Als Nutztiere verkleidete Aktivisten des Volksbegehrens gegen Massentierhaltung
Bild: dpa/Ralf Hirschberger

"Massentierhaltung geht ganz einfach" - Tierschützer kapern Brandenburgs Image-Kampagne

Das Land Brandenburg wirbt derzeit mit dem Spruch "Es kann so einfach sein" für sich selbst. Gegner der Massentierhaltung haben nun eine Fake-Kampagne unter dem gleichen Slogan gestartet - und präsentieren die Mark als Paradies für Tierausbeuter.

Gegner der Massentierhaltung haben die neue Imagekampagne des Landes Brandenburg unter dem umstrittenen Motto "Es kann so einfach sein" gekapert. Die anonyme Initiative veröffentlichte am Mittwoch eine Website und einen angeblichen Spot der Landesregierung, in dem Investoren eingeladen werden, in Brandenburg große Tierzuchtanlagen zu errichten. "Was Umwelt und Tierschutzauflagen angeht, da lassen wir schon mal Fünfe gerade sein - wirtschaftlicher Erfolg geht vor", heißt es in dem zweiminütigen Satire-Spot. "Ein Volksbegehren gegen Massentierhaltung haben wir erfolgreich abgewehrt."

Das Satire-Video der Tierschützer:

Angebliche Zitate und offizielle Landessymbole

Eine Sprecherin der Initiative kündigte an, die Auflösung der Kampagne mit dem gefälschten Video solle erst am Donnerstag erfolgen. Regierungssprecher Florian Engels erklärte, man freue sich, wenn die Imagekampagne des Landes andere inspiriere. Dazu gehöre auch Satire. "Satire sollte aber nicht mit bösartigen Unterstellungen arbeiten", betonte er mit Blick auf das aktuelle Video. "Nicht zu akzeptieren sind offizielle Landessymbole und die Behauptung, es sei ein Film des Landes." Die Staatskanzlei werde die Verfasser auf mögliche rechtliche Konsequenzen hinweisen, kündigte Engels an.

In einer per E-Mail verbreiteten Ankündigung der filmischen Satire wurde auch ein angebliches Zitat von Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) verbreitet. "Wir heben im ersten Imagevideo die Landwirtschaft hervor, weil sie wie kaum eine andere Branche Natürlichkeit und Fortschritt verbindet und für junge Menschen in unserem Bundesland viele Zukunftschancen bietet", wird dem Minister darin als Aussage unterstellt. Der Minister habe auf das gefälschte Zitat verärgert reagiert, sagte sein Sprecher Jens-Uwe Schade.

Auf der Internetseite der anonymen Initiative sind zudem angebliche Aussagen von Vertretern der Bolart Schweinemastanlage sowie des Geflügelschlachtbetriebs Wiesenhof zu lesen, die das Verhalten der Brandenburger Behörden angeblich loben. Die Bolart Schweineproduktion ist die größte Schweinemastanlage in Brandenburg, sie soll noch erweitert werden. Die Firma Wiesenhof hat ihre Kapazitäten bereits erweitert, ohne die dafür notwenige Genehmigung abzuwarten.

Landesbauernverband kritisiert Grünen-Politiker Raschke

Der agrarpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Benjamin Raschke, kommentierte: "Das ist gelungene Satire. Schade, dass man sie fast für die Wahrheit halten muss."

Der Landesbauernverband reagierte empört, auch weil Raschke den Film auf seiner Facebook-Seite gepostet hat. "Wir sind entsetzt darüber, wie das Image des Landes von interessierten grünen Kreisen in den Schmutz gezogen wird", sagte Verbandssprecher Tino Erstling.

Im Februar hatte die Brandenburger Landesregierung ihre neue Kampagne vorgestellt, mit der sie um Touristen und Investoren werben will. Das offizielle Motto lautet "Brandenburg. Es kann so einfach sein". Die Kampagne soll am 1. Mai starten.

Sendung: Antenne Brandenburg, 25.04.2018, 17:00 Uhr

Kommentar

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26 Kommentare

  1. 26.

    Sehr schön im Kommentarbereich mal nur sachliche,differenzierende Kommentare zu lesen,aus denen man einen Mehrwert erhält. Wenn es doch immer nur so wär..

  2. 25.

