Eltern mit Kind an der Hand (Quelle Archivbild: dpa/Photopqr/Le P)
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FDP-Vorstoß auf Bundesebene - "Wechselmodell" soll getrennte Eltern gleich belasten

Wenn Eltern sich trennen, sind sie zwar kein Paar mehr, Eltern bleiben sie aber. Vielfach leben die Kinder nach der Trennung bei der Mutter, den Vater sehen sie alle zwei Wochen. Die FDP und eine Eltern-Initiative wollen hier einen Paradigmenwechsel. Von Bettina Rehmann

Sie kommen aus Berlin, aus der Uckermark, aus Cottbus. Sie sind Sozialhilfeempfänger oder Millionäre. Wenn Markus Witt vom Verein "Väteraufbruch für Kinder" sich an so manchem Mittwoch beim Selbsthilfeabend im Stadtteilladen Moabit umsieht, ist die Gruppe bunt gemischt, aber alle Anwesenden eint eines: Sie wollen nach der Trennung als Elternteil weiter im Leben ihres Kindes bleiben.

"Es sind teilweise dramatische Fälle, die wir haben", sagt Markus Witt. Oft hätten sie bereits Erfahrungen mit Familiengerichten, dem Jugendamt oder Beratungsstellen gemacht. "Es sind überwiegend Väter - ab und an haben wir auch Mütter mit dabei", sagt Markus Witt, "die sich fragen, wie kann das passieren: Ich habe mit meinem Kind zusammengelebt, mich um mein Kind gekümmert. Das Kind lebt jetzt beim anderen Elternteil und sie können nicht verstehen, gegen welche Wände sie plötzlich laufen."

Markus Witt (Quelle: Markus Witt)
Markus Witt vom Verein "Väteraufbruch für Kinder" | Bild: Markus Witt

Markus Witt ist überzeugt, dass das Familienrecht in Deutschland überarbeitet werden sollte. Zusammen mit dem Verband berufstätiger Mütter und anderen Organisationen – um klarzustellen, dass "es nicht aus einer Ecke kommt, sondern von Müttern und Vätern" – hat sein Verein die Initiative "Doppelresidenz – Kindern zwei Zuhause geben" gegründet. Sie setzt sich für das Leitbild der Doppelresidenz, beziehungsweise dem Wechselmodell ein, bei dem nach einer Trennung die Kinder paritätisch von Mutter und Vater betreut werden. "Bisher gab es in Deutschland keine politischen Initiativen in der Richtung", sagt Witt. Bisher.

FDP legt Antrag vor: Wechselmodell als Regelfall

Am Donnerstag wurde in erster Lesung ein Antrag der FDP-Fraktion im Bundestag debattiert. Die Abgeordnete Katrin Helling-Plahr (FDP), Mitglied im Rechtsausschuss des Bundestages erklärte: "Wir wollen, dass das Wechselmodell, wenn die Eltern keine andere einvernehmliche Regelung finden, zum Regelfall wird." Es solle beispielsweise nicht mehr, wie heute häufig der Fall, vom Gericht entschieden werden, dass die Kinder im Streitfall zur Mutter ziehen, der Vater aus dem Alltag ausgeschlossen werde und zahlt. Das sei nicht mehr die Idee eines zeitgemäßen Familienbildes. Bei einem Wechselmodell, das nicht zwingend paritätisch – also zu gleichen Anteilen – sondern auch flexibel geregelt sein könne, könnten Vater und Mutter in ihren Jobs bleiben, beide die Kinder gleichermaßen prägen. Das sei gerechter, für die Kinder das Beste und international anerkannt.

Die anderen Fraktionen sprachen sich am Donnerstag einhellig gegen die Idee aus, das Wechselmodell als Regelfall festzulegen. Fast alle waren sich zwar mehr oder weniger darin einig, dass es für Kinder das Beste sei, wenn die Eltern nach einer Trennung gemeinsam Eltern blieben und dass es hierzu in einigen Bereichen gesetzliche Regelungen brauche, etwa beim Thema Unterhalt. Aber die Festlegung auf das Wechselmodell als Regelfall lehnten die Fraktionen ab.

