Roma-Frauen laufen durch Berlin (Quelle: imago/Olaf Wagner)
Video: Abendschau | 15.03.2018 | Nadine Bader | Bild: imago/Olaf Wagner

Trotz Berliner Aktionsplan - Roma beklagen anhaltende Diskriminierung

Roma-Vertreter haben am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus beklagt, trotz des 2013 beschlossenen Aktionsplans diskriminiert und sozial benachteiligt zu werden. Insbesondere bei Job- und Wohnungssuche hätten sie kaum eine Chance.

Roma-Vertreter haben die anhaltende Diskriminierung und soziale Benachteiligung in Berlin kritisiert. Zwar funktioniere der 2013 verabschiedete Roma-Aktionsplan des Senats in weiten Teilen recht gut, grundlegende Probleme aber seien weiterhin ungelöst, hieß es bei einer Anhörung im Berliner Abgeordnetenhaus am Donnerstag.

Sinti und Roma wollen mehr Mitsprache

Vor allem müsse die Mitsprache der Roma-Gemeinden besser gefördert werden, so die Forderung. Denn an Hilfsangeboten mangele es nicht, an der Möglichkeit, sie richtig zu nutzen, häufig aber schon. Dafür müsse die Selbstorganisation der Roma untereinander gestärkt werden, forderten Vertreter mehrerer Hilfsorganisationen.

So fehle zum Beispiel Personal für juristische Auseinandersetzungen mit Behörden, bei denen sich Roma oft diskriminiert fühlen. Auch die Kommunikation mit Ämtern sei oft schwierig, weil Formulare beispielsweise nur auf Deutsch ausgestellt werden oder in den Behörden Übersetzer für Rumänisch und Bulgarisch fehlten.

Diskriminierung insgesamt nicht zurückgegangen

Am gravierendsten aber sei, dass die Diskriminierung vor allem ausländischer Roma insgesamt nicht zurückgegangen sei - trotz des Aktionsplans des Senats: Bei der Job- und Wohnungssuche hätten Roma oft kaum eine Chance, weil sie von vornherein als Problemfälle behandelt würden. Die Organisation Amaro Foro forderte, dass nachgewiesene Diskriminierung von Roma durch Berliner Behörden auch sanktioniert wird - was derzeit nicht der Fall sei.

Der Aktionsplan für ausländische Roma wurde 2013 beschlossen. Er enthält zahlreiche Hilfsmaßnahmen. Darunter sind Willkommensklassen, Notunterkünfte und mobile Anlaufstellen für Wanderarbeiter.

Berichtigung: In einer früheren Version war fälschlicherweise von einem Sinti- und Roma-Aktionsplan und Diskriminierungserfahrungen von Sinti und Roma die Rede. Tatsächlich ging es in der Anhörung im Abgeordnetenhaus konkret um ausländische Roma, nicht aber um hiesige Sinti. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Kommentar

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31 Kommentare

  1. 31.

    gerade eine interessante Dokumentation auf Spiegel-TV über die ehrenwerten Familien Goman und Kwiatkowski gesehen, Clansitz in Leverkusen - eine Suche auf Youtube lohnt zur Erhellung des Themas ! Vermutlich passt das aber mal wieder nicht zur gewünschten Berichterstattung .... !

  2. 30.

    Lothar, nochmal, diese Menschen sind hier in Deutschland sesshaft, nicht mehr umherziehend. Trotzdem grenzt sie sich strikt ab, getrieben insbesondere durch die Clanchefs. Es gibt leider zu wenige Sinti und Roma, die dem entkommen. Dann sollen sich diese Menschen aber nicht über uns und unseren Staat beschweren sondern die eigenen Umstände ändern.
    In Osteuropa ist die Situation sehr ähnlich. Die Vorbehalte dort kommen auch nicht aus dem Nichts. Dass die armen Staaten dort auch weniger für eine Integration tun können, als es zum Beispiel Deutschland bietet, sollte ebenso klar sein.

  3. 29.

    Mit meiner Lebenserfahrung kann ich fast mithalten. Nur was nutzt das wenn die sog. "Lebenserfahrung" auf Rassismus fußt?

    Auch sie wollen nicht diskutieren, sie wollen mich und meine Meinung diffamieren, wie ihre ersten Sätze beweisen.

    Was wollen sie uns eigentlich mit ihrem wirren Beitrag mitteilen?

  4. 28.

