Ein breites Bündnis demonstriert in Neukölln gegen rechten Terror (Bild: Abendschau)
Video: Abendschau | 21.04.2018 | Norbert Siegmund | Bild: Abendschau

Nach Brandanschlagsserie - 1.000 Neuköllner demonstrieren gegen Rechtsextremismus

Anschläge von rechts gab es in Neukölln in den vergangenen Jahren immer wieder. Vor allem Autos brannten. Am Samstag demonstrierten hunderte Bürger und Politiker gegen den "Terror von rechts" – auch um zu zeigen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen.

Mehrere Hundert Menschen sind am Samstagnachmittag in Berlin-Neukölln gegen Rechtsextremismus auf die Straße gegangen. Die Organisatoen sprachen von rund 1.000 Teilnehmern, die Polizei von 900. Angekündigt waren nur 300. Die Auftaktkundgebung war am Bat-Yam-Platz in der Nähe der U7 Lipschitzallee in Britz, die Abschlusskundgebung fand am Gedenkort Burak Bektaş nahe der U7 Britz Süd statt.

An der Kundgebung nahmen auch Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) und die frühere Neuköllner Bürgermeisterin und jetzige Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) teil.

"Hier findet etwas statt, was für überall in Deutschland wichtig ist: dass Menschen Farbe bekennen gegen rechten Terror, gegen eine Gruppe von Menschen, die menschenfeindlich unterwegs ist. Man brauche Menschen, die Gesicht zeigen und aufstehen, wenn die Demokratie in Gefahr ist", sagte Giffey – eingereiht in den Demonstrationszug.

Hikel: "Das ist für mich Terrorismus"

Anlass der Demonstration waren Brandanschläge auf die Autos zweier Neuköllner, die sich im Bezirk gegen Rechtsradikalismus einsetzen. In der Nacht zum 1. Februar zündeten Unbekannte zwei Autos an, die vollständig ausbrannten. Nach Überzeugung des Bündnisses Neukölln wurden die Anschläge von Rechtsextremisten verübt.

Bezirksbürgermeister Hikel sprach sich auf der Demonstration dafür aus, bei den Anschlägen von 'Terrorismus' zu sprechen: "Dort haben sich mutmaßlich Neonazis einzelne Leute aus den demokratischen Bündnissen herausgesucht, haben sich deren Adressen besorgt und ihre Autos angezündet. Sie haben sie zu Hause besucht." Das sei eine massive Bedrohung in ihrem geschützten Bereich. "Ich glaube, sie wollen damit symbolisieren, dass sie sich nicht sicher fühlen sollen. Und genau das ist für mich Terrorismus", so Hikel im rbb.

"Mit der Zeit legt man die Angst ab"

Jürgen Schulte von der Initiative "Hufeisern gegen rechts", einer der Organisatoren, sagte im rbb: "Mit der Zeit legt man die Angst ab. Aber man spürt es an den Reaktionen in der Nachbarschaft." So reagieren laut Schulte manche distanziert, etwa wenn Autos Feuer fangen, weil sie selbst Angst vor einem Anschlag haben.

Zu der Demonstration hatten unter anderen SPD, Jusos, Linke, Grüne, die Gewerkschaft Verdi und mehrere kirchliche und gesellschaftliche Initiativen aufgerufen.

Kommentar

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52 Kommentare

  1. 51.

    Ich "plappere" nicht. Aber der Applaus ihrer Claqueure ist ihnen nach diesem Beitrag sicher.

    Schon alleine für "nachplappern". Netter Versuch.

    Wars das? Können wir dann wieder zum Thema zurückkommen?

    Wollen sie ernsthaft das Ausmaß der "rechten" Gewalt in Südneukölln abstreiten?

  2. 50.

