Im Vordergrund, Klaus Lederer, Kultursenator (Die Linke) in Berlin. (Quelle: dpa/Carstensen)
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Video: rbb um 6 | 16.05.2018 | Agnes Taegener | Bild: dpa/Carstensen

BerlinTrend Mai 2018 - Berliner Linke liegt in der Wählergunst auf Platz eins

Die Berliner SPD stürzt auf den dritten Platz, auch die CDU verliert an Zustimmung. Die Linke dagegen ist obenauf: Erstmals ist sie in einer BerlinTrend-Umfrage von rbb-Abendschau und Berliner Morgenpost stärkste Kraft.

Für die Berliner Linke ist der neue BerlinTrend von rbb-Abendschau und Berliner Morgenpost historisch. Erstmals seit Beginn der regelmäßigen repräsentativen Umfragen vor 18 Jahren ist die Linke mit 22 Prozent stärkste Kraft. Im Vergleich zum letzten BerlinTrend legt die Partei um drei Prozentpunkte zu.

Kräftig Federn lassen muss hingegen der Koalitionspartner, die SPD. Sie verliert drei Prozentpunkte und fällt mit 18 Prozent in der Wählergunst auf den dritten Platz. So ein schlechter Wert wurde für die Dauerregierungspartei im BerlinTrend noch nie gemessen - und noch nie stand die SPD nur auf Platz 3.

Die Grünen als dritte Regierungspartei gewinnen einen Prozentpunkt und landen bei 15 Prozent.

Von der Schwäche der SPD können die Oppositionsparteien nicht profitieren: Wäre am Sonntag Abgeordnetenhauswahl, würde die CDU auf 21 Prozent kommen (minus zwei Prozentpunkte), die AfD auf 11 (plus ein Prozentpunkt) und die FDP auf nur noch 6 (minus ein Prozentpunkt).

Müller Beliebtheitswerte steigen etwas

Nach dem neuen BerlinTrend hat Rot-Rot-Grün in der Hauptstadt deshalb weiterhin eine ausreichende Mehrheit. Das Kräfteverhältnis innerhalb des Dreierbündnisses hat sich allerdings deutlich verschoben.

Obwohl der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) offenbar kein Zugpferd für seine Partei ist: Seine persönlichen Beliebtheitswerte haben sich etwas verbessert,  36 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mit der Arbeit des Regierenden zufrieden oder sehr zufrieden sind. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als bei der letzten Umfrage im September 2017. 49 Prozent der Befragten sind jedoch wenig oder gar nicht zufrieden mit Müllers Arbeit. Die restlichen 15 Prozent der Befragten kannten den Regierenden nicht oder konnten seine Arbeit nicht beurteilen.

Auch Lederer und Pop können zulegen

Auch Müllers Stellvertreter im Bürgermeister-Amt können ihre Zustimmungswerte etwas steigern - wenn auch auf niedrigem Niveau. Linken-Kultursenator Klaus Lederer gewinnt fünf Prozentpunkte: 26 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit sehr zufrieden oder zufrieden.

Grünen-Wirtschaftssenatorin Ramona Pop legt sogar sieben Prozentpunkte zu: 25 Prozent bewerten ihre Arbeit positiv. Die Zugewinne könnten aber auch damit zusammenhängen, dass nun mehr Berlinerinnen und Berliner die Berliner Spitzenpolitiker kennen als bei der letzten Umfrage. Rund die Hälfte der Befragten kennt sie jedoch immer noch nicht - oder fühlt sich nicht in der Lage, ihre Arbeit zu beurteilen.

Wachsende Stadt: Vier von fünf Berlinern sind unzufrieden

Trotz des etwas gestiegenen Vertrauens in das politische Spitzenpersonal von Rot-Rot-Grün: Die überwältigende Mehrheit von 81 Prozent ist wenig oder gar nicht zufrieden mit den Anstrengungen von Berliner Politik und Verwaltung, die zentralen Herausforderungen der Berliner Landespolitik zu lösen: die mit einer wachsenden Bevölkerung verbundenen Aufgaben und Probleme.

