Demo "Widersetzten: Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn" am 14.04.2018 in Berlin (Quelle: rbb)
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Video: rbb Aktuell | 14.04.2018 | Rainer Unruh/Vanessa Kockegei | Bild: rbb

Weit mehr Teilnehmer als erwartet - Großdemonstration gegen Berliner "Mietenwahnsinn"

In Berlin sorgen die Mietsteigerungen für immer neue Höchstmarken. Viele sind in Sorge, wie lange sie sich ihre Wohnung noch leisten können. Mehr als 15.000 Menschen protestierten am Samstag gegen Verdrängung und für ein klares Gegensteuern der Politik.

Gegen drastisch steigende Mieten, Verdrängung und knappen Wohnraum in Berlin sind am Samstag mehrere tausend Demonstraten durch Berlin gezogen. Von zunächst rund 2.000 Teilnehmern, die sich trotz des Regens zu Beginn des Protestes auf dem Potsdamer Platz versammelt hatten, wuchs der Protstzug gegen Ende der Veranstaltung laut Polizei auf etwa 14.800 Demonstranten an. Das Bündnis, das zu der Demonstration aufgerufen hatte, sprach sogar von rund 25.000 Menschen – 4.000 waren angemeldet. 

Die Teilnehmer waren bunt gemischt: junge Eltern mit Kindern, ältere Ehepaare, Geflüchtete oder Studenten beteiligten sich an dem Protestzug, der von Mitte bis nach Schöneberg führte. Ihre Wut über die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt artikulierten die Teilnehmer mit Sprechchören und Transparten, auf denen etwa "Menschenleben statt Betongold" oder "Berlin ist kein Casino" zu lesen war. Die Demonstration verlief der Polizei zufolge friedlich, rund 400 Beamte waren im Einsatz.

"Mietpreisbremse muss geschärft werden"

Unter dem Motto "Widerstand - gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn" hatten 254 Initiativen und Organisationen zu dem Protest aufgerufen. Die Initiatoren fordern einen radikalen Kurswechsel in der Wohnungs- und Mietenpolitik. Wohnen dürfe kein Geschäftsmodell sein und Häuser dürften nicht für Gewinn gebaut werden, heißt es in dem Aufruf zur Demonstration. Menschenwürdiges Wohnen sei ein Grundbedürfnis.

Franziska Schulte, Sprecherin des Bündnisses, das die Demo organisiert, sagte am Samstag im rbb: "Die Mietpreisbremse muss geschärft werden, die Ausnahmen dort müssen ausgesetzt werden, es muss Bußgelder für Vermieter geben, die sich nicht an die Mietpreisbremse halten." Außerdem müsse die Umlage auf die Mieter bei Modernisierungen drastisch reduziert oder abgeschafft werden. Investitionen sollten nicht an die Mietzahlungen der Mieter gekoppelt sein.

Vom Potsdamer Platz bis nach Schöneberg

Die Route der Demo gegen steigende Mieten (Grafik: rbb/Vanessa Klüber)
| Bild: rbb/Vanessa Klüber

Lompscher fordert Änderung des Mietrechts

Die Berliner Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) hat die Bundesregierung aufgefordert, mehr gegen steigende Mieten in Großstädten zu tun. Als allererstes sei eine Reform des Mietrechtes nötig, sagte Lompscher am Rande des Landesparteitags der Linken in Berlin-Adlershof. So seien 15 Prozent Mietsteigerung in drei Jahren bei bestehenden Verträgen viel zu hoch. Lompscher unterstützte auch den Mieterprotest in der Berliner Innenstadt. Es sei gut und richtig, dass sich die Mieter zusammenschließen würden, sagte die Linken-Politikerin. 

Lompscher steht selbst in Berlin in der Kritik. Die Opposition wirft ihr vor, zu wenig für den Neubau in der Hauptstadt zu tun. Die Senatorin weist das zurück. Das Land hab schon viel getan. Wichtig seien die landeseigenen Wohnungsgesellschaften - sowohl für den Neubau als auch für den Ankauf von bestehenden Wohnungen, das werde aber wegen der gestiegenen Preise immer schwerer. Zudem sei die Zahl der Milieuschutzgebiete auf 45 verdoppelt worden, sagte Lompscher. In sogenannten Milieuschutzgebieten benötigen Eigentümer eine Genehmigung, wenn sie Mietwohnungen modernisieren oder in Eigentumswohnungen umwandeln wollen. "Wir merken aber, dass wir an Grenzen stoßen", sagte Lompscher.