    Ich korrigiere Sie gerne, bis in die ferne Provinz verändern sich die Fakten sicher ähnlich wie bei "Stille Post" :)

    "1. Der Flughafen wird nie fertig werden, verschlingt XX-Milliarden, ist aber irgendwie egal.!
    --> Ganz Berlin ist entsetzt, was dieser Flughafen an Steuergeldern verschlingt, also irgendwie niemandem hier egal...

    2. "Man ist gegenüber Auswärtigen sehr tolerant, außer es geht um die eigenen Landsleute (aus Südwesten)."
    --> Ich habe fußläufig 3 schwäbische Beckereinen bei mir, und auf dem Wochenmarkt komm ich mir manchmal vor wie in Pforzheim. So ganz fies scheint es also nicht zu sein...

    3. "Linksextreme besetzen fremde Häuser und bekommen dann von der Stadtverwaltung Nutzungsverträge."
    --> Ja, das passiert sozusagen stündlich :D Scherzkeks, da sind Sie etwas in der Zeit verrutscht. Besetzte Häuser kann man in Berlin an zwei Händen abzählen.

    4. "Hunderte von Autos wurden von Linksextremen abgebrannt."
    --> Den Artikel haben Sie aber schon gelesen?

  3. 48.

    "Ein breites Bündnis", das im Grunde ausschließlich aus Kirchenvertretern und anderen Berufslinken besteht?
    Wow! Tolle Breite!
    Und nicht irgendeine Demonstration hat zum Zusammenbruch der DDR geführt, sondern eine ganze Kaskade an Ereignissen (u. a. eine Massenflucht und politischer Druck).
    Demonstrationen haben im Grunde nur zur Folge, dass sich die daran Beteiligten später stolz im Licht Engagements sonnen und bedeutsam vorkommen können.

  4. 46.

    Ich plappere nicht nach, ich bilde mir eine Meinung aus unterschiedlichen Quellen.

    Das unreflektierte nachplappern von rechten Gedankengut und verharmlosen rechter Gewalt überlasse ich Leuten wie ihnen!

    Fakt ist dass Südneukölln seit Jahrzehnten Schauplatz von rechten Terror ist und die Polizei bei ihren Ermittlungen nicht sehr weit gekommen ist. Dieser Mord bildet da keine Ausnahme.

  5. 45.

    Schön,dass über diese Demo berichtet wird.
    Allerdings wüsste ich gerne mit der Bitte um eine Antwort,warum es keinen Bericht über die Friedenskundgebung am Brandenburger Tor mit 1500 Teilnehmern am letzten Mittwoch gegeben hat? Der Kampf für den Erhalt des Friedens ist schließlich genauso wichtig wie der gegen rechts.

    Es gibt für jeden geworfenen Stein in der Rigaer oder bei dem kleinsten Wetterphänomen einen eigenen Artikel,wenn aber eine wichtige Kundgebung stattfindet,wird diese unter den Tisch fallen gelassen. Da bin ich sehr enttäuscht,auch wenn dieses Verhalten mir nicht unbekannt ist.

  6. 44.

    Bei den Steinen vom Dach stimmt das wohl, bei der wiederholt erfolgten "offenen" Konfrontation nicht.

  7. 43.

    P.S.: Zur Klarstellung sei noch angemerkt, dass ich mit Instrumentalisierung ausschließlich meine, dass die Polizei nicht fähig oder nicht willens wäre einen Täter zu ermitteln. Nicht, dass hier ein falscher Zungenschlag reinkommt.

  8. 42.

    Selbst nachdenken statt nachplappern wäre aber angebrachter. Unsere Polizisten können eben auch nicht zaubern, haben keine Glaskugeln als Grundausstattung und können auch keine Gedanken lesen. Der vermutete Täter darf auch nicht gefoltert werden, bis er gesteht. Daher ist es bei Zufallsopfern nun mal besonders schwer, Täter gerichtsfest zu ermitteln. Dass die Familie verbittert ist, wenn der Täter nicht (offiziell) dingfest werden kann, ist nachvollziehbar. Als Außenstehender sollte man etwas mehr Neutralität wahren, wenn man der Familie helfen will, auch mal irgend wann wieder ein wenig zur Ruhe zu kommen; die sind schließlich genau so Opfer geworden.
    Bei allem Verständnis und meiner Achtung, welches ich für den Kampf gegen den Rechtsextremismus habe, dieser Mord ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht dafür geeignet instrumentalisiert zu werden.