Nur 16 Prozent der Befragten zeigen sich zufrieden mit den Bemühungen, die wochenlangen Wartezeiten in den Bürgerämtern oder die enormen Engpässe bei Wohnraum und Kitaplätze zu beheben. Am unzufriedensten mit den politischen Resultaten in diesen Fragen sind die AfD-Anhänger.

Am zufriedendsten sind noch die SPD-Anhänger. Oder besser gesagt: Am wenigsten unzufrieden. 22 Prozent Zustimmung reichen in diesem Ranking schon für Platz 1.

 

BerlinTREND Mai 2018

Sendung: Abendschau, 16.05.2018, 19:30 Uhr

Kommentar

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32 Kommentare

  1. 32.

    Die AfD ist im Grunde das rechtspopulistische Ebenbild zur linkspopulistischen und direkten SED Nachfolgepartei „Die LINKE“. In der LINKEN findet sich letztlich nur mit anderen ideologischen Vorzeichen das unbürgerliche und unverantwortliche Geschäftsmodell der gezielten Spaltung und Polarisierung unserer Gesellschaft wieder. Statt eines politischen Gesamtkonzeptes ist es lediglich die Klammer der bloßen Empörung und des Dagegen-Seins, die bei beiden Parteien alles zusammenhält. Bei der AfD sind es die Migrantenströme, bei den LINKEN der angebliche Neoliberalismus und der böse Kapitalsmus des "Klassenfeindes". Beide Parteien ziehen mit pauschalen Schlagworten und leeren Parolen wahltaktisch vor allem auf die radikalen Ränder - links wie rechts.
    Gesellschaft, bedient die chronisch
    Frustrierten und Unzufriedenen in ihrer Selbstabschottung und
    Anti
    -
    Haltung und versucht schließlich von dort auch in die bürgerlic
    he Mitte vorzustoßen.

  2. 31.

    Ich habe sogar gute Geschcihtskenntnisse.
    Also erstmal geht es hier ja um Landespolitik,aber hast du ernsthaft Angst die Linke holt im Bund die absolute Mehrheit und führt dann die DDR 2.0 ein? Keine Sorge,die will ich auch nicht,aber auf diesem weiten Weg dorthin liegen sicherlich sehr viele soziale Verbesserungen.

  3. 30.

    Ich hab ja hier schon viel Unsinn gelesen,aber das reiht sich sicherlich ganz oben ein. Bitte erkläre mir,wie du darauf kommst? Allerdings weiß ich jetzt schon,dass du das garantiert nicht kannst..

    Um das mal in verständlichen Worten für dich auszudrücken,sie predigt Wein und trinkt sicher auch welchen.

    @tommy
    Wärst du zufrieden,wenn eine neue Partei gegründet wird und alle Mitglieder der Linken dort eintreten?

  4. 29.

    Chile 1973. Dort wurde der gewählte sozialistische Präsident mit Hilfe einer kriminellen Vereinigung aus dem Amt gebombt.

    Schon vergessen?

  5. 28.

    Ist die Welt nicht wunderbar einfach wenn man über so einen eingeschränkten politischen und geistigen Horizont verfügt?

    Die WASG haben sie schon vergessen oder?

    Und kann man die AfD eigentlich auch eine SED Nachfolgepartei nennen, bei den vielen ehemaligen SED Mitgliedern dieser "Partei"?

  6. 27.

    Naja, Wutgeheul hört sich anders an.

    Und ihre AfD wird den Weg aller rechten "Protestparteien" gehen. Die DVUs, Reps und Schillparteien kommen und gehen und landen letztendlich dort wo sie hingehören.

    Auf dem Müllhaufen der Geschichte.

    Hört sich so Wutgeheul an? Evt. in ihrer AfD-gefärbten Filterblase.

  7. 26.

    @isso...19.00 Uhr
    Sie wollen wirklich wissen,warum es keinen Sinn macht...links zu wählen ?? Haben sie denn solch große Geschichtslücken???
    Die Linken haben immer wenn sie regiert haben, das jeweilige Land gegen die Wand gefahren....immer...!!
    Schon vergessen?

