Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) gibt am 15.11.2017 im Brandenburger Landtag eine Regierungserklärung (Quelle: imago/Martin Müller)
Video: Brandenburg aktuell | 19.04.2018 | Hanno Christ | Bild: imago/Martin Müller

BrandenburgTrend April 2018 - SPD und CDU gleichauf - keine Mehrheit für Zweierbündnisse

Die rot-rote Landesregierung hätte dem neuesten BrandenburgTrend zufolge keine Mehrheit mehr im Landtag - und auch kein anderes Zweier-Bündnis könnte regieren. Die AfD erreicht derweil einen neuen Umfragerekord.

Das Vertrauen der Brandenburger in die Kompetenz der SPD ist stark gesunken, die Partei ist nicht mehr allein stärkste politische Kraft im Land. Das geht aus dem BrandenburgTrend von infratest dimap im Auftrag des rbb-Fernsehmagazins Brandenburg aktuell und von Antenne Brandenburg hervor.

AfD erreicht mit 22 Prozent Rekordwert

Eineinhalb Jahre vor der nächsten Landtagswahl verharrt die SPD mit 23 Prozent auf dem niedrigsten Wert, der im BrandenburgTrend ermittelt wurde. Gleichauf liegt die CDU, die im Vergleich zu November 2017 einen Prozentpunkt zulegt.

Die AfD erreicht mit 22 Prozent (+2 Punkte) ihren Rekordwert im BrandenburgTrend. Die Linke könnte wie im November mit 17 Prozent rechnen. Die Grünen kommen auf sieben Prozent (+1), die FDP könnte mit vier Prozent (-3) nicht in den Landtag einziehen.

Wäre diese Umfrage das Wahlergebnis, hätten Zwei-Parteienbündnisse keine Regierungsmehrheit. Es wäre eine Koalition von drei Partnern nötig.

Jeder Vierte vertraut keiner Partei

In der Vergangenheit war es stets die SPD, der die Befragten am ehesten zutrauten, die wichtigsten Probleme des Landes zu lösen. Vor der letzten Landtagswahl 2014 setzten noch 44 Prozent auf die Problemlösungskompetenz der Sozialdemokraten, heute sind es nur noch 23 Prozent. Die Parteiendemokratie ist in der Krise. Die Zahl derjenigen, die keiner Partei eine Lösung der Probleme zutrauen, ist stark gestiegen. Jeder Vierte (26 Prozent) gibt an, keiner Partei zu vertrauen.

Die Arbeit der Landesregierung stößt auf ein geteiltes Echo. 51 Prozent sind zufrieden, 45 Prozent üben Kritik. Nur ein Drittel (32 Prozent) hält die in Brandenburg mitregierende Linke für regierungsfähig.

BrandenburgTrend April 2018 im Überblick

50 Prozent der AfD-Anhänger halten die Partei für nicht regierungsfähig

Besonders regierungskritisch äußern sich AfD-Anhänger. 79 Prozent sind mit Rot-Rot unzufrieden. Die AfD profitiert offensichtlich  vom Vertrauensverlust der anderen Parteien und vom Unsicherheitsgefühl eines Teils der Bevölkerung. Während sich drei Viertel der Brandenburgerinnen und Brandenburger im öffentlichen Raum, auf Straßen und Plätzen, in Bussen und Bahnen sicher fühlen (74 Prozent), geben 55 Prozent der AfD-Anhänger an, sich unsicher zu fühlen. Viele AfD-Anhänger sehen in der AfD wohl vor allem das Protestpotenzial. Jeder zweite potentielle Wähler (50 Prozent) hält die AfD nicht für regierungsfähig. Nur ein gutes Drittel der AfD-Anhänger (38 Prozent) glaubt, dass die Partei die wichtigsten Probleme des Landes lösen kann.

Die Gesamtheit der Befragten sieht die AfD skeptisch. Nur 19 Prozent halten sie für glaubwürdig, 11 Prozent für regierungsfähig.

Für den aktuellen BrandenburgTrend wurden vom 11. bis 16. April in einer repräsentativen Umfrage 1.000 Wahlberechtigte aus Brandenburg befragt.