CDU sieht Rot-Rot-Grün verantwortlich für hohe Mieten

Die Berliner CDU hat der rot-rot-grünen Landesregierung vorgeworfen, für die steigenden Mieten in der Stadt verantwortlich zu sein.

Es  gebe in Berlin kein Mieten-Problem, weil mit Wohnungen Geld verdient werde, sondern weil der Senat schlichtweg zu wenig baue, sagte der Sprecher für Bauen und Wohnen der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Christian Graeff. Damit sei Rot-Rot-Grün verantwortlich für den sogenannten Mietenwahn.

Viele zahlen 40 Prozent des Einkommens für Miete

In vielen Berliner Bezirken haben sich die Mietpreise in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Wie eine Datenauswertung von rbb|24 zeigt, steigen die Mieten in Berlin weiter rasant an - wenn auch in den verschiedenen Stadtteilen unterschiedlich stark und auf unterschiedlichem Niveau.

Verbraucherschützer empfehlen, nicht mehr als 30 Prozent des Einkommens für die Miete auszugeben. Auch Vermieter richten sich bei der Auswahl potentieller Mieter unter anderem nach diesem Richtwert. Doch an vielen Stellen in Berlin müssen Mieter inzwischen tiefer in die Tasche greifen. In Mitte etwa müssen sie im Schnitt 40 Prozent des Einkommens für die Miete ausgeben.

Mindestens 194.000 Wohnungen müssten in Berlin bis 2030 entstehen, um den Bedarf vor allem an bezahlbarem Wohnraum zu decken. Doch der Rot-Rot-Grüne Senat hinkt seinen selbstgesteckten Zielen hinterher.

Kommentar

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107 Kommentare

  1. 107.

    Die Antworten auf die Kommentare 102 und 104 sind peinlich, zudem unwahr.

    Die Rechtsgrundlage für meine Vorhaltungen ergibt u. a. sich aus:

    1. § 28 WoBindG, Abs. 1 – Die Landesregierungen werden ermächtigt, zur Durchführung der §§ 8 bis 9 und des § 18f durch Rechtsverordnung Vorschriften zu erlassen, z. B (1b), die Genehmigung zum Übergang von der Vergleichsmiete zur Kostenmiete. Eine Rechtsverordnung gem. § 28 WoBindG, Abs. 1 + 1b, z. B. für das Gropiushaus, liegt nicht vor. Die Genehmigung durch die IBB, zum Übergang von der Vergleichsmiete zur Kostenmiete war daher rechtswidrig.
    2. Dem Bericht der Expertengruppe zur Reform des sozialen Wohnungsbaus in Berlin, Teil III, Bericht des leitenden Senatsrats T. B., Seiten 5 - 9 und Prof. M. S., Seiten 11 – 16.
    3. Auf Antworten zu Anfragen der Abgeordneten Lompscher u. a., im Abgeordnetenhaus.

    Diverse Schreiben von Mietern an die IBB und die Senatsbauverwaltung wurden nicht, teilweise nicht undd wenn unwahr beantwortet.

  2. 106.

    Niemand "will massenhafte Zuwanderung" - und um das deutlich zu sagen: Nein, auch nicht "eigentlich" "letztlich" oder "genau genommen" Es will sie niemand. Wir sind damit konfrontiert. Wenn auch nicht "massenhaft"
    "Massenhaft" "Flut" "Schwemme" sind bereits rechte Propagandabegriffe die den rechten Mainstream eskalieren, der in den letzten Jahrzehnten dem politisch-ökonomische Inhalt, den Folgen nach überall auf der Welt Flucht und Auswanderungsgründe geschaffen hat. Seit Jahrzehnten gibt es keine "linke" Regierung" kein "linkes" ökonomisches, politisches Rezept das Regierung gewesen wäre. In Deutschland nicht . Nicht in Europa - schon gar nicht irgendwo mit Strahlkraft in die internationalen Beziehungen. Es verschärft tatsächlich das Wohnungsproblem, das so viele ihre Heimat verlassen müssen. Aber das ist Folge. Nicht Ursache. Eine weitere wäre, kämen Parteien wie die AfD mit ihrem Programm der Jugoslawisierung, Ruandisierung Europas, der ethnisch-religiösen Hetze durch.

  3. 105.