  9. 41.

    Gut, legen wir doch mal die gleichen Maßstäbe an die Rigaer Straße an. Wie oft war da genau "zweifelsfrei bewiesen", dass die meist unerkannt geflohenen Steinewerfer Linksextremisten waren - und wie haben Sie da argumentiert? Auch gegen Vorverurteilung aufgerufen? Auch gesagt, dass Indizien noch keine Beweise sind?

  10. 40.

    Warum ominös? Das Gegenteil ist der Fall, ein breites Bündnis quer durch unsere demokratische Gesellschaft:

    https://www.buendnis-neukoelln.de/partnerinnen/

    Demonstrationen bewirken nichts? Das hätten sie den Demonstranten in der DDR '89 aber mal verraten können!

    "Besonnenheit", wie sie es nennen kann man nach Jahrzehnten des Terrors und der zumeist ergebnislosen Ermittlungen als nicht zielführend ad acta legen.

  11. 39.

    Achja, ich vergaß. Tootal harmlose Nazis und wenn man deren tootal harmloses Treiben mit faustdicken Lügen verharmlosen will und man nicht so dumm ist ihre wirren bis durchschaubaren "Argumente" zu veröffentlichen dann sind wir wieder bei Lügenpresse, schon klar.

    Für sowas gibt es einschlägige Medien, Tichy, Nationalzeitung...

  12. 38.

    Ich "bashe" nicht, ich gebe wieder was die Familie und andere über die Ermittlungen gesagt haben.

    Wenn ich das mit den NSU Morden und den jahrelangen Ermittlungen in Südneukölln bezgl. sehr wahrscheinlicher rechtsextremistischer Terroranschläge vergleiche ergibt sich mir da ein sehr klares Bild.

  13. 36.

    Dieser Bericht wirft allerlei Fragen auf:
    Wer und was ist dieses ominöse "Bündnis Neukölln"? Woher hat es seine Informationen? Warum beruft man sich hier darauf und nicht auf Angaben der Polizei (was ich für solider hielte)?
    Weshalb glauben so viele Leute, dass Demonstrationen etwas bewirken (und weshalb sind sie offenbar ernsthaft der Meinung, Extremisten würden darauf nicht nur mit Gleichgültigkeit reagieren)?
    Und sollte oberste politische Tugend nicht die Besonnenheit sein?
    Will heißen: Sollten nicht gerade Politiker auf Beweise warten, statt sich als Agitatoren zu versuchen?

  14. 34.

    P.S.:
    Link gefunden: https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2018/04/burak-bektas-jahrestag-mord-taeter-rolf-z.html

    Ich denke, der Polizei kann man nun wirklich nicht vorwerfen, nicht in die rechte Ecke ermittelt zu haben. Wenn aber eine Tat nicht nachweisbar ist, ist das bitter für die Angehörigen, die niemals Gewissheit erlangen werden, aber daraus eine Verschwörungstheorie zu spinnen, ist nicht zielführend.

  15. 33.

    Hallo liebe Moderation,
    ich meinte folgendes Thema von Ihnen, zu dem ich jetzt nur auf die Schnelle den Radiobeitrag gefunden habe:
    http://mediathek.rbb-online.de/radio/radioeins/Burak-und-Luke-zwei-Morde-in-Berlin-Ne/radioeins/Audio?bcastId=20121102&documentId=51367462

    Wegen des Links: Das liegt nicht an Ihrer Seite sondern an meinem Tablet, mit dem ich gestern hier gepostet habe. :-)

    Herzliche Grüße
    Steffen

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