in Flugzeug in weißer Lackierung landet am Abend auf dem Flughafen Tegel. (Quelle: dpa/Soeren Stache)
Video: Brandenburg akruell | 20.04.2018 | Michael Schon | Bild: dpa/Soeren Stache

BrandenburgTrend zum Flughafen - Jeder zweite Brandenburger für Offenhaltung von Tegel

Knapp die Hälfte der Brandenburger ist dafür, dass der Flughafen Berlin-Tegel auch nach der BER-Eröffnung dauerhaft am Netz bleiben soll. Die Sympathien sind allerdings unterschiedlich verteilt - je nach Wohnort und Parteipräferenz.

Die Brandenburgerinnen und Brandenburger haben eine geteilte Meinung zur Zukunft des Flughafens Tegel. Das geht aus dem BrandenburgTrend von Infratest dimap für das rbb-Fernsehmagazin Brandenburg aktuell und Antenne Brandenburg hervor. Knapp die Hälfte (47 Prozent) spricht sich für einen generellen Weiterbetrieb des Berliner Verkehrsflughafens aus. Jeder Dritte (31 Prozent) kann sich einen befristeten Parallelbetrieb von Tegel und BER, dem zukünftigen Flughafen Berlin-Brandenburg, vorstellen.

Derzeit gilt der Beschluss der Flughafengesellschafter, nach der Eröffnung des BER den Flughafen Tegel zu schließen. Diese Position wird aber nur von 14 Prozent der Befragten unterstützt.

Knapp die Hälfte (47 Prozent) spricht sich für einen generellen Weiterbetrieb des Berliner Verkehrsflughafens aus. (Quelle: rbb)
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Die Sympathien für den Flughafen Tegel sind unterschiedlich verteilt. Im unmittelbaren Umland Berlins sprechen sich 51 Prozent für einen Tegel-Weiterbetrieb aus, in den anderen Regionen des Landes nur 44 Prozent.

Die Sympathien für den Flughafen Tegel sind unterschiedlich verteilt. Im unmittelbaren Umland Berlins sprechen sich 51 Prozent für einen Tegel-Weiterbetrieb aus, in den anderen Regionen des Landes nur 44 Prozent. (Quelle: rbb)
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Das Meinungsbild unterscheidet sich auch nach Parteipräferenz. Während nur jeder dritte Anhänger der Linken (31 Prozent) für ein Offenhalten plädiert, sind die AfD-Anhänger mehrheitlich für den generellen Weiterbetrieb (65 Prozent).

Das Meinungsbild unterscheidet sich auch nach Parteizugehörigkeit. Während nur jeder dritte Anhänger der Linken (31 Prozent) für ein Offenhalten plädiert, sind die AfD-Anhänger mehrheitlich für den generellen Weiterbetrieb (65 Prozent) (Quelle: rbb)
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Möglicher Volksentscheid in Brandenburg 2019

Derzeit gilt der Beschluss der Flughafengesellschafter, den Flughafen Tegel innerhalb von sechs Monaten nach der Eröffnung des BER zu schließen.

Die Volksinitiative "Brandenburg braucht Tegel" sammelt momentan Unterschriften für ein Offenhalten des Airports. Knapp vier Wochen nach dem Start kamen nach Angaben des Landtagsabgeordneten Péter Vida (BVB/Freie Wähler) mehr als 7.000 Unterschriften zusammen. Damit sich der Landtag mit dem Thema befasst, sind mindestens 20.000 gültige Unterschriften notwendig.

Mögliche nächste Schritte wären dann Volksbegehren und Volksentscheid. Ist die Initiative erfolgreich, könnte es im Herbst 2019 parallel zur Landtagswahl in Brandenburg einen Volksentscheid über die Offenhaltung des Berliner Flughafens Tegel geben.

Berliner Senat will Volksentscheid nicht umsetzen

Bei einem Volksentscheid in Berlin hatten im September 2017 56,1 Prozent der Wählerinnen und Wähler für eine Offenhaltung von Tegel gestimmt. 41,7 Prozent votierten dagegen. Die Berliner Landesregierung beschloss Ende März, den Entscheid nicht umzusetzen. Eine "umfassende Folgenabschätzung" habe ergeben, dass die rechtlichen, betriebswirtschaftlichen, finanziellen und stadtentwicklungspolitischen Folgen gegen eine Offenhaltung Tegels sprächen, hieß es.

Nun muss das Abgeordnetenhaus über den Senatsbeschluss abstimmen. Die Berliner FDP kündigte Mitte April eine Verfassungsklage an für den Fall, dass der Senat den Volksentscheid nicht umsetzt.  

Für den BrandenburgTrend hat infratest dimap vom 11. bis 16. April in einer repräsentativen Umfrage 1.000 Wahlberechtigte aus Brandenburg befragt.