    Die öffentlich Hand baut viel zu wenig, Private bauen nur für bestimmte Gruppen.
    *****
    Nun kommt das Problem bei denen an, die die falschen Parteien wählten!
    *****
    Wenn man massenhafte Zuwanderung will, gibt es einen massenhaften Mangel an Wohnraum. Das müßte einfach jeden klar sein!
    *****
    Mietpreisbegrenzung wird nicht funktionieren, nur zu einem völligen Erliegen des privaten Wohnungsbaus führen!
    *****
    Wir bewegen uns auf die Verhältnisse in der DDR zu!
    *****
    Wenn diese 25.000 etwas verändern, etwas zum Guten verändern wollen, müßten sie auf die richtigen Demostrationen gehen. Davon gab es auch zwei in dieser Wochen in Berlin!
    Alles andere wird nichts nützen, jarr nüscht!

  4. 104.

    Auf meinen Namen kommt es nicht an. Ich bin nur einer der Vielen in der Stadt, den Sie mit Schriftverkehr und Ihrer Auffassung in der Sache versorgt haben. Ohne mich persönlich gemeint zu haben und ohne das ich in der Sache etwas entscheiden könnte. Ich finde es nur fair das Andere erfahren: Es haben sich nicht wenige sachlich mit Ihrer Auffassung auseinandergesetzt. Keineswegs "duldet" Senatorin Lompscher "Mietbetrügereien" die Sie aus einer inzwischen fast 50-jährigen Vertragsgeschichte analysieren. Garniert mit -letztlich- fiktiven Summen, die Sie daraus errechnen. Ich freute mich beleuchtete der RBB einmal sachlich, konstruktiv und bürgernah das Thema Sozialbindung und sozialer Wohnungsbau in Berlin. Ich bin sicher Frau Lompscher beteiligte sich daran gerne. Schon weil auch sie mit politischen Entscheidungen, Rechtsauffassungen, Rechtsfortschreibungen abgesichert durch Rechtssprechung und Gerichte konfrontiert ist, die sie als Politikerin nicht gut heisst und ändern will.

  5. 103.

    Antwort auf Kommentar 102
    Kein Name. kein Mut? Alle Behauptungen können selbstverständlich belegt werden, die Unterstellungen sind berechtigt.

    Es gibt z. B. 5 Verpflichtungen, vom 29.11.1971, 06.04.1989, 30.11.1994 und 03.12.1998, sowie eine weitere durch Annahme eines Aufwendungsdarlehen, mit Bescheid vom 18.12.1976. Die Bauverwaltung schreibt, es gibt nur eine aus 1971, diese bezöge sich nur auf den Bauablauf. Es liegt eine Wirtschaftlichkeitsberechnung nach Schlussabrechnung vor, einschließlich Kapitalaufstellung, auch mit der beanstandeten gesplitteten Hypothek über 500.000, 00 DM, 413.000,00 sind dem Gewerbetei zugeordnet. Außer dem Gropiushaus gibt es in Berlin, nach eigener Kenntnis, kein weiteres Objekt, wo eine Kostenmiete von der IBB genehmigt wurde, im Gegenteil. Die Mieter erhalten, jeweils unzulässig, die von der IBB Dritter) erstellten vereinfachten Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Die vielen Beweise können dem RBB gerne, zwecks Berichterstattung, überlassen werden.

  6. 102.

    "Die pauschalen Unterstellungen von Fehlverhalten der mlt lhren Anliegen befassten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren Vorgesetzten weise ich ausdrücklich zurück. Auch nach Prüfung der mir zugeleiteten Unterlagen lassen sich lhre Vorwürfe tatsächlich nicht belegen. Auch wenn Sie in Sorge um den zweckgerichteten Einsatz öffentlicher Mittel handeln, rechtfertigt dies nicht die Erhebung unhaltbarer Behauptungen, die Ihrerseits strafbar sein können. Die IBB hatte Sie darauf bereits deutlich hingewiesen." schreibt Ihnen die Senatsverwaltung Bauen und Wohnen. Und mit Blick auf die von Ihnen kritisierte geltende Rechtssprechung von Gerichten, nicht Politikern: "Das gesamte System des alten sozialen Wohnungsbaus ist mit Unzulänglichkeiten belastet und schwer verständlich. Deshalb strebt die Koalition die grundlegende Neuordnung an. Damit soll unter anderem auch erreicht werden, dass Mietenänderungserklärungen bei mietpreisgebundenen Wohnungen nachvollziehbarer und lesbarer werden"

  7. 101.

