MyFest im Ortsteil Kreuzberg. (Quelle. dpa)
Audio: Radioeins | 30.04.2018 | Interview mit Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) | Bild: dpa/Eventpress Stauffenberg

Demonstrationen und Feste am "Tag der Arbeit" - Das geht ab am 1. Mai

Auch dieses Jahr wird am 1. Mai wieder viel demonstriert und noch mehr gefeiert. 5.300 Polizisten sind im Stadtgebiet im Einsatz. Ein Überblick über die geplanten Demonstrationen und Veranstaltungen.

Kundgebung der Gewerkschaften am 1. Mai

Der "Tag der Arbeit" am Dienstag beginnt mit den großen Demonstrationszügen der Gewerkschaften zum Brandenburger Tor. Auftakt ist um 9.00 Uhr in der Spandauer Straße nahe dem S-Bahnhof Hackescher Markt. Die verschiedenen Demonstrationszüge starten um 10.00 Uhr. Neben Fußgängern wird es einen Motorrad-Korso, einen Fahrrad-Korso und eine Skating-Demonstration geben. Sie alle starten am Hackeschen Markt und bewegen sich zum Brandenburger Tor, wo eine große Abschlusskundgebung geplant ist.

Um 12.00 Uhr findet außerdem eine DGB-Kundgebung auf dem Platz des 18. März statt. Hauptrednerin wird Irene Schulz, Vorstandsmitglied der IG-Metall, sein. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) wird ein Grußwort sprechen.

"MyFest" in Kreuzberg-Mitte am 1. Mai ab 12.00 Uhr

Am Mittag beginnt im Herzen Kreuzbergs das traditionelle Straßenfest "Myfest". In der Oranienstraße, der Adalbertstraße und am Mariannenplatz gibt es zahlreiche Konzertbühnen, Stände und gastronomische Angebote. Im gesamten Tagesverlauf werden bis zu 100.000 Besucher erwartet. Voraussichtlich müssen am Nachmittag die Zugänge wegen Überfüllung geschlossen werden. Rund um das "Myfest" richtet die Polizei wie im vergangenen Jahr eine große Sperrzone für Autos ein. Damit soll das Fest auch gegen Anschläge geschützt werden.

Wichtig: Die U-Bahnlinie 1 ist weiterhin zwischen Schlesisches Tor und Hallesches Tor gesperrt. Es fahren Ersatzbusse. Die BVG teilte vorab mit: "Nach den Erfahrungen der Vorjahre wird ab spätestens 13 Uhr auch der Pendelverkehr zwischen den Bahnhöfen Warschauer Straße und Schlesisches Tor unterbrochen werden müssen. Auch der Ersatzverkehr mit Bussen ist bereits ab den Morgenstunden von polizeilichen Absperrungen im Veranstaltungsbereich betroffen und kann nicht eingesetzt werden."

"MaiGörli" im Görlitzer Park am 1. Mai ab 12.00 Uhr

Neu in diesem Jahr ist das "MaiGörli" im Görlitzer Park, das ebenfalls um 12.00 Uhr beginnt. Dort gibt es zwei Bühnen, eine davon ist für spontane Amateurmusiker offen. An den 16 Eingängen in den Park müssen Besucher Kontrollen passieren. Getränke und Essen dürfen in einem gewissen Umfang mitgebracht werden. Wenn der Park zu voll wird, etwa bei 12.500 Besuchern, werden die Zugänge geschlossen.

Demonstration "Heraus zum roten 1. Mai" in Neukölln ab 12.00 Uhr

In Neukölln beginnt um 12.00 Uhr die Demonstration "Heraus zum roten 1. Mai", zu der linksradikale und pro-palästinensische Gruppen aufgerufen haben. Start ist am Karl-Marx-Platz, Ziel ist der Hermannplatz. 150 Teilnehmer sind angemeldet. Im vergangenen Jahr gab es antiisraelische und antijüdische Parolen.

Spaß-Demo im Grunewald am 1. Mai ab 13.00 Uhr

Auch im Grunewald wird dieses Jahr protestiert. Um 13.00 Uhr findet dort eine satirische Demonstration linker Gruppen statt unter dem Motto "1. Mai im Grunewald". Sammelpunkt ist der S-Bahnhof Grunewald. Dabei sind Musikgruppen, etwa die Band "The Incredible Herrengedeck". Die Spaß-Demonstranten wollen in dem gediegenen Villenort für mehr Stimmung sorgen.

