Reisende der zweiten Klasse einer Regionalbahn der Deutschen Bahn (Quelle: dpa/Jens Wolf)
Video: rbb aktuell | 13.03.2018 | Interview mit Jens Graf | Bild: dpa/Jens Wolf

Berlin und Brandenburg - In den Regionalbahnen gibt es jetzt mehr Sitzplätze

Um den Frust der Berlin-Brandenburg Pendler abzumildern, sollen die Sitzplätze in den Regionalbahnzügen aufgestockt werden. Der Städte- und Gemeindebund Brandenburg lobt die Maßnahmen.

Der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg, Jens Graf, begrüßt die geplanten Verbesserungen für Bahn-Pendler zwischen Berlin und Brandenburg. Viele Erwartungen der Städte und Gemeinden seien aufgegriffen worden, sagte Graf am Dienstagabend im rbb.

Bereits ab April soll das Sitzplanangebot im Regionalbahnnetz verbessert werden. Das hatten Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag nach einer gemeinsamen Kabinettsitzung mittgeteilt.

Aufstockung der Sitzplätze

Zum Beispiel soll die Anzahl der Sitzplätze auf den Strecken zwischen Oranienburg und Berlin Ostkreuz sowie zwischen Werneuchen und Berlin Ostkreuz auf einigen Fahrten von 150 auf 200 Plätze aufgestockt werden. Auch auf der Linie RB 10 von Berlin Südkreuz nach Nauen soll die Zahl der Sitzplätze von 460 auf 600 steigen. Von Bad Belzig nach Berlin soll es künftig pro Zug 460 statt bisher 300 Sitzplätze geben. Hierfür sollen Doppelstockwagen oder mehr Wagons eingesetzt werden.

Während der Hauptverkehrszeit sollen auch in der sogenannten Ostbahn von Berlin Ostkreuz nach Küstrin über Müncheberg die Sitzplätze von 280 auf 420 aufgestockt werden. "Das sind alles Züge, die ständig überfüllt sind und hier war dringender Handlungsbedarf", lobt Graf vom Städte- und Gemeindebunds die Pläne der Länder. Berlin und Brandenburg haben für diese Verbesserungen jährlich neun Millionen Euro bis 2022 vorgesehen.

Zwischen Polen und Deutschland zweigleisig - ab 2023

Nach einem jahrelangen Tauziehen zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg und dem Bund gab es zu dem eine Einigung auf einen durchweg zweigleisigen Ausbau von Deutschland nach Polen.

Der Bahn-Vorstand für Infrastruktur, Ronald Pofalla, sprach von einem Durchbruch. Zwar müssten die bisherigen Pläne jetzt verändert werden, die Verzögerung daraus solle aber im Rahmen eines Pilotprojekts zur Beschleunigung nur ein Jahr dauern. Womöglich könne die neue, dann zweigleisige und elektrifizierte Strecke bereits 2023 in Betrieb gehen.

Bahn-Chef Lutz sagte, konkrete Vereinbarungen müssten noch getroffen werden, es gebe jetzt aber große Bereitschaft des Bundes, der Bahn und der beiden Länder für den zweigleisigen Ausbau. Damit würden die notwendigen Kapazitäten für die Zukunft geschaffen.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsere Netiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

9 Kommentare

  1. 9.

    Auch in der RB13 zwischen Berlin und Wustermark sollen nun ab April 2018 mehr Sitzplätze angeboten werden. Begrüßenswert, da dringend nötig! Vor dem Hintergrund des großen Bedarfs auf dieser Linie ab Wustermark nach Berlin ist der jetzige Entwurf des Landesnahverkehrsplans völlig unverständlich. Er streicht den Wustermarkern diese Verbindung nach Berlin, die bisher für eine halbstündlich mögliche Fahrt in die Hauptstadt sorgt. Er streicht den Wustermarkern auch die Verbindung nach Potsdam. Die Streichung wird mit der Notwendigkeit einer kürzeren Fahrzeit zwischen Potsdam und Berlin ohne Halt in Wustermark begründet. Es geht tatsächlich um nur 2 Minuten. Ich hoffe sehr, dass das zuständige Ministerium die Planung für den Banhhof Wustermark ändert. Wustermark wächst in allen Ortsteilen, weil es so gute Zuganbindungen gibt.

  2. 7.

    @wuschel: Wie schon im Artikel erwähnt wird die Sitzplatzkapazität auf den Strecken mittels "Verstärkung" der Züge erzielt. Entweder werden zusätzliche Wagen oder bei Triebzügen ein weiterer Triebwagen angehängt. Sie können also ihren Küchenstuhl getrost zu Hause lassen. Diese Variante ist nicht so personalintensiv, wie eine Taktverdichtung. Wobei bei 2. Variante auch der Fahrplan, samt Streckenkapazität in die Planung mit einfließen müsste.

  3. 6.

    Also jetzt gibt es mehr Sitzplätze in Regionalbahnen.
    Bringt der Reisende jetzt seinen eigenen Stuhl mit ?
    Also mir ist heute in meiner Regionalbahn nicht aufgefallen das es mehr Sitzplätze gäbe.
    Gut man kann über das Wort -jetzt- streiten,aber dieser Artikel ist wohl eher ne lahme Presseente.

  4. 5.

    Diese Idee mit den meist nur normalen Zügen stammt aus der Notwendigkeit der Streckenprofile und vor allem der Wartungsmöglichkeiten. Nicht überall können Doppelstockzüge fahren und in jede Wartungshalle passen die auch nicht. Nur mal so als technische Info...

  5. 4.

    Nur das die Ostbahn (RB 26) nicht vom Ostkreuz sondern von Berlin-Lichtenberg nach Küstrin fährt. Der Anschluß von Ostkreuz nach Lichtenberg wird gerade gebaut...

  6. 3.

    Wer kam überhaupt auf die Idee, die neuen Züge nur Einstöckig zu machen?

  7. 1.

    Ein bisschen "krümelkack*: Sowohl Berlin Südkreuz, als auch Berlin Ostkreuz wird ohne Bindestrich geschrieben, da es sich hierbei (wie zB auch bei "Ostbahnhof", "Alexanderplatz" oder "Friedrichstraße") nicht um einen Ort oder Ortsteil, sondern um eine Örtlichkeit handelt.

Das könnte Sie auch interessieren