Teilnehmer der Demonstration des rechten Vereins Zukunft Heimat demonstrieren gegen Flüchtlinge, Cottbus am 3. Februar 2018.
Video: Brandenburg Aktuell | 16.03.2018 | Rico Herkner | Bild: imago/Martin Müller

Faktencheck - Was ist eigentlich los in Cottbus?

Migranten, Kriminalität, rechte Demos: Viele Cottbusser sehen ihre Stadt völlig überfordert. Die Wut auf die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung treibt in Cottbus regelmäßig Tausende auf die Straße. Was sind die Hintergründe, wo sind Lösungsansätze?

Wo steht "Zukunft Heimat"?

Der Verein "Zukunft Heimat" kommt aus der Spreewaldstadt Golßen. Ende 2015 rechnete die Landesregierung den Verein "den Akteuren der bundesweiten Anti-Asyl-Kampagne zu, die durch Rechtsextremisten beeinflusst werden." Laut Landesregierung bezeugten das etwa Kundgebungen, Homepages sowie Auftritte und Kommentare in den sozialen Netzwerken.

"Zukunft Heimat" führt seit Mai 2017 auch Versammlungen in Cottbus durch. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor. Zu Demonstrationen des Vereins, die sich gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung richten, waren seit Anfang dieses Jahres zuletzt 2.500 bis 3.000 Teilnehmer gekommen.
 

Unter die Demonstranten mischten sich nach Polizeiangaben und Angaben des rbb vereinzelt auch Rechtsextreme. Christoph Berndt, Vorsitzender von "Zukunft Heimat“, sagte in der rbb-Diskussionsrunde "Cottbus Unerhört", die Demonstrationen spiegelten die Stimmung in der Mitte der Gesellschaft wieder. Man habe aber auf keiner Demo gegen Ausländer oder Flüchtlinge gehetzt.

Die Landesregierung schreibt in ihrem Bericht, der Verein setze auf eine Mobilisierung von möglichst vielen asylkritischen und politikverdrossenen Bürgern, um zu suggerieren, dass es sich um eine dynamische Massenbewegung handele.

Außerdem distanziere sich der Verein nicht hinreichend gegenüber rechtsextremistischen Ansichten und Bestrebungen, weil die für ihn handelnden Personen dahingehend keine klarstellende Äußerungen machten.

Einen Anlass auf Beobachtung durch den Verfassungsschutz - wie von den Grünen gefordert - sah die Landesregierung nicht.

Zusätzliche Migrations-Sozialarbeiter für Cottbus: Wer zahlt?

Um die Betreuung von Flüchtlingen in Cottbus zu verbessern, setzt die Stadt auf mehr Sozialarbeiter. Zunächst wurden zehn Stellen für Migrations-Sozialarbeiter ausgeschrieben, für die Arbeit an Schulen. Außerdem sollten weitere fünf Stellen im Ordnungsamt und zwei Hausmeister-Stellen geschaffen werden.

Cottbus Stadtsprecher, Jan Gloßmann, ging Anfang März davon aus, dass basierend auf bestehenden Regelungen, die Kosten für die zehn Sozialarbeiter vom Land getragen werden. Diese Summe beläuft sich auf rund 500.000 Euro. Ob das Land Brandenburg auch die Kosten für die weiteren Stellen übernimmt - rund 300.000 Euro - stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Perspektivisch sollen in Cottbus 20 bis 30 weitere Sozialarbeiter eingestellt werden. Allerdings ist auch deren Finanzierung noch nicht konkret geregelt.

Sozialministerin Diana Golze (Linke) hatte Mitte Januar angekündigt kurzfristig 16 Millionen Euro für rund 320 zusätzliche Sozialarbeiter für Flüchtlinge im ganzen Land bereitzustellen. Damit würde die Zahl der Migrations-Sozialarbeiter in Brandenburg mehr als verdoppelt.

Wie viele Flüchtlinge leben in Cottbus?

In Cottbus gibt es nach Angaben der Stadtverwaltung von Anfang März zurzeit rund 4.300 Menschen, die eine Fluchtbiografie haben. Ende 2013 lebten etwas über 400 Flüchtlinge in der Stadt. Damit hat sich die Zahl mehr als verzehnfacht. Seit Herbst 2015 sind 3.400 Flüchtlinge auf unterschiedlichen Wegen – z.B. durch Zuweisung oder Zuzug nach Cottbus gekommen. Letztere Zahl ist laut Stadtverwaltung die signifikante Größe, die die derzeitigen Herausforderungen darstellt. 