    Ich bewege mich da keineswegs auf dünnem Eis Steffen. Schon klar das nicht alle Menschen in diesen Ländern gleichgeschaltet sind. Doch mag selbst dort die Mehrheit an Bevölkerung die Sinti und Roma nicht. Sozialer Neid und Vorurteile, gepaart mit rassistischem Verhalten und Hass prägen diese Situationen. Ausgegrenzt seit Jahrzehnten und mehr, das nur weil sie“anders“ sind, anders leben. Da sie es schwer haben mit der Sesshaftigkeit und sich schwer eingliedern lassen, geht die Disktiminierung hier munter weiter so. Deshalb muß was getan werden.

  5. 27.

    Was ich bei dem Thema, nicht nur bei diesen Ethnien, nicht verstehe ist, mit welcher Selbstverständlichkeit man in ein anderes Land reist und erwartet, dass man einem kostenlos Unterkunft, Verpflegung, Arbeit und Rechtshilfe gibt.
    Wenn ich in ein anderes Land reise, kümmere ich mich selbst auf eigene Kosten darum. Warum müssen andere Länder dafür aufkommen, das solche Länder nicht in der Lage sind, Probleme im eigenen Land zu lösen, auch wenn sie der EU angehören?
    Wie bei anderen Wirtschaftsflüchtlingen wäre es Aufgabe der EU und der UNO, die Probleme vor Ort zu lösen.
    Man wird schnell in die rechte Ecke gedrängt, wenn man solche Äußerungen schreibt, aber wenn man nicht mit mehr Verstand das Problem angeht, hat die AfD bald über 30 %.

  6. 26.

    Wie bereits mehrfach hier geschrieben: Das ist korrekt und muss auch so sein, um Rechtssicherheit zu garantieren.
    Amtssprache und Justizsprache in Deutschland sind Deutsch. Auch Prozesse vor Gericht werden immer in Deutsch geführt, selbst wenn der Angeklagte eine andere Sprache spricht. In dem Fall wird ein beeidigter Dolmetscher hinzugezogen. Verwertet werden dabei dessen Übersetzungen ins Deutsche. Das gleiche gilt bei Verträgen, die nicht in Deutsch geschlossen wurden. Auch diese werden nach Übersetzung bewertet und verhandelt. Da bei einer Übersetzung und Rückübersetzung aber erhebliche Verständnisschwierigkeiten oder gar andere Sachverhalte auftreten können und sich unter Umständen ein völlig anderer Zusammenhang ergeben kann, begeben sich Vertragspartner bei nicht-deutschsprachigen Verträgen immer in eine erhebliche rechtliche Unsicherheit, die es bei deutschsprachigen Verträgen in der Form nicht gibt.

  7. 25.

    Das war jetzt aber richtig dünnes Eis, Lothar! Ihre letzten Sätze kann man auch als Rassismus auffassen, wenn man Ihnen Böses unterstellen wöllte. Bulgaren und Rumänen sind zum überwiegenden Großteil auch ehrliche, hart arbeitende, aber oft arme Menschen. Trotzdem versuchen die, so wie ganz viele Osteuropäer, das Beste aus ihrer Situation zu machen, verdingen sich z.B. für verhältnismäßig kleines Geld auf Baustellen in ganz Europa (=Ausbeutung!), sehen monatelang die Familie nicht, nur um diese irgendwie über Wasser zu halten. Und trotzdem erleben Sie in diesen Ländern oft eine Gastfreundschaft, die ihresgleichen sucht.
    Die Abschottung der Sinti und Roma ist historisch betrachtet durchaus nachvollziehbar gewesen, als sie noch durch die Lande zogen und an jedem Ankunftsort angefeindet wurden (so wie jeder andere Fremde). Heute sind sie aber meist sesshaft geworden und die Abschottung erfolgt auf Betreiben der Clanchefs. Das ist von außen nicht/kaum zu durchbrechen.

  8. 24.

    Sie kommen einher mit Ihrer Lebensweisheit. Na, dann ist Ihnen auch sicherlich bekannt weshalb Sinti und Roma schon immer ein“Fahrendes Volk“ waren und es noch sind. Ihre Art zu Leben stößt besonders bei der sesshaften Bevölkerung böse auf, da diese Menschen sich nicht nach unseren Maßstäben verhalten und doch sind es Menschen und keine Tiere. Ich selbst war mal mit einem“ Zigeuner“ befreundet und ich sah überhaupt keinen Unterschied zu dem was allerorten über diese Menschen berichtet wird. Wir lehnen sie von vornherein ab, diskriminieren Sie und wundern uns dann, weshalb die sich Abschotten tun. Übrigens, kommen Sie mir nicht mit Bulgaren und Rumänen. Denn diese Landsleute sollen gefälligst selber vor ihrer eigenen Haustür kehren, sich an ihre eigene Nase fassen. @ IchMeinJaNur hat absolut recht.

