"Zukunft Heimat" Demo in Cottbus (Quelle: rbb/Sebastian Schiller)
Video: Brandenburg aktuell | 14.04.2018 | Phillip Manske | Bild: rbb/Sebastian Schiller

Demonstration von "Zukunft Heimat" - Erneuter Protest in Cottbus gegen Flüchtlingspolitik

Rund 1.500 Menschen haben am Samstagnachmittag in Cottbus gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und für das Schließen der Grenzen demonstriert. Dazu aufgerufen hatte der rechtsgerichtete Verein "Zukunft Heimat" aus dem Spreewald.

Teilnehmer hielten Plakate hoch, auf denen "Unser Land, unsere Regeln" oder "Heimatliebe ist kein Verbrechen" geschrieben stand. Vor allem ältere Menschen um die 50 nahmen an der Demonstration teil.

Stiller Gegenprotest: Knapp 2.000 Euro für Integrationsprojekt gespendet

Abgesehen von einem kurzen Zwischenfall ist es nach Polizeiangaben ruhig geblieben. Eine Gegendemonstrantin hatte sich dabei mit einem Plakat der Demo genähert, wodurch sich ein großer Teil der Kundgebung provoziert sah und auf die Frau zuging. Die Polizei musste sich dazwischen stellen. Verletzt wurde niemand.

Stillen Gegenprotest leistet der Förderverein "Cottbuser Aufbruch": Für jeden Meter, den der Demonstrationszug von "Zukunft Heimat" zurückgelegt hat, spendete das Bündnis Geld an ein Integrationsprojekt. So sind laut Organisator Lothar Judith 1.979 Euro zusammengekommen und an die Cottbusser Sprechcafés gegangen. Spender war der Verein "Neue Heimat Brandenburg", der sich für die Integration Geflüchteter in Brandenburg einsetzt.

Teilnehmerzahlen sinken

Der Verein "Zukunft Heimat", der sich nach eigenen Angaben "für die Bewahrung der Heimat" einsetzt, ruft seit dem Sommer vergangenes Jahr in unregelmäßigen Abständen in Cottbus zu Demonstrationen gegen Zuwanderung, Flüchtlinge und die Asylpolitik der Bundesregierung auf. Dabei war es in der Vergangenheit auch zu verbalen und handgreiflichen Übergriffen auf Journalisten gekommen. Nach einem starken Zulauf im Februar sind die Teilnehmerzahlen zuletzt gesunken.

Nach Gewaltvorfällen zwischen Flüchtlingen und Einheimischen war Cottbus Anfang des Jahres bundesweit in die Schlagzeilen geraten. Nach Angaben von Stadt und Polizei hat sich die Lage in den vergangenen Wochen aber wieder beruhigt.

Sendung: Brandenburg aktuell, 14.04.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen.

22 Kommentare

  1. 22.

    Ich habe gelernt, evt. im Gegensatz zu ihnen, mir eine unabhängige Meinung zu bilden und wie ich mir die dazu notwendigen Informationen besorge.

    Das Video war eine davon. Sie haben also die Flaggen der Rechtsextremen und die Sprechchöre nicht gehört? Sie waren aber dabei?

    Ich wiederhole mich, wer dort mitgelaufen ist wußte genau mit wem er mitgelaufen ist und welche Redner er hört.

    DAS finde ICH weder peinlich noch unanständig aber was ich davon halte kann ich hier nicht schreiben.

  2. 21.

    Ach, Sie waren noch nicht einmal da, sondern entnehmen die Situation, die dort vorherrscht, aus den Medien?
    Dann reden Sie hier mit?
    Das finde ich unanständig und peinlich.

  3. 20.

    Kleiner Tipp: Spielen sie doch mal das Video von Brandenburg aktuell ab und machen sie dabei Ohren und Augen auf.

  4. 19.

    Einer der ersten Anträge der AfD im Abgeordnetenhaus Berlin lautete dem Sinn nach: Alle mit unklarem Aufenthaltsstatus bzw. formal Ausreisepflichtigen in Abschiebehaft bzw. zentral in Lager verbringen. Heisst in der Umsetzung allein für Berlin für mehrere tausend Menschen inkl. Kinder sofortige Inhaftierungen /Festsetzungen=Massenverhaftungen. "Deportation" ist der belastete Begriff -ich benutze ihn selbstverständlich bewusst - der mit anderen Worten und in anderen (deutschsprachigen) Ländern "Massenabschiebungen" "Massenausschaffung" oder im englischen dann wieder ganz selbstverständlich "deportation" genannt wird. In einer Parole kernig verkürzt in Cottbus immer wieder zu hören: "Abschieben-Abschieben!" Das Ergebnis und das grundsätzliche Denken dahinter ist dasselbe. Selbstverständlich nicht das Gleiche wie die Shoah. Kunststück. Das ist ja auch Geschichte. Nun geht es um die Gegenwart und was dieselbe Haltung und dasselbe Grund-Denken auf die Gegenwartskonflikte bezogen bedeutet.