  8. 25.

    Vor der nächsten Wahl wird es einen Shitstorm gegen Die Linke geben, da wird dann die SED-Nachfolgepartei Maß genommen. Anschließend werden die "Etablierten" wieder vorne liegen und sich Mehrheiten wie eh und je suchen... immer das gleiche.

  9. 24.

    Unserere Bundeskanzlerin steht ja nun alles andere als im Verdacht mit dem Erfolg der Berliner Linken in medialen Umfragen in Verbindung zu stehen. Frau Merkel bereitet nun auch immer neue Worteschöpfungen den Weg in die Alltagssprache und dies gibt natürlich der Opposition DIE LINKE und ANDEREN Parteien die Möglichkeit sich abzugrenzen. Z.B. gestern, ein Beispiel, aufgeschlossen wie ich bin, führte ich als jemand der schon länger hier gut und gerne lebt ein Gespräch mit zwei schwangeren Neubürgerinnen. Diese erzählten mir von der Höhe ihrer berechtigten staatlichen Unterstützung (was mich für sie sehr erfreute) und das sie Deutsche hassen! Natürlich sollte es ein Demokrat aushalten (in absoluter Ausnahmeerscheinung) gehasst zu werden! Ein Abschneiden der Opposition z.B. "Die LINKE" und ANDERE kann ich allerdings wieder etwas besser verstehen!

  10. 23.

    Wutgeheul hört man doch eher aus ihrer AAS-Filterblase, bei der zunehmenden Wähleakzeptanz der AfD.
    Bis zur nächsten Wahl vergehen noch mehrere Prognosen, bei denen die Alt-Parteien mal mehr oder weniger gewinnen oder eben verlieren. Die Zahlen der AfD steigen stetig. Man kann es gut finden oder nicht - an der Realität wird das nichts ändern.

  11. 22.

    Wagenknecht ist doch das Paradebeispiel für "Wasser predigen und Wein saufen".

  12. 21.

    Die linke, Nachfolgepartei der SED=Stasipartei=Stasigefängnisse=Stasifolter=Arbeitslager=Mauertote=Stasimorde!

  13. 20.

    Musst du mir mal erklären,warum es keinen Sinn machen soll links zu wählen? Die Linken sind das soziale Gewissen,jetzt muss sich diese Erkenntnis nur langsam auch mal im Bund durchsetzen.
    Wenn Wagenknechts Äusserungen dazu beitragen,umso besser. Verwunderlich wäre das jedenfalls nicht.

    Allerdings bin ich auch noch nicht zufrieden mit der Arbeit. Wär ja auch schlimm,wenn nach anderthalb Jahren schon alles erledigt wär. Daher finde ich da Frage auch sinnlos,jedenfalls wenn man sie isoliert stellt. Die Frage 'ob die Politik in die richtige Richtung läuft?' macht mehr Sinn und die hätten sicherlich mehr mit Ja beantwortet.

  14. 19.

    Na klar, erinnere mich noch gut, Große Koalition, Stichworte Landowsky, Bankenskandal, Berliner Filz.
    Seit 2001 war dann die CDU zumeist raus, geschafft hat es der Senat in 17 Jahren nicht etwas zu bewegen, ganz im Gegenteil, Wasser gepredigt und Wein gesoffen. Gewählt werden sie ja trotzdem immer wieder!


  15. 18.

    Ich weiß, ich wiederhole mich, aber in Berlin leben die meisten "Verrückten" (milde ausgedrückt) :-P
    Vielleicht liegt das ja am Smog? Oder an diesem veganen Fraß? Wer weiß, wer weiß...
    Aber verwundert bin ich nicht wirklich, schließlich ist ganz Berlin eine einzige große Kommune. Jeder macht was er will und keiner was er soll. Und da passt nun mal eine linke Regierung am besten. Oder liegt es womöglich gar an den teilweise durchaus respektablen Äußerungen und Ideen von Frau Wagenknecht??? Das würde zumindest irgendwie Sinn machen.

  16. 17.