    Lompscher fordert Änderung des Mietrechts!!
    Fordern, aber selber Mietbetrügereien dulden. Der Schaden für die Mieter im Gropiushaus 508 Wohnungen), aber auch für die öffentlichen Kassen (Mieten, Mietzuschüsse und Wohngeld) beträgt bisher ca. 10 Mio. Euro. Das Objekt wurde über 32 Jahre gefördert, Fördersumme = Baukosten. Hinzu kommen ca. 18,5 Mio. Euro öffentliche Darlehen (Aufwendungs- und Annuitätsdarlehen. Der Eigentümer hat sich in den 32 Jahren fünfmal verpflichtet, nach Beendigung der Förderung nur eine sog. Verpflichtungsmiete zu fordern, also auf die Zinsen der abgelösten Hypotheken zu verzichten.
    Schön wäre es ja, aber ... die IBB hat eine rechtswidrige Kostenmiete genehmigt, geduldet durch die Bauverwaltung, einschließlich der fordernden Senatorin. Eine Begründung erhalten die Mieter nicht, Antworten auf gezielte Fragen werden verweigert, oder es wird gelogen.
    Es sind nicht immer die Eigentümer die Bösen, Frau Lompscher sollte hier die Verantwortung übernehmen.

  8. 100.

    Im übrigen verlangen Sie - damit Wohnraum Ihrer Logik nach bezahlbar bleibt, sollten die "Kosten" für "Dämmung, Schallschutz, Brandschutz" nicht "in die Höhe getrieben werden" also faktisch, dem Ergebnis nach, das Leute die halt im Billigsegment wohnen müssen, weniger ruhig, weniger brandgeschützt und auch ruhig mehr Energie verbrauchen sollen. Letzteres zahlen ja die Mieter. Und nicht das "eingesetzte Kapital" Im übrigen, 17. Wahlperiode Bundestag ungefähr September 2013. Die Abgeordnete der DIE LINKE Wawzyniak zum Thema "Umlegung der Kosten für energetische Erneuerung" - ist die Haltung. Wollte damals keiner wissen. Aber "rechts von der LINKEN" eben schon gar keiner. Also was bezwecken Sie damit den Eindruck zu erwecken, irgendwelche marktliberalen Rezepte und deren Ergebnisse, seien irgendwie von irgendwie so links-grün verursacht. Ausser da wo SPD und Grüne ja wirklich den Rezepte von CDU /CSU folgten? Und ja. Fortschritt kostet. Keine Nissenhütten. Mietskasernen Hinterhof.

  9. 99.

    Sie lesen nicht wirklich was ich schreibe. Oder weshalb kommt der "Wie-DDR"-Hammer, der mir doch nur meldet: Mein Gegenüber will sich gar nichts vorstellen. Da der Marktkonform-Marktliberale noch immer nicht wahrhaben will: Fühlt er sich als "Sieger" so fällt ihm auch die Verantwortung zu. Also. Wo verhinderte der Sozialismus den Bau bezahlbaren Wohnraums in diesem Zeitraum? "Die Erwirtschaftung des eingesetzten Kapitals" erwirtschaftet im Freiburger Syndikatsmodell die genossenschaftlichen Mitglieder des Syndikats. Mit der sozio-ökonomischen Haltung, das dafür kein persönliches Eigentum geschaffen werden muss. Die Banken finanzieren das. Wie es ihre Aufgabe in einer anständigen Ökonomie ist. Nebenbei gehen Häuser-Syndikate nicht Pleite, zahlen sicher ihre Schulden - was im Bankensystem gar nicht so beliebt ist, da man ja keine Aussicht auf ein Renditenprojekt mehr hat. Wir sind da halt angekommen. Wie im Gesundheitswesen. Gilt nur die Rendite, werden Sie Kranke wegschicken müssen.

  10. 98.

    Sie vergessen nur, dass jeder Neubau erstmal wieder einer Erwirtschaftung des eingesetzten Kapitals bedarf. Und hier haben insbesondere Grüne und Linke die Preise aufgrund erhöhter Forderungen (Dämmung, Schallschutz, Brandschutz) in die Höhe getrieben. Zudem werden viele vermietete Wohnungen in Berlin als rediteoptimiertes "Rentenprogramm" (also als Altersvorsorge) genutzt. Somit mögen die von Ihnen vorgeschlagenen Möglichkeiten nur in sehr kleinem Umfang einsetzbar sein. Für die Masse und gegen die Wohnungsnot hilft aber momentan nur bauen, bauen, bauen, um einen Ausgleich zw. Nachfrage und Anbebot zu erreichen. Denn dann funktioniert auch das sehr gute Prinzip der sozialen-freien Marktwirtschaft. Enteignungen sind Mittel, die eher an die DDR erinnern. Und die möchte doch nun wirklich niemand wieder haben. Nur mit dem sinnvollen und ideologiefreien Bauen, da tut sich die Politik in Berlin sehr schwer - insbesondere Frau Lompscher, die lieber Arbeitskreise gründet....