"Revolutionäre 1. Mai-Demonstration" in Kreuzberg ab 18.00 Uhr

Am Abend des 1. Mai will die linksextreme Szene wie in den vergangenen Jahren gegen 18.00 Uhr die sogenannte "Revolutionäre 1. Mai Demonstration" starten. Der Protestzug, zu dem zwischen 5.000 und 10.000 Teilnehmer erwartet werden, wurde auch diesmal nicht bei der Polizei angemeldet. Die Veranstalter gaben am Freitag bekannt, welche Strecke der Zug nehmen soll. Demnach beginnt die Demo am Oranienplatz. Dann soll es - wie im vergangenen Jahr - durch das Straßenfest "MyFest" auf der Oranienstraße, die Adalbert-, Naunyn- und Manteuffelstraße zur Skalitzer Straße gehen - und von dort dann weiter zum Schlesischen Tor. Die Polizei kündigte an, die Demonstranten erst einmal loslaufen zu lassen. Ob es tatsächlich auch wieder quer durchs "MyFest" geht, ist allerdings noch nicht ganz klar. Das hänge von der aktuellen Lage ab, sagte Einsatzleiter Wulff. In den vergangenen Jahren kam es während und nach der Demonstration immer wieder zu Krawallen.

1.Mai in Berlin Kreuzberg 2018: Myfest, MaiGörli und die Demonstration zum 1. Mai in Kreuzberg (Quelle: Bing/rbb24)

Polizei mit 5.300 Beamten im Einsatz

Um Ausschreitungen zu verhindern sind im Berliner Stadtgebiet rund um den 1. Mai etwa 5.300 Polizisten aus Berlin und neun anderen Bundesländern im Einsatz. Zudem würden zehn Staatsanwälte bereitstehen, um nach Festnahmen in der Walpurgisnacht, am Mai-Feiertag sowie in der Nacht zum 2. Mai Haftbefehle gegen Randalierer beantragen zu können, sagte der Sprecher der Anklagebehörde, Martin Steltner.

Nach Überzeugung von Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) ist die Lage in diesem Jahr schwieriger als sonst, unter anderem wegen des Konflikts zwischen der Türkei und den Kurden in Afrin. Dennoch sei die Polizei gut vorbereitet, sagte der SPD-Politiker dem rbb-Sender radioeins am Montagmorgen. Die Beamten setzen nach seinen Angaben wieder auf eine Strategie der Deeskalation. "Natürlich versuchen Linksextremisten, durch das Tragen verbotener Flaggen zu provozieren", erklärte Geisel. Die Polizei werde genau hinsehen und Straftaten ahnden, aber zugleich auch mit Augenmaß eingreifen, so der Innensenator.

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Das mit dem Ameisenstaat ist Blödsinn.
    Man muss nur nicht alles excessive ausdehnen. DGB-Demo mit Kundgebung reicht doch, meinet wegen noch die Revoluzer-Demo.
    1.Mai ist Tag der Arbeit und nicht Spaß-Tag oder Abnerv-Tag.
    Leute die immer arbeiten müssen, wie sollen die ausgeschlafen auf Arbeit erscheinen?
    Es geht immer nur in Berlin: Ich-Ich-Ich, Public Viewin', Korsos, Demos, Umleitungen, laute Straßenfeste.
    Die die für die Gesellschaft aus sämtlichen Sparten arbeiten und da sein müssen sind unwichtig.
    Aber Rumplärren wenn das Internet, Strom, Gas, Wasser, ÖPNV ausfällt.
    In der Bundesrepublik wurde früher auch nicht solch ein Terz um den 1.Mai gemacht.

  2. 3.

    @ 1: Solche Leute werden gebraucht: Arbeiten, nach Hause, wieder arbeiten, wieder nach Hause..... Und wer ein bisschen Spaß hat, wird verächtlich angeschaut und ist natürlich kein wirklicher Arbeiter. Willkommen im Ameisenstaat!

  3. 2.

    Der erste Mai ist zum Hüpf,- Feier- und Fressfest mutiert. Von revolutionären Gedanken und Kapitalismuskritik ist nichts geblieben. Mentale Verkleisterung !

  4. 1.

    Vielen Dank dass die wahre arbeitende Bevölkerung morgen nach Feierabend vor lauter Hüpfburgen und MyFest'n auf dem Nachhauseweg behindert + belästigt wird. Ganz großartig!

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