Insgesamt leben bei gut 100.000 Einwohnern etwa 8.500 ausländische Mitbürger in Cottbus. Damit hat sich der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung in Cottbus von 2013 bis 2017 fast vervierfacht und liegt bei etwa 8,5 Prozent. Ende 2014 lag die Quote bei 4,5 Prozent.  

Wie sind die Zahlen zur rechten Kriminalität und Kriminalität durch Zuwanderer in Cottbus?

Laut Polizei ist die Zahl der Straftaten in Cottbus, die durch Zuwanderer verübt worden sind, vor allem im letzten halben bis dreiviertel Jahr, stark angestiegen. Gerade im Bereich der sogenannten Roheitsdelikte, das heißt Körperverletzung, Raube, Nötigungen, Bedrohungen, seien diese Straftaten seit 2015 in etwa um das Zehnfache angestiegen. So habe es 2015 zehn sogenannte Rohheitsdelikte durch Zuwanderer gegeben, 2017 waren es mehr als 100.

Seit Mai 2017 kommt es in der Cottbuser Innenstadt, vor allem vor der Stadthalle, immer wieder zu Auseinandersetzungen. Es gibt Pöbeleien, Schlägereien und Messerstechereien. Dabei sind es nach Angaben der Polizei überwiegend Jugendliche, die aneinandergeraten, sowohl Flüchtlinge als auch Deutsche.

Zudem erhitzen zwei Prozesse die Gemüter – es geht um den Mord an einer Cottbuser Rentnerin durch einen syrischen Flüchtling und den versuchten Mord an einer Herzberger Frisörin ebenfalls durch einen Syrer. Mitte Januar kam es außerdem zweimal zu Messer-Angriffen durch syrische Jugendliche.

Auf der anderen Seite registriert der Verein "Opferperspektive", der sich um die Opfer rechter und rassistischer Gewalt kümmert, seit Jahren steigende Opferzahlen. "Spätestens seit 2016 kann von einer enthemmten rassistischen Gewalt gesprochen werden", sagt Martin Vesely, der für den Verein arbeitet. Vor allem seit Beginn der Flüchtlingswelle im zweiten Quartal 2015 hätten die Zahlen stark zugenommen. So seien in Cottbus im Jahr 2015 insgesamt 28 rechte Angriffe registriert worden, sagte Vesely rbb|24 im Januar, davon seien 17 rassistisch motiviert gewesen. 2016 seien es bereits 41 Fälle gewesen; nach Erkenntnissen des Vereins sind 29 davon aus rassistischen Gründen verübt worden. Auch 2017 war Cottbus nach Angaben des Vereins von Mitte März mit 32 rechtsmotivierten Angriffen der Ort mit den meisten registrierten Fällen in Brandenburg.

Sendung: Brandenburg aktuell, 16.03.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

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30 Kommentare

  1. 30.

    Mit kommunistisch angehaucht meinte ich eher Ihre Einstellung, das Geld, allen unbegrenzt zu helfen, fiele praktisch vom Himmel. Man muss dafür nur die Reichen und bösen Kapitalisten auspressen. Hat leider noch nie und nirgends funktioniert. Am Ende waren im Sozialismus bekanntlich alle gleich - gleich arm. Außer die Bonzen natürlich, die lebten weiter wie die Made im Speck. Auf Kosten der Anderen natürlich. Am Sozialismus bzw. Kommunismus ist leider nur die Theorie gut, sonst gar nichts.
    Ich bin nicht gegen Hilfe für die Ärmsten dieser Welt. Ganz im Gegenteil. Aber man muss sehr genau schauen, wem man wem, wo und wie am besten hilft. Jeder Euro, den wir hier z.B. für angebliche minderjährige Flüchtlinge zu viel ausgegeben haben, fehlt in der Entwicklungshilfe bei Menschen, die zu verhungern oder verdursten drohen. Das macht mich sauer!

  2. 29.

    Sie schreiben leider so viel Phrasen, dass der Sinn Ihres Postes gleich wieder verloren geht.
    Am Ende wird es darum gehen, der ungehemmten Globalisierung zu begegnen. Wenn Näherinnen in Bangladesh nur wenige Cent pro T-Shirt mehr bekämen, hätten die ein verhältnismäßig gutes Leben. Solange aber internationale Konzerne ungebremst Profite maximieren dürfen, werden diese Menschen weiter ausgebeutet. Das Problem ist ja gerade, dass bei den Kosten heute mit zehntel Cent gerechnet wird, übrigens auch im Inland. Je größer der Vertragspartner, umso härter die Verhandlungen. Auch die EU fördert Konzerne, der Mittelstand, der gut für die Gesellschaft wirkt, hat immer öfter das Nachsehen. Das zu kritisieren muss nicht mal kommunistisch sein, auch Liberale vertreten solche Positionen.

