Eine brennende Feuertonne mit der Aufschrift "Berlin brennt" steht am 03.04.2018 auf der Mahnwache der Berliner Feuerwehr (Bild: imago/Seeliger)
Bild: imago/Seeliger

Protest am Roten Rathaus - Feuerwehrleute rufen den Senat auf die Wache

"Berlin brennt" rufen Berlins Feuerwehrleute. Mit diesem Satz sorgen sie für Aufregung. Die Feuerwehrleitung sagt: Kein Wunder! Und die Gewerkschaften wollen vom Senat einen Plan, wie die Lage zu verbessern ist. Und der Senat? Von Stefan Ruwoldt

Bei der Berliner Feuerwehr ist aktuell der Ausnahmezustand die Normalität. "Wo auch immer man hinsieht, zeigen sich Probleme“, sagt verdi-Landesverbandssprecher Andreas Splanemann rbb|24. Gemeinsam mit Kollegen der Gewerkschaft der Polizei und der Deutschen Feuerwehrgewerkschaft haben die Arbeitnehmervertreter nun einen Forderungskatalog an den Berliner Senat geschickt. Die klare Erwartung dahinter: Es braucht Gespräche über schnelle und langfristige Verbesserungen bei Personal, Ausstattung und Organisation der Feuerwehr.

"Die Probleme sind riesig", fasst es Splanemann zusammen. Und der Pressesprecher der Berliner Gewerkschaft der Polizei, Benjamin Jendro, zeigt, wo die Probleme liegen: "Es geht um Personal, es geht um Arbeitszeit, um die Bezahlung der Feuerwehrleute und um die Technik."

Vor einer Veröffentlichung dieser Forderungen der Gewerkschaften sollen sie aber zunächst dem Senat vorgelegt werden, um Innensenator Andreas Geisel (SPD) die Gelegenheit zu geben, zu reagieren und Verhandlungen zu vereinbaren über kurzfristige und langfristige Lösungen, sagte Splanemann. “Wir hoffen auf Einladungsgespräche in den nächsten Tagen." Die Verwaltung des Innensenats wollte rbb|24 am Donnerstag den Eingang der Forderungen allerdings nicht bestätigen.

Der Forderungskatalog enthält keine Fristen - "die braucht es nicht"

Unterstützt wird der Forderungskatalog der Gewerkschaften und ihr Drängen auf Gespräche durch die sogenannte Mahnwache vor dem Roten Rathaus. "Berlin brennt" heißt es auf vielen Plakaten und Transparenten an den Feuerwachen in der Stadt. Mit der erst am Mittwoch verlängerten Mahnwoche an einer brennenden Tonne unterstützen die Feuerwehrleute ihren Protest.

Berlins GdP-Sprecher Jendro sieht hier die breiteste Wirkung: "Unser Forderungskatalog enthält keine Fristen, die braucht es nicht, der Senat selbst weiß: 'Da stehen Feuerwehrleute vor dem Rathaus an einer brennenden Tonne, das wollen wir nicht länger!'" 

"Die Personalnot ist groß"

Feuerwehrsprecher Andreas Ohlwein verweist auf den Senat, an den sich die Feuerwehrleute gewandt hätten mit ihren Forderungen, deren Erfüllung nicht in der Hand der Feuerwehrführung liegen. Er fasst die Einschätzung seiner Behörde in vier Worten zusammen: "Die Personalnot ist groß."

Frühere Administrationen im Senat hätten dafür gesorgt, dass die Achsen der Feuerwehr ordentlich quietschen, nun aber liefen sie nicht mehr: "Hier muss Substanz aufgebaut werden. Berlin wächst. Also muss die Feuerwehr auch wieder wachsen."

Sendung: Inforadio, 05.04.2018, 15 Uhr

Beitrag von Stefan Ruwoldt

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Was der Senat und auch die Gewerkschaften immer wieder vergessen zu erwähnen ist, dass die Not nur halb so groß wäre, wenn die Feuerwehr nicht jeden schwachsinnigen Einsatz beschicken würde! Und das liegt daran, dass die Leitstellendisponenten von ihrer Führung gezwungen werden, mit einem Computerprogramm zu arbeiten, welches ihnen jede einzelne Frage vorgibt und dann ein Ergebnis ausspuckt.

    Da natürlich die Entwickler dieses Programms genauso wie die Feuerwehrführung immer auf der sicheren Seite sein wollen, hat man da so viel Sicherheit eingebaut, dass auch der unwahrscheinlichste Fall noch als gegeben angesehen wird. Und das wiederum führt dazu, dass jeden Tag hunderte Rettungseinsätze beschickt werden, die eigentlich keine sind. Würde man die Leitstellendisponenten ganz normal mit den Menschen sprechen lassen, wäre das Problem höchstens halb so groß!

  2. 4.

    Es wird Zeit das etwas passiert.
    Die schlechteste Bezahlung und Technik in ganz Deutschland.
    Und die meisten neu ausgebildeten Feuerwehrleute gehen in andere Bundesländer, um mehr Geld zu verdienen.
    Berlin brennt-- und zwar lichterloh.

  3. 3.

    Was Schwarz-Rot jahrelang verschlampt hatckann mensch nicht in 1er Nacht reparieren. Gilt für Feuerwehr genauso wie für BVG , Bezirksämter, Schulen.

    Und bitte keinen Lärm machen, die akustische Umweltverschmutzung ist jetzt schon kaum zu ertragen.

  4. 2.

    Sehr gute und wichtige Aktion!!!

  5. 1.

    Es ist dringendste Eile geboten. Herr Müller,Herr Geisel und alle Berliner wacht auf und werdet aktiv. Da die Senatsverwaltung im
    Tiefschlaf verweist, so liebe Berliner macht so viel Krach, dass
    die Herren nicht nur aufwachen sondern auch nicht zum Tiefschlaf zurück kehren.
    Es bereits deutlich nach 12.00 Uhr !!

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