  11. 97.

    Das ganze Gejammer hat nur eine Lösung: Bauen, bauen, bauen. Nur da ist die LINKE Lompscher zu unfähig. Zu verhindernd oder zu rücksichtslos, weil sie die Bürger nicht mitnimmt. Fischerinsel, Thälmannpark: Hier wurde bauen verhindert, weil man die eigenen Wähler nicht vor den Kopf stoßen wollte. Dagegen baut Frau Lompscher gerne am Rande Berlins, und nimmt hier die Bürger nicht mit. Sie vermeidet jegliches Bauen in die Vertikale. Alles über 22m ist automatisch ein Hochhaus, alles über 125m ein Wolkenkratzer und diese Art des Bauens passt angeblich nicht zu Berlin. Es ist die flasche Politik am falschen Ort die dazu führt, dass die Nachfrage höher ist das der verfügbare Wohnraum. Gleiches gilt übrigens in Berlin auch für Büroflächen. Es ist geradezu eine Verwerflichkeit, wenn dann die LINKE Lompscher auch noch von Enteignung spricht, obwohl sie selber Anfang der 2000-der Jahre am Verkauf von 100000 Wohnungen der städtischen berliner Wohnungsgesellschaft beteiligt war. Welch Irrsinn!

  12. 96.

    Das ist 1a "Identitäre" Burschenschaftsbürschchen-Martin Sellner-Breivik völkisch-ethno-pluralistisches neu-rechts-Gerede das Sie da Formulieren. "Das Fremde, Erkundbare, Interessante" steht dabei wahlweise zum Plaisir, schwülstiger Schönheit- und Exotik Phantasien zur Verfügung - oder ist halt eben im Weg, weils ja nur "auf die eigene Familie" ankommt. Ihr Glaube der Rechtskonservative habe geschaffen was andere nur verfressen wollen, ist nichts als Ihre Selbstbesprechung, gleich dem Prinzen der glaubt ihm stünde das alles qua Erbe und Geburt zu, wofür er selbst nichts gemacht hat. Nur weil Papi der König war und Mami wäscht. Ich weiss nicht ob ich hier mit einem diskutiere, neben dem das Handbuch der "Identitären" für Propaganda im "social media" liegt, oder ob Sie diesen unterm Strich biologistisch-darwinistischen Kram formulieren, als haben Sie ihn höchstselbst erfunden. Haben Sie nicht. So ähnlich redete der Sohn, die Tochter ganz "rechts-revolutionär" 1933 zu seinen Eltern.

  13. 95.

    Der Mensch ist einzig ein familienorientiertes Lebewesen, der nur mit Einzelnen bereichernden Mitmenschen zu tun haben will, sonst gäbe es das Fremde, Erkundbare, Interessante nicht. Alle wären eine Sippe und die würde sich mit der Zeit auf den Kranz gehen, sich sozial rumärgern, jeder würde mit jedem rummachen, wie Tiere. Der Mensch ist egoistisch und sortiert aus (Partner). Das ist bei Jungen Leuten unvorstellbar, aber es gibt keine Menschen ab 40 die am Rosenthaler Platz bis in die Puppen in Pubs klugscheißen und das System sozial kippen wollen, weil ohne Moos nichts los. Am Ende macht sein eigenes Ding. Der rechts-konservative Stammbaum ist Äonen älter als all der neue Sozial-Projekt-Fake der ständig auf den Fleiß Konservativer angewiesen ist. Am Ende zählt was die Familien-Erben ernten und der Fortbestand seines Könnens. Und nein, ich will nicht teilen, ich hab nur ein Leben.

  14. 94.