  3. 28.

    Na da sind wir uns doch ein bisschen einig. Schön. Auch wenn "keine Handelsabkommen" natürlich gar nicht geht. Schon seit ein paar tausend Jahren. Sondern endlich: Den Wert der Handelsbeziehung /abkommen endlich anders berechnen, als nur in der (einseitigen)Profitrate. Ist ein bisschen wie mit den ProduktionsKOSTEN. Rechnet man die konservativ-neoliberal-kapitalistisch so dumm und rückständig wie es derzeit Mainstream ist, verstärkt von Parteien wie der AfD, die in der Eskalation dieser (gescheiterten) Rezepte Lösung behauptet, wird erst in einem furchtbaren und blutigen Zusammenbruch klar, das Nachhaltigkeit, Ökologie, Ausgleich, Schaffung und Schutz von ökonomischen Entwicklung- und Entfaltungsräumen kein "linkes" Denken im Sinne der Errichtung einer "kommunistischen Diktatur" ist. Ist das Problem dieser Rückständigen die sich als Sieger in den Denkmodellen des 19. Jahrhunderts fühlen: Sie haben auch nicht Recht! Es geht um Neues das beides überwindet: 21. für das 22. Jahrhundert!

  4. 27.

    Bei diesem Punkt allerdings muss ich Ihnen widersprechen. Es gibt kein internationales Recht und auch kein Menschenrecht auf Immigration. Das ist traurig für jeden Einzelnen, der in Not ist, ist aber ein elementarer Eckpfeiler einer geordneten Weltordnung. Daher gilt für Zuwanderung immer nationales Recht. Internationales Recht greift nur bei Emigration vor Krieg oder Verfolgung. Hierzu wurden verschiedene humanitäre Abkommen geschlossen, die ich auch gerne eingehalten sehen möchte. Nur ist es auch hier so, dass die Grenze zur Immigration aus wirtschaftlichen Gründen verschwimmt. Ein Kriegsflüchtling ist zunächst nach internationalem Recht in der Türkei in Sicherheit, ein Weiterziehen hat als Ursache wirtschaftliche Gründe. Klingt hart, ist aber so. Dass wir trotzdem aus humanitären Gründen solche Menschen mindestens befristet aufnehmen, ist aber in Ordnung. Nur bitte nicht die Augen davor verschließen, dass die wirklich Armen und Schutzbedürftigen keine Schlepper bezahlen können.

  5. 26.

    Das ist der Punkt, Martina. Wir müssen es Menschen vor Ort ermöglichen, gut und sicher zu leben. Eine Änderung der aktuellen Handelsbeziehungen sind kein bisschen kommunistisch sondern dringend geboten. Wenn europäische Waren zu Schleuderpreisen Märkte in fremden Ländern zerstören und wir alle das noch mit EU-Subventionen zu Gunsten von Konzernen finanzieren (z.B. Milchpulverexporte nach Afrika), dann läuft gehörig etwas falsch. Deshalb bin ich auch ein entschiedener Gegner von Handelsabkommen, weil diese in der Realität immer nur großen Konzernen nützen und ansonsten Wohlstand hier wie dort zerstören.
    Trotzdem darf man nicht aus dem Auge verlieren, dass ein Großteil der Armut in Afrika auf die dortigen Diktaturen zurückzuführen ist. Auch das ist ein Teil der Wahrheit, genau so wie die Bevölkerungsexplosion. Diese ist für jeden einzelnen dort die Versicherung, im Alter versorgt zu werden, in Summe aber ein riesiges Problem, diese Menschen zu ernähren und mit Arbeit zu versorgen.

  6. 25.