Rolle der Frau nach der Trennung oft verändert

Cornelia Spachtholz, Vorsitzende des Verbands berufstätiger Mütter, teilt im Gegensatz dazu, die Forderung der FDP. "Denn es ist unverständlich, weshalb die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in zusammenlebenden Familien gefördert wird, bisher nach einer Trennung aber die Mütter auf einmal wieder den Großteil der Familienarbeit übernehmen sollen und dafür ihre beruflichen Möglichkeiten oftmals einschränken müssen."

Katja Suding, Stellvertretende FDP-Chefin, wundert sich darüber, dass es ausgerechnet von der Linke-Fraktion einen Gegenantrag gibt, der fordert, das Wechselmodell nicht als Regelfall einzuführen. Die Linke würde sich sonst hervortun bei der Forderung nach Gleichberechtigung, sagt sie.

In der Tat heißt es in dem Antrag der Linke-Fraktion, der Bundestag solle Maßnahmen ergreifen, es Familien zu erleichtern "eine partnerschaftliche Aufteilung der Erziehungs-, Haus-, und Sorgearbeit vorzunehmen". Dies gelte insbesondere für eine gerechtere Bezahlung von Mann und Frau und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Katrin Werner, für die Linke-Fraktion im Familienausschuss, erklärt aber, das Wechselmodell eigne sich nicht als "Konfliktmanagement" per Gesetz. Damit es verordnet werden könne, brauche es als Voraussetzung, dass die Eltern miteinander reden könnten. Sei das Verhältnis zerstritten, gehe das immer zu Lasten der Kinder.

Cornelia Spachtholz, Vorsitzende des Verbands berufstätiger Mütter (Bild: VBM)
Cornelia Spachtholz | Bild: VBM

Spachtholz: "Wechselmodell kann Elternkonflikte beruhigen"

Genau hier aber widerspricht Cornelia Spachtholz. Sie geht sogar weiter: "Mit der Einführung des Wechselmodells als Leitbild wird auch eine Beruhigung vieler Elternkonflikte stattfinden, da klar ist, dass beide im Leben des Kindes präsent bleiben und Machtkämpfe ums Kind keinen Sinn mehr haben." Auch Markus Witt geht davon aus, dass Familien durch ein Wechselmodell Entspannung erfahren könnten: "Beide Eltern übernehmen Verantwortung in Alltag und Freizeit. Die Alltagsbelastung haben dann beide – das Verständnis für den jeweils anderen Elternteil wächst."

Schon heute kann das Wechselmodell gerichtlich angeordnet werden, auch gegen den Willen eines Elternteils, wenn es dem Kindeswohl entspricht. Das hat der Bundesgerichtshof in einer wegweisenden Entscheidung vor rund einem Jahr entschieden.

Cornelia Spachtholz verweist zudem auf eine Analyse von Studien zu dem Thema, die die Amerikanerin Linda Nielsen ausgewertet hat. Die Studie stammt aus dem Jahr 2014. Die Erziehungswissenschaftlerin Nielsen legt der Analyse 40 amerikanische und internationale Studien zum Thema Wechselmodell zugrunde. Resultat: Kindern von Eltern, die sich die Elternschaft nach der Trennung teilen, geht es besser. Und: Streit belaste die Kinder stets, aber geteilte Elternschaft trage eher dazu bei, die negativen Auswirkungen von Konflikten zu reduzieren, als Residenzmodelle.

Fraktionen: Umgangsmodelle besser regeln

Aus Sicht der FDP könnte das derzeitige Residenzmodell nahezu als Einladung verstanden werden, bei Unwillen Streit zu provozieren. Können Eltern sich nicht einigen, entscheidet das Familiengericht. Bisher läuft es dabei meist auf das Residenzmodell hinaus. Streit gibt es bei Eltern nicht nur um den Umgang, vielfach geht es auch um Geld.