    Sonderbar und fragwürdig finde ich, das ganz plötzlich eine Lebensweise wie die Vegane Ernährung auf einmal so dermaßen in den Vordergrund gestellt wird. Obwohl niemand bestreitet, dass sich „vegetarisch“ zu ernähren eine ausreichend gesunde Form ist. In Indien leben die Menschen schon immer vegetarisch und nicht vegan. Eine hier bei uns erbrachte neue Lebensform um Geld zu schäffeln bei einer sehr bereitwilligen Klientel. Esoterik spielt hierbei sicherlich auch noch eine Rolle. Ich bezeichne solche Leute als ganz schön verpeilt. Die Kritik kommt nicht von ungefähr.

  3. 24.

    Ich finde immer besonders bezeichnend, dass Menschen, die sich noch nie oder nur voller Vorurteile mit veganer Lebensweise befasst haben, aufspielen, Menschen, die seit vielen Jahren ein glückliches und gesundes veganes Leben führen, zu erklären wie falsch Veganismus ist... Irgendwie lustig, wenn es nicht so traurig wäre.

  4. 23.

    War ja klar, das hier Veganes Leben als das Nonplusultra angepriesen wird. Wundert mich nicht. Eisen z.B. fehlt in dieser sehr einseitigen Kost und wie Steffen schon sehr richtig angeführt hat, ist ausschließlich Vegane Ernährung besonders für Kleinkinder durchaus lebensbedrohend. Da es aber momentan derart Hipp ist, werden Warnungen in den Wind geschrieben. Ach ja, Yoga ja nicht vergessen;-)

  5. 22.

    https://www.welt.de/wissenschaft/article701161/Experten-Vegane-Ernaehrung-birgt-hochgradige-Risiken.html

    Wie gesagt, für Erwachsene, die genau wissen, was Sie tun, kein Thema. Aber nix für die breite Masse, für Kinder gleich gar nicht. Oft muss man dann die Nahrung auch noch mit Nahrungsmitteln vervollständigen, die um die halbe Welt gebracht werden müssen, in den Anbauländern zur Zerstörung von Natur führen. Das ist dann auch kein ökologisches Denken mehr. Dann lieber regional und saisonal.

  6. 21.

    "Veganer, esst bitte wieder Fleisch, wir können uns Eure Mangelerscheinungen nicht mehr leisten!"

    Mit Verlaub: Das werden die Krankenkassen schon deshalb nicht tun, weil sie schon von ihrer Konstruktion her nicht zum Aufschrei angelegt sind. Die wollen neue Mitglieder haben und die alten Mitglieder nicht verprellen.

    Ein Gradmesser für die Gefährlichkeit oder Ungefährlichkeit rein veganer Ernährung kann also der Nichtaufschrei der Krankenkassen nicht sein. Die "Problematik" veganer Ernährung sähe - Möglichkeitsform - ich allenfalls darin, das als allgemeingültig und nicht etwa persönlichkeitsgebunden als die beste aller Ernährungsweisen zu bezeichnen. Die gibt es nicht, wenn wir nicht nur Ausführende eines allgemeinen Ernährungsplanes sein sollen, gleich, wer ihn auch entwirft.

    Anstoß zu bewussterer Ernährung kann da m. E. nur die Devise sein. Und die Eindämmung des überbordenden Fleischkonsums, sodass Massentierhaltung schon allein wirtschaftlich unsinnig ist.

  7. 20.

    Hi Steffen,
    welche "künstlichen Vitamine" meinst Du? Falls Du damit die Vitamin-B12-Problematik ansprichst: Da es im tierischen Darm produziert, ausgeschieden und über die Nahrung resorbiert wird, muss es in der Tierindustrie supplementiert werden. Da kann man die ominösen künstlichen Vitamine auch direkt ohne den Umweg durch den Schweine-/Kuh-Stoffwechsel verputzen, wa?
    Welche Mangelerscheinungen sind Dir bekannt bei Veganern, die naturgemäß mehr von dem essen, was sogar Schulmediziner für gesund halten? Wo bleibt der Aufschrei unter den Krankenkassen "Veganer, esst bitte wieder Fleisch, wir können uns Eure Mangelerscheinungen nicht mehr leisten!"
    Warum verbraucht die biologisch-vegane Landwirtschaft mehr Ressourcen, obwohl eine Kuh einen höheren Kalorienbedarf hat als ein Mensch?
    Thema "Kunstdünger": Nee. Das würde die Idee der bioveganen Landwirtschaft ad absurdum führen. Lies hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Biologisch-vegane_Landwirtschaft#Düngung

  8. 19.

