Wohn- und Geschäftshäuser am 25.07.2016 in Guben (Brandenburg). Im Hintergrund die Ruine der Haupt- und Stadtkirche im polnischen Gubin (Quelle: Soeren Stache/dpa).
Audio: Antenne Brandenburg | 19.04.2018 | Anja Kabisch | Bild: dpa

Bürgermeisterwahl in Guben - AfD-Kandidat zwingt Amtsinhaber in Stichwahl

Das Bürgermeisteramt in Guben muss über eine Stichwahl neu bestimmt werden. Zwar konnte Amtsinhaber Mahro mit deutlichem Vorsprung die Wahl gewinnen, am Ende war es aber nicht deutlich genug, um schon im ersten Wahlgang zu gewinnen.

Im ostbrandenburgischen Guben (Landkreis Spree-Neiße) muss eine Stichwahl über den nächsten Bürgermeister entscheiden. Laut vorläufigem Endergebnis [externer Link] lag der amtierende Bürgermeister Fred Mahro (CDU) mit 48,7 Prozent der Stimmen zwar deutlich vor seinen Konkurrenten. Doch verfehlte er die notwendige Mehrheit von 50 Prozent, um seine Wiederwahl im ersten Durchgang sicherzustellen.

Auf Platz zwei landete der Kandidat der AfD, Daniel Münschke. 34,8  Prozent der Wähler entschieden sich für ihn. Am 6. Mai wird er gegen Mahro in der Stichwahl antreten.

Peter Stephan (parteilos) erhielt 10,5 Prozent der Stimmen. Auf den ebenfalls parteilosen Harald Knoll entfielen 5,9 Prozent. Etwa 15.000 Gubener waren zur Wahl aufgerufen, die Wahlbeteiligung lag mit 7.881 gültigen Stimmen bei 53,1 Prozent.

Fred Hans Willi Mahro (CDU) (Quelle: Fred Mahro)
Fred Mahro (CDU) | Bild: Fred Mahro

Stellvertreter von verurteiltem Bürgermeister

Mahro führt die Geschäfte der Stadt bereits seit sechs Jahren. Allerdings war er nicht gewählt worden, sondern kam als Stellvertreter von Klaus-Dieter Hübner ins Amt. Hübner war wegen Korruption verurteilt worden, wurde trotzdem zum Bürgermeister gewählt, hatte das Amt aber nicht ausgeübt. Im Dezember war Hübner im Alter von 66 Jahren überraschend gestorben, womit die Neuwahl nun notwendig wurde.

AfD-Kandidat Münschke, 38, stammt aus Guben und arbeitet als Finanzberater. Auf der Internetseite seiner Partei wirbt er damit, "über alle Parteigrenzen hinaus für einen Neuanfang mit gemeinschaftlichem Arrangement für Guben" eintreten zu wollen.

Daniel Münschke (AfD) (Quelle: Jean Pascal Hohm)
Daniel Münschke (AfD) | Bild: Jean Pascal Hohm

Beinahe wären es fünf gewesen

Neben dem amtierenden Bürgermeister, Mahro, hatten sich zu Jahresbeginn beim Wahlausschuss der Stadt vier weitere Politiker um das Amt des Rathauschefs beworben. Doch das Gremium lehnte den Wahlvorschlag von Einzelbewerber Marko Steidel aus Groß Drewitz ab.

Die Entscheidung wurde mit Fehlern und Versäumnissen bei den Fristen und der Form von Steidels Anmeldung zur Kandidatur begründet. Steidel hatte überregional bereits für einige Aufmerksamkeit gesorgt, als er gerichtlich versucht hatte, sich als Apfelkönig durchzusetzen, aber gescheitert war.

Parteilose Kandidaten konnten nicht überzeugen

Der parteilose Stephan ist bereits seit acht Jahren Stadtverordneter und leitet den Sozialausschuss. Er hatte im Vorfeld angekündigt, sich für den Bürokratie-Abbau und eine Stärkung des sozialen Engagements einsetzen zu wollen.

Die FDP-Fraktion der Stadtverordnetenversammlung hatten den parteilosen Knoll für die Wahl nominiert. Er ist Bauingenieur und lebt seit 22 Jahren in Guben. Er warb in seiner Kandidatur mit seinen "langjährigen Erfahrungen in der Verwaltung". Überzeugen konnte er damit kaum.

Sendung: Antenne Brandenburg, 22.04.2018, 23:00 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.

    Nix worauf man stolz sein sollte! Die AFD hat nicht unbedingt ein Programm, dass Guben zum Vorteil gerät.
    Sie fischt/ ist am rechten Rand und stigmatisiert Menschen. Guben ist eine Stadt, die allein durch ihre Geschichte als geteilte Stadt eigentlich für Offenheit und Völkerfreundschaft stehen sollte.
    Wirtschaftliche Probleme wird man nicht dadurch lösen, wenn man andere Schuldige stigmatisiert!
    Ich drücke Fred Mahro die Daumen!

  2. 1.

    War heute schon sehr witzig die Bild Zeitung, Meldung: großer Verlierer der Landratswahlen AFD,( obwohl diese das erste mal angetreten sind & respektable Ergebnisse verbuchen konnten)Grüne,Linke,FDP spielten gar keine Rolle,es gab nur ein großen Verlierer das war die SPD die große Verluste hinnehmen mußte,auch war es schon witzig das gerade diese SPD diese Wahlen als Stimmungstest für die Landtagswahlen groß angekündigt hatte, na dann Gute Nacht Genossen der letzte macht das Licht aus

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