrzeug stehen an Silverster 2017 vor einer Feuerwache in Berlin-Prenzlauer Berg. Im Hintergrund wird geböllert. (Quelle: imago/Seeliger)
Audio: Inforadio | 15.03.2018 | Jan Menzel | Bild: imago/Seeliger

"Kriegsähnliche Zustände" - SPD will das Böllern in Berlin einschränken

Böller-Attacken auf Polizisten, Feuerwehrwagen mit zersprengten Scheiben - dem will die Berliner SPD ein Ende bereiten. Sie fordert in einem Antrag im Abgeordnetenhaus, dass Silvesterfeuerwerk nur in bestimmten Zonen gezündet werden darf.

Berliner SPD-Abgeordnete wollen das Böllern an Silvester in der Innenstadt einschränken. Wie der SPD-Vizefraktionschef im Abgeordnetenhaus, Jörg Stroedter, am Donnerstag dem rbb sagte, wird in einem Antrag gefordert, dass Böller und Raketen nur noch in bestimmten Gebieten gezündet werden dürfen. 

"Kriegsähnliche Zustände"

Stroedter begründete den Vorstoß unter anderem mit den Erfahrungen der vergangenen Silvesternacht. Polizisten und Feuerwehrleute seien gezielt beschossen worden. Die "kriegsähnlichen Zustande" in Teilen der Innenstadt könne man nicht so weiterlaufen lassen, so Stroedter. Ein weiteres Argument gegen das ungehemmte Böllern ist die Luftverschmutzung. Laut Umweltbundesamt ist die Feinstaubbelastung riesig.

Zum Jahresanfang hatte bereits der Grünen-Abgeordnete Benedikt Lux böllerfreie Zonen ins Gespräch gebracht. Er begrüßte in der B.Z. den Vorstoß des Koalitionspartners. Es sei aber schwierig, solche Regelungen zu kontrollieren.

Zwei junge Männer sehen sich am 29.12.2016 in Berlin zum Verkauf angebotene Feuerwerkskörper an (Quelle: dpa/Britta Pedersen)
Bild: dpa/Britta Pedersen

Einige Städte haben das Böllern schon verboten

Böllerverbote gibt es bereits in anderen europäischen Hauptstädten. Wer in Wien privat Feuerwerkskörper zündet, muss mit Geldstrafen von bis 3.600 Euro rechnen. Auch in Rom besteht ein Verbot, allerdings halten sich die Wenigsten daran. In Paris sind eigene Feuerwerke ebenfalls nicht erlaubt. Stattdessen gibt es ein großes, von der Stadt organisiertes Feuerwerk am Eiffelturm.

In vielen deutschen Städten wie Rothenburg ob der Tauber und den Innenstädten von Bremen, Düsseldorf, Göttingen und Quedlingburg müssen die Bürger an Silvester ebenso auf das Zünden von Raketen verzichten. Grund für das Verbot sind die historischen Stadtkerne mit eng stehenden Häusern. Auf Sylt und anderenorts wurde das Verbot wegen der Reetdachhäuser verhängt.

Kommentar

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61 Kommentare

  1. 61.

    Mal wieder wird um den heißen Brei geredet und niemand nennt das Kind beim Namen. Es dürfte quasi egal sein ob man dem entsprechenden Personenkreis (mehr darf man ja nicht sagen, da man sonst politisch unkorrekt ist) etwas verbietet. Dann besorgt sich dieser Teil der Antidemokraten ihre Böller halt weiterhin in Polen und bekriegt sich damit.

    Ein Verbot gängelt nur den normalen Bürger. Und dreck kann man übrigens wegräumen, wer Sylvester dreck verursacht ist im Alltag auch nicht besser, nur fällt es halt an diesem Tag auf. An den restlichen werden dann Einkaufswägen stehen gelassen, alte Matratzen auf der Straße entsorgt usw. usw. .

  2. 60.