Markus Witt vom "Väteraufbruch" berichtet, das aktuelle Modell liefere viele Fehlanreize: Der Elternteil, der nur Umgang mit seinem Kind hat, müsse zahlen, und das auch dann, wenn er sein Kind bis zu unter 50 Prozent der Zeit betreut. Derjenige Elternteil, bei dem das Kind lebt, erhält das Kindergeld. So gibt es vielfach - vermeidbaren - Streit um Finanzen.

Hierzu gibt es wiederum bei den Fraktionen im Bundestag Konsens. Mechtild Heil führte für die CDU/CSU-Fraktion aus, man müsse das Unterhaltsrecht den verschiedenen gelebten Modellen anpassen. Für die SPD-Fraktion betonte Sonja Steffen, man müsse feststellen, dass das Wechselmodell beliebter werde, es solle daher im Gesetz geregelt, wenn auch nicht als Regelfall festgelegt werden. Nicole Hoechst führte für die AfD-Fraktion aus, es gebe Regelungsbedarf, allerdings in der Umsetzung des freiwilligen Wechselmodells. Die Grünen-Vertreterin Katja Keul forderte, man müsse Eltern besser unterstützen und auch einen Mehrbedarf bei gemeinsamer Betreuung anerkennen.

Alle Fraktionen sind sich auch darin einig, dass es immer einen Einzelfall zu bewerten gebe – das betont auch die FDP in ihrem Antrag. Auch Cornelia Spachtholz betont: "Leitbild, Regelfall, Standard heißt, dass es Abweichungen geben kann."

Kommentarfunktion Montag, 26.03.2018, um 20.00 Uhr geschlossen

Beitrag von Bettina Rehmann

53 Kommentare

  1. 53.

    Johannes, ein Kind hat GAR KEINEN "Besitzer" - weder zwei noch einen. DAS meinte Agnieszka. Liebe Grüße an die Wechselmodellobby nach Hamburg.

  2. 52.

    Dann hat ein Kind also nur EINE/N "Besitzer"/in? Der/die dann sein/ihr EGO "befriedigen" darf, um in dieser Sprechweise zu bleiben? Darüber lohnt sich gewiss, nachzudenken.

  3. 51.

    Sie zitieren Gesetze, die heute also in den strittigen/vor Gericht gehenden Fällen '1:1' angewendet werden sollen.
    Sie vergessen eines: Im Familienrecht gibt es keine Garantie auf auch nur irgendwas # auch nicht durch mehr oder weniger glasklar vorformulierte Gesetzestexte ...
    Diese müssten sich dann ja in aktuellen Urteilen/Beschlüssen eben '1:1' niederschlagen.
    Das tun sie eben nicht, weil in solchen Verfahren Konstruktionen & Akteure am Werk sind, die dem Gericht je nach ideologischer Ausrichtung ALLES ermöglichen - von extrem bis extrem kontra.

    In meinem Fall `gelang` es nach klaren Aussagen einer Institution der Bundesregierung deutschen `Familien`gerichten, alles ihnen seitenreich Vorliegende zur Kindsmutter zu ignorieren, was mit einem Aufwand von etwa 2-300 Euro als Beweis hätte gesichert werden können. Genau diese Stelle (2 unabhängige Personen !) sprach von 'Strafvereitelung' ... und 'Rechtsbeugung' (!!!).
    Rechtsstaat BRD ?
    Pah !!!

  4. 50.

    Danke für diesen Kommentar. Genau so ist es. Ein Kind ist nicht ein Ding, das 2 Besitzer hat. Wie schwer wäre es für einen Erwachsenen jede Woche die Wohnung und die Umgebung wechseln zu müssen. Endlos. Woche für Woche. Warum denken die Erwachsene, es ist für Kind einfacher. Ist es nicht! Und der Konflikt ist auch nie kleiner dadurch dass das ein Wechselmodell ist. Da leider nur die Kinder, während die Erwachsene ihr Ego befriedigen. Ätzend

  5. 49.

