Straßenstrich Kurfürstenstraße im Februar 2018. (Quelle: rbb/Klaus Dieter Freiberg)
Bild: rbb/Klaus Dieter Freiberg

Steigende Mieten - Mitte will Kurfürstenstraße zum Milieuschutzgebiet erklären

Die Gleichzeitigkeit von Straßenstrich und millionenschweren Penthousewohnungen ist kaum irgendwo in Berlin krasser zu bestaunen als an der Kurfürstenstraße. Damit die angestammte Bevökerung nicht komplett verdrängt wird, zieht Mitte jetzt die Notbremse.

Der Berliner Bezirk Mitte will den Bereich rund um die Kurfürstenstraße im Stadtteil Tiergarten zum Milieuschutzgebiet erklären.

Der Bezirksstadtrat vom Bezirksamt Mitte, Ephraim Gothe (Quelle: dpa/Britta Pedersen)
Ephraim Gothe | Bild: dpa/Britta Pedersen

Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Ephraim Gothe (SPD) sagte im Inforadio vom rbb, man habe bereits mit den Vorarbeiten für ein entsprechendes Gutachten begonnen. Milieuschutzgebiete sollen verhindern, dass die angestammte Bevölkerung verdrängt wird. Unter anderem gibt es dort Auflagen für die Modernisierung von Wohnungen, um Mieterhöhungen zu begrenzen, erklärte Gothe.

Der SPD-Politiker begrüßte auch das neue Modernisierungs-Förderprogramm des Senats. Demnach werden Eigentümer finanziell unterstützt, wenn sie sich verpflichten, die Miete nach einer Modernisierung nur um maximal 30 Prozent zu erhöhen.

Die Gegend um die Kurfürstenstraße steht in Berlin exemplarisch für einen Raum großer sozialer Gegensätze: Zum Einen entstanden in den vergangenen Jahren vermehrt hochpreisige Eigentumswohnungen. Andererseits sind Teile der Straße seit Jahrzehnten von Prostitution geprägt.

Wegen der massiven Probleme rund um den Straßenstrich führte der Bezirk erst im Januar eine Anwohnerbefragung unter allen Haushalten in dem Gebiet durch. So wolle man klären, wie groß der Anteil der Bewohner sei , der unter Müll, öffentlichem Sex, Fäkalien, Kriminalität und Lärm leide.

Mehr zum Thema:
Inforadio beschäftigt sich bereits die gesamte Woche mit dem rauen Berlin an der Potsdamer Straße - also gleich um die Ecke von der Kurfürstenstraße.

Sendung: Inforadio, 01.03.2018, 15:52 Uhr

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6 Kommentare

  1. 6.

    Ihre erste Frage haben Sie mit Ihrer zweiten Frage ja schon beantwortet. Bei der dritten Frage sollten Sie mal von "nein" ausgehen. Wie soll der Staat denn auch feststellen, dass es ungewöhnlich ist, wenn ein Hartz-IV-Empfänger mit dem Luxusschlitten vorfährt? ;-)

  2. 5.

    Ja, sind natürlich ALLE kriminell dort, genauso wie alle Ossis faul sind und alle Polen Autos klauen... Ich wohne dort und bin NICHT kriminell!!! Und ob ihr es glaubt oder nicht, ich wohne GERNE dort!

  3. 4.

    Ein Schritt in die richtige Richtung. 6.500 € / m² werden aber eh bald ein Auslaufmodell sein, der Markt wird sich beruhigen und der Preis wird fallen. Auch und gerade durch solche Maßnahmen, die die normale Wohnbevölkerung vor solch irrsinnigen Luxusbuden schützen. Aber: Kann man denn bitte nicht auch noch die krimminellen Teile der Araberclans daran hindern, öffentlichen Strassenraum abschnittweise an Zuhälter zu vermieten, die da dann Osteuropäerinnen auf den Strich schicken? Ist das echt nicht möglich, kann man diese Zustände nicht beenden?

  4. 3.

    Verstehe ich das richtig? Der Bezirk möchte per Gesetz das kriminelle Milieu erhalten?
    Gentrifizierung ist in manchen Fällen offensichtlich gar nicht verkehrt.

  5. 2.

    "Milieuschutz" fürs Milieu - W.Busch hät's gefreut. :-)

  6. 1.

    Untertitel vorletztes Bild: "Die Prostituierten stammen meist aus Osteuropa und unterstehen Zuhältern - die mieten den Strich abschnittsweise von kriminellen arabischen Clans."

    Was vermieten diese Clans?
    Den öffentlichen Straßenraum?
    Werden die Mieteinnahmen versteuert und der Sozialhilfe angerechnet?

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