    Das ist ja wohl in den letzten Jahren nicht mehr normal gewesen.
    Es war ja wie im Krieg. Dann auch noch der Dreck, der wenn er nicht liegen bleibt von Steuergeldern beseitigt werden muss.
    Weil die Verursacher zu faul sind ihn wegzunehmen.
    Ausserdem meckern doch viele über den Dreck den die Autos machen.
    Das wird ja Sylvester auch nicht gerade wenig sein.
    Von mir aus, wenn es sein muss, könnte es vielleicht auf bestimmten großen Plätzen statt finden.

  3. 58.

    Ich wundere mich immer wieder einmal, dass die DDR abgeschafft wurde. Alle rufen nach dem Eingreifen des Staates. Hatten wir schon mal. Wollte damals keiner mehr. Aber jetzt doch wieder? Ich plädiere dafür, dass die Menschen ihren gesunden Menschenverstand einschalten und entsprechend handeln, auch ohne Staat.

  4. 57.

    Mal im Ernst, die letzten Jahre sind vollkommen aus dem Ruder gelaufen. Mit Verletzten, Bränden, dem Dreck, der (alkoholbedingten) Gewalt. Irgendwann muss der Staat auch mal eingreifen.

  5. 56.

    Kommt sicher bald mit RRG, zumindest den Berliner Senat. Für Menschen wird das Wahlalter dann auf sechs herabgesetzt. Das allerdings könnte die Entscheidung gg. Feuerwerk wieder gefährden.

  6. 55.

    Ein Verbot wird es nicht geben da diese Gesetze nur auf Bundesebene geändert werden können.
    Ähnliche Vorstöße sind genau deswegen auch u.A. vor kurzem in Leipzig gescheitert.

    Es gibt ein Verbot von Feuerwerk in Nähe von Krankenhäuser, Kirchen, Altenheimen, Flughafen usw. Darüber hinaus in Gebieten mit brandgefährdeten Gebäuden.

    Also können die SPD und die Grünen machen was sie wollen, es ist rechtlich nicht durchsetzbar.

    Stattdessen lieber konsequent die Vollidioten festnehmen die sich nicht an die Regeln halten.
    Da sieht das Gesetz hohe Geld- und Haftstrafen vor.
    Diese sollten auch genutzt werden.

  7. 54.

    Gerne NUR viele denzentrale große Feuerwerke in allen Bezirken verantwortet von qualifizierten Pyrotechnikern und abgeschossen von weiträumig abgesicherten Bereichen zulassen. "Das Sprengstoffgesetz nennt folgende allgemeine Voraussetzungen:
    Mindestalter 21 Jahre (§ 8)
    Zuverlässigkeit (§ 8a)[3] und persönliche Eignung (wer dies ist erhält eine Unbedenklichkeitsbescheinigung (§ 21))
    Nach § 32 der 1.Sprengstoffverordnung sind folgende Lehrgänge anerkannt: ...
    Grundlehrgang für das Verwenden von pyrotechnischen Gegenständen (Großfeuerwerker)
    Um Großfeuerwerker werden zu können, muss der Grundlehrgang für das Verwenden von Pyrotechnischen Gegenständen absolviert und die entsprechende Fachkundeprüfung bestanden werden. Für die Teilnahme ist zusätzlich zur Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen nachzuweisen, dass man an 26 Großfeuerwerken mitgewirkt hat." https://de.wikipedia.org/wiki/Pyrotechniker

  8. 53.

    Alle, die hier gegen Feuerwerk sind - zieht doch nach Sylt, Rothenburg, Lissabon, Wien oder sonstwohin.
    Und unsere Provinzpolitiker gleich mit.
    Dann werden Wohnungen frei.

  9. 52.

    Hat schon mal jemand Silvester in Brooklyn verbracht? Langweiliger geht nimmer!

  10. 51.

    Als ob sich die für solches Missverhalten in Frage kommenden Personen um ein solches Verbot scheren würden...
    Aber clever gemacht, liebe SPD: Aktivität suggerieren ohne den großen Aufschrei zu provozieren, der auf ein Verkaufsverbot folgen würde. Dabei wäre das die einzig effektive Maßnahme.