    Na, da ist sie ja wieder diese Extremposition gegen Väter, die ganze Voreingenommenheit und die schon gar nicht mehr indirekt gezeigte Haltung, dass Väter ja gewalttätig sind und deswegen auch die Kinder verlieren usw ...

    Sie beziehen sich im ersten Satz auf WAS ?
    Auf Ihre Exkursionen in den Foren ?!?
    Hallo !?!

    Ich war seit nunmehr 6 Jahren nicht mehr in Foren unterwegs - aber zu diesem rbb-Thema musste ich wieder schreiben !

    ICH, Frau Lamert, bin in der Realität unterwegs ... mit offenen Augen und Ohren !

    Dort sehe ich all das und erlebe die ganzen Dimensionen des von so vielen Müttern veranstalteten Krieges gegen ihre Partner, den sie in viel zu vielen Fällen (wie auch in meinem) auf miese Weise über ihre Kinder austragen & diese in eine verheerende Lebenssituation bringen.
    Da sind mir doch Foren egal - weil die Realität etwas abbildet, was man eigentlich kaum beschreiben kann.

    Aber klar, gegen Foren + Ihre dort gebildete Meinung kommen Väter ja nicht an!

  6. 48.

    Herr Markus Hoffmann (=Witt?)
    Ich lese in meinen Texten NICHTS, was Sie mir unterstellen.
    Wo lesen Sie Extrempositionen?
    Meine Positionen sind: Einzelfallbetrachtung, NEUTRALE Forschung, Beachtung von KLINISCHEN Studien zum Wechselmodell, Ablehnung von Lobbyismus in der Wechselmodellforschung, eine kritische Sicht auf Eskalation in Väternetzwerken, Anerkennung der Istanbulkonvention, Ausbau von Beratung- und Therapieangeboten für von Trennungskonflikten Betroffene, die Einbeziehung aller Eltern in den Schutzbereich des Art. 6 Abs. 2GG bedeutet nicht, dass allen Müttern und Vätern stets die gleichen Rechte im Verhältnis zu ihrem Kind eingeräumt werden müssen (vgl. BVerfGE 92, 158 (178 f.)), das Kindeswohl hat stets im Vordergrund zu stehen.

  7. 47.

    Frau Lamert, sie bekommen hier ja fast schon Ratschläge, wie sie ihr eigenes Anliegen sinnvoller umsetzen könnten :
    Wie wärs, wenn sie sich einem Verband anschließen, der ihre Interessen vertritt. Stattdessen vertreten sie hier Extrempositionen, die sicherlich zu einer Radikalisierung beitragen und wundern sich, daß dies auf Widerstand stößt ?
    Daß sich dieser Widerstand nicht mit ein paar Hinweisen darauf ersticken läßt, doch besser nett und fromm zu agieren ?
    Nicht einmal der Verband "Frauenhauskoordinierung" bezieht derartige Extrempositionen wie sie. Wie wärs, wenn sie sich für moderne Gewaltpräventionsprogramme einsetzen, statt ihr Interesse allein darauf zu fokussieren, wie ein Gewaltschutz zu einem Umgangsausschluß führen kann (Was die Istanbul-Konvention in Artikel 31 auch garnicht von ihren Vertragsstaaten verlangt). Politik setzt auch immer eine gewisse Intuition fürs "Machbare" oder "Mehrheitsfähige" voraus. Die extremen Ränder fliegen meist raus.

  8. 46.

    Wenn ich in den Foren unterwegs bin, wo sich Väter treffen und gegenseitig hochschaukeln, bekomme ich eine Ahnung davon, WARUM manche Väter in so hocheskalierten Trennungskonflikten leben, aus denen sich ein Kind dann durch Rückzug hinauszieht. Die Aggressivität und teilweise Gewalt ist weder zu übersehen noch zu überhören. Schade, dass es die Lobbywissenschaft bis jetzt versäumt hat, die Anteile von weniger als hälftig betreuenden Eltern im Trennungskonflikt wissenschaftlich zu untersuchen. Statt dessen werden krude PAS Theorien verbreitet, die jegliche Verantwortung betreuenden Elternteilen zuschieben. Kein Wunder, dass Väternetzwerke so viel Zulauf haben - hier werden ausgiebig Feindbilder bedient und der Opferstatus zelebriert.

