02.04.2018, Berlin: Helme von Feuerwehrmännern hängen an einem Stamm am Roten Rathaus. Unter dem Motto "Berlin brennt" halten Feuerwehrleute vor dem Rathaus eine mehrwöchige Mahnwache ab, um auf ihre Arbeits- und Personalsituation hinzuweisen (Quelle: Paul Zinken/dpa).
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Video: Mittagsmagazin | 09.04.2018 | Iris Marx | Bild: dpa

Feuerwehrleute protestieren vor Rathaus - "Berlin brennt"-Mahnwache geht in die dritte Woche

Die Mahnwache von Berliner Feuerwehrleuten vor dem Roten Rathaus wird erneut verlängert. Das teilte Roland Tremper, der stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiter am Montag in Berlin mit. "Es gibt zu wenig Personal, die Besoldung ist schlecht, die Wachen sind marode. Es ist höchste Zeit, dass der Senat reagiert und die massiven Probleme anpackt", sagte Tremper, dessen Gewerkschaft den Protest mitorganisiert und unterstützt.

Die Aktion unter dem Motto "Berlin brennt" geht damit in ihre dritte Woche - wann sie endet, bleibt offen. Seit dem 26. März stehen Feuerwehrleute, die nicht im Dienst sind, rund um die Uhr neben einer brennenden Tonne vor dem Rathaus. Sie wollen damit vor allem auf die aus ihrer Sicht desolate Personalsituation und vergleichsweise schlechte Bezahlung hinweisen. Gemeinsam mit der Gewerkschaft fordern sie schnell zusätzliche Stellen, eine Auszahlung ihrer teils hunderter Überstunden pro Person und Investitionen in ihre Ausrüstung.

Verdi: "Senat spielt auf Zeit"

Die Protestierenden verlangen, dass der Senat sich ihren Forderungen stellt. Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat die Mahnwache bereits besucht und Besserung versprochen. Aber zu den konkreten Punkten hat sich die Innenverwaltung bislang nicht geäußert, auch am Montag blieb eine Anfrage von rbb|24 dazu unbeantwortet.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD), den die Teilnehmer der Mahnwache um einen Besuch gebeten haben, ist gerade auf Dienstreise in Jordanien. "Dieses auf-Zeit-Spielen strapaziert die Geduld der protestierenden Feuerwehrleute", sagte Roland Tremper. Die Aktion erfahre unglaublich viel Solidarität aus allen Bereichen des öffentlichen Dienstes. "Wenn der Senat nicht bald reagiert und ernsthaft und zielorientiert mit den Feuerwehrleuten verhandelt, droht eine Ausweitung des Protestes zum Flächenbrand", sagte Tremper.

Zahl der Einsätze stark gestiegen, Zahl der Rettungskräfte nicht

Die Zahl der Feuerwehr-Einsätze inklusive der Rettungsdienste ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen: von 357.594 Einsätzen in 2011 auf 454.143 in 2016. 2016 gab es bei der Feuerwehr rund 4.008 Stellen. Besonders der Missbrauch des Notrufs und der Rettungsdienste wegen Bagatellen belastet die Retter, schon jetzt machen die Rettungseinsätze den überwiegenden Großteil aller Feuerwehreinsätze aus.

Mit dem Doppelhaushalt 2018/19 soll die Feuerwehr nun gestärkt werden, wie eine Sprecherin der Innenverwaltung mitteilte. Es kommen 354 Stellen hinzu, davon 294 im feuerwehrtechnischen Dienst und 60 etwa in der Verwaltung. Feuerwehrleute argumentieren, dass diese Stellen bei weitem nicht ausreichen, weil viele Beamte dauerhaft erkrankt fehlen und es nicht genügend Ausbilder und Material gibt, um die neuen Leute auszubilden.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Liebe Berliner wollt Ihr wirklich Klein beigeben, legt endlich Los und stellt den Berliner Senat vor vollendete Tatsachen und fahrt für 48 Std. keinen Rettungseinsatz (Außnahme lebensbedrohliche Fälle).
    So kann es nicht weiter gehen, denn die Uhr steht schon auf 10 nach
    12. Schreibt eure Meinung .

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