Kommentar

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13 Kommentare

  1. 12.

    Dass die Redaktion bei den Umfragewerten der AfD die "Regierungsunfähigkeit" besonders herausstreicht, sehe ich sehr kritisch. Die AfD macht kein Hehl daraus, dass sie aus guten Gründen im Moment noch nicht regierungs w i l l i g ist! Kunststück - sie ist ja eben echte Alternative und hätte damit auch keinen angemessenen Koalitionspartner. Damit ist sie z. Z. aus Vernunftsgründen auch noch nicht regierungsfähig. Die AfD ist Opposition und muss es sinnvollerweise noch bleiben, bis die Umfragewerte ihr einen tatsächlichen Politikwechsel ermöglichen. Ansonsten empfehle ich Ihren Politikredakteuren, mal den interessanten Sachverhalt zu beleuchten, dass nur 32% der Befragten eine Regierungspartei(!) für regierungsfähig halten. Das lässt viel deutlichere Schlüsse zu!

  2. 11.

    Welches seit 73 Jahren von anderen regiert wurde? Geht der zitierte Satz im Geiste des Zitaturhebers so weiter?

  3. 10.

    Wie sagte die AfD nach der Bundestagswahl: Wir holen uns unser Land zurück.

  4. 7.

    Also die Polizei kann zwar nicht immer überall sein, aber an strategischen Punkten wie Bahnhöfen oder an wichtigen Orten des Stadtzentrum sollte eigentlich immer Polizeipräsenz da sein. Auch das Streifenfahren oder -laufen ist wichtig. Das schreckt Verbrecher ab vermittelt aber auch ein Sicherheitsgefühl. Obwohl Berlin da weitaus grössere Probleme hat Präsenz zu zeigen als Brandenburg. Der Personalabbau bei der Polizei und den Ordnungsämtern rächt sich jetzt. Vor allem aber bei Bundespolizei (ehem. BGS) kann und sollte man mehr einstellen um diese Polizisten dann u.a. in der Region Berlin-Brandenburg einzusetzen.

  5. 6.

    Die 7% für die Grünen, sind mindestens 3% zuviel! Da muss doch was zu machen sein!

  6. 5.

    In der Zwischenüberschrift zur Regierungsfähigkeit der AfD fehlt das 'nicht'. Aus dem Text geht ja hervor, dass die Hälfte der potentiellen Wählerinnen und Wähler sie eben nicht für regierungsfähig hält.

  7. 4.

    Hm... alles relativ. Solche Umfragen sind leider zu 50% auch meinungsbildend und für mich immer fragwürdig. Ich glaube, das Format solcher Umfagen läuft sich langsam tot. Also ich bin schon ein paar Jahrzehnte auf dieser Welt und mich hat noch niemand nach meiner politischen Meinung gefragt für solche Umfragen. Wen rufen die an? Leute, die am Tage zu Hause sind? Hm... arbeitende Menschen sind eben am Tage nicht zu Hause oder schlafen sich aus von der Nachtschicht. Gesellschaftlich aktive Menschen sind zudem nach der Arbeit noch anderweitig ehrenamtlich aktiv und auch nicht zu Hause nach der Arbeit. Solche Menschen trifft man auch nicht am Tage in Fußgängerzonen oder Einkaufszentren. Welcher arbeitende Mensch wurde schon mal von infratest dimap befragt auf der Straße oder angerufen? Hier melden!

  8. 3.

    Der aktuelle BrandenburgTrend April 2018 ist lediglich eine Momentaufnahme.
    Tatsächlich zählen Wahlergebnisse. ... Und auf die freue ich mich mehr und mehr.

  9. 2.

    Nach der Bundestagswahl hiess es: wir haben verstanden.
    Handeln wäre m.E. besser!

  10. 1.

    An die Redaktion des Artikels: Die Absatzüberschrift:
    "50 Prozent halten die AfD für regierungsfähig" stimmt nicht mit den Informationen im darauffolgenden Absatz überein. Haben Sie sich vielleicht verschrieben und meinten "regierungsunfähig"?

    Freundlicher Gruß

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