  9. 23.

    Wenn man sich genau anschaut wie die Leute sich in der Gesellschaft verhalten, dann ist verständlich dass Ressentiments gegen sie vorhanden sind. Das geht schon seit Jahrhunderten so. Aber öffentliche Kritik wird gern unter den Teppich gekehrt, nicht nur von links-grünen Sozialromantikern,; nein besonders von den Medien und Behörden.

  10. 22.

    ....wenn sie bettelnd durch S-Bahn und den Straßen ziehen, können sie deutsch......

    Warum sind sie wohl in ihren "Heimatländern" so unbeliebt?
    Vorurteile hin oder her.....

  11. 21.

    Das ist dann den türkischen Großeltern ihr Problem, wenn sie nach D vor Jahrzehnten eingewandert sind. Dann müssen sie eben ihre Enkel oder einen Dolmetscher für jeden Handgriff mitnehmen und auch alle dadurch entstandenen Nachteile in Kauf nehmen.
    Volkshochschulkurse und auch andere Kurse "Deutsch für Ausländer" gibt es schon sehr sehr lange.

  12. 20.

    Frechheit von den "Zugewanderten"

    Sie mögen in ihren Siedelungsgebieten bleiben, wenn sie sich nicht integrieren wollen und auf ihrer Sprache auch in Deutschland bestehen.
    Es ist in aller Welt eine Bringepflicht der Zuwanderer, sich mit der jeweiligen Sprache des Zuwanderungslandes vertraut zu machen.
    Den Tip, sie sollten es doch mal in den klassischen Einwnderungsländern versuchen, mit ihrer Anspruchshaltung aufzutreten kann man ihnen leider nicht geben.
    Denn dort werden sie bereits an der Landesgrenze/Flughafen abgewiesen. Dank der tollen Gesetzgebung von CDU und SPD und Grünen sind diese Ausländer "Inländer" und es gibt keine Handhabe, sie aus Deutschland abzuschieben.

  13. 19.

    in dem Land, wo ich leben will--muss ich die Sprache sprechen
    d.h. in Deutschland MUSS ich Deutsch sorechen, lesen und schreiben können

    z.B. in Spanien :
    Jeder Arztbesuch : entwder teuren dtsch.Arzt-im Gesundheitszentrum ( Centro de salud)
    NUR miz Dolmetscher-
    -auch bei Behörden jeglicher Art--oder man lernt eben spanisch--sonst läuft nix

  14. 18.

    Ach hören Sie doch damit auf. Hier nur ein Beispiel. Unsere Türkischen Mitbürger leben hier schon in der dritten Generation und trotzdem sprechen ihre Großeltern kein bisschen deutsch. Weil sie es nicht wollten. Da muß die Tochter oder der Sohn mitkommen, wenn’s um einen Arzttermin oder andere wichtige Termine geht. Im Alltag wird nicht deutsch gesprochen. Der alltägliche Rassismus und die Diskriminierungen gegenüber den Sinti und Roma geht immernoch so weiter. Da wundern wir uns über deren Abschottung. In ihren Heimatländern können diese Volksgruppen ja auch nicht leben, wenn Ihnen von allen Seiten der blanke Hass entgegenkommt. @ H.E.I leo schreibt es sehr deutlich( 9) Ausgerechnet die Bulgarische und Rumänische Bevölkerung nimmt Anstoß an die Sinti und Roma, wo sie doch selber genug Dreck am Stecken hat. Das nenne ich Rassismus pur in reinster Form.

  15. 17.

    In EU ist zwar z.B. Richtlinie 2010/64/EU bzg. "Recht auf Dolmetschleistungen und Übersetzungen" (bei Gericht), aber solche nur bzg. Strafverfahren. Und z.B. Artikel 41(4) EU-Grundrechtecharta sagt zwar dass Kommunikation in "Sprachen der Veträge" möglich, aber nur mit direktem EU-Organ. Daher nicht verwunderlich dass manche für Ausbau eines Grundkonzepts der multiling. EU sind (und z.B. auf Mallorca gibt es angeblich biling. Diebstahlprotokoll, was Turisten aus DE wohl toll finden dass nicht Spanisch für Anzeige können müßen, oder?).