  9. 45.

    Sie haben offensichtlich keine Ahnung, was da draußen alles passiert - nein, sorry: von Müttern veranstaltet wird!
    Besuchen Sie Beratungsabende von Väterorganisation oder sonstigen Beratungsstellen für Väter - und Ihre hoch-idealisierte Vorstellung einer heutigen Realität wird nahezu pulverisiert. Es treibt einem Tränen in die Augen, was Väter da berichten und auch anhand von Schriftverkehr und mitunter auch fatalen richterlichen Beschlüssen belegt wird !!

    Und selbst w e n n ein Vater wegen Kontaktverweigerung zum Kind durch dessen Mutter dann zu Gericht ziehen kann - es dauert Wochen und bedarf dann auch noch eines 'zeitgemäß' denkenden und agierenden Jugendamtes (es gibt immer noch zu viele andere !) sowie eines ebensolchen Richters (es gibt immer noch zu viele andere !), die dann der Mutter klare Schranken aufzeigen und Beschlüsse zu ihren Lasten auch mit Strafe belegen.
    Auch das geschieht immer noch nicht an allen Fällen!

    Die Realität ist vielfach noch immer brutal !

  10. 44.

    Herr Buschmann, alles, was sie beschreiben, WAR vielleicht einmal so, ist aber nach der derzeitigen rechtlichen Lage nicht mehr möglich. Ein Vater hat Umgangsrechte, die er einklagen kann, und zwar zeitnah. Die Fälle, die Sie beschreiben, stammen zum großen Teil aus der Zeit VOR der letzten Sorgerechtsreform, und sie sind Ergebnis hoch eskalierter Trennungskonflikte. Keine Mutter mit gemeinsamem Sorgerecht kann heutzutage ohne zwingenden Grund umziehen. Gut ausgebildete Mütter bleiben teilweise jahrelang im Sozialhilfebezug, weil sie, um einen Job zu bekommen, den Ort nicht verlassen dürfen wegen des gemeinsamen Sorgerechts. Sie dürfen umziehen, dann aber ohne Kind. Vermischen sie die Folgen der Zeiten VOR der letzten großen Sorgerechtsreform bitte nicht mit der derzeitigen gesetzlichen Lage.

  11. 43.

    Klinische Studien sollten unbedingt mit herangezogen werden zur Beurteilung der Sachlage. Das schließt Daten von Kindern, die im Wechselmodell krank geworden sind, mit ein. Schließlich geht es um Kinder und um deren Gesundheit. Hier will eine Lobby etwas durchsetzen, das die Angehörigen genau dieser Lobby SELBST NICHT leben würde, geschweige denn gesetzlich dazu per Regelfall gezwungen werden möchte. Und wenn jemand auf klinische Studien zu diesem Thema hinweist, die es durchaus gibt, die international existieren, dann wird beleidigt, was das Zeug hält. Es ist äußerst interessant, das zu beobachten.

  12. 42.

    Die Einbeziehung aller Eltern in den Schutzbereich des Art. 6 Abs. 2GG bedeutet nicht, dass allen Müttern und Vätern stets die gleichen Rechte im Verhältnis zu ihrem Kind eingeräumt werden müssen (vgl. BVerfGE 92, 158 (178 f.)).

    Das ist richtig, Frau Lamert, aber wenn sie die Diskussion mitverfolgt haben, dann wissen sie, daß der Art. 6 Abs. 2GG hier im Zusammenhang mit der beliebten Gewaltsschutzfrage diskutiert wurde. Nicht mit der Wechselmodell-Diskussion. Und da die Umgangsrechte eines Elternteils vom BVerfGE unter den Schutz des Art. 6 Abs. 2GG gestellt wurde, wäre eine Gesetzesformulierung, die sich ausdrücklich und konkret für ein Umgangsverbot bei Gewaltvorwurf ausspricht verfassungswidrig und würde nicht nur das BVerfGE auf den Plan rufen, sondern aucch den EGMR. (Was ja schon geschehen ist). Der Zusammenhang machts, Frau Lamert, der Zusammenhang !