    Hi Lothar, ist auch wirklich so. Die Schweden nennen das den Kuhsprung. Ist ein richtiges kleines Volksfest geworden, bei dem tausende Großstädter mit ihren Kindern mit Bussen zu verschiedenen Bauernhöfen gefahren werden und mal einen schönen Tag auf dem Land verleben. :-) Die Kinder wissen dann auch, woher die Milch kommt und dass Kühe nicht lila sind. Ich finde die schwedische Vorschrift mit dem Weidezwang übrigens absolut super! Und so viel teurer ist Milch dort deshalb auch nicht.

  9. 18.

    "Nötig ist eben oft weit mehr, als das kleineste erreichbare Minimum."

    Auch die Natur arbeitet ja im Prinzip so. Sie ist zu weiten Teilen in unseren Augen verschwenderisch und nur die Gentechnologen versuchen, sie menschlichen Maßstäben an Effizienz gleich zu machen. Sprich: Dass nur das für sinnvoll befunden wird, was sich im Verhältnis von Einsatz zu Ertrag "bezahlt" macht und was dem geschäftl. Gusto entsprungen ist.

    Damit schmälern wir allerdings die Basis, auf der alles steht und bringen Verhältnisse ob dieser geplant schmäleren Basis im Zweifelsfall zum Umkippen.

    Ökologisch gesinnte Menschen sollten eigentlich um diese Problematik und um diese Schillernheit der nackten Effizienz wissen, doch dieses Wissen droht verlorenzugehen.

  10. 17.

    Hi Steffen, sehr gut kommentiert(14). Bei der Antwort auf @ Helmut Krüger(16) gefällt mir insbesonders Ihr letzter Absatz sehr gut. Habe erst gestern in DAS auf NDR gehört, das die Kühe sich nach dem Winter dermaßen freuen wieder auf die Weide zu kommen und Springen vor Freude, dagegen sei die Spanische Reitschule nichts dagegen.

  11. 16.

    Hallo Helmut, ja Effizienz ist ja nicht mögliches Minimum. Effizienz heißt ja so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig. Nötig ist eben oft weit mehr, als das kleineste erreichbare Minimum.
    Eine Tierzucht kann nur dann sinnvoll und nachhaltig sein, wenn sie die pflanzliche Landwirtschaft bestmöglich unterstützt, also ausreichend Dünger liefert, ohne sie (und auch die sonstige Umwelt) unnötig zu belasten und trotzdem dem Menschen noch als Teil der Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung zu stehen. Dies entspricht dem natürlichen Kreislauf der Ressourcennutzung, bedeutet aber eine Verringerung des Fleischkonsums insgesamt.

    In Schweden besteht zum Beispiel für ALLE Milchkühe Weidepflicht! Die gehen ab wie Schmidt's Katze, wenn die nach dem Winter wieder raus dürfen: https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-290241.html

  12. 15.

    Ggf. läge die Antwort darin, die Energieeffizienz nicht außer Acht zu lassen, sie also mit zu berücksichtigen, doch eben nicht zum alleinigen Maßstab werden zu lassen. Effizienz ist Mittel, doch eben kein Zweck.

    Wenn wir dies verwechselten, wären wir als Menschen in der Tat sehr verkopfte und weitgehend lustlose Zeitgenossen.

    Manchmal habe ich den Eindruck, wenn schon Schüler als Energiekommissare angehalten werden, dass sich Eltern ihnen gegenüber für jedes genommene Wannenbad rechtfertigen müssten. Das kenn es definitiv nicht sein.

  13. 14.

    Nein, vegane Ernährung ist auch keine Lösung. Sie haben selbstverständlich die Freiheit, dies durchzuziehen, zum besseren Menschen macht Sie das aber trotzdem nicht. Die umweltfreundlichste Ernährung ist die, die den natürlichen Kreislauf von Tieren und Pflanzen unterstützt. Tierische Fäkalien sind schon immer ein wichtiger Dünger in der Landwirtschaft gewesen. Fiele der weg, müsste man noch mehr Kunstdünger verwenden. Phosphatabbau ist aber endlich, Guano auch bereits in früheren Jahrhunderten weitgehend ausgebeutet. Irgendwann ist es dann vorbei, mit rein pflanzlicher Landwirtschaft. Dann müssen neue Felder erschlossen, bisher unberührte Natur zerstört werden.
    Ganz davon ab, ist eine rein vegane Ernährung für Kinder wissenschaftlich extrem fragwürdig. Und auch bei Erwachsenen sind ohne einige künstliche Vitamine Mangelernährungen nur schwer zu vermeiden, für eine breite Masse gleich gar nicht. Veganismus ist für mich mehr Religion als wirkliche Alternative.