    Doch. Der Mensch ist in der Mehrheit und durchgängig und qua seiner Evolution ein soziales Wesen. Wäre er das nicht, gäbe es ihn schon lange nicht mehr. Was mich an diesem Standardsatz nervt, den ich schon fast 50 Jahre in meinem mir selbst bewussten Leben zu hören bekomme: Er behauptet die Gewalt - ob strukturell oder handfest - als Maxime. Während gerade jenen "Gewalt" vorgeworfen wird, die soziale...linke Utopien verwirklichen wollen. Weist man das nach und darauf hin kommt der andere Standard: Es erklärt mir einer die Erbärmlichkeit des Träumers. Obwohl alles was wir sozial haben Ergebnis des Traumes einer Träumerin, eines Träumers war. Der andere Träumer begeisterte. Aber das ist ja das Wesen der rechts-konservativen Schlecht-Gelaunten: Die tun immer so als sei der Fortschritt Ergebnis ihrer schlechten Laune und die ihrer Vorgänger mit schlechter Laune, die mit solchen Sätzen meinen Vorgängern beim Träumen dieselben Sätze sagten. Also: Wer umerzieht wen, des Eigentums wegen?

  15. 93.

    "Verbraucherschützer empfehlen, nicht mehr als 30 Prozent des Einkommens für die Miete auszugeben." Kann ich machen... dann habe ich aber kein Dach mehr über dem Kopf.

  16. 92.

    Vielen Dank, dass Sie sich dem sozialen Thema der Mietensteigerung annehmen und in angemessenem Umfang darüber berichten. Ebenso wie Essen und Arbeit gehört Wohnen mit einem Dach über dem Kopf bekanntlich zu den Grundbedürfnissen eines jeden Menschen. Wenn Menschen anfangen müssen, sich Sorgen darüber zu machen, ob sie in ihren vier Wänden bleiben werden und sich diese noch länger leisten können, hört der Spaß wirklich auf. Wenn ich die Kommentare lese, wundere mich, dass es Leute gibt, die für diese Ängste und Nöte so wenig Verständnis zeigen. Aber für Gutverdiener und Leute mit Eigentum ist es ja auch nicht im selben Maße problematisch und nicht jeder ist empathisch mit anderen, wenn er/ sie nicht selbst betroffen ist. Die Mietendemo am 14.04. war laut, bunt und ein erster guter Anfang. Weiter so und mehr davon, damit sich für die Mieten- und Wohnungssicherheit, ebenso für kleine Gewerbetreibende, etwas bewegt und die Stadt sozial und lebendig bleibt.

  17. 91.

    ..und morgen, liebe Kinder, erzähle ich euch ein anderes schönes Märchen.

    Sie haben vergessen zu erwähnen dass sie nebenbei noch 40.000 Meilen unter dem Meer absolviert und den Weltfrieden gerettet haben. Sie ganz allein.

    Mein Respekt Herr Baron von Mü...ller.

    Nee, im Ernst. Halten sie uns für so dumm dass wir ihnen diese wilden Storys abkaufen?

  18. 90.

    Es ist letztlich die Eigentumsfrage: Wenn alle Mehrfamilienhäuser (ab 4 oder 6 Mietparteien) kommunal oder genossenschaftlich organisiert wären, gäbe es diese Probleme und ihre weitreichenden Folgen nicht. Man muss schon die Eigentumsfrage stellen und herausfordern!

  19. 89.

    Es sind verschiedene Formen von EIGENTUMSBILDUNG wünschenswert. :)
    Mir kommt es so vor, als wollten sie zunächst Menschen umerziehen. Die menschliche Natur funktioniert einfach anders. Wir sind nicht nur soziale Wesen, sondern auch von eigenen egoistischen Interessen getrieben. Wer dem nicht Sorge trägt wird scheitern. Lieber die Balance statt Ihre Extreme. Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen.

  20. 88.

    Sie sind offenbar nicht in der Lage die Ideologie des Eigentums zu verlassen, obwohl die Folgen dieses Denkens (auch) in der Lebensmittel-Wohnungsfrage so deutlich sind. Es geht eben um Formen in denen strukturell NIEMAND "Eigentum" erwirbt. In der kleinsten Form wäre es z.B. die Ausweitung des "Freiburger Syndikat-Modells" Eine Art der kleinsten Wohngenossenschaft. Einfach Mal drüber informieren. Im Unterschied zu "Baugruppen", die auch nur Eigentümergemeinschaften sind und wo "Der Staat" - also wir alle tatsächlich das Privateigentum von wenigen finanzierten. Nehmen Sie einfach Mal zur Kenntnis, Sie brauchen da offenbar die Wiederholung: Es geht um Formen in denen der Staat eben NICHT durch "Abkauf" die Renditephantasien von Spekulanten finanziert. Sowenig wie die von Soloeigentümern die faktisch die fiktiven Renditeerwartungen nur auf die Mikroebene verlagern. Ja, das ist der "neue" Gedanke. Die Wohnung aus der Logik des Marktes nehmen. Konkret.

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