  13. 41.

    KLINISCHE Studien beziehen sich auf KLINISCHE Diagnoseannahmen oder Störungsbilder.
    Familien sind darunter nicht zu subsummieren, außer bei Alkohol, Drogen, Gewalt.
    Das Problem liegt viel tiefer, als kolportiert: Menschen haben durchaus "normale" Verhaltensweisen, dazu gehört Macht- und Kontrollbedürfnis. Das ist normalerweise ganz gut reguliert, soziale Kontrolle, oder eben: Gesetze, die Verhaltensdysfunktionalitäten regulieren.
    Im Familienrecht fehlen diese und Interventionsregularien völlig. Das WM zwingt die strittigen Eltern,sich selbst zu strukturieren,was derzeit schon mangels Begrifflichkeiten und willkürlicher Auslegung scheitert.Der Versuch, Kindeswohl "greifbar" zu machen (KIMISS)= wird sabotiert.Die dazu nötigen Studien sind sehr schwer durchzuführen - befragt werden können nur Betroffene, und ausgerechnet die haben andere Sorgen. Die Items sind aber sorgfältig ausgewählt und könnten im Frühstadium Entscheidungshilfe sein, Kindeswohlschädigung zu quantifizieren.

  14. 40.

    Fr. Lamert, Sie antworten auf die Stellungnahme des Deutschen Vätertages mit der Aussage '' Ein streitbarer Vater kann, wenn er die Betreuung des Kindes über seine neue Partnerin sicherstellt, der Mutter darüber jeden erdenklichen Stein in den Weg legen ''.
    Wow - ich muss Ihnen hier doch ein klein bisschen Recht geben: K A N N !!!
    Warum aber schreiben Sie als Frau nicht über vielleicht Hunderttausende Frauen in Deutschland, die seit Jahr und Tag den VÄTERN ihrer Kinder nicht nur ''Steine in den Weg legen'' - sondern KRIEG führen über die Kinder ... die Papawochenenden gleich in Serie mit widerlichen Scheinargumenten sabotieren ... die Kinder gegen den Papa aufhetzen ... die von einer Ecke der BRD in die diametral gegenüberliegende Ecke umziehen, nur um die Kontakte zum Papa zu verUNmöglichen ... Alles genau so erlebt, ich schwöre es Ihnen !
    Es wird das dreckigste Instrumentarium bemüht, um Kinder allein zu besitzen und den Vater im Mülleimer des Kindeslebens zu entsorgen ...

  15. 39.

    Vorab: danke an den Deutschen Vatertag für den Kommentar und die in dieser Kürze an Deutlichkeit kaum zu überbietende Position!
    Wer Väter an den Rand drängt und hierüber einseitig Kindsbesitz ausübt oder zumindest fördert, hat etwas grundsätzlich nicht verstanden, da nehme ich aber auch GAR niemanden aus seiner Verantwortung (... da können Sie meinetwegen seitenlang gerichtliche Positionen zitieren bis der rbb Sie abschaltet !).
    Mütter und leider immer noch zu viele Gerichtsentscheidungen bringen Kinder in eine fatale Lebenssituation, in jahrelange Therapien und in gescheiterte Existenzen - vielleicht gemäß der fatalen Denke 'nach mir die Sintflut'.
    Ich halte vieles davon für ein klares Verbrechen an Kinderseelen, die diesen kranken Konstruktionen nicht entkommen köennen.
    Mein Tip - an Sie und Gleichdenkende: Film 'The Red Pill' / 'A Feminist's Journey Into The Men's Rights Movements' !

  16. 38.

