Roma in Berlin mit ihrer eigenen Flagge. (Quelle: dpa/ Gambarini)
Bild: dpa/ Gambarini

Studie des Vereins Amaro Foro - Verein meldet mehr Diskriminierungen gegen Roma

Die Diskriminierung von Roma in Berlin hat einer Studie zufolge zugenommen. Insgesamt dokumentierte der Verein Amaro Foro im vergangenen Jahr 252 antiziganistische und diskriminierende Fälle, wie Projektkoordinatorin Diana Botescu am Montag in Berlin sagte. Unter Antiziganismus wird der Rassismus gegen Roma verstanden.

Darunter seien 167 von Betroffenen, Sozialarbeitern oder Ehrenamtlichen gemeldete Vorfälle. Das waren 14 Prozent mehr als im Jahr zuvor (2016: 146 Vorfälle). Weitere Fälle betrafen die Berichterstattung und Kommentare in den Medien.

Die Betroffenen selbst seien aus Angst vor weiteren Nachteilen oft zurückhaltend, Roma-feindliche Vorkommnisse bekanntzumachen, hieß es weiter. Die Studie sei deshalb nicht repräsentativ.

Herabwürdigende Aussagen, Verweigerung von Kontoeröffnungen

Zahlreiche diskriminierende Vorfälle beziehen sich laut Dokumentation auf den Kontakt zu Leistungsbehörden wie Jobcentern oder die Familienkasse. Dabei geht es in der Regel um herabwürdigende Aussagen von Behördenmitarbeitern sowie fehlerhaftes Verwaltungshandeln.

Weitere diskriminierende Fälle betreffen etwa die Verweigerung einer Kontoeröffnung bei einer Bank oder das Zurückziehen eines Mietvertrages durch eine Wohnungsgesellschaft.
Herabsetzende und benachteiligende Vorfälle wie illegale Kündigungen berichteten Roma oder als vermeintliche Roma angesehene Betroffene auch aus der Arbeitswelt.

Viele Migranten aus Bulgarien und Rumänien würden pauschal als Roma eingestuft, sagte Botescu. Laut Senatsintegrationsverwaltung waren Ende 2016 mehr als 45.000 Bulgaren und Rumänen in Berlin gemeldet. Wieviele von ihnen der ethnischen Minderheit der Roma angehören, wird nicht erfasst.

Behrendt: Dokumentation wichtig

Der für Antidiskriminierung zuständige Berliner Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) bezeichnete am Montag Sinti und Roma "als die wohl am stärksten von Benachteiligung und Diskriminierung betroffene Minderheit in Europa". Um dagegen wirksam vorgehen zu können, sei es wichtig, antiziganistische Vorfälle zu dokumentieren.

Auch die Berliner Grünen-Politikerin Susanna Kahlefeld begrüßte die Dokumentation. Zugleich erklärte sie als Sprecherin ihrer Fraktion für Partizipation und Beteiligung, die Diskriminierung dürfe nicht weiter hingenommen werden.

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 7.

    Auf Ihren Bericht kommend, bin ich ganz Ihrer Meinung. Freue mich, wenn ich von echten demokratischen Mitbürgern solche Meinungen lese.

  2. 6.

    Mein Gott, müssen Sie sich immer gleich angegangen fühlen?
    Ich habe Ihren Beitrag lediglich ergänzt, falsch war er ja nicht, aber eben auch nicht vollständig. Bevor dann hier das Bashing gegen EU-Zuwanderer losgeht, sollte das deutlich werden. Zum Thema "Wirtschaftsflüchtlinge" hab ich zudem wohl eindeutig geschrieben, oder? Den Begriff mochte ich so pauschal da nämlich nicht stehen lassen. Also holen Sie mal tief Luft und entspannen sich wieder.

  3. 4.

    Im Beitrag steht Migranten, korrekt. Falls diese nicht zur direkten Arbeitsaufnahme eingewandert sind, sind sie tatsächlich als Wirtschaftsflüchtlinge eingereist. Das wäre aber Wortklauberei und außerdem eine Verallgemeinerung, die sicher nicht generell zutrifft.
    Es ist jedoch tatsächlich so, dass die Niederlassungsfreiheit in der EU nur für Arbeitnehmer gilt. Für alle anderen darf der Zuzug und die staatliche Versorgung verweigert werden. Eine Ausnahme wird aber für Personen gewährt, die sich selbst mindestens eine Zeit lang versorgen bzw. versorgen können. Zum Teil muss dafür sogar ein entsprechender Nachweis bei der Einwanderungsbehörde geführt werden.
    Nach einer Frist erwachsen dann aber die gleichen Ansprüche auf staatliche Unterstützung, wie bei Inländern. Somit hat M.Glatzel nur zum Teil recht mit seiner Forderung. Ein genereller Anspruch besteht jedoch auch für EU-Bürger nicht.

  4. 2.

    .... und sie dokumentierten und dokumentierten, aber ändern wollten sie nichts.

  5. 1.

    Die Roma aus Rumänien und Builgarien sind keine "Flüchtlinge". In Rumänien und Bulgarien gibts keinen Krieg, vor dem man flüchten müßte. Ich bin immer wieder erstaunt, mit welcher Selbstverständlichkeit dieser Personenkreis hier einreist und erwartet, problemlos das hiesige Sozialsystem nutzen zu können.

    Wenn die Roma hier nicht beruflich Fuß fassen können, müssen sie halt wieder zurückreisen in ihre Heimatländer.

    Wieso haben einreisende Roma "Kontakt zu Leistungsbehörden wie Jobcentern oder der Familienkasse"?

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