    "Allerdings waren sie ja lange genug in Regierungsverantwortung und wenn ich mich recht erinnere mit dabei Polizei, Feuerwehr, Allgemeine Verwaltung und Justiz vor den Baum zu fahren, war ja auch nicht die SPD alleine."

    Und wieder einmal nur die halbe Wahrheit! Warum hat denn der Senat Wowereit den Senat Diepgen abgelöst?

    Weil der Bankenskandal nicht mehr zu vertuschen war und aufgrund der fatalen Folgen der größenwahnsinnigen Olympiabewerbung u.v.m.

    Sie dürfen sich also bei der cDU bedanken dass das Tafelsilber Berlins verscherbelt werden mußte, egal welcher Senat das dann tun mußte.

  17. 16.

    Maxa, Sie irren sich hier.
    Zitat aus einem Schreiben der IBB, Abt. Immobilienförderung, an die Bauverwaltung: "Eine Aufhebung dieser Vereinbarung war somit nicht beabsichtigt und wäre auch als ein unwirksamer Vertrag zu Lasten Dritter (nämlich der Wohnungsmieter) anzusehen." In diesem Fall hatte der Vermieter, einseitig, eine Änderung der Miete auf auf eine Kostenmiete durchgeführt. Hier hat die IBB Klage gegen den Vermieter vor dem VG Berlin erhoben. Es gibt in der gesamten Stadt übrigens nur ein öffentlich gefördertes Objekt, wo die IBB eine Kostenmiete genehmigt hat, nach 32 Jahren Förderung. Frau Lompscher hat hier die Möglichkeit, die IBB zu einer Korrektur aufzufordern.

    Alle Antworten der IBB, auch der Bauverwaltung, auf Schreiben mehrerer Mieter hin, sind unwahr. Eine Begründung hinsichtlich Zulässigkeit der Miete fehlt stets. Die IBB hat sogar schriftlich mitgeteilt, dass bereits 2 Jahre nach Fertigstellung der Objekte, jede Einflussnahme der IBB auf die Miete endet.

  18. 15.

    Bei der Umlage der Modernisierungskosten geht es mir zunächst auch und insbesondere um eine strickte Trennung zwischen Instandhaltung und Modernisierung, also nicht um das miserable Gesetz. Die Mieter im geförderten Wohnungsbau entrichten monatlich, mit der Miete, auch eine Instandhaltungspauschale, z. B. für das Ersetzen maroder Fenster.

    Von den Mietern im Gropiushaus, immerhin 508 Wohnungen, wird nach 32 Jahren öffentlicher Förderung eine Kostenmiete verlangt. Gesetzlich vorgeschrieben ist jedoch eine sog. Verpflichtungsmiete. Der Eigentümer hat während der Förderung 4 Verpflichtungserklärungen/Mieterhöhungsausschlussvereinbarungen unterschrieben, die jetzt nicht gelten sollen. Übrigens, in einem Schreiben vom 10.11.2017 an die Bauverwaltung, Abt. IV A, hat die IBB genau meinen Rechtsstandpunkt vertreten. Die IBB ist nicht berechtigt Vereinbarungen zu Lasten Dritter, hier die Mieter, anzuschließen. Im Übrigen sollen hier die Mieter auch eine Gewerbehypothek (Restaurant) tragen.

  19. 14.

    Was für eine chaotische Bevölkerungsstimmung in der Stadt. Die sind mehrheitlich unzufrieden mit dem rot-rot grünen Diletantentum und bevorzugen mehrheitlich die ewig Gestrigen Sozialromantiker und Abschiebeverhinderer. Die rechten Stimmen sind auch verlorene Stimmen

  20. 13.

    Ich verstehe das Ganze nicht. 81% sind unzufrieden mit der Arbeit in Politik und Wirtschaft und trotzdem klatschen sich die Verursacher vor Freude auf die Schenkel und verweisen auf die "herrlichen" Zahlen, wären am Sonntag Wahlen?
    Da stimmt doch etwas nicht.
    Gott sei Dank, sind am Sonntag keine Wahlen!

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