    Ich biete Ihnen einmal ein "besseres Argument" an. Dann müssen Sie vielleicht keine Demonstrationen verteidigen, oder gar besuchen, auf denen argumentiert und gerufen wird (übrigens keineswegs minderheitlich) was Sie hier wahrheitswidrig bestreiten. Das ist doch auch...ein bisschen doof. Sieht und hört doch jeder das es so ist.
    Was der Einzelne tun kann, wenns irgend geht: Den Menschen helfen die hier her kommen und von unseren Regierungen, verlangen das sie uns dabei unterstützt. Während wir gleichzeitig wissen: Ist natürlich keine Lösung im Weltmasstab. Dafür müssen wir uns wieder für die Welt interessieren und für die Aussenpolitik also dafür ob und das es für andere anderswo eine Lebensgrundlage eine Zukunft gibt. Hält man eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung, faire Handelsbeziehungen für "Kommunismus" sieht es natürlich schlecht aus. Dann kann man sich nur mit niederträchtigen Argumenten bewaffnen, die die Verzweiflung anderer zur "Kriegshandlung" erklären.

  7. 24.

    "Rechtsstaatliche Abschiebungen" haben ein Problem. Sie sind deutsch-rechtsstaatlich. Im Rahmen des Völker- und Menschenrechts international. Entwickelt, erkämpft, bitter bezahlt in den Katastrophen der Menschheit. Sie haben ein weiteres Problem: Sie berühren die Existenz, das Schicksal eines einzelnen Menschen. So persönlich, so umfassend wie kaum etwas anderes in dem das übergeordnete "Grosse Ganze" gegen ein einfaches Recht eines Menschen steht: Es ist kein Verbrechen für sich, für seine Kinder, für seine Familie ein Auskommen, eine Zukunft zu suchen. All das verträgt sich nicht mit der Parole "abschieben-abschieben" Ist das "kommunistisch angehaucht" so trage ich mit Würde diesen Ehrentitel. Schön das Sie dem Kommunismus so viel Positives zuschreiben. Haben doch die in der Wolle eigentlich rechts-reaktionär-autoritären Machthaber die sich auf ihn beriefen, die Hoffnungen jener so sehr zunichte gemacht die mit dem Kommunismus, dem Sozialismus eine gerechtere Gesellschaft erhofften.

  8. 23.

    Lothar, Sie schießen gerade mal wieder übers Ziel hinaus. Auf den Demos in Cottbus fordert niemand Deportationen. Punkt! Weil es immer ein paar Idioten gibt, die Deutschland von Ausländern "befreien" wollen (was auch immer denen das bringen sollte), ergibt sich kein Zusammenhang mit dem Thema hier. Und ja, solche unterbelichteten Gestalten laufen auch in Cottbus rum, so wie überall sonst auch in dieser Republik. Das ist aber eine kleine Minderheit, die man mit Argumenten schnell entlarven kann. Polemik dagegen hilft definitiv nicht - das stärkt solche Gestalten nur. So lange wir als Gesellschaft die besseren Argumente bieten können, werden diese Gruppen ein Nischendasein fristen.
    Ich achte sehr Ihren politischen Standpunkt, auch wenn ich ihn nicht immer voll teile. Was ich nicht gut finde, sind dagegen Pauschalisierungen und Vorverurteilungen Andersdenkender. Beide Seiten haben gute, aber auch schlechte Argumente. Man muss offen darüber diskutieren dürfen => Demokratie!

  9. 22.

    Hallo, geht's noch? Rechtsstaatliche Abschiebungen und Deportationen in Vernichtungslager zu vergleichen ist so was von daneben, dass ich 'nen ganz dicken Hals bekomme! Sie dürfen mir außerdem durchaus zutrauen, dass ich sehr genau einschätzen kann, wem ich "folge" oder politische Verantwortung zutraue. Das liegt auch an meiner persönlichen Vergangenheit. Ich gehe nicht mit einer ideologisch gefärbten Brille durch die Gegend, meine Brille ist durchsichtig klar, nicht rosa und auch nicht braun eingefärbt. Ihre kommunistisch angehauchte Weltanschauung mag ich genau so wenig wie die von Rechtsaußen. Ich verachte beide politischen Extreme und bekämpfe sie. Ich unterstütze aber im Gegenzug jede politische Bewegung, die sich klar im Rahmen unserer FDGO und unserer Gesetze bewegen, genau so wie im Rahmen unserer Traditionen. Ich bin nämlich stolz, Deutscher zu sein, ohne dabei Nationalist sein zu müssen.

  10. 21.

    Ach Steffen, jetzt aber mal schön sachte, besonders zum Thema Deportationen. Genau hier im Forum habe ich auch schon manches gelesen, da stehen einem die Haare zu Berge. Einmal wurde sogar unverhohlen ein Kommentar freigeschaltet und was da zu Lesen war ist eindeutig Nazispeech, sprich aus der Vergangenheit ins hier und jetzt übertragen. Erst als ich mich bei der rbb24 Redaktion über solch Wiederwärtige Ausdrucksweise beschwert habe, wurde der Kommentar gelöscht. Jetzt achten schon „beide Seiten“ darauf, das so etwas nicht wieder vorkommt. Was @ Martina hier im Großen und Ganzem Veröffentlicht gehört gelesen und ist zuweilen höchst interessant und wissenswert. Mehr davon bitte.