Im ersten Teil des BrandenburgTrends hatte infratest dimap unter anderem die Sonntagsfrage gestellt. Demnach käme, wenn am Sonntag Landtagswahlen wären, die SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke nur noch auf 23 Prozent, ebenso wie die oppositionelle CDU. Die AfD würde einen neuen Rekordwert von 22 Prozent erhalten, die mitregierenden Linken kämen auf 17 Prozent. Die Grünen würden sieben Prozent erreichen, die FDP wäre mit vier Prozent nicht im Landtag vertreten.

BrandenburgTrend April 2018 im Überblick

Sendung:  Brandenburg aktuell, 20.04.2018, 19:30 Uhr

Kommentar

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26 Kommentare

  1. 25.

    Bleiben Sie doch beim Thema und agitierten Sie hier nicht Ihre einzig "wahre" Meinung.
    Es geht hier um eine Umfrage in Brandenburg, bei der die AfD in der Mitte der Gesellschaft angekommen zu sein scheint. Auch wenn Sie die Bürger, die bei der Befragung die AfD wählen würden, als Rechtsradikale und Neonazis diffamieren, kommt man nicht umhin, sich mit dieser Wahrheit auseinander zu setzen.
    Da nützt es nicht, wie Sie und Ihres Gleichen die Wähler zu beleidigen. Das ist keine demokratische Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner.
    Sie wollen immer so schlau sein, begeben sich aber in der Diskussion auf die selbe Ebene der von Ihnen Gescholtenen. Das macht Sie nicht besser.

  2. 24.

    Ich fürchte ja das Sie das wirklich glauben. Das mit der AfD irgendeine positive Hoffnung verbunden sein könnte.
    Aber das ist natürlich völlig unmöglich. Entlieben Sie sich. Man könnte ja über viele der "Inhalte" also der Ziele dieses Vereins sprechen. Die sind schon falsch. Geradezu obszön, stellt man sich vor der "kleine Mann", der Durchschnittsverdiener" erhofft sich tatsächlich was von denen. Aber erklären Sie mir einmal wie man von Hoffnung oder Zukunft (im Positiven)sprechen kann, bei einer Partei die allen Ernstes die niederträchtigsten Parolen, das Brutalo "Klare-Kante" "gäringer Haufen" Gepolter und Wirtshausgehetze zur augenzwinkernd schlauen Strategie erhebt. Wirklich ja allen Ernstes. Hetzen, Lügen, Halbwahrheiten ist sozusagen ne schlaue echt geile und vor allem legitime "politische" Strategie.
    Was soll denn da noch kommen, wenns ans Gesetze und Verordnungen machen für alle geht? Wofür wir ja die Parlamente haben. Iss ja keine Spassbude für politische Schläger im Anzug.

  3. 23.

    "Atommüllendlager"

    Gottogott. Eine Ökophobie mit einer noch hysterischeren Ökophobie zu kontern ist nicht wirklich ein Argument.

    Nochmal meine Aussage zum Verständnis : Ihr unterstellt allen Menschen, dass sie Flughäfen schrecklich fänden und am liebsten ganz weit weg von sich hätten. Das ist eine Projektion grüner Befindlichkeit auf die Restbevölkerung. In Wirklichkeit sind aber gar nicht alle grün, und nicht alle finden Flughäfen abscheulich. Eure Interpretationen der Motive sind daher ein großes Missverständnis.

  4. 22.

    "Warum sollten die vielen Volksbegehren in den letzten Jahren (z.B. zu "Bebauung Tempelhofer Feld", 2Innitiative Volksentscheid Fahhrad") keine Beispiele für funktionierende Demokratie sein?"

    Siehe Beschlusslage des Berliner Senats zum Tegel Volksbegehren. Das ist eine demokratiefeindliche Unverschämtheit. Sollen sie sich doch ein anderes Volk wählen.

  5. 21.

    "Die Bürgerin, der Bürger hat nicht immer recht"

    Das ist ein antidemokratisches Statement. Niemand hat immer Recht, aber irgendwer muss entscheiden. Und entscheiden tut der Souverän, und nicht wer anders. Außerdem geht es in der Politik nicht um recht haben, sondern um Interessen.

    "gebotenen Demut"

    Ein Scherz?

    "Niemand hat das Recht ihnen das aufzubürden"

    Wenn alles, was irgendwen stört, nicht stattfinden dürfte, dürfte gar nichts stattfinden. Ihre Bezeichnung "Minderheitenrecht" für diesen kruden Gedanken passt nicht. Damit ist was anderes gemeint.

  6. 20.

    Was soll eine solche unnötige Umfrage und Stimmungsmache?
    Wie immer, Flughafen ja, aber bitte nicht vor meiner Tür.
    Einzig der (momentane) Erfolg der AfD gibt Hoffnung!

  7. 19.