    Was Preußen betrifft, ob in EU oder nicht, ich sehe kein Unding mit z.B. ArbG und Notruf/e in mehreren Sprachen, und weiteres. Abgesehen vom Service an für sich macht es hier attraktiver für z.B. private Hochschule mit Kursen in Englisch, Konzerne wo manche Mitarbeiter pendeln, u.ä. D.h. nicht dass jedes z.B. Bürgeramt z.B. Englisch können muß, aber dass nicht nur bzg. ZAB-Sachen z.B. Student, welcher einige Jahre hier, als Resident Anerkennung hat.

  16. 16.

    Na endlich, SIE haben die richtige Sichtweise. Wie immer.
    Bitte kramen Sie nicht im Archiv des rbb. Ihr Weltbild gerät ins Wanken. Reden Sie nicht mit Uli Zelle; er ist auch voreingenommen.
    Lesen Sie keine Nachrichten aus anderen Teilen dieses Landes.
    Reisen Sie nie nach Siebenbürgen, Sie könnten ein diffenziertes Bild vor Ort erhalten.
    Neben gastfreundlichen, zugewandten, aufgeschlossenen Siebenbürgern und Rumänen vergeht Ihnen andernorts der letzte Funken Ihres bisherigen Wertevorrates.
    Wollen wir beide uns über Scham unterhalten? Meine Lebenserfahrung stützt sich auf knapp 62 Jahre.

  17. 15.

    "So fehle zum Beispiel Personal für juristische Auseinandersetzungen mit Behörden,"
    Und was hindert die Vertreter von Sinti und Roma, solche Juristen einzustellen?

    "Auch die Kommunikation mit Ämtern sei oft schwierig, weil Formulare beispielsweise nur auf Deutsch ausgestellt werden oder in den Behörden Übersetzer für Rumänisch und Bulgarisch fehlten."
    Amtssprache ist deutsch. Weiterführende Angebote sind ein Entgegenkommen, aber keine Pflicht.

    Und was hindert die Vertreter der Sinti und Roma, ein besseres Bild ihrer Volksgruppen zu vermitteln? Ich erlebe diese in den Medien immer nur, wenn sie sich über irgendetwas beschweren. Dies ist nicht hilfreich.

  18. 14.

    Es müßten sogar STAATLICH VEREIDIGTE ÜBERSETZER sein und zwar aus juristischen Gründen, die für die Kommunen sehr teuer wären. Da würde wieder das Geld des Steuerzahlers unnötig hinausgehauen.
    Wer in Deutschland leben möchte, muß eben Deutsch als Landes- und Amtssprache sprechen und das auch zurecht.
    So ist es auch in Frankreich, England, USA etc. etc..

  19. 13.

    Ich merke ja schon wie ich als Friese in Berlin von der Politik diskriminiert werde, da kann ich mir gut vorstellen, wie es Roma gehen muss.

    Glaub ja nicht, dass sich irgendwer für die Interessen nationaler Minderheiten zuständig fühlt.

  20. 12.

    Das hat mit Rassismus überhaupt nichts zu tun was ich jetzt sage.
    In Deutschland ist Deutsch die Landessprache und Verkehrssprache und keine einzige andere. Und wenn hier jemand sich niederlassen möchte, muß er die Sprache erlernen.
    Meinen Sie in Frankreich, Großbritannien, USA gehen sie auf solche Mätzchen und Sonderwünsche ein, da ist Englisch bzw. Französisch die Landessprache bzw. Verkehrssprache und das für jedermann.
    Und auch auf unseren Ämtern ist zurecht Deutsch die Amtssprache, auch für die jetzigen Migranten. Wenn diese die Auskünfte in ihrer Muttersprache haben möchten, müssen sie einen Dolmetscher SELBST mitbringen. Und zwar auch aus rechtlichen Gründen wird dies nur auf Deutsch gemacht, denn sonst wäre alles mögliche einklagbar, weil man ja jede Aussage auch anders interpretieren könnte.
    Und warum sollen Behörden auch noch Steuergelder für die Übersetzung von Formularen ausgeben, Deutsch ist und bleibt die Amtssprache und das ist nur richtig so.

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