  11. 20.

    Ich bin Ihren Kommentaren immer sehr dankbar. Denn um Leute wie Sie geht es nur in sofern, als das es möglicherweise Menschen gibt die sich tatsächlich nicht klarmachen wem und was sie folgen, wen sie unterstützen. Sie machen das dann immer so deutlich, wie man es selbst nicht machen kann. Vor allem halten Sie mit Ihren Pirouetten und der Armee der "Einzelverfehlungen" den Rest der Republik für blöde. Immer wenn gar nicht mehr zu bestreiten ist, welch Geistes Kind das auftretende Personal ist gehört es plötzlich nicht mehr dazu. Das erinnert mich an Denkkonstruktionen, die bereits vor 50 Jahren völlig ernst gemeint waren: "Wenn der Führer das gewusst hätte..." Ich verweise Sie hier noch einmal auf die parlamentarische Initiative der AfD, deren Umsetzung zu Massenverhaftungen und -Internierungen führte. So wie die gewünschten Massenabschiebungen - die Sie ungern Deportationen nennen - gar nichts anderes bedeuten können als: Ohne Rücksicht auf Einzelschicksale. Also wirkliche Menschen.

  12. 19.

    Um Ihre Frage zu beantworten: Ja, auch das ist mal wieder aus dem Zusammenhang gerissen. Dieser Kriminelle Bachmann hat weder mit der AfD zu tun noch mit den Cottbuser Demonstranten. Inzwischen ja wohl nicht mal mehr mit Pegida. Dass Pegida und die AfD nunmal punktuell die gleichen Ziele verfolgen, ist wohl so. Aus den Verfehlungen eines Einzelnen dann auf die gesamte Bewegung mit der Asylpolitik unzufriedener zu schließen, ist eine ideologisch getriebene Verallgemeinerung. Ich stelle auch nicht alle Gegendemonstranten als Linksradikal hin, nur weil sich regelmäßig "Aktivisten der Anitfa" darunter mischen.
    Und Ihr Post bezüglich angeblicher "Deportationen" ist trotz Ihrer dürftigen Erklärungsversuche so was von daneben, dass es schon knapp an Volksverhetzung grenzt. Sie sollten sich vielleicht mal vor Augen führen, was mit Deportierten damals passiert ist. DAS will nämlich niemand, weder Pegida, noch die AfD noch die Cottbuser Demonstranten.

  13. 18.

    Um mir eine eigene Meinung zu bilden, benötige ich keinen Satirefilm( obwohl streckenweise ziemlich trefflich gelungen). Was im Westen abläuft, steht hier nicht zur Debatte.

  14. 17.

    Ja und das tut weh - nicht wahr? Aber das ist nun Mal der Zusammenhang in dem man steht, begibt man sich auf eine Demonstration auf der -neben allerlei anderer widerlicher Reden - "abschieben-abschieben" skandiert wird. Nichts, aber auch gar nichts ist dabei "aus dem Zusammenhang gerissen" Das Standardargument der AfD und ihrer Anhänger, wenn sie sich den Tatsachen der von ihnen gewählten Umgebung, Aussagen, Parolen stellen müssen. Sicher ist es ja auch Mal wieder "aus dem Zusammenhang gerissen" wenn Pegida-Ikone Bachmann (AfD: Pegida sind unsere natürlichen Verbündeten) nach dem Mord an einer Jugendlichen in Berlin, mit Bild und Namen zur Lynchjustiz gegen einen völlig unbeteiligten -übrigens auch Jugendlichen- aufruft. Klar befindet man sich da in sozusagen internationaler Gesellschaft. Kann sogar Präsident der USA werden. Der rief einmal zur Hinrichtung von der Vergewaltigung verdächtigen schwarzen Jugendlichen bildlich und namentlich auf. Völlig Unschuldige übrigens.

  15. 16.