  14. 13.

    Menschen sind naturgegeben Allesfresser, zu einer ausgewogenen Ernährung gehören tierische Produkte ganz natürlich dazu. Allerdings ist unser Fleischkonsum in den Industrienationen inzwischen ein wenig ausgeartet. Das ist das Problem, nicht der Fleischverzehr an sich. Im Übrigen ist nach Ihrer Argumentation die ganze Fauna unseres Planeten ineffizient. Sämtliche Lebewesen verbrauchen Energie, um überleben zu können und scheiden im Gegenzug unappetitliche Sachen aus. Und das nur, um ein wenig über die Erde zu kreuchen oder im Wasser abzuhängen. So ist das nun mal mit dem Leben. Effizienz finden Sie auf dem Mars - alles tot, kein künstlicher oder natürlicher Energieverbrauch. Ist aber irgendwie auch doof und öde.

  15. 11.

    Zugegeben, sich vegetarisch zu ernähren ist eine sehr gute Sache. Vegane Kost ist auch nicht ohne Kritik. Ich erinnere an den neuen Begriff“Superfood“ wo z.B. jetzt auch die sehr schmackhafte Avocado mit eingereiht wird. Sehr fragwürdig auch all die Anhänger dieser neuen Bewegung.

  16. 10.

    An Antonietta und M.L.:
    Wow, ich hatte jetzt eigentlich diverse undifferenzierte Kommentare erwartet, in denen gegen die Tierschützer gehetzt und abfällig verallgemeinert wird. Daher danke für Ihre Beiträge, die ich so gerne unterschreiben kann.

    Ob nun komplett vegan oder nicht: es wäre schon sehr schön, wenn sich mehr Menschen Gedanken über die Konsequenzen ihrer Ernährung machten und infolge dessen den Fleischkonsum wenigstens etwas reduzierten. Die Umwelt und Krankenkassen würden es danken! (Von den Tieren ganz zu schweigen.)

  17. 9.

    Viel wäre gewonnen, wenn tatsächlich eine Freiheit herrschen würde. Damit meine ich vor allem die erlangte innere Freiheit, dies anstelle des fortwährenden Waltens jahrzehntelanger Gewohnheiten. Die Neugier - verstanden im positiven Sinne - auf Neues, das Ausprobieren von Rezepten, die Eröffnung von Geschmackssinnen.

    Wie stupide ist es dagegen, fünfmal oder gar siebenmal die Woche ein Steak auf dem Teller zu haben?

    Mein Eindruck ist: Die Konsumentenschaft teilt sich: Die stark Eingefleischten, die ihr Steak für 3,99 € pro kg auf dem Teller haben wollen, bleiben beharrlich und Menschen jenseits dieser Eingefleischten nehmen zu. Bei ihnen nimmt der Fleischkonsum ab.

    Die definitive Antwort auf das recht neurotische Eingefleischtsein - also die innere Unfreiheit -, ist nicht die vegane Ernährung, also die bloße Umkehrung des Eingefleischtseins, die Antwort ist eben die Offenheit.

    Vielfalt beim Essen. Bei mir wöchentl. ca. 1/2 - 1 Pfd. Fleisch.

  18. 8.

    Es handelt sich um eine gelungene Satiere, die durch Überhöhung erkennbar ist. Rechtlich und moralisch nicht zu beanstanden. Satire muss wehtun. Unpolitische und zensierte Satiere hatten wir in der DDR zur genüge. ZENSUR darf sich NIEMALS wiederholen. Ich rate dem Land drüber zu stehen. Gesellschaftlich höhere Interessen wiegen schwer: Die Meinungsfreiheit.

  19. 7.

    Menschen können und wollen nicht verzichten. Der verzehrt Tierischer Produkte ist ein Fass ohne Boden! Total ineffizient! 70 Milliarden Tiere welche jedes Jahr geschlachtet werden, müssen Essen und Kacken! Woher die Tiernahrung? Ah ja aus dem Regenwald...wohin mit der Kacke? Ach ja ins Grundwasser. Wir sind zuviele Menschen um Tiere als Nahrungsmittel zu halten! Und wir werden nicht weniger..

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