  11. 50.

    Wenn Katzen wählen dürften ;-)

  12. 49.

    Die mir durch Gängelei aufgefallenen Parteien SPD und Grüne wollen also die Silvesterfreude einschränken.
    Gleichzeitig treten diese Parteien doch dafür ein, dass bei Sport-Großereignissen wie Fussball-WM etc. auch zu später Stunde das Fussballvolk lärmen, saufen und hupen darf.
    Interessante Linie bei Rot-Grün. Ich erkenne, dass ich nichts erkenne. Oder hat man etwa Angst, dass man die nächste Silvesternacht nicht mehr beherrscht? Das jedenfalls könnte ich erkennen.
    Schadstoffreduzierung funktioniert auch ohne Silvester: Medienpolitiker der Grünen verzichten auf die tägliche An- und Abfahrt zu den Talkshows!

  13. 48.

    Gegen Volksabstimmungen kann ich leider argumentativ wenig vorbringen. Auch wenn ich befürchte, dass man in diesem Fall nicht die vernünftigste Entscheidung treffen würde.

  14. 47.

    Es wir einzig ein ersatzloses Verbot helfen.

    Die Gefahr, die grandiose Umweltverschmutzung, der unendliche Lärm, die Unmengen an Müll, ... all das sind Gründe, warum haben Städte wie Paris das böllern und zünden von Feuerwerksraketen durch Privatpersonen ersatzlos abgeschafft haben. Zurecht!

  15. 46.

    Ja, weg mit den besoffen Spinnern, die Silvester zur Gefahr für alle ihre Sprengkörper zünden dürfen. Es ist einfach abartig, welche kriegsähnlichen Zustände man jedes Jahr ertragen muss. Das ist kein ausgelassener Frohsinn, sondern verbisserner Stumpfsinn. Es handelt sich dabei auch nicht um eine Geschmacksfrage, sondern um eine Frage der körperlichen Unversehrtheit, die hier zum Freiwild für nicht zurechnungsfähige, sprich juristisch nicht mal belangbare Personen gemacht wird. - Ein zentrales Feuerwerk für alle und eines, zum Beispiel auf dem Tempelhofer Feld, wo sich die Bekloppten gegenseitig die Raketen an die Birne schießen können. Das sollte reichen.

  16. 45.

    Die Kosten für Aufräumarbeiten, Feuer in Wohnungen, Balkönen, Schäden an Einsatzwagen der Polizei und Feuerwehrwagen sowie die Belastung des Gesundheitssystems durch Verletzungen stehen Einnahmen aus der Mehrwertsteuer entgegen, die dem Bund zustehen. Die Stadt hat also gar nichts von dem "Spass". Das heisst falls nicht sowieso Polenböller gekauft werden, auf die keine deutsche Mehrwertsteuer fällig wird.

  17. 44.

    Zuerst muss ein Verkaufsverbot für Böller her - wenn schon nicht bundesweit, dann wenigstens in Berlin. Das wäre ein starker symbolischer Schritt, um vom Böller-Wahnsinn wegzukommen. Klar würden manche Leute dann Böller von anderswo organisieren, aber es wären schon mal weniger und so könnte man das Geknalle leichter unterbinden.

    Dafür gibt es dann als Ausgleich ein noch größeres öffentliches Feuerwerk in Mitte, das sich alle anschauen können ohne Angst haben zu müssen, dass ihnen gleich ein Knaller an den Kopf geworfen wird. Schön wär's!

  18. 43.

    Wie wäre es mit einer Volksabstimmung darüber? Die Politik könnte sich darauf berufen das es "Volkes Wille" ist und wäre fein raus!

  19. 42.

    Das Tempelhofer Feld dürfte aufgrund der Öffnungszeiten und Vogelschutzgebiete nicht infrage kommen.
    Aber letztendlich ist das alles ein Streit um des Kaisers Bart:
    Ein Verbot wird nicht kommen.

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