    Wurden die Menschen im Umfeld vom BER vor 20 Jahren gefragt,ob sie einen Flughafen wollen ? Da gab's auch keinen Volksentscheid ! Wurde festgelegt,fertig. Und jetzt soll gefragt werden.

  8. 18.

    Es gab eine Volksentscheid und der ist bindend.Was hat denn Brandenburg damit zu tun?

  9. 17.

    Es kann nicht funktionieren, weil der Tegel-Volksentscheid mit der "Wischi-Waschi"-Formulierung der FDP rechtlich unverbindlich war, weil kein Gesetz zur Abstimmung vorgelegt wurde, was bei den anderen Volkentscheiden getan würde!
    Der Senat hat das einzig Richtige getan- die Rechtslage geprüft und den VE als nicht durchführbar verworfen.

  10. 16.

    Was sollen solche Umfragen?
    BER eröffnet (irgendwann) und alles wird gut.
    TXL macht zu und Zehntausende atmen auf.
    Die paar Bewohner, die sich mit stolztrotzender Brust an dieser Umfrage beteiligt haben (wie hoch war eigentlich die Beteiligung, ist die Umfang repräsentativ?) und Morgenluft geschnupperten, scheiterten permanent vor deutschen und europäischen Gerichten.
    Ein (Garten-)Zwergenaufstand nur.
    Einzig die Sonntagfrage ist interessant und macht Hoffnung.

  11. 15.

    Wieso "mal funktionieren würde"? Hat Sie das bisher nicht? Warum sollten die vielen Volksbegehren in den letzten Jahren (z.B. zu "Bebauung Tempelhofer Feld", 2Innitiative Volksentscheid Fahhrad") keine Beispiele für funktionierende Demokratie sein?

  12. 14.

    Ich finde, die Diskussion geht etwas am Thema vorbei. Was ist denn, wenn der BER nie an den Start geht - so wie es einer der Planer glaubt und der Lufthansachef. Dann bleibt doch wohl gar nichts anderes übrig. Ja gut, Tempelhof...

  13. 13.

    Die Bürgerin, der Bürger hat nicht immer recht. Und leider beteiligt sich nicht jede und jeder mit der gebotenen Demut an derartigen Umfragen. Ich fürchte es gab einfach zu wenige die realistisch sagten: Kann und will ich nicht entscheiden. Geographisch zu weit weg von mir. Ansonsten gelten die - gegenüber einer Volksbefragung, oder derartigen Umfragen - "Minderheiten"-Rechte: Es sind in der Stadt schon einmal mehr als 300.000 Einwohner direkt von Lärm, Emissionen und Unfallgefahr betroffen. Niemand hat das Recht ihnen das aufzubürden, nur weil man es cool findet Flughäfen wie Bushaltestellen zu haben. Mal ganz abgesehen davon liebe Mitmenschen: Bürdet Politikern nicht Aufträge auf, die sie nicht erfüllen können, sind sie ehrlich. Es haben einfach zu viele seriöse, legitime Klagerechte, die die Offenhaltung von Tegel verhindern. Also: "Jede /Jeder Zweite ist einfach zu viel für die Vernunft. Das mit nur nach dem persönlichen Gefühl doch bitte für die engeren Kreise aufsparen. Bitte.

  14. 12.

    Ich finde die gesamte BRD, noch besser ganz Europa sollte abstimmen, ob der gesamte deutsche UND europäische Atommüll gleichmässig auf den offenen Feldern Brandenburgs (unter freiem Himmel) entsorgt werden sollte. Das Ergebnis dieser Abstimmung ist ja Demokratie und wenn die Brandenburger sich dagegen auflehnen, sind sie demokratiefeindlich. Also bitte immer her mit dem Atommüll .

  15. 11.

    "Interessiert aber keinen" Doch, das ist eine Vorschau auf das Volksbegehren. Und das hat dann politisches Gewicht.

  16. 10.

    Was sie meinen ist keine Demokratie, sondern die Diktatur einer nicht betroffenen Mehrheit über eine betroffene Minderheit.

    Wenn ganz D beschließt in Stuttgart das nächste Atommüllendlager mitten in der Stadt zu bauen weiß ich wie die Abstimmung ausgehen würde.

    NIMBY

  17. 8.

    Schön, dass die Brandenburger sich für einen Weiterbetrieb aussprechen. Interessiert aber keinen.
    Die Nordberliner sind seit Jahrzehnten vom Lärm und Dreck betroffen. Sie haben diesen Zustand auch ohne millionenschwere Lärmschutzmaßnahmen und Klagen gegen Flugrouten ertragen.
    Sie haben es sich verdient, dass Tegel geschlossen wird.

  18. 7.

    An #1 - #4: Nicht alle Leute sind NIMBYs, wie ihr unterstellt. Es gibt auch Menschen, die nach Gemeinwohl fragen. Und ich denke das ist die Erklärung für die Mehrheiten in Berlin und Brandenburg.

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