Umgekippter Feuerwehrwagen auf der Autobahn A2 nach Aufprall eines LKWs
Video: Brandenburg Aktuell | 14.03.2018 | Theresa Majerowitsch | Bild: dpa

Bis zu 60.000 Euro Soforthilfe - Brandenburg verbessert Hilfe für Hinterbliebene von Rettern

Angehörige von Rettern, die im Einsatz zu Tode kommen, sollen in Brandenburg künftig schnell und unbürokratisch Finanzhilfe bekommen. Laut Ministerpräsident Woidke gilt die Regelung nicht allein für Feuerwehr und Polizei, sondern für alle Bürger, die Nothilfe leisten.

Das Brandenburger Kabinett hat angekündigt, die Hinterbliebenenversorgung für Retter im Land rückwirkend zu verbessern. Bei tödlichen Unfällen im Einsatz könnten nun unbürokratisch bis zu 60.000 Euro ausgezahlt werden, teilte Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) am Mittwoch zu einem entsprechenden Kabinettsbeschluss mit.

Bisher war die Regelung für ehrenamtliche, verbeamtete und angestellte Feuerwehrleute sehr unterschiedlich. Angehörige von angestellten Feuerwehrleuten bekamen keine Einmalhilfen und ehrenamtliche Feuerwehrleute maximal 26.000 Euro.

Auch unterschieden sich die Hilfen von denen für Retter in anderen Berufsgruppen - wie Polizisten oder Mitarbeiter vom Technischen Hilfswerk. Ab jetzt soll das Geld unbürokratisch und einheitlich ausgezahlt werden.

Regelung gilt rückwirkend ab Anfang 2017

Hintergrund für die Änderung ist ein Unglücksfall vom September 2017: Zwei ehrenamtliche Feuerwehrmänner aus Lehnin waren bei einem Einsatz nach einem Autobahnunfall verunglückt. Die Versorgung ihrer Hinterbliebenen hatte zu Kritik geführt.

Die Verordnung gilt nun rückwirkend seit dem 1. Januar 2017, also auch für die Zeit vor dem Unfall der Feuerwehrleute. So können auch deren Angehörigen die Hilfe erhalten.

Laut Woidke ist die Regelung in Brandenburg bislang bundesweit einzigartig. Es sei ein wichtiger Schritt für ihn, dass jeder, der da hinfährt fährt, weiß: auch in gefährlichen Einsätzen werden meine Angehörigen gut versorgt."

Auch Angehörige spontaner Helfer sollen schneller Geld bekommen

Unter die Neuregelung fallen künftig auch nicht organisierte Helfer, die etwa bei einem Hochwassereinsatz bei der Deichrettung spontan aktiv werden, ergänzte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD).

Der Präsident des Brandenburgischen Landesfeuerwehrverbandes, Werner-Siegwart Schippel sagte im rbb, das große Problem habe vor allem bei bei den angestellten Berufsfeuerwehrleuten bestanden. "Insofern begrüßen wir, dass es da jetzt Bewegung gibt."  

Auch Menschen, die bei einer Straftat einschreiten, sollen darüber abgesichert werden. Zudem werden Übungen etwa der Freiwilligen Feuerwehr erfasst. Die Verordnung gelte zudem nicht nur für Eheleute, sondern auch für Lebenspartner.

Kommentar

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1 Kommentar

  1. 1.

    Absolut richtig und längst überfällig diese Entscheidung. Eigentlich sollte dies selbstverständlich sein.

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