    Sie schreiben: Ich positioniere mich gegen Väterrechtslobbyverbände, weil sie Väterrecht über die Kinder stellen

    Väter(rechtslobby)verbände vertreten Väterinteressen, weil sie wissen, dass Väter für`s gesunde Heranwachsen ihrer Kinder unabdingbar sind - damit auch Kinderinteressen!!
    Dass Mütter, Krieg mit ihrem Partner über die Kinder führend, das anders sehen, das ist einfach hochgradig krank - und es ist auch krank, dass in diversen Institutionen & Gerichten weitgehend `automatisch` die Mütter favorisiert werden - in meinem Fall trotz des Vorliegens knallharter Fakten über die Mutter (inkl. einer Eidesstattlichen FALSCHerklärung an ein Gericht ! + Fälschung elementarsten Personenstandsdaten unseres Adoptivkindes !!).
    Dass Väter mittlerweile in Serie vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, Strasbourg, gegen die BRD gewinnen, zeigt glasklar: in der BRD werden elementarsten Menschenrechte (!!!)verletzt.

    Wie viele Kinderleben müssen in D noch kaputtgemacht werden ???

  17. 37.

    Das ist einfach nicht wahr, dass Mütter im gerichtlich angeordneten Wechselmodell mit gerichtlich festgelegten Wechselzeiten aus der Armutsfalle kommen. Das Gegenteil ist der Fall: Gerade bei Kleinkindern fallen die Wechsel auf mehrere Tage innerhalb der Arbeitswoche. Ein streitbarer Vater kann, wenn er die Betreuung des Kindes über seine neue Partnerin sicherstellt, der Mutter darüber jeden erdenklichen Stein in den Weg legen. Mütter, die zum Trennungszeitpunkt in Deutschland überwiegend Teilzeit arbeiten, müssen sich dann einen Job suchen, der den Wechseln angepasst sein muss. Das ist so gut wie unmöglich.

  18. 36.

    REGELFALL Wechselmodell!
    Das würde viele Mütter aus Hartz IV bringen und ihnen die Möglichkeit geben eine eigene Rente zu erwirtschaften. Sonst droht auch in der Rente Hartz IV, eine Belastung für die gesamte Gesellschaft.
    Ein Wochenend-Vater ist kein vollständiger Vater!
    Die Auffassung, die Mutter betreut, der Vater bezahlt, ist aus Sicht vieler Väter, Mütter und aller Kinder nicht mehr zeitgemäß. "Einer betreut, einer bezahlt" ist besonders schlecht für die Kinder! Väter wollen genauso an der Erziehung und Betreuung der Kinder teilhaben, Mütter wollen mehr die Hände freihaben für ihre eigene berufliche Laufbahn. Deswegen ist es jetzt längst an der Zeit, dieses klassisch gewachsene Einzel-Residenzmodell einer Revision zu unterziehen." Fachleute stellen fest, dass ohne eine annähernd hälftige Aufteilung die Bindung zu einem Elternteil leidet, was von der Wissenschaft eindeutig seit Jahrzehnten belegt ist.
    www.InternationalerVatertag.de

  19. 35.

    Linda Nielsen arbeitet in den USA für Väterrechtslobbyverbände, die Studien vermarkten, die ausschließlich pro Wechselmodell ausfallen. Die Autoren gehören alle der Wechselmodell- und Väterrechtslobby an. Zu den Kreisen des ICSP (internationaler Zusammenschluss von Väterlobby- und Wechselmodelllverbänden) gehören Sünderhauf, Nielsen und Bergström. Unter den Studien, die Nielsen ausgewertet hat, sind keine klinischen Studien, sondern lediglich Befragungen von Eltern oder Kindern. Studien, die Störungen von Kindern analysieren, werden ausgelassen.

  20. 34.

    Das Bundesverfassungsgericht stellt im Beschluss vom 22.1.2018 – 1 BvR 2616/17 fest, dass aus Art. 6 Abs. 2 GG nicht folgt, dass der Gesetzgeber bei getrennt lebenden Eltern eine paritätische Betreuung des Kindes als Regel vorgeben müsste. Es ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, wenn die Anordnung eines paritätischen Wechselmodells wegen eines hochstrittigen Verhältnisses der Eltern abgelehnt wird.

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