    Ich empfinde es als Beleidigung meiner Intelligenz, meines Engagements, es mir immer wieder anhören zu müssen. Bundesregierung, Landesregierungen, Stadtregierungen haben allenfalls jene alleine gelassen, die sich tatsächlich vielfältig, mit hohem Zeitaufwand, vielfach ehrenamtlich vor Ort, konkret und pragmatisch in die Probleme begeben, die Einwanderung und Flüchtlingskrise bedeuten. Die brauchten nie eine "Politik" die ihnen erklärt das alles nicht so einfach ist. Und schon gar nicht eine sich organisierende Niedertracht, die sich mit diesem tatsächlichen Mainstream in Regierungsverantwortung verbündet, während behauptet wird man sei alleine gelassen und nicht gehört worden. Viel zu lange sind jene gehört worden, die behaupten Deutschland sei kein Einwanderungsland. Viel zu lange jene nicht, die seit Jahrzehnten wissen, das Weltwirtschaftsordnung und deren Durchsetzung zu Zusammenbruch und Gewalt führen wird, die niemand mehr politisch eingrenzen kann.

  16. 15.

    Teil 2.
    Im übrigen halte ich mich an eine Grundüberzeugung, die wie ich meine schon zu lange und in ihrem Kern nicht wirklich zum konstituierenden, selbstverständlichen Moment unser aller Gemeinwesen geworden ist:
    Die Tatsache das der NSDAP-Staat die Messlatte für Verbrechen und die Akzeptanz für Verbrechen durch eine geradezu singuläre Ungeheuerlichkeit derart hoch gelegt hat, bedeutet nicht das alles was unterhalb von ihr stattfindet, dem Wesen nach nicht Unrecht, oder berücksichtigt man die tatsächlichen Folgen nicht im Kern als ein Verbrechen anzusehen ist.
    Sie mögen mit einer Haltung, einer Regierung, mit Verordnungen oder deren Umsetzungen leben können und wollen, die Länder wie Afghanistan oder Irak aus taktischen Gründen zum Friedensgebiet erklären. Ich tue es nicht. Werde es nicht und bejahe das Widerstandsrecht eines jeden, der sich gegen diese Ungeheuerlichkeit wehrt. Das ist der Patriotismus, der sich der Folgen seiner Heimatliebe nicht schämen muss.

  17. 14.

    Teil 1.
    Diese Demonstration, ihre Redner, Parolen, der Verein, Pegida, Sonstwas-Gidas, die anwesenden nationalsozialistischen Kameradschaften und die "parlamentarische Stimme" AfD dieser sich selbst als "Bewegung" verstehenden organisierten Niedertracht, macht die feinen Unterschiede nicht, die Sie offenbar hineininterpretieren. Stellen Sie sich dem. Praktisch der erste parlamentarische Antrag der AfD im Abgeordnetenhaus Berlin bestand darin, die sofortige Internierung aller Mitbürger zu fordern, deren einziges "Verbrechen" in einem unklaren Aufenthaltsstatus besteht. Würde dies zu Gesetz und Verordnung, bedeutete es die Massenverhaftung und Internierung mehrerer zehntausend Personen allein in Berlin. (Darunter übrigens auch der eine oder andere Tourist) Das Ihnen möglicherweise gefällt, das die AfD z. B. Syrien zum Friedensgebiet erklärt hat sagt nichts über die Lage vor Ort aus.
    Sollte es so sein - sagt es halt etwas über Sie und über die Gefahr in der Ihre Fussnägel schweben.

  18. 13.

    Wer ist denn uns? Und was hat das dann damit zu tun, dass wir auch über andere "Bewegungen" berichten sollten.

  19. 12.

    Sehr geehrtes rbb-Team,
    ihre Berichterstattung sollte in keinster Weise mit meinem Post in Frage gestellt werden... Kontakte geschäftlich und privat monatlich nach Cottbus und Umgebung erlauben uns eine realistische Einschätzung der Beweggründe durch Gespräche vor Ort mit Freunden und Angehörigen,resultierend auf den "Heimatbonus" von 40 Jahren.

  20. 11.

    "Abschieben,abschieben..."aus dem Zusammenhang zu reißen und mit Deportation gleichzusetzen bedarf in Ihren "Ausführungen"(oder Unterstellungen) jeder Grundlage! UNFASSBAR!
    Vielleicht ist Ihnen aber die Wahrnehmung berechtigt-besorgter Bürger abhanden gekommen zu den sich häufenden Straftaten? Vielleicht haben gerade diese "ansonsten unbescholtenen" Bürger jedes Vertrauen und Sicherheitsempfinden verloren? Gespräche auf Augenhöhe ohne "Aktivisten"-Modus wären ja schon mal ein Ansatz zu solchen Unterstellungen,oder???

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