  5. 18.

    Ich bin ja geradezu verwundert, was Sie alles sehen und hören. Waren Sie dabei? Auf welcher Seite standen Sie? Haben Sie vor lauter Gegröle und Gepfeife von dem Gesagten etwas mitbekommen?

  6. 17.

    "Weil diejenigen die "Position gegen unkontrollierte Zuwanderung beziehen" Rechte sind." Mich nervt dieses ständige "links" " rechts". Sagen wir die Konservativen, die Wertebewahrer beziehen allein Position. Das ist schlimm genug! Gegen "unkontrollierte" Einreise sollte jeder sein - der Fall Amri zeigt das auf traurige Weise.
    "die Folgen der internationale Politik" genau, nur "international" können solche riesigen Probleme gelöst werden und nicht nur von Deutschland.
    "Massenverhaftung" ?? Wer verhaftet wenn?
    "Deportationen wünschen" Sie sollten Begriffe, die Sie nicht eindeutig erklären können, nicht verwenden! Es ist eine Schande was Sie hier schreiben.

  7. 16.

    Glauben Sie wirklich, dass Asylsuchende sich wieder verabschieden, sobald sich die Lage in ihren Herkunftsländern verbessert? Haben sie doch viel Mühe und Mittel in Anspruch genommen um ins "gelobte Land" zu kommen!
    Das dürfte auch von der Politik (unseren Regenten) nicht gewollt sein.

  8. 15.

    Hallo Frank, eigentlich handelt es sich sogar um drei verschiedene Dinge, die hier ständig in einen Topf geworfen werden. Asyl hat nämlich nichts mit Kriegsflüchtlingen zu tun sondern ist politisch verfolgten Personen vorbehalten. Nur dieses Recht ist auch grundgesetzlich festgeschrieben.
    Es ist also zu unterscheiden nach Asyl (Aufnahme politisch Verfolgter), befristeter Aufnahme nach der Genfer Flüchtlingskonvention (Kriegsflüchtlinge) und Migration (Einwanderung auf unbestimmte Zeit und Verlagerung des Lebensmittelpunktes nach Deutschland). Dass dies momentan ständig vermengt wird, hat politische Gründe, um die unkontrollierte Einwanderung irgendwie zu rechtfertigen. Dabei wäre es wichtig, da genau zu trennen, um nicht Rechtsextremen in die Hände zu spielen. Allerdings müsste die Politik dann endlich mal Farbe bekennen und das fürchten die wie der Teufel das Weihwasser.

  9. 14.

    Das Problem dabei ist auch, das unsere lieben Medien dabei zwei völlig unterschiedlichen Sachen ständig miteinander verwechseln, und zwar Migration und Asyl, also die sogenannten Flüchtlinge!

    Denn Migranten sind im Gegensatz zu Asylbewerber dauerhafte Einwanderer, während sich bei Asylbewerber und somit die auch sogenannte Flüchtlinge, nur um vorübergehend aufgenommen Gäste unseres Landes handelt!

    Migration ist etwas dauerhaftes, Asyl hingegen ist jedoch eine rein temporäre, also eine zeitlich begrenzte Angelegenheit!

    Denn fällt der Asylgrund in Laufe der Zeit irgendwann weg, werden uns die sogenannten Flüchtlinge selbstverständlich auch wieder verlassen!

    So einfach ist das!

  10. 13.

    Seltsam, ich sehe massenhaft u.a. "Wirmer Flaggen" der Rechtsradikalen und höre die gleichen Sprechchöre wie sie auf den Märschen der Rechtsextremisten zu hören waren.

    Ja wie kommt es nur das man dann "pauschal in die rechte Ecke gestellt" wird? Erklären sie es mir?

    Jeder der dort mitläuft weiß wo er mitläuft, jeder!

  11. 12.

    Weil diejenigen die "Position gegen unkontrollierte Zuwanderung beziehen" Rechte sind. Es sind Erstens - ob Partei, ob Anhänger, oder nur Parolenrufer und Kommentarschreiber genau diejenigen die seit Jahrzehnten vernünftige und humane Einwanderungs-Regeln verhindern. Dieselben die niemals ein Interesse hatten die Regeln des politischen Asyls, von Gesetzen zur Einwanderung aus wirtschaftlichen und Gründen der Lebensperspektive zu trennen. Und es sind Zweitens diejenigen die die Folgen der internationale Politik, die Zertrümmerung der ökonomischen Grundlagen durch unfaire Handelsbeziehungen bestreiten und sich für die Bekämpfung der Folgen, Mauer, Stacheldraht, Schiessbefehle, Massenverhaftung und Konzentration in Lagern, schliesslich massenhafte Abschiebungen, also Deportationen wünschen.
    Das ist ganz einfach "Rechts" Was sonst? Wollen Sie jetzt auch noch als links, konstruktiv und menschenfreundlich gelten? Sie sind nicht einmal die Mehrheit, die Falsches fordert. Nur Falsch.

  12. 10.

    Das ist nicht meine Idee, sondern eine Idee des Vereines "Cottbusser Aufbruch". Ob es rechtmäßig ist, jemanden für die Teilnahme an einer Demonstration zu belohnen weiß ich nicht, ist mir mit Verlaub auch egal. Mit dieser Frage müssen Sie sich an die Verantwortlichen wenden. Mir geht es vielmehr darum, dass Meldungen Fakten beinhalten sollten, was ja bekanntlich nicht immer der Fall war und ist.
    Davon aber mal abgesehen, 1.979,48 Euro ist schon gut, aber der Bedarf allein in Cottbus für die Bewältigung der "Integrationsaufgaben" dürfte da um ein Vielfaches höher sein. Na ja, zahlen wir also alle erstmal weiter...

  13. 9.

    Seltsam, warum wird jeder der gegen die unkontrollierte Zuwanderung Position bezieht, pauschal in die rechte Ecke gestellt?
    Dadurch wird der tiefe Riss in der Gesellschaft auch nicht kleiner, eher das Gegenteil ist der Fall.

  14. 8.

    Zukunft Heimat hat absolut nichts mit dieser Spendenaktion zu tun.
    Zukunft Heimat geht auf die Straße, um gegen die Flüchtlingspolitik dieser Regierung zu protestieren, nicht um sie zu unterstützen.

  15. 7.

    Naja, Sie reden hier leider Unsinn, weil der Förderverein "Cottbuser Aufbruch" meterweise Geldspenden für Gegendemonstranten absetzen möchte. Seit wann wird eigentlich in einer Demokratie fürs Demonstrieren gezahlt, egal an wen? Meinungsfreiheit sollte nie mit Geld verknüpft werden.

  16. 6.

    Hallo Ingolf, die Spendenaktion hatte sich der Förderverein "Cottbuser Aufbruch" überlegt. 1.979,48 Euro sind gestern an die Cottbusser Sprechcafés gegangen (https://de-de.facebook.com/F%C3%B6rderverein-Cottbuser-Aufbruch-eV-1465815290349394/). Spender war der Verein "Neue Heimat Brandenburg", der sich für die Integration Geflüchteter in Brandenburg einsetzt.

  17. 5.

    Liebes rbb- Team
    Zitat: "Für jeden Meter, den der Demonstrationszug von "Zukunft Heimat" zurücklegte, spendet das Bündnis Geld an ein Integrationsprojekt"
    Ich finde es grundsätzlich erst einmal ganz toll, dass inzwischen auch der Verein "Zukunft Heimat" zu der Erkenntnis gelangt ist, dass die "Integration" der vielen Geflüchteten Geld kostet. Noch toller finde ich es, dass sich der Verein "Zukunft Heimat" mit dieser Aktion auch direkt einmal finanziell daran beteiligen möchte, denn alle anderen Bürger Deutschlands machen das ohnehin - allerdings gezwungenermaßen und ungefragt. Was ich allerdings bemängeln muss, ist die recht nebulös beschriebene Aktion, denn weder hier bei Ihnen, noch bei Ihren Kollegen des rbb- Fernsehens wird konkret beschrieben wer wann was wie viel und an wen spendet. Ich hoffe daher, später hier bei Ihnen diesbezüglich weitere Informationen zu erhalten, schließlich ist die bloße Ankündigung nichts weiter als warme Luft.

  18. 4.

    Gefällt mir der Gegenprotest. Gute Aktion!

  19. 3.

    Flaggen - fällt eigentlich keinem auf, dass da nur Reichbürger stehen? Die schwenken die Fahnen der Reichsbürger des "Deutschen Kollegs" und der Pegida, die Staatsflagge des Königreichs Preussen, da stehen doch mehr Leute von denen beeinander, als je in einer Razzia der Polizei in ganz Brandenburg besucht werden können...

    Wieviele davon wohl wirklich Cotbuser sind?

